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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

3.891 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Ungelöst, Aktenzeichen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

12.10.2026 um 19:24
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Was dann durch das schwachsinnige Verteilen der Kleidung, höchstwahrscheinlich mit dem Ziel, eine falsche Spur zu legen, wieder zunichte gemacht wurde.
Stiimt, hört sich so an als hätten irgendwann wieder die Schwach Hitzköpfe das Kommando übernommen.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

12.10.2026 um 20:54
Zitat von aliM.aliM. schrieb:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Was dann durch das schwachsinnige Verteilen der Kleidung, höchstwahrscheinlich mit dem Ziel, eine falsche Spur zu legen, wieder zunichte gemacht wurde.
Stiimt, hört sich so an als hätten irgendwann wieder die Schwach Hitzköpfe das Kommando übernommen.
Ja, keine sonderlich clevere Aktion
Durch die zerschnittene und verteilte Kleidung konnte die Kripo überhaupt erst sicher sein , das was passiert sein musste.

Spätestens wenn die Freundin gegenüber der Polizei von Anjas Plan berichtet hätte, auf ihrer Geburtstagsfeier über "ein bisschen verliebt sein" sprechen zu wollen, wäre sie wohlmöglich in Verdacht geraten, zu dieser Vielzahl von Teenagern jedes Jahr zu gehören, die ein paar Tage mit irgendwem durchbrennen und dann schnell wieder nach Hause kommen.

Glaube zwar schon, daß man sie vielleicht schneller als üblich gesucht hätte , von wegen "aus gutem Hause" und weil MV als Nachbar irgendwie mit drin hing, aber bestimmt erst mal nicht mit dieser Prio und Intensität.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

13.10.2026 um 01:16
Der Erdaushub bei Anja muß bei 1,5 Kubikmetern Mutterboden etwa 2 Tonnen gewogen haben. 2 Tonnen ausgraben, und 2 Tonnen sauber zuschütten bzw. beseitigen. Das war stundenlange Schwerstarbeit.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

13.10.2026 um 11:03
Zitat von aliM.aliM. schrieb:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 09.10.2026:1) Psycho ohne Bezug zum Opfer ---- 4
2) Strassenbahnverfolger mit gescheiterter Anmache wenn die Kippen nicht vom Täter stammten und der Wagen nichts mit der Tat zu tun hatte. ---- 8
3) Musiclandbesucher der vorausgefahren ist mit Vorgeschichte -----4
4) Versuchter Raub----2
5) Politisch motivierter Mord --- 0
6) Wohlstandsneid oder Klassenkampf Arm gegen Reich ----Minus 1
7) Konflikt am Rotebühlplatz mit anschließender Verfolgung -----2
8) Besucher vom LaGatsch, Hasen oder der Veranstaltung an den Sportplätzen ----8
9) Besucher eines Ortsansässigen -----3
10) Bekannter aus dem Schicki ----- Wenn es einen Zusammenhang mit Anja gibt: 5, falls nicht: 1
@quaerere1

Wie sieht es aus welche Wahrscheinlichkeiten sehen die anderen Mitschreiber ?
Realistisch ist für mich in erster Linie Variante 8) - ein Besucher aus dem LaGatsch oder eines anderen Events, bei dem das Opfer einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war - etwa gleich gewichtet ein Verfolger aus der Straßenbahn (Variante 2)

Wenn es eine persönliche Vorgeschichte gegeben hat, glaube ich trotzdem eher an ein zufälliges Treffen, nicht an ein Auflauern

Politische Motivation? Falsches Opfer - und wenn, dann hätte man das ausgeschlachtet...
Wohlstandsneid? Mit 9,32 Mark in der Handtasche? Nö...
Konflikt in der City - dann fährste ne halbe Stunde Strassenbahn und bist immer noch so in Rage, dass Du dann ein junges Mädchen abstichst? Schwer vorstellbar


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

13.10.2026 um 13:39
Zitat von HeavythoughtsHeavythoughts schrieb:Wohlstandsneid? Mit 9,32 Mark in der Handtasche? Nö...
:-D)))))))))))))


