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Der Fall Nelli Graf

18.992 Beiträge, Schlüsselwörter: Halle, Nelli Graf, Bauerhof Der Alten Dame

Der Fall Nelli Graf

29.05.2019 um 16:21
Der oder die Täter waren mobil, hatten wohl ein Auto, also mindestens 18 Jahre alt, er hatte vermutlich zumindest grobe Ortskenntnisse und kannte zumindest einen für ihn sicheren Ort, wo er sie vermutlich hinbrachte. Es wird nicht die direkte Nachbarschaft gewesen sein, da wäre das Risiko der Entdeckung des Autos unnötig hoch gewesen. Fielen der oder die Täter evtl bereits vorher in irgendeiner Form woanders auf?


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Der Fall Nelli Graf

29.05.2019 um 17:05
mir geht auch nicht aus dem kopf, dass man hier ja öfter nachlesen konnte dass sie anscheinend in der zeit vor ihrem tod ziemlich bedrückt war. Das hört sich für mich nach einem schwelenden konflikt an, irgendwas muss sie belastet haben..
Ich frage mich aber, was der grund gewesen sein könnte dass sie sich niemanden anvertraut hat, nicht mal ihrem mann gegenüber.. Ob sie vlt. den "ernst der lage" (soll kein vorwurf sein!) nicht erkannt hatte oder ob es mit der tat an sich gar nichts zu tun hatte (was ich aber persönlich nicht glaube..)
Ich denke dieser mann, welcher auf ihrer arbeitsstelle auftauchte (und was ich hier so lesen konnte, war ihre reaktion nicht gerade "erfreut"), die "belästigung" bei der bank und der umstand dass sie wohl schon wochen davor bedrückt war, hängen für mich zusammen..


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Der Fall Nelli Graf

29.05.2019 um 20:12
Brendol schrieb:mir geht auch nicht aus dem kopf, dass man hier ja öfter nachlesen konnte dass sie anscheinend in der zeit vor ihrem tod ziemlich bedrückt war.
Gibt es dazu eine Quelle, oder off. Mitteilung?
Was einen Menschen bedrückt - kann natürlich vielfältig und sehr individuell sein. Die Klassiker sind aber:
-Finanzen
-Gesundheit
-Beziehung/Familie/Kinder

Da kann man nur spekulieren.


