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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

3.819 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Ungelöst, Aktenzeichen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

16.10.2026 um 23:02
Zitat von aliM.aliM. schrieb:Edit: Jahre später, die OFA sah doch einen "positiv besetzen Täter", oder gingen die auch von 2 aus ?
Nein, die gingen wohl von einem Einzeltäter aus.
Vor drei Jahren haben sich Spezialisten nochmals durch mehr als 90 Ordner gekämpft und eine operative Fallanalyse gemacht, wie das im Jargon der Kriminalisten heißt. Sie haben ein Täterprofil erstellt und eine Hypothese erarbeitet. Danach war der Täter nicht unter 30 Jahre alt, verfügte über intime Kenntnisse der
Kleingartenanlage, war im Muckensturm mit der Örtlichkeit vertraut und kannte Anja so gut, dass er für sie „positiv besetzt“ war
Quelle: https://web.archive.org/web/20120529203308/http://content.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/626/mordfaelle.pdf

Der Grund für diese Theorie war meiner Erinnerung nach die Vermutung, daß sie den Verbindungswegweg nicht allein gegangen wäre, wenn sie nicht eine "vertraute Begleitung" gehabt hätte.

Nun hat diese OFA im Jahr 2002 stattgefunden , also "nur" 15 Jahre nach dem Mord, aber fast 25 Jahre vom Jetzt entfernt.
Vielleicht hat sich in diesen 25 Jahren auch wieder was in der Betrachtungsweise geändert, denn die Aussage, daß sie lediglich wegen eines Verbots der Eltern nicht alleine hoch gegangen wäre, ist spekulativ und kann nicht in Stein gemeißelt sein.

kannte Anja so gut, dass er für sie „positiv besetzt“ war
Man kann auch "postiv besetzt" sein, ohne jemanden gut zu kennen .
Leute aus helfenden Berufen wie Ärzte, Feuerwehrmänner, Polizisten, Sanitäter, aber z.B. auch Lehrer, Pfarrer sind schon von Berufswegen "positiv besetzt".

Danach war der Täter nicht unter 30 Jahre alt
Hier ging es wohl das planende Nachtatverhalten (z.B. Graben und Bewässern), das man jüngeren nicht zugetraut hat, analog zum Cleaner bei der "Zwei-Jugendliche"- Theorie.
Öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, U-Bahnen und Bahnhöfe gehören aus Tätersicht zu den effektivsten Auswahlorten überhaupt.
Das Phänomen basiert auf spezifischen Verhaltensmustern und strukturellen Bedingungen:

1. Das Prinzip des „Zwangskorridors“

Bahnhöfe und Züge zwingen Menschen auf engem Raum zusammen. Für Täter bietet dies ideale Bedingungen, da Opfer sich im Zug nicht einfach entfernen können. Täter nutzen diese Zeit für eine unauffällige Verhaltensbeobachtung. Sie analysieren potenzielle Opfer anhand bestimmter Kriterien:
• Ablenkung: Wer ist durch ein Smartphone, Kopfhörer oder Alkoholeinfluss unaufmerksam?
• Körpersprache: Wer wirkt unsicher, orientierungslos oder ängstlich?
• Isolation: Wer reist allein und hat keine Begleitperson, die eingreifen könnte?
@aliM.
Gut recherchiert, Respekt.
Ich komme mittlerweile immer mehr von der persönlichen Theorie des entgegenkommenden Täters (z.B. von der Vereinsheim-Feier) ab und denke auch, daß beide in der Bahn waren, wobei die Kontaktaufnahme zu Sibylle wohl erst nach dem Ausstieg erfolgte.
Zitat von aliM.aliM. schrieb:WENN man ein Zusammenhang der Fälle Sibylle und Anja sieht, dann ist das verbindende Element für mich die örtliche Nähe und das verfolgen mit der Strassenbahn und dann das agieren in kurzer Entfernung von der Haltestelle.
Dazu haben beide eine Verbindung zur Kirche. Sibylle war die Tochter eines Pfarrers, Anja verkehrte regelmäßig in der Luther-Gemeinde (Konfi-Abende).
Zitat von aliM.aliM. schrieb:im Gegensatz zu Sinead. Bei ihr liegt die Verdeckunsabsicht ja auf der Hand.
Ich habe diesen Fall damals auch ein wenig verfolgt.
Der Täter hatte an jenem Abend Kontakt zu Sinead gesucht, um ihr seine Liebe zu gestehen, nicht mit dem Plan, sie zu vergewaltigen.
Ausgetickt ist er wohl erst, als er erfuhr, daß sie seine Gefühle nicht erwidert.
MMn war das Motiv weniger Verdeckungsabsicht, sondern das nicht Umgehenkönnen mit einer Zurückweisung.
Womit wir wieder beim Thema hier wären, denn das ist das schon von mehreren Usern geäußerte, mögliche Motiv, falls es in den Jahren 83 und 87 einen Stuttgarter Doppelmörder gegeben haben sollte.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

gestern um 19:42
@JestersTear

Ich nehme an das beruht auf Aussagen des Täters? Ich bin da regelmäßig sehr skeptisch, diese Typen erzählen alles um weniger schlecht dazustehen. Ich war ja soooo verliebt und konnte mit der sooo gemeinen zurückweisung nicht umgehen, hört sich halt besser an als "ich war nun mal geil und auf macht und Gewalt steh ich sowieso....".