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

13.10.2026 um 19:54
Wollte dieses....
Zitat von SulinaSulina schrieb am 28.09.2026:ich glaube Sybille war bei den Jusos ,ob engagiert oder nur so
...und dieses...
Zitat von blaomatblaomat schrieb am 09.10.2026:5) Politisch motivierter Mord
6) Wohlstandsneid oder Klassenkampf Arm gegen Reich
...und dieses...
Zitat von aliM.aliM. schrieb am 09.04.2026:Bei Zeugenbefragungen wurden Alben mit bärtigen Männern mit "Holzfällerhemden" vorgelegt. Damals typische Kleidung von Bikern insbesondere Hells Angels.
...noch mal aufgreifen.

Ich kannte damals, wenn auch anderer Landesverband, den Juso-Verein auch so ein wenig ;-)
Die weiblichen Mitglieder waren durch die Reihe alle feministisch zumindest angehaucht, meistens mehr.
1983 war das Jahr von "Neue Männer braucht das Land".
Das Macho-Gehabe der Biker wäre ihnen zuwider gewesen, deswegen kann ich mir hier beim besten Willen keine Vorgeschichte oder gar Verbindung vorstellen.
Obwohl manche dieser Gangs bekannterweise gefährlich sind, ist mir kein Fall bekannt, wo ein Rocker quasi im Vorbeigehen eine ihm unbekannte 16jährige einfach so getötet hat.
Diese Angels-Connection erscheint mir ziemlich unwahrscheinlich.

Der "politische Mord" und der "Klassenkampf"...
Sibylle wird weder mit roter Fahne in der Hand noch mit an die Stirn getackertem Parteibuch aus der Disco gekommen und die Jagststrasse hoch gegangen sein- insofern würde "der politische Mord", begangen von einem Unbekannten, schon mal ausscheiden.
Der noch amtierende Bundeskanzler hat irgendwann vor Jahren mal stolz erzählt, daß er in seiner Jugend im Sauerland ein ganz Wilder gewesen sein will, angeblich mit dem Moped vor "linken Kneipen" vorgefahren ist und dort Bambule gemacht hat.
Mir ist nicht bekannt, daß andere solch "harten" JU´ler seinerzeit anderswo Jagd auf Jusos gemacht hätten.
Und ein ultrarechter Täter, die man in den frühen 80s noch mit der Lupe suchen musste, ist schwer vorstellbar, weil "Linke" damals nicht das primäre Feindbild von denen waren.
Seinerzeit waren aufgrund des Zeitgeistes sowieso viele "Links", die hätten sie gar nicht alle kriegen können.

Der "Klassenkampf" war dagegen eher Juso- als Mörder-Sache.
Wenn im Sibylle-Fall nicht jemand "Klassenkampf von oben nach unten" praktiziert hat, was dann aber wieder schwer vorstellbar ist, sollten wir diese beiden Punkte besser rausnehmen, um weiter ernsthaft zu bleiben .


User REMSTALER hatte sich vor einigen Jahren im Zusammenhang mit dem Fall Anja sich mal die Mühe gemacht und Dinge tabellarisch aufgestellt, bevor er sich nach einem Streit mit der Moderation zurückgezogen hat:

Beitrag von Remstaeler (Seite 97)