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Der Fall Nelli Graf

30.05.2019 um 19:22
Heribert schrieb:Frage:
Was meint ihr, steht der Arztbesuch am Vormittag die Tat um die Mittagszeit und ihre Arbeitsschicht gegen 15:00 Uhr in einem Zusammenhang?
Das soll nach meinem Kenntnisstand keine tatrelevanz haben.
Zudem soll es sich auch nur um eine Routineuntersuchung gehandelt haben und für die nachfolgenden Ereignisse von keiner Bedeutung sein.
Heribert schrieb:Für Mich ist die Tatzeit gegen Mittag ziemlich ungewöhnlich. Freitags haben viele Menschen früh Feierabend um die Zeit - oder gehen mit ihrem Hund spazieren.
Ungewöhnlich ja, aber das muss man relativieren.
Ich kann mich noch an eine Person erinnern, welche diese Örtlichkeit um die Mittagszeit aufgesucht hat (auch Bilder wurden gemacht) und auf dem Weg des Fahrrad-Fundortes kam so gut wie gar keiner entlang.
Insgesamt konnte man die Fahrradfahrer, Spaziergänger oder Jogger in der Zeit des Aufenthaltes von der Person dort, an einer Hand abzählen und damit waren auch die Wege um die Bank herum mit einbezogen.
Heribert schrieb:Ebenso der Ablageort. Mal ehrlich, dieser Ort ist nicht gut gewählt, viel zu nah an diesem Feld. Jeder der als Kind im Wald gespielt hat kennt hat kennt gute-bis sehr gute Verstecke.
Andererseits, wenn ich richtig gelesen habe benötigt man schon Ortskenntnis um diesen Waldweg zu finden.
Aber es ist m.E. Nach nicht der Optimale Ort.
Vom Gefühl her, bin ich da ganz bei dir.
Auch die Örtlichkeit des Fundortes spricht für mich für eine Person mit guten Ortskenntnissen.
Egal von welcher Seite man zu dieser Örtlichkeit fuhr, dass geht schon "um diverse Ecken" und speziell auch zum Fundort hin, muss man Kenntnisse haben und da bin ich mir sehr sicher, dass hatte der Täter.
Saloum schrieb:Mich wundert es auch, dass das heimliche Rauchen dann doch bekannt war. Wer wusste denn davon zu berichten?? Dazu habe ich keine Antwort gefunden.
Das war in erster Linie ihre Cousine.
Diese wendete sich an die Polizei, als bekannt wurde, dass ihr Fahrrad in der Hachhowe von Pilzsammlern gefunden wurde und berichtete, dass Nelli Graf mit ihr dort heimlich an der in der Nähe befindlichen Parkbank manchmal eine rauchte.
meermin schrieb:Die Tür hat sie vielleicht auch für ein eventuell einmal früher nach Hause kommendes Kind offen gelassen, falls dieses keinen Schlüssel dabeihaben sollte. Wir wissen nichts über diesbezügliche Gewohnheiten der Familie Graf.
Ihre Tochter gibt wie folgt die Situation wieder:
“Die Haustür war nur ins Schloss gezogen und nicht wie eigentlich üblich abgeschlossen. Die Kellertür konnte man aufdrücken”.

Das die Tür nicht bei Verlassen des Hauses abgeschlossen wurde, empfand ihre Tochter in einem anderen Interview als ungewöhnlich, da dieses die Regel sei.
Saloum schrieb:Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sie an diesem Freitag um 12 Uhr und mit dem Fahrrad dorthin fuhr. Und das begründe ich mit einem logischen Aspekt: das Rauchen sollte heimlich sein. Der Sohn kam gegen 12.30 Uhr aus der Schule, bis dahin wäre sie nicht zurück gewesen. Und was hätte die ihm dann gesagt, wo die in seiner ehemaligen Sportjacke war?
Die Zeugin wurde schon nach der ersten Befragung als sehr zuverlässig und glaubwürdig angesehen, zudem konnte sie sich noch an 2 Details am Fahrrad erinnern, welche selbst dem Beamten bei der Befragung nicht mehr in Erinnerung war.
Jahre später, ist sie sich immer noch zu 100% sicher sie dort um diese Uhrzeit gesehen zu haben.

Die Sportjacke gehörte nicht dem ältesten Sohn, welcher um 12:30 Uhr nach Hause kam, sondern dem jüngeren Sohn, welcher etwa gegen 13.30 Uhr von der Schule zurück kam.
Brendol schrieb:mir geht auch nicht aus dem kopf, dass man hier ja öfter nachlesen konnte dass sie anscheinend in der zeit vor ihrem tod ziemlich bedrückt war.
Was heißt bedrückt?
Ich meine Kollegen aus dem Lidl-Markt berichteten dieses nach dem Gespräch mit Nelli und einer anderen Person an der Kasse.
"Bedrückt", mein erster Gedanke war, dass ihr mitgeteilt wurde, dass jemand den sie kannte, verstorben ist (eine Kundin oder so).
Es kann ja auch das falsche Wort benutzt worden sein, aber bei einer Nachricht über den Tod einer mir bekannten Person, reagiere ich persönlich mit bedrückt sein.


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30.05.2019 um 21:34
@Sven1213
Danke für Deine ausführlichen Informationen und den Hinweis, dass es der älteste Sohn war, der gegen 12.30 h nach Hause kam. Wenn NG den jüngeren Sohn erst später erwartete, dann hatte sie genügend Zeit für die „Raucherrunde“.

