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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

11.102 Beiträge, Schlüsselwörter: Feuer, Ungeklärt, Brand, Nürnberg, Doppelmord, Taxi, Raubmord, Wohnmobil, Geige, Tokarev, Juni 1997 + 18 weitere +
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Themen-Wiki: Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

04.09.2020 um 12:24
Zitat von SteamedHams
SteamedHams
schrieb:
Hätte der Täter es von vorherein auf den Tod des Ehepaares abgesehen, hätten es doch 2 platzierte Kopfschüsse auch getan.Er aber ballert in Wild-West-Manier dort herum. Auch auf die Gefahr hin dass eine schnelle Schussabfolge ggf. von Anrainern eindeutig nicht als Jagd-Geräusche wahrgenommen werden könnten.
Ich glaube insoweit dürfte Einigkeit bestehen.

Ich meine trotz aller bedenken weiter, dass der Täter nicht geplant hat, seine Identität durch einen Taxiwechsel zu schützen. Aus meiner Sicht wollte der Täter von Anfang an zum Nürnberger HBF um dort etwas zu erledigen oder sich mit jemandem zu treffen. Ich halte daran fest, dass der beabsichtigte Erwerb von Drogen hier ein ernsthaftes Motiv sein könnte. Hier wollte der Mann mit dem Camper fahren und sich danach in Ruhe um das Abfackeln zu kümmern. Dadurch, dass der Sprit zu neige ging, konnte der Täter nicht mehr zum HBF Fahren. Der Täter könnte zu spät bemerkt haben, dass der Sprit zu neige geht. Noch wahrscheinlich ist indes, dass der Täter schlichtweg eine Betankung unbedingt vermeiden wollte, weil er riskiert hätte dort gefilmt zu werden. Er änderte den Plan und zog das Abfackeln vor. Er wollte dennoch unbedingt daran festhalten, an den HBF zu gelangen, weshalb er das Taxi nahm. Die Person, die er treffen wollte, war aber nicht mehr vor Ort, weil sich bei dem Täter durch den ungeplanten Stopp alles verzögert hatte. Dann fuhr er mit dem Taxi zurück.
Zitat von Jomiko
Jomiko
schrieb:
Dein Drogengedanke ist nicht zu Ende gedacht denn er hatte ja Deiner Meinung schon welche intus, oder? Woher hatte er dann die? Und wie kam er ins Hölzl? Wäre es da nicht normal wenn er wieder mit seinem eigenen Gefährt dahin fahren würde um Nachschub zu holen, ohne gestohlenes Wohnmobil mit 2 Leichen drin. Und noch was. In dieser Zeit war in Traunreut und Salzburg alles zu bekommen was das Herz begehrte, auch Waffen! Hatte mal nen sehr guten Freund der leider in dieses Milieu abgerutscht ist!
Na, die hatte er gekauft ;-). Am Hölzl kam er zufällig vorbei, sah den Camper und witterte leichte Beute. Wie gesagt, den Camper zu nehmen bietet einfach den Vorteil, dass er den Tatort verlegt und gleichzeitig einen fahrbaren Untersatz hat. Sicher hat man auch anderswo was bekommen. Aber in Nürnberg kannte er halt jemanden und musste sich nicht vor Ort rumschlagen. Außerdem böte sich so der Vorteil, dass er aufgrund der Devisen heimisch eher aufgefallen wäre und eine Verbindung zu dem Mord hergestellt hätte werden können.

Ich glaube nicht, dass der Mann mit einem PKW kam. Vielleicht trampte er und sah den Camper dabei. Oder er fuhr Rad.



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11.09.2020 um 02:01
Zitat von mattschwarz
mattschwarz
schrieb am 03.09.2020:
ich glaube kaum, dass eine Tankstelle fremde Währungen akzeptiert
Das würde ich so nicht pauschalisieren.

Ich bin in meiner Kindheit bzw. Jugend häufig in Ungarn im Urlaub gewesen.

Anfangs sind wir zusammen mit einer befreundeten Familie dort hingefahren.

Aufgrund des Verbrauchs von deren Fahrzeug mussten sie immer einmal in Österreich tanken. Zumindest an Autobahnraststätten waren keine Schillinge nötig, die haben auch D-Mark akzeptiert, wobei man natürlich immer Schilling zurückbekommen hat.

Auch an Tankstellen in Schweden oder Dänemark brauchte ich keine Kronen, Euros gingen auch. Rückgeld dann jeweils in dänischen- oder schwedischen Kronen.