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

13.10.2026 um 22:38
Bei den genannten Optionen zum Fall Sibylle favorisiere ich Nummer 3 und 8. Denke die Polizei hatte sowohl die Zigarettenstummel als auch den sich entfernenden Wagen mit dem Fall in Verbindung gesehen, sonst hätten die da mMn nicht so einen großen Aufwand betrieben. Wenn der Täter die Kippen geraucht hatte kann er sie nicht aus der Strassenbahn verfolgt haben.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Und ein ultrarechter Täter, die man in den frühen 80s noch mit der Lupe suchen musste, ist schwer vorstellbar, weil "Linke" damals nicht das primäre Feindbild von denen waren.
Das sehe ich anders, die Linken waren auch damals schon eines der Feindbilder der Rechten neben Ausländern, Schwulen und Obdachlosen. Wenn sich Sibylle für Politik interessierte, könnte sie sich in einem Umfeld aufgehalten haben das Feinde hatte. Zwar halte ich einen politischen Hintergrund auch nicht für allzu wahrscheinlich, aber ausschließen kann man es mMn nicht. Ich glaube dass bei der Tat ne Menge Hass im Spiel war und versuche mir zu erklären woher der kommen konnte. Den Klassenkampf kann man im Fall Sibylle wohl doch vernachlässigen, da stimme ich zu.
Zitat von HeavythoughtsHeavythoughts schrieb:Konflikt in der City - dann fährste ne halbe Stunde Strassenbahn und bist immer noch so in Rage, dass Du dann ein junges Mädchen abstichst? Schwer vorstellbar
Ja, das halte ich mittlerweile auch für abwegig, denke dann hätte der Übergriff auch früher stattgefunden, evtl. direkt nach verlassen der Haltestelle in Münster.
Zitat von YogiYogi schrieb:Der Erdaushub bei Anja muß bei 1,5 Kubikmetern Mutterboden etwa 2 Tonnen gewogen haben. 2 Tonnen ausgraben, und 2 Tonnen sauber zuschütten bzw. beseitigen. Das war stundenlange Schwerstarbeit.
Wenn sich der Boden in der Rabatte im Lauf der Zeit abgesenkt hatte und sie nicht mehr bis zum Rand gefüllt war oder wenn die Erde nach dem Mord verdichtet wurde muß es keine überschüssige Erde gegeben haben. Für das Lochbuddeln schätze ich mal je nach Bodenbeschaffenheit etwa 1,5 bis 3 Stunden. Falls es keine geplante Tat war hätten die Täter da nach dem Mord stundenlang gegraben obwohl Anja vor ihrem Tod noch laut geschrien hatte und das Grab nur etwa 20 Meter von den Wohnhäusern entfernt lag. Die Nerven muß man erstmal haben, evtl. wär das noch über Drogenkonsum erklärbar oder das Loch wurde schon vor dem Mord gegraben.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

13.10.2026 um 23:50
Zitat von blaomatblaomat schrieb:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Und ein ultrarechter Täter, die man in den frühen 80s noch mit der Lupe suchen musste, ist schwer vorstellbar, weil "Linke" damals nicht das primäre Feindbild von denen waren.
Das sehe ich anders, die Linken waren auch damals schon eines der Feindbilder der Rechten neben Ausländern, Schwulen und Obdachlosen.
Jetzt müssen wir aufpassen, daß es nicht so sehr OT wird:

richtig ist, daß rechte Gewalt im Verlauf der 1980s stetig zunahm und später nach der Wiedervereinigung explodierte.
Skinhead-Gangs entstanden in den 80s (in England eher ein Problem der späten 60s), Fussballkurven radikalisierten sich und Wehrsportgruppen verübten Anschläge, Ziele waren aber tatsächlich eher Migranten , Minderheiten, oder willkürlich gewählt (Oktoberfest).

Linke entdecke ich auf der Liste vor dem Fall der Mauer spontan nur zwei:

Wikipedia: Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland

Andreas Ostermeier, der 1966 im Alter von 63 Jahren von einem 70jährigen in einem Wirtshaus (!) getötet wurde (wird einiges an Suff dabei gewesen sein) und Rudi Dutschke, der an den Spätfolgen des Attentats verstarb.

Um zu Sibylle zurückzukommen: Linke waren in den frühen 80s mMn noch nicht das primäre Feindbild bzw. Angriffsziel.

Der Zeitgeist der 1980s war in der gesamten westlichen Welt anders als der in den 60s oder 70s.
Nur ändern sich Zeitgeister nicht automatisch mit, wenn die Uhr am 31.12.79 um 23:59 auf den 01.01.1980 und 0:00 Uhr umspringt.

Der Todeszeitpunkt Sibylles im März 1983 gehört mMn in Sachen Zeitgeist noch zu den Ausläufern der linken 1970er.