Dass die Zeugin sie erkannt hat, steht für mich außer Frage. Auch, dass sie die Zeit richtig angegeben hat. Es ist offen, an welcher Stelle NG auf den Täter traf und wo sie bis zum Verbringen des Leichnams festgehalten wurde.

Bezüglich des Bedrücktseins kann nur spekuliert werden und ich denke, dass und das nicht zusteht. Es kann so viele Gründe dafür geben.

Unter dem Aspekt der „Tatanbahnung“ ist es jedoch wichtig. Es gibt psychopathische Tätertypen, die ihre Opfer gezielt nach der Körperhaltung oder dem Gang auswählen. Und in Studien (deren Quelle ich leider gerade nicht parat habe, da ich es aus einer Dokumentation weiß, die ich leider aktuell nicht in der Mediathek finde) wurde erkannt, dass Menschen, die unter Belastungen oder Depressionen leiden ihr Gangbild und ihre Körperhaltung verändern und so häufiger zum Opfer dieses Tätertyps werden.

Das ist etwas OT, aber vielleicht ganz interessant zu wissen.


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01.06.2019 um 05:10
Sven1213 schrieb:Die Sportjacke gehörte nicht dem ältesten Sohn, welcher um 12:30 Uhr nach Hause kam, sondern dem jüngeren Sohn, welcher etwa gegen 13.30 Uhr von der Schule zurück kam.
Spannend wäre zu wissen, welche Punkte Tatrelevanz haben (aus Sicht der Ermittler) und welche vollkommen belanglos sind. Z.b. könnte das „mit der Jacke“ vollkommen belanglos sein, dafür das hastige Aufbrechen (etwas vergessen, ala oh mein Jour-fix Termin...,) von größter Wichtigkeit sein.
Jacke, Fahrrad hin oder her. Wo wollte sie hin, wo ist NG wirklich angekommen.
Freiwilliges einsteigen bei wem (da Situation erstmal unkritisch) oder gewaltsames mitnehmen etc.


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Der Fall Nelli Graf

01.06.2019 um 11:31
@Heribert
Aus Sicht des Täters war es unwichtig, was sie trug und ob ihre Utensilien zuhause blieben, das sehe ich ganz genauso. Es ist nur wichtig, wenn man verstehen möchte, wie die letzten Minuten zuhause abliefen und warum diese so abliefen.

Der Ort und die Gelegenheit sie zu überwältigen sind mit den wenigen Informationen nicht zu finden. Klar ist auf jeden Fall, dass sie nach 12 Uhr und ein paar Minuten irgendwo auf ihrem weiteren Weg über die Pestalozzistraße abgegriffen wurde.

Sie mag ein Zufallsopfer sein, aber wann hat dieser „Zufall“ begonnen, denn es irritiert, dass sie scheinbar so überhastet das Haus verlassen hat.

Etwas OT, aber sehr interessant ...
Es gibt auf NDR2 eine interessante Podcast-Reihe „Täter unbekannt“. Im ersten Fall geht es um Inka Köntges, auch sie wurde abgegriffen, als sie mit dem Rad durch den Hannoveraner Stadtpark unterwegs war. Und eine junge Frau kommt dort zu Wort, der ein Transporter dort auffiel, an dem 3 junge Männer standen, einer ging auf sie zu und wendete sich dann von ihr ab, als zufällig hinter ihr ein anderer Radfahrer auftauchte. Der Fall ereignete sich in 2000 und ist bis heute ungelöst.


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01.06.2019 um 16:48
An das absolute Zufallsopfer denke ich nicht. Es hat sich eine Gelegenheit ergeben, bei welcher die Täter zugeschlagen haben. Evtl. hat es vermeintlich harmlos begonnen, NG in ein Gespräch/Situation verwickelt worden.
Hey, wir kennen dich vom Lidl, was auch immer/ können wir deine Fahrradpumpe leihen, hast/kannst Du.....
Und NG hat in das Beuteschema gepasst. Auf Fahrrad unterwegs, nicht groß gewachsen. Frau. Blond.
Hier wurde mal von „abgerippt“ etwas geschrieben. Ergänzt das Wort dich was auch immer. Und NG sagte: Dich kenne ich aber, du bist regelmäßig im Lidl einkaufen. Täter werden nervös und nehmen Sie erstmal mit.