Ich denke, dass das an Autobahntankstellen in Deutschland auch so möglich gewesen sein sollte.

Mitlerweile scheint das anders zu sein bzw. man möchte es eigentlich nicht mehr.

Meine Cousine war vor einem Monat hier. Als sie Tanken war, wollte man ihre schweizer Franken nicht haben und hat die Bezahlung mit Kreditkarte vorgezogen.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

14.09.2020 um 09:33
Ich lese seit einiger Zeit hier mit, habe aber zugegebenermaßen nicht wirklich alles gelesen. Ich hoffe ein kleines, wenn auch wahrscheinlich völlig unbedeutendes, Puzzlestück hinzufügen zu können.
Mich hat nämlich gewurmt, dass das Bild mit dem Camper (übrigens heißt das Modell "James Cook"1) nicht "Thomas Cook" wie im Wiki steht) noch nicht korrekt zugeordnet werden konnte. Ich meines dieses Bild (gerade gerückt, weil extrem schief und mit Markierungen die unten aufgegriffen werden):

WohnmobilLangendonkAnnotatedOriginal anzeigen (0,2 MB)

Ausschließen kann man direkt die hier mehrfach genannte Wankbahn: Es gibt dort keinen möglichen Blickpunkt von wo man den linken Innenrand einer Linkskurve anschneiden kann und sich die Fahrbahn links aus dem Bild "dreht".
Ebenso auschließen, wenn auch nicht ganz so offensichtlich, würde ich den Campingplatz Rödlgries am Chiemsee (ich denke gemeint waren hier die beiden parallelen Fahrbahnen die südl. um den Platz führen, das ist jedenfalls das einzige was in Frage käme): Auf dem ganzen Platz gibt es aber wohl keine Terrassierung - der Bereich scheint pottenflach zu sein. Auf der Außenbahn kann man nicht den Camper abstellen (die Straße gehört nicht zum Platz), die Innenbahn, wo der Fotograf gestanden haben müsste ist zu schmal, ist nicht befestigt. Scheidet also aus...

Lange habe ich auf das Bild gestarrt (schon weiße Mäuse gesehen), mit Google-Earth (Pro) historische Luftbilder (meist von 2000-2002) von Parkplätzen, WoMo-Stellplätzen, Campingplätzen, Seilbahnen, etc. entlang der Strecke und eigentl. ganz Süd-Bayern gesichtet. Wollte das schon aufgeben, da hab' ich's nochmal mit einer simplen Bildersuche nach Camper-Stellplätzen versucht und zwar ohne weitere Einschränkungen. Und fand dabei etwas, das ich für einen wirklich ganz heißen Kandidaten halte:

Parkplatz Badenweiler-Süd
https://www.mein-thermen-stellplatz.de/wohnmobil-parkplatz-sued-badenweiler
https://www.badische-zeitung.de/zehn-stellplaetze-fuer-wohnmobile--128712740.html

  • (Links-)kurve
  • terrassiert nach rechts abfallend
  • rechts parallel eine tiefere Ebene
  • der endende Parkstreifen rechts neben der Fahrspur
  • die im Original andeutungsweise erkennbare gepflasterte Abflussrinne
  • die rel. stark gewölbte Fahrspur, was zu den im Original erkennbaren Schattierungen passt und dazu dass die Fahrspur im Vergleich zum Parkstreifen daneben hinten (wo man seitlicher draufschaut) so viel schmaler wirkt als vorne (wo man in Längsrichtung draufschaut)
  • Unten noch Häuser und die Straße, so dass der auffällige helle Fleck unter dem Nadelbaum sehr gut eine Reflektion einer Auto- oder Fensterscheibe sein kann

  • Bäume allerdings deutlich größer - in 23 Jahren kann ein Laubbaum aber z.B. von knapp 5m auf gut 10m wachsen2); typische Nadelbäume eher noch mehr



Und wie es der Zufall so will ist das für mich gerade in erreichbarer Nähe und so war ich am Mittwoch mal dort (im Rahmen einer ausgedehnten Feierabendrunde). Und wie es Murphy so will war der relevante Teil so mit vier Wohnmobilen zugestellt, dass ich keine wirklich guten Vergleichsbilder schießen konnte:

BadenweilerSuedCamperStellplatzMy01sOriginal anzeigen (0,2 MB)
BadenweilerSuedCamperStellplatzMy02sOriginal anzeigen (0,2 MB)