Die Änderung kam durch Reagan, Thatcher und Kohl mit der von ihm propagierten "geistig moralischen Wende" Er wurde am Todestag S.G. erstmals im Amt bestätigt . Die 1980er, so wie wir sie in Erinnerung haben, begannen erst anschließend so wirklich.
Während das linke Zeitalter auch "linke Gewalt" mit sich brachte (z.B. in Form einer RAF), brachte das im Westen gerade anbrechende "konservative Zeitalter" in den kommenden Jahren vermehrt rechte Gewalt mit sich.

Zu Beginn des Jahres 1983 waren tödliche Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken auf den Straßen der alten BRD noch überhaupt kein Thema.

Die frühen 1980s waren aber auch das Zeitalter der Buttons und Sticker.
Jeder kannte die "Atomkraft ? Nein Danke" Anstecker oder Aufkleber.
Falls Sibylle wirklich bei den Jusos gewesen sein sollte (so ganz sicher schien sich @Sulina ja nicht gewesen zu sein), hat sie am Tag einer der polarisierendsten Bundestagswahlen überhaupt vielleicht einen JUSO oder SPD-Sticker an Jacke oder Tasche getragen.

Nehmen wir mal an, sie wäre tatsächlich auf so einen Rechtsaußen gestoßen (gab´s in S-Münster eigentlich viele davon?), wäre dieser Button bei einer 16jährigen doch höchstens Grund für eine Verarsche gewesen ( "Na Mädele, da hat das rote Gesocks aber heute krachend verloren!").
Wie soll sich solch eine Situation denn in Sekunden so hochschaukeln, daß daraus vier Messerstiche werden ?


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 09:39
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Zu Beginn des Jahres 1983 waren tödliche Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken auf den Straßen der alten BRD noch überhaupt kein Thema.
Als Sohn eines alten Sozialdemokraten kann ich das bestätigen - auch wenn ich damals noch Kind war - solche Themen wären bei uns zu Hause Tischgespräch gewesen.

Also blenden wir den Klassenkampf und die politische Motivation aus - dann verbleiben die "klassischen" niederen Motive - reine Mordlust ("Ich stech jetzt eine ab") kann ich mir auch nicht vorstellen - ich gehe entweder von einer sexuell motivierten Tat (wozu ich auch die Rache eines verschmähten jungen Mannes mit einschließen würde) oder wirklich einen komplett schiefgegangenen Versuch eines Raubes. Aber eine 16-jährige nach dem Discobesuch zu überfallen auf dem Heimweg von der Straßenbahn - was soll da allgemein groß zu holen sein? 5 Mark (oder damals noch 4 wahrscheinlich) für ne Schachtel Kippen?


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 16:51
Zitat von HeavythoughtsHeavythoughts schrieb:Aber eine 16-jährige nach dem Discobesuch zu überfallen auf dem Heimweg von der Straßenbahn - was soll da allgemein groß zu holen sein? 5 Mark (oder damals noch 4 wahrscheinlich) für ne Schachtel Kippen?
Nehmen wir mal an, es handele sich um einen Fall von Beschaffungskriminalität. Solche Leute machen sich keine Gedanken, wieviel Beute sie abgreifen können, sie schlagen spontan zu, wenn sie meinen, dass sich eine günstige Gelegenheit bietet. Das sit eine einzelne junge Frau in einer dunklen Gasse allemal. Man weiß ja vorab nicht, wieviel Geld eine solche Person bei sich trägt, noch dass sie gerade aus der Disco kommt.