Gibt es Kameras in diesem Lidl, könnte man nicht die Männer scannen und abgleichen mit dem DNA Test?

Mein Bauchgefühl sagt mir Lidl und Tat hängen in einer Verbindung.

Das mit dem SC Halle bewerte ich nicht über.


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Der Fall Nelli Graf

01.06.2019 um 18:20
@Heribert

Ich vermute ebenfalls, dass es eine Anbahnung gab. Und dass ein Kontakt „über den Arbeitsplatz“ im weiteren Sinne zustande gekommen ist, halte ich ebenfalls für gut möglich.

Man erkennt die Kassiererinnen auch abseits vom Einkaufen wieder. Das weiß jeder, der regelmäßig in denselben Märkten einkauft. Aber: es muss sich nicht unbedingt um einen Kunden handeln. Die Märkte werden auch beliefert, auch da gibt es bestimmt Kontakt zum Personal.

Wenn NG nun auf jemanden traf, der quasi den Arbeitsplatz als „Türöffner“ nutzte, dann war sie eventuell zu arglos, wollte vielleicht etwas helfen oder einen Weg beschreiben. Es gibt x Szenarien, die man sich da ausdenken könnte.

Wenn es sich um einen Kunden handelt, der außerhalb von Halle wohnt und z. B. auf seinem Arbeitsweg dort einkauft und zum Täter wird, dann wurde er vom Massengentest nicht erfasst. Genauso wäre es mit Lieferanten von außerhalb.

Es gibt dazu allerdings nicht einen einzigen bekannten Hinweis. Deine Idee, die Videoaufzeichnungen zu checken, da möchte ich bezweifeln, dass es die noch gibt. Außerdem stünde damit jeder unter Verdacht, der in diesem Lidl eingekauft hat, da der Zeitraum gar nicht eingrenzbar ist.

Ich hoffe, dass die Kollegen von NG damals befragt wurden, ob es auffälliges Verhalten z. B. seitens eines Lieferanten gab. (Die auch meistens größere Fahrzeuge zur Verfügung haben.)


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01.06.2019 um 19:29
Heribert schrieb:Spannend wäre zu wissen, welche Punkte Tatrelevanz haben (aus Sicht der Ermittler) und welche vollkommen belanglos sind. Z.b. könnte das „mit der Jacke“ vollkommen belanglos sein, dafür das hastige Aufbrechen (etwas vergessen, ala oh mein Jour-fix Termin...,) von größter Wichtigkeit sein.
Jacke, Fahrrad hin oder her.
Ja, dass mit der Jacke kann man so oder so sehen.
Ich bin der Meinung, dass wir das nicht überbewerten sollten.
Ich kann jeden verstehen, welcher dieses und das sie alle persönlichen Gegenstände zurück gelassen hat, seltsam findet.

Die Frage ist nur, wir wissen einfach nicht, ob sie dieses für gewöhnlich tat oder aber auch, ob sie nicht diese Jacke öfters mal anzog.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Sie wird einfach nicht wegen der Jacke ermordet worden sein, daher würde ich diese und die anderen Gegebenheiten eher sekundär sehen.


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01.06.2019 um 20:43
Saloum schrieb:Wenn NG nun auf jemanden traf, der quasi den Arbeitsplatz als „Türöffner“ nutzte, dann war sie eventuell zu arglos,
So etwas in der Art Kann ich mir vorstellen. Auch dass sie zu so einem Lieferanten, Zuliefererbote etc. etc. mit diesem Umfeld mit dem sie dort zu tun hatte eingestiegen ist, auch freiwillig.