Aber das sei mal dahingestellt, ich halte jedenfalls den Verfolger aus der Strassenbahn bei Sibylle auch für die wahrscheinliche variante. Und vielleicht war es tatsächlich ein psycho der regelmäßig die Linien 2 und 14 nutzte und nach Mädchen ausschau hielt die sein Typ waren. Hatten wir hier im thread mal sexualdelikte in canstatt und Umgebung gesammelt?


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

gestern um 21:11
Zitat von aliM.aliM. schrieb:@JestersTear

Ich nehme an das beruht auf Aussagen des Täters?
Das beruht auf deinem Link :-)
Rene L. verliebte sich in die junge Frau. Am Tattag ging der Mann in ein Pub in Schwabing, wo er auf Sinèad O`Neill traf. Wie er wusste, feierte die Irin dort regelmäßig. Als die 20-Jährige mit der letzten U-Bahn zu ihrem Zeltplatz auf dem Campingplatz Thalkirchen fuhr, folgte er ihr nach eigenen Angaben. Er sprach sie an, begleitete sie ein Stück und gestand ihr seine Liebe.
Quelle: https://www.merkur.de/lokales/einer-jungen-frau-wird-nach-jahren-gesuehnt-235749.html
Zitat von aliM.aliM. schrieb:Und vielleicht war es tatsächlich ein psycho der regelmäßig die Linien 2 und 14 nutzte und nach Mädchen ausschau hielt die sein Typ waren.
Ich sehe wie einige andere hier auch die Möglichkeit, daß die beiden Morde von ein und demselben (jungen) Typen begangen wurden, allerdings sollten wir das erst mal nicht als gegeben voraussetzen.
Die Wahrscheinlichkeit würde ich vielleicht auf maximal 50% beziffern, eher weniger als mehr.
Zitat von aliM.aliM. schrieb:Hatten wir hier im thread mal sexualdelikte in canstatt und Umgebung gesammelt?
Ich würde den Verantwortlichen beider Morde, wenn es ihn tatsächlich geben sollte, weniger als Kerl sehen, der bewusst in Bahnen Ausschau hielt und weitere Sexualdelikte beging, sondern eher als den Typ Nerd, der wie Sineads Mörder ausrasten konnte, wenn er von einer Frau von "Wolke Sieben" auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.
Vielleicht konnte er nach Anja tatsächlich eine Beziehung eingehen und ist dann (in Anführungzeichen!) "lediglich" noch durch Dinge wie häusliche Gewalt auffällig geworden.

Wenn die Taten nichts miteinander zu tun haben sollten, glaube ich, daß der Täter aus dem Jahr 1983 Sibylle zufällig in der Bahn sah und sich das so entwickelte wie erst kürzlich besprochen.

Auch bei Anja vermute ich eher an eine zufällige Begegnung, in etwa mit folgendem Ablauf:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 04.05.2025:Aber was hätte das Ziel dieser Anmache sein sollen?
Salopp gesagt, ein Dreier unter Minderjährigen im Freien an einem ungemütlichen Märzabend?
Eher nicht.

Wahrscheinlich doch eher sowas wie " Na, wer kommt denn da? Wenn du hier durch willst, Süße, kostet das ein Bussi Gebühr..", irgend sowas Doofes in dieser Art. Wahrscheinlich wollte sich das Mädchen dann vorbei drängen und die Typen ihren Wegezoll einfordern.



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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

um 10:22
Zitat von aliM.aliM. schrieb:Oder übersehe ich noch etwas was für 2 Täter sprach?
Noch kurz was dazu: hatte vor Jahren auch schon mal die Möglichkeit in den Raum geworfen, daß sich die Zahl "Zwei" verselbstständigt haben könnte, nachdem sie durch die Berichterstattung erst ins Bewußtsein der Öffentlichkeit eingepflanzt worden ist.

Zwei junge Männer sollen beim Verteilen der Kleidung auf dem Schmiedener Feld beobachtet worden sein, zwei beim Faxen-machen am unteren Ende der Treppe kurz vor´m Eintreffen der Bahn, in der wahrscheinlich Anja saß, der Mann mit Hund will die Stimmen zweier männlicher Jugendlicher wahrgenommen haben...

Zumindest theoretisch besteht die Möglichkeit, daß die entscheidende Beobachtung, in der nur eine Person eine Rolle spielte, deswegen vom Beobachter als nicht wichtig erachtet und nie mitgeteilt wurde, oder tief in den Akten verschwunden ist.

Laut berühmten "Rasiermesser" ist mMn dann aber doch die Wahrscheinlichkeit am größten, daß es tatsächlich auch Zwei gewesen sind.


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