Eine sexuell motivierte Tat mag ich nicht völig ausschließen, allerdings halte ich den Ort eng zwischen Wohnhäusern für denkbar ungeeignet, und auch hier sollte sich die Frage stellen, warum der Täter mehr oder weniger sofort zugestochen hat.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 18:03
@Quiron
NEE du zumindest im Anja -Fall ist für mich ein Beschaffungsverbrechen nicht vorstellbar . Denn erstens sah man Anja an das sie noch sehr jung war und da nicht viel zuholen wäre und warum sollte der Täter wenn er sie doch nur beklauen wollte sie ermorden und hat sie dann so aufwändig versteckt? Er hätte doch einfach weglaufen können und sie liegen lassen. Nee das ist für mich unlogisch.
Eher denk ich dabei an ein sexuell motiviertes Verbrechen wobei ich mir das so vorstelle das der/ die Täter noch recht jung und was das angeht unerfahren waren, weshalb es dann nicht zur vollendeten Vergewaltigung kam und das wiederum macht den Gedanken, das Anja ihn oder sie vielleicht auch kannte und sie deshalb umgebracht wurde.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 18:10
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:NEE du zumindest im Anja -Fall ist für mich ein Beschaffungsverbrechen nicht vorstellbar .
Um diesen Fall ging es in dem Beitrag auch nicht, auf den ich mich bezogen habe.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 19:04
Zitat von QuironQuiron schrieb:Eine sexuell motivierte Tat mag ich nicht völig ausschließen, allerdings halte ich den Ort eng zwischen Wohnhäusern für denkbar ungeeignet, und auch hier sollte sich die Frage stellen, warum der Täter mehr oder weniger sofort zugestochen hat.
Weil sie geschrien hat und gelaufen ist, statt über sich ergehen zu lassen, was er mit ihr vor hatte.

Wenn die zusammen von unten gekommen , z.B. aus der Bahn, oder meinetwegen sich am La Gatsch zufällig begegnet sind, wären die ca. 15 m unterhalb des eigentlichen Tatorts gelegenen Parknischen die erstbeste Gelegenheit für einen Übergriff gewesen, wie hier von jemanden mit Ortskenntnissen beschrieben wurde.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 20:59
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Weil sie geschrien hat und gelaufen ist, statt über sich ergehen zu lassen, was er mit ihr vor hatte.
Was sich genauso auch bei einem versuchten Raub hätte ereignen können.

Und wenn sie Gelegenheit hatte, 15 Meter wegzulaufen und zu schreien, es also offensichtlich war, dass die Tat nicht mehr durchführbar sein würde, warum sie dann noch niederstechen, anstatt sofort unterzutauchen?

Und wenn jetzt das Argument kommt, er hätte sie zum Schweigen bringen müssen, da sie ihn erkannt hat...auch das gilt genauso bei einem versuchten Raubüberfall.

Und übrigens...auch bei der Parknische stehen gegenüber Häuser. Die gesamte Jagststraße ist Wohngebiet.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

14.10.2026 um 22:52
Beschaffungskriminalität wird in der Regel von Leuten begangen die enorm unter Druck geraten wenn ihnen der Stoff oder das Geld dafür ausgeht. So einer wäre meiner Ansicht nach so stark auf das Geld fixiert gewesen, dass er mögliche Gefahren ausgeblendet hätte und auf jeden Fall die Handtasche oder den Geldbeutel an sich genommen hätte.

Für einen Täter mit sexuellen Absichten war die Jagststrasse mMn völlig ungeeignet, auch der Bereich bei den Parkplätzen. Dieses direkte zustechen spricht doch eher für einen Täter mit Mordabsichten. Wenn man dann die Kippenstummel mit einbezieht entsteht das Bild eines auflauernden Täters.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

15.10.2026 um 00:14
Zitat von QuironQuiron schrieb:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Weil sie geschrien hat und gelaufen ist, statt über sich ergehen zu lassen, was er mit ihr vor hatte.
Was sich genauso auch bei einem versuchten Raub hätte ereignen können.
Nun, wenn ich weiß, daß ich keine 10 Deutschmark in der Tasche habe, dazu ne Packung Kippen, einen Labello und zwei Französischbücher und plötzlich kommt einer und wedelt deswegen mit einem Messer rum : ich würde die Tasche rausrücken !

Wenn der mich aber vergewaltigen wollen würde und ich sehe da trotz Messer irgendwie eine Chance, aus der Nummer rauszukommen, weil der Spargeltarzan mit seinen Einssiebzig gar nicht wie ein erfahrener Sexualstraftäter aussieht und eine Menge potentieller Helfer aus ihren Häusern kommen könnten: vielleicht würde ich es auch riskieren!