Das wäre der Anhaltspunkt, an dem sie doch regelmäßig mit sehr vielen Menschen Kontakt hat. Und das regelmäßig, aktuell, ich denke ihr Gesicht kennt man.

Motiv: Vielleicht Gibt es kein wirkliches Motiv, sondern wir hier mal jemand geschrieben hat, Mord Lust.

Schade dass ich keine erinnern kann an diese Begegnung im Lidl, an die an dem an NG. mit einem Mann gestritten beziehungsweise diskutiert hatte.

Meine Tendenz geht in diese Richtung, also Täter Umfeld.

Nur das ist ein großer Personenkreis mit ständigen Personal -Veränderungen.

Frage: was meint ihr wie kommt ein Mensch damit klar, so ein Mord verübt zu haben?
Veränderung, welche?


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02.06.2019 um 10:28
Heribert schrieb:Frage: was meint ihr wie kommt ein Mensch damit klar, so ein Mord verübt zu haben?
Veränderung, welche?
Das kann man nicht pauschal sagen, denn jeder Täter hat ganz eigene Persönlichkeitsmerkmale. Manche Täter blenden die Tat aus, weil es „nicht wahr sein darf“. Andere sind wie berauscht und fühlen sich allmächtig. Es gibt Menschen, die keinerlei Schuldbewusstsein haben und es gibt solche, die irgendwann ihr Gewissen entlasten wollen und sich jemandem anvertrauen und die Tat (manchmal nach Jahrzehnten) gestehen.

Und da wir in diesem Fall nicht wissen, ob es eine Person oder mehrere Täter waren, oder ob es die erste Tat war, ist es auch schwer zu sagen, ob der Täter nachher unruhig war oder sich schuldig fühlte und das nur schwer aushalten konnte. Wenn es mehrere Täter waren, konnten sie darüber reden, so dass Heimlichkeit und Schuld vermutlich weniger belastend sind.

Also: das kann man ohne Wissen um den Tätertypus gar nicht beantworten.


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02.06.2019 um 10:39
Sven1213 schrieb:Lange Rede, kurzer Sinn:
Sie wird einfach nicht wegen der Jacke ermordet worden sein, daher würde ich diese und die anderen Gegebenheiten eher sekundär sehen.
Die Jacke war sicher nicht der Grund für die Tat. Es ist nicht einmal wichtig, ob oder wie oft sie die zuvor getragen hat. Aber diese Jacke bekommt eine Relevanz, als der Leichnam gefunden wurde und die Jacke mit dem Schriftzug nach oben auf ihm lag.

Da Anwohner den Schein einer Taschenlampe damals in dem Wald bemerkten, gehe ich davon aus, dass der Täter die Jacke absichtlich so auf seinem Opfer hinterließ. Wenn er eine Botschaft damit vermitteln wollte, so ist sie leider bis heute nicht verstanden worden.


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02.06.2019 um 18:42
Saloum schrieb:Wenn er eine Botschaft damit vermitteln wollte, so ist sie leider bis heute nicht verstanden worden.
Die einzigste Botschaft die ich herauslese, ist diese äußerster Brutalität. Die hat mehr Aussagekraft als irgendeinen Sportjacke. Oder ein so genannter Schlumpf.

Und dass das Opfer entführt wurde und an einem anderen Ort stattgefunden hat. Allein das ist erst mal sehr ungewöhnlich. Mit einem hohen Risiko verbunden.

„Normalerweise“ ist bei einem mord das Ziel dass die Person getötet wird. Er war aber irgendwie mehr im Spiel gewesen.

Wenn Sie jetzt als Beispiel eine politische Gefangene gewesen wäre, könnte man verstehen dass eventuell Informationen herausgepresst werden sollten.
Aber bei NG? Erpressung ?!