Was sich allerdings ergibt:
  • Meine Bilder sind aus einer Höhe von etwa 160cm aufgenommen worden. Das Original offensichtlich aus einer deutl. größeren Höhe. Eine ganz wilde und nicht sehr solide Rechnung aus dem Streckungsverhältnis der beiden Bilder (das gut 1,5-fache) ergibt eine Höhe von ca. 240cm (eher etwas mehr), aber ich will da nochmal bei freier Sicht bessere Vergleichsbilder aus versch. Höhen machen.
  • Lichteinfall ist offensichtlich von rechts (wenn auch nur diffus) - s. schwache Schatten insbes. unter dem Camper. Das kann so nur rel. kurz vor Sonnenuntergang der Fall sein3) (was aber zu einer direkten Anfahrt aus Delden von 7-8 Stunden reiner Fahrzeit passen würde4))


Unterschiede:
  • Es fehlt heutzutage der Nadelbaum links der Bildmitte, der bis zum oberen Bildrand reicht (im Bild und der Karte unten mit "Tanne" gekennzeichnet).
  • Außerdem scheint im Original der linke Kurvenrand ein Bordstein zu sein, wo heute aber ein zweiter Parkstreifen links der Fahrspur liegt (schraffierter Bereich in der Karte unten). Da ausgerechnet in dem Bereich die neuesten Luftbilder erst aus 2009 sind, lässt sich das so nicht überprüfen.

Grundsätzlich halte ich das Fällen eines Baumes und die Erweiterung des Parkraums für gut möglich.

Hier nochmal ein Überblicksbild5):
BadenweilerSuedMapOriginal anzeigen (0,6 MB)

Ich werde da demnächst nochmal vorbeischauen und hoffe dann freies Sichtfeld zu haben um möglichst genau die Parameter des Originalbildes abzubilden (anbgesehen von der Tageszeit natürlich). Wenn sich das dann gut aufeinander Abbilden lässt (Fahrspur, Parkstreifen, noch vorhandene Bäume) würde ich den Ort als erwiesen ansehen - bis dahin bleibt für mich eine kleine Restunsicherheit.

Offene Fragen, die sich für mich daraus ergeben (wenn auch wahrscheinlich ohne Belang, aber der Vollständigkeit halber):
  • Warum fuhr man dort lang?
    • Die Route von Freiburg/Basel noch Osten zum Bodensee ist sicher nicht die schnellste und müsste dann schon Teil des Urlaubs und nicht nur der Anreise gewesen sein.
    • Oder war man noch woanders? Wegen der evtl. mitgeführten Francs evtl. in Frankreich? Die Fahrt Delden-Badenweiler kann auch über Frankreich erfolgt sein.

  • Warum machte man dieses Foto?
    • Weil man da ganz alleine war?
    • Oder ist das gar nicht ihr WoMo, sondern ein baugleiches, was dort zufällig stand? Ich fahre ein rel. seltenes Auto und habe auch schon solche Bilder gemacht (dann allerdings mit beiden Fahrzeugen drauf). Wenn das Foto aus dem eigenen WoMo gemacht wurde erklärt das evtl. die geschätzte Aufnahmehöhe von ~2,5m (allerdings ist die Fahrerkabine zu tief und das Dach mit 3m zu hoch, wenn man nicht flach darauf liegt).
    • Evtl. fotografierte man auch das Abendrot. Was erklären könnte warum dafür eine erhöhte Position eingenommen wurde (wie auch immer). Auf dem Vox-Screenshot ist dafür ein bisschen wenig Himmel, aber das Foto ist vermutlich beschnitten da es eigentl. zu breitformatig für eine normale Kleinbildkamera ist. Allerdings ist dann auch die Aufnahmerichtung nicht wirklich plausibel.



So, ich hoffe ich habe meine Erkenntnisse bzgl. dieses Fotos, der wahrscheinlichen Bedeutungslosigkeit angemessen, umfassend genug beleuchtet :-)

1) Mercedes-Benz "James Cook" mit genauen Maßen (LxBxH: 5235/1975/2970mm) und Verbrauch (14l/100km bei 70l Tankinhalt) https://www.autobild.de/artikel/mercedes-james-cook-309-d-wohnmobil-test-15979179.html
2) https://www.neukoellner.net/alltag/vom-altern-der-baeume-in-der-stadt/ (s. unterste Grafik)
3) https://www.timeanddate.de/sonne/@6555731?monat=6&year=1997
4) https://www.viamichelin.com/ mit Option "Wohnwagen" (um die Geschw. zu begrenzen)
5) 46° Öffnungswinkel entspricht einem Normalobjektiv mit 50mm Brennweite https://www.foto-kurs.com/objektiv-digitalkamera.htm



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

14.09.2020 um 10:37
@cyclic
Danke, gute und interessante Recherche.