Sofern es mir irgendwie möglich ist, mich in eine Frau reinzuversetzen, die instinktiv innerhalb weniger Augenblicke diese Entscheidung in einer Situation auf Leben und Tod treffen muß...


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

15.10.2026 um 13:43
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Für einen Täter mit sexuellen Absichten war die Jagststrasse mMn völlig ungeeignet, auch der Bereich bei den Parkplätzen. Dieses direkte zustechen spricht doch eher für einen Täter mit Mordabsichten. Wenn man dann die Kippenstummel mit einbezieht entsteht das Bild eines auflauernden Täters.
Nunja. Ein Wohngebiet ist eigentlich für so ziemlich jede schwerkriminelle Aktion ungeeignet - ob Mord, Raub oder Vergewaltigung. Auch eine Treppe durch die Weinberge in Rufentfernung von den Häusern und Verbindung zwischen Haltestelle und Wohngebiet ist kein perfekter Tatort. Trotzdem sind diese Morde an diesen Stellen geschehen.

Wenn wir Mordabsichten unterstellen und einen bei den Kippen lauernden Täter - dann hätte er sich allerdings sogar innerhalb der Jagsstrasse noch den dümmsten Ort ausgesucht, denn eine engere Bebauung als an dieser Stelle gibt es in der ganzen Gasse nicht.

Aus meiner Sicht führt dieses lavieren um diesen nicht perfekten Tatort nur zu einer Schlussfolgerung: Die Tat war nicht durchgeplant und der Täter agierte auf dem kurzen Weg von der Haltestelle zu Sibylle am ersten Ort der nicht ganz upassend war: Der bereich der Jagststrasse der nur auf einer Seite bebaut war.

Bei Anja sehe ich das übrigens ähnlich: Auch sie wurde an einer Stelle gestoppt die ungefähr in der Mitte zwischen Haltestelle und Wohngebiet war. Durchaus suboptimal, aber genau die Stelle die wenn man ihr von der Haltestelle folgt (oder mit ihr geht) die logische ist, weil sie einen Mindestabstand zur Haltestelle als auch zum Wohngebiet hatte. Weiter unten ist man zu nah an der Haltestelle, weiter oben zu nah an den Häusern. Das muss aber nicht geplant sein, das ist eher intuitiv: Jetzt bich ich weit genug von der Haltestelle entfernt, so dass man nicht alles hört. Und wenn ich jetzt nicht zuschlage ist es vorbei, dann bin ich zu nah am Wohngebiet.

So sehe ich das in beiden Fällen.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

15.10.2026 um 17:21
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Für einen Täter mit sexuellen Absichten war die Jagststrasse mMn völlig ungeeignet, auch der Bereich bei den Parkplätzen. D
Zitat von aliM.aliM. schrieb:Die Tat war nicht durchgeplant und der Täter agierte auf dem kurzen Weg von der Haltestelle zu Sibylle am ersten Ort der nicht ganz upassend war: Der bereich der Jagststrasse der nur auf einer Seite bebaut war.
This.

@blaomat

Bzgl. des Motivs "Sexualstraftat" müsste noch mal differenziert werden: wenn der Kerl, egal ob Ersttäter oder nicht, an jenem Abend mit dem Vorsatz losgezogen ist, seine Vergewaltigungsphantasien umzusetzen und willkürlich eine Frau abzugreifen, wäre er in der Jagststraße natürlich verkehrt gewesen.

Es besteht aber die Möglichkeit, daß er das gar nicht vorhatte, sondern z.B. auf dem Heimweg zufällig fünf Reihen hinter Sibylle in der Bahn saß und sie seine Aufmerksamkeit generiert hat, weil sie ihm gefiel.
Es ging ihm also gar nicht um irgendeine, sondern um diese Frau.
Als er gemerkt hat, daß sie sich zum Aussteigen bereit macht, kann er sich spontan dazu entschieden haben, mit auszusteigen und mal sein Glück zu versuchen.
Wenn er dazu eine andere Tür nutzte, wird das noch nicht mal wem aufgefallen sein ("andere Fahrgäste können sich an keine Begleitung erinnern").