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Der Fall Nelli Graf

03.06.2019 um 18:37
Heribert schrieb:Die einzigste Botschaft die ich herauslese, ist diese äußerster Brutalität. Die hat mehr Aussagekraft als irgendeinen Sportjacke.
Da bin ich ganz deiner Meinung und dieses wird eher zur Lösung führen oder das Motiv erklärbar machen.
Heribert schrieb:Und dass das Opfer entführt wurde und an einem anderen Ort stattgefunden hat. Allein das ist erst mal sehr ungewöhnlich. Mit einem hohen Risiko verbunden.
Ungewöhnlich finde ich auch den räumlich engen Kreis, in welches das Wohnumfeld des Opfers, der Fahrrad-Fundort und der Leichen-Fundort sich befinden.
Nelli Graf wird vermutlich sich über Stunden tot oder lebendig bei dem oder die Täter befunden haben, aber nichts was uns an Örtlichkeiten bekannt ist, führt über die Stadtgrenzen hinaus.
Da kann man schon den Eindruck gewinnen, dass es sich um einen lokalen Täter handelt und nach meiner Vermutung auch in Halle und Umgebung selbst wohnhaft ist.

Für mich kam sie nicht in einem Fahrzeug zu Tode.
Der Täter wird nach allen Informationen welche uns bekannt sind, diese in der Dunkelheit dort vergraben haben.
Das macht keiner, welcher sie in einem Fahrzeug tötet.
Der will sie los werden und das zeitnah.
Der verbringt sie an einem weiter entfernten Ort, welcher auch bei Tage dem Täter sicher erscheint.
Die Kripo geht davon aus, dass sie in einem umschlossenen Raum zu Tode kam und da bin ich mir sehr sicher, dass es sich um ein Gebäude handelt, welches dem Täter zugänglich zu dieser Zeit war oder ihm selbst gehörte oder gar bewohnte.
Heribert schrieb:„Normalerweise“ ist bei einem mord das Ziel dass die Person getötet wird. Er war aber irgendwie mehr im Spiel gewesen.
Es wäre aus meiner Sicht deutlich einfacher gewesen, sie in der Hachhowe zu töten, als sie zu verschleppen, knebeln, fixieren und sonst noch was und sie danach in einem kleines Wäldchen zu verbringen und sie dort auch noch zu vergraben.
Ich frage mich immer wieder, warum dieser ganze Aufwand und das weitere eingehende Risiko in Kauf zu nehmen?

Es gibt keine Zeugen, welche sie in der Hachhowe gesehen haben, vermutlich war diese Gegend auch wenig frequentiert an diesem Tage um die Mittagszeit.
Was wäre denn anders gewesen, wenn man sie dort auf einem der Waldwege, neben ihrem Fahrrad tot aufgefunden hätte?

Dann hätten wir wieder die Cousine als Zeugin, wegen dem Rauchen und der Parkbank.
Alle anderen Zeugen hätten wir auch und es würde zu nichts führen.

Der Unterschied liegt doch einfach nur an dem Vorhaben des Täters.
Dort hätte er auf dem Waldweg nicht das alles machen können, was er bei Nelli Graf gemacht hat.
Also ging es doch vordergründig nicht um den Tod der Person, sondern der Täter wollte nicht nur töten, sondern plante dieses brutale Vorgehen.
Heribert schrieb:Wenn Sie jetzt als Beispiel eine politische Gefangene gewesen wäre, könnte man verstehen dass eventuell Informationen herausgepresst werden sollten.
Aber bei NG? Erpressung ?!
Hört sich erstmal komisch an was du da andenkst, tat ich aber auch.
Ich konnte mir diese äußerste Brutalität nicht erklären.
Ich dachte lange nach, was für einen Mensche würde man sowas antun?
Ich suchte auch nach vergleichbaren Fällen, Tötungen und Fixierungen.
Ich fand Opfer von dieser Art der Fixierung bei Überfällen, insbesondere im eigenen Heim.
Mir fiel ein Opfer ein, welches mit vielen Messerstichen und einem Kehlschnitt zu Tode gebracht wurde, aber alles zusammen, wie im Fall Graf geschehen, fand ich nicht!