Ich schließe Wankbahn und Rödlgries auch schon von vornherein aus.

Werde mir das mal genauer anschauen.
Aber die Reiseroute macht durchaus Sinn, ist keineswegs so auszuschließen, nach meinem empfinden.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

14.09.2020 um 11:58
In meinen Augen zu 100% nicht der Originalplatz. Aus einem etwa 3-4m abfallenden Grünstreifen(mit der Womobreite verglichen) sind es jetzt gut und gern 10m! Oder sehe ich das falsch? Wobei meine Theorie mit Rödlgries auch nicht zu 100% passt, aber da haben mir Dauercamper gesagt dass da mal vor ein paar Jahren was umgegraben wurde.
Screenshot 20200914-111309 EarthOriginal anzeigen (1,3 MB)



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

14.09.2020 um 12:08
Laut der Aussage der Kellnerin sollten sie an der Hauptstrasse nach rechts abbiegen um nach Reit im Winkl zu gelangen. Das heisst dann dass die Wirtschaft zu Schlossberg auf der Seite des Schlosses war, direkt neben dem Märchenpark und der Bergbahntalstation die alle drei so ähnlich angelegte Parkplätze haben!



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14.09.2020 um 13:38
Zitat von Jomiko
Jomiko
schrieb:
Aus einem etwa 3-4m abfallenden Grünstreifen(mit der Womobreite verglichen) sind es jetzt gut und gern 10m! Oder sehe ich das falsch?
Ja das siehst du deshalb falsch weil die Böschung zur unteren Ebene ja deutlich abfällt. Wenn man in der Mitte einer 5m breiten Spur steht (dürfte ungefähr hinkommen, siehe Links in meinem Beitrag) und z.B. aus 2,50m Höhe eine Aufnahme macht (was momentan noch eine sicher ungenaue Schätzung von mir ist), dann sieht man die Böschung bei einem Böschungswinkel von 45° und mehr ja logischer Weise überhaupt nicht. Bei flacheren Böschungswinkeln wird sie dann sichtbar, aber erst bei 0° (also flach) erscheint sie in voller Breite (in Relation zu anderen Dingen wie dem WoMo). Aber ich werde wie gesagt nochmal versuchen bessere Vergleichsbilder zu machen, in der Hoffnung, dass in ein paar Wochen dort weniger los ist.
Zitat von Jomiko
Jomiko
schrieb:
Wobei meine Theorie mit Rödlgries auch nicht zu 100% passt, aber da haben mir Dauercamper gesagt dass da mal vor ein paar Jahren was umgegraben wurde.
Sah aber 2002 schon sehr ähnlich aus. Zeig dochmal genau von welchem Standort und in welcher Richtung das Foto deiner Ansicht nach entstanden sein könnte. Mindestens braucht man eine Linkskurve mit rechts daneben parallel verlaufender zweiter Bahn mit Bäumen dazwischen. Das ist aus meiner Sicht auf dem Platz Rödelgris nur an dem von mir hier markierten Bereich möglich. Das fällt dann aber aus den zuvor genannten Gründen raus (zu flach, zu schmale Spuren und in dem Fall ist dann tatsächlich auch der Grünstreifen zu breit, da es dort ja flach ist :-))

RoedlgrisMapOriginal anzeigen (0,4 MB)
(Google Earth Pro Aufnahme Campingplatz Rödelgris von 2002)



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14.09.2020 um 13:57
@cyclic

Finde deine Bilder sehr interessant. Wirklich gut recherchiert.
Noch das, was meiner Auffassung nach dem diskutierten Bild am nächsten kommt.
Und das Foto muss ja nicht aus der Chiemgau Reise sein.



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14.09.2020 um 15:05
@cyclic
Dein Aspekt mit dem Wohnmobil-Parkplatz Süd in Badenweiler (Cassiopeia-Therme) scheint schlüssig.
Kürzeste Anreise heute (laut Google.maps) von Delden direkt nach Badenweiler beträgt 6,5 Stunden.
Die Therme wurde laut eigener Webseite