Anschließend kann´s schon direkt losgegangen sein ("Wie heißt du?" "Wo wohnst du?" Kann ich dich noch auf ein Bier einladen ?")

Zu erwartende Reaktion des Mädchens bei Desinteresse oder gar Unbehagen : den Typ nicht beachten und schneller Gehen ("He! Hörst du mir überhaupt zu?"), oder freundlich negieren ( Freundlichkeit kann weiter anspornen : "Wenn Frauen NEIN sagen, aber freundlich bleiben, ist das doch eigentlich ein JA, oder?") , oder, je nach Selbstbewußtsein auch eine klare Ansage ("Glaubst du, ich laß mich mit so einem penetrantem Kerl wie dir ein?").

Jede dieser Reaktionen hätte dazu führen können, sich bei erstbester Gelegenheit mit Einsatz des Messers das Nehmen zu wollen , was einvernehmlich nicht möglich schien.

Die mißglückte Anmache kann man sich auch wegdenken, vielleicht ist er direkt in der Absicht hinterher, um sie anzugreifen, hat aber nicht mit Gegenwehr gerechnet.


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16.10.2026 um 10:01
Interessanter Artikel auch hier.


Ein Triebtäter der sein Opfer vom sehen her kannte und sie dann in der U-Bahn verfolgte. Dann Vergewaltigung und Erstechen (das Liebesgeständnis halte ich für erfunden um ggf. auf Totschlag zu plädieren, spielt hier aber eh keine Rolle) :
Wie der Angeklagte im Ermittlungsverfahren aussagte, kam der gebürtige Lübbecker (Westfalen) im Frühjahr 1991 nach München und arbeitete als Fräser bei einer großen Firma. Etwa zwei Wochen vor der Tat lernte er die Irin im Biergarten am Chinesischen Turm kennen, wo Sinèad O`Neill als Maßkrug-Einsammlerin jobbte. Rene L. verliebte sich in die junge Frau. Am Tattag ging der Mann in ein Pub in Schwabing, wo er auf Sinèad O`Neill traf. Wie er wusste, feierte die Irin dort regelmäßig. Als die 20-Jährige mit der letzten U-Bahn zu ihrem Zeltplatz auf dem Campingplatz Thalkirchen fuhr, folgte er ihr nach eigenen Angaben. Er sprach sie an, begleitete sie ein Stück und gestand ihr seine Liebe. Als Sinèad O`Neill seine Gefühle nicht erwiderte, habe er durchgedreht, die Frau vergewaltigt und sie erstochen, weil diese sich wehrte und schrie.
Quelle: https://www.merkur.de/lokales/einer-jungen-frau-wird-nach-jahren-gesuehnt-235749.html

Im Zusammenhang mit Anja auch interessant diese Passage:
Nach seiner Festnahme gestand der 38-Jährige zudem, am 9. September 1995 Tina R. in Bremen vergewaltigt zu haben. Auch diese junge Frau soll er während der Tat geschlagen und gewürgt haben.
Quelle: Ebenda


WENN man ein Zusammenhang der Fälle Sibylle und Anja sieht, dann ist das verbindende Element für mich die örtliche Nähe und das verfolgen mit der Strassenbahn und dann das agieren in kurzer Entfernung von der Haltestelle. In München/Bremen haben wir einen Täter der bei einer Vergewaltigung gewürgt und geschlagen hat (ob er auch da zuvor seine Liebe gestanden haben will sei mal dahingestellt ) und bei einer anderen Tat hat er nach der Vergewaltigung zugestochen.

Über den Bremer FAll ist nicht viel bekannt (Strassenbahn?), vielleicht überlebte das Opfer weil sie den Täter NICHT vom sehen kannte , im Gegensatz zu Sinead. Bei ihr liegt die Verdeckunsabsicht ja auf der Hand. Wie man sieht, führen andere Gegebenheiten bei solchen Tätern zu anderen modi operandi. Und ich denke, dass das Muster zuerst zu würgen ( auch um das Opfer zum Schweigen zu bringen) und dann zuzustechen (weil es eskaliert oder zur Verdeckung) relativ häufig vorkommt.

Ich frage mich gerade WIE valide die Erinnerungen des Gassigehers bei Anja waren. Wäre es möglich dass der einen Streti zwischen EINER männlichen Person und Anja gehört hatte und sich einfach täuschte? Frau MV hörte ja nur einen Schrei und ob die Beobachtungen von 2 Jugendlichen an der OZ überhaupt tatrelevant sind, ist ja auch fraglich. Oder übersehe ich noch etwas was für 2 Täter sprach?


Edit: Jahre später, die OFA sah doch einen "positiv besetzen Täter", oder gingen die auch von 2 aus ?


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

16.10.2026 um 10:20
Nachtrag: Die KI behauptet Züge und U-Bahnen seien beliebte "Auswahlorte" bzw "Selektionsräume" um Opfer auszuwählen um diese dann später an einsameren Orten anzugreifen.
In der Kriminologie und Kriminalpsychologie beschreibt der Begriff „Auswahlort“ (oft auch als Suchfeld oder Selektionsraum bezeichnet) eine Umgebung, die von Tätern gezielt genutzt wird, um potenzielle Opfer auszukundschaften, zu bewerten und auszuwählen. Öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, U-Bahnen und Bahnhöfe gehören aus Tätersicht zu den effektivsten Auswahlorten überhaupt.
Das Phänomen basiert auf spezifischen Verhaltensmustern und strukturellen Bedingungen:

1. Das Prinzip des „Zwangskorridors“

Bahnhöfe und Züge zwingen Menschen auf engem Raum zusammen. Für Täter bietet dies ideale Bedingungen, da Opfer sich im Zug nicht einfach entfernen können. Täter nutzen diese Zeit für eine unauffällige Verhaltensbeobachtung. Sie analysieren potenzielle Opfer anhand bestimmter Kriterien:
• Ablenkung: Wer ist durch ein Smartphone, Kopfhörer oder Alkoholeinfluss unaufmerksam?
• Körpersprache: Wer wirkt unsicher, orientierungslos oder ängstlich?
• Isolation: Wer reist allein und hat keine Begleitperson, die eingreifen könnte?

2. Die Asymmetrie der Aufmerksamkeit

In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in modernen Gesellschaften das Prinzip der „höflichen Unaufmerksamkeit“ (Civil Inattention): Fahrgäste vermeiden bewusst intensiven Blickkontakt, um die Privatsphäre anderer zu respektieren. Täter nutzen diesen Umstand aus. Sie können Passagiere intensiv fixieren oder sich ihnen physisch nähern, ohne dass dies von Dritten sofort als Bedrohung wahrgenommen oder gemeldet wird.

3. Phasenverschiebung: Auswahl vs. Tatausführung

Kriminologische Analysen zeigen, dass Täter an Auswahlorten wie Zügen eine klare Trennung zwischen zwei Phasen vornehmen:
1. Die Anbahnungs- und Auswahlphase (Öffentlichkeit): Hier wird das Opfer ausgewählt und fixiert. Manchmal erfolgt eine erste Kontaktaufnahme (Antanzen, Ansprechen, leichtes Bedrängen), um die Reaktion des Opfers zu testen (ob es sich wehrt, flüchtet oder einschüchtern lässt).
2. Die Vollendungsphase (Isolation): Aufgrund der Videoüberwachung und Zeugenpräsenz im Zug wird die eigentliche Tat (wie Raub oder sexuelle Gewalt) fast immer in die Peripherie verlagert. Der Täter folgt dem Opfer beim Aussteigen und wartet auf den Moment, in dem die soziale Kontrolle abreißt – etwa in schlecht beleuchteten Unterführungen, Aufzügen oder auf dem darauffolgenden Heimweg.
Quelle: Google Gemini


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