Sehr ungewöhnlich finde ich zudem, dass alles bei einem weiblichen Opfer.
Da es sich um eine völlig normale Hausfrau, Mutter von 3 Kindern handelt, welche gläubig war und in einem Chor sang und mal Schmuckparties mit bekannten und Freunde machte, bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich bei Nelli Graf um ein Opfer handelt, welche eventuell durch ihre Arbeit oder Bekanntenkreis dem Täter kannte, sie aber eher zufällig Opfer wurde. Auch wenn es keine weiteren uns bekannten ähnliche Taten gab, bin ich mir sicher, dass das Motiv in der Persönlichkeit des Täters liegt. Der wollte seine Phantasien/Macht ausleben.


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04.06.2019 um 12:39
@Sven1213
Ja, ja und ja.

Ich hatte gehofft, dass jemand auf den Post von @Heribert
antwortet, um die Gedankengänge anderer User zu erfahren.

Ich denke, der Grund, warum diese Tat so begangen wurde ist allein auf die kranke Phantasie des Täters zurückzuführen.

Er musste das Opfer verschleppen, um sein Bedürfnis, es in der Gewalt zu haben und zu quälen ausführen zu können. Dieses ganze Vorgehen wirkt zunächst völlig überzogen. Wenn ein Täter sich schon gewisse Zeit vorher an einer (Allmachts-)Phantasie berauscht, wird das Bedürfnis womöglich immens groß, es auch so auszuführen. Und ich vermute, dass sich in diese Bedürfnisse nach Furcht und Qual des Opfers durch die Entführung und durch die multiplen Stichverletzungen auch die Reinigungsgegenstände einordnen lassen. Und ich denke ebenfalls, dass er dafür einen Raum zur Verfügung hatte - und sei es eine Baracke, ein Baucontainer, eine Jagd- oder Anglerhütte. Und das alles muss im engeren Umfeld von Halle liegen.

Warum NG als Opfer? Auch da vermute ich eine Anbahnung über den Arbeitsplatz im weiteren Sinne. Und meine Vermutung ist, dass sie wohl ein Zufallsopfer war, weil sie dort arbeitete - aber seinem Opfertyp entsprach, er hat sich auf sie fixiert, sie vielleicht erpressbar und gefügig gemacht. Das kann zum Beispiel über kleine Zuwendungen geschehen sein, von denen sie niemandem etwas erzählen durfte. Und er behauptet einfach beim nächsten Treffen, sie hätte es erzählt, er habe das erfahren und baut so emotionalen und moralischen Druck auf. Auch über solche subtilen „Bedrohungen“ geschieht eine Manipulation des Opfers. Es wird Stück für Stück gefügig.

Ob es weitere ähnliche oder bekannte Taten gibt, ist schwer herauszufinden. Nicht jedem Täter gelingt im ersten Versuch die Vollendung seiner Tat. Eventuell wird er gestört oder das Opfer verhält sich so, dass er die Lust an der Tat verliert und noch längst nicht jedes Opfer, das entkommt, erstattet Anzeige.


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04.06.2019 um 13:18
Vielleicht so ein kranker Typ a la der dänische U Book Tüftler Madsen. Aber nur im kleinen. Nicht so bedeutend von der Persönlichkeit.

Der seine geplanten Fantasien ausleben wollte und sich dafür NG ausgeguckt hat. Warum auch immer. Alter. Aussehen. Stand.

Bei dem Madsen hat sich die Gelegenheit und der passende Ort ergeben. Sein Opfer ist gar freiwillig in die Höhle des Löwen gestiegen. Im Nachhinein - einfach krass oder. Das „Reh ist hat sich in den Löwenkäfig“ Gesetzt und vielleicht selber die Tür verschlossen.

Ebenso ein freiwilliges mitkommen war zuerst bei NG z.b. Der Fall. Als sie gemerkt hatte was der mit ihr vorhat, war alles zu spät und Sie praktisch wehrlos.


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04.06.2019 um 20:59
@Heribert
Madsen ist schon sehr speziell. Aber Tatsache ist, dass man solchen Tätern oft nicht bei der ersten Tat auf die Spur kommt. Manche agieren über Jahre und Jahrzehnte.

Ich glaube, dass der Mörder im Fall NG Erfahrung hatte. Vielleicht ist es noch nicht zum Exitus gekommen, aber er hat bestimmt schon einmal versucht eine Frau in seine Gewalt zu bringen, einzuschüchtern und zu quälen.

Es gibt Täter, die total einnehmend sind. Ihre Opfer so arglos halten und für sich gewinnen. ich las von einem
Fall, wo der Täter sein Opfer nach der „einnehmenden Anbahnung“ überwältigen konnte, als er mit der Beifahrerseite so dicht an einen Container fuhr, dass die Beifahrertür nicht mehr zu öffnen war.

Es gibt in einigen furchtbaren Serienfällen sogar Opfer, die mit versuchtem Kehlschnitt überlebt haben und durch ihre Aussage konnte der Täter dingfest gemacht werden.

Leider schämen sich viele Opfer, wenn sie zum Beispiel emotionalen Manipulationen erliegen und zeigen den Täter nicht an. Sie können nicht erkennen, dass sein Tun einer anderen Phantasie folgt. So bleiben diese Täter lange unerkannt.

Und als P.S. quasi: was ich mit Bedrohung am oder im Haus gegen NG sah, betraf das subtile Gefügigmachen des Opfers. Salopp ausgedrückt: ach Du Schei.., jetzt taucht der Typ hier auf!! Ich fahr los, eine rauchen, bis dahin ist er weg ...

Das ist vielleicht weit hergeholt ... vielleicht aber auch realistisch


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08.06.2019 um 09:52
Bezüglich der Zeugin, die NG am Mittag mit dem
Fahrrad in hastigem Tempo hat fahren und in die Pestalozzistraße hat abbiegen sehen:
Es wird hier so oft angeführt, dass sie nicht von einem verfolgenden Auto sprach.

Ich habe nachgedacht, warum das so sein kann und komme zu zwei Ideen dazu.

These a) Das Fahrzeug ist tatsächlich in den Maschweg eingebogen und hat NG dann an der Jahnstraße abgepasst. Das hat die Zeugin eventuell nicht wahrgenommen oder nicht sehen können.

These b) Die Zeugin war in ihrer Wahrnehmung auf NG fixiert. Und hat ein etwas weiter hinter NG fahrendes Fahrzeug dadurch quasi ausgeblendet. Abgesehen davon wird ein PKW nicht gerast sein, um dem Rad zu folgen ist das nicht notwendig.

Ich möchte damit die Diskussion in die Richtung bringen, ob ein Verfolger im PKW unbedingt hätte wahrgenommen werden müssen. Dabei ist auch die normale Frequentierung des Künsebecker Weges in Höhe der Pestalozzistraße kurz vor dem Einkaufszentrum zu bedenken. Und ob es ungewöhnlich gewesen wäre, wenn ein PKW in die Pestalozzistraße einbiegt.

Vielleicht gibt es Ortskundige, die das beantworten könnten?


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08.06.2019 um 15:29
ich glaube nicht, dass wir hier in der Diskussion weiter kommen...es ist wie bei so vielen "Alt-Fällen", man dreht sich im Kreis, weil die bekannten Fakten nichts mehr hergeben.

kommt mal ein anderer Gedankengang ins Spiel, werden ausgetretene Pfade verlassen, kollidiert man mit den Regeln hier und es wird gelöscht...

sehe kaum noch eine Chance auf Lösung des Falles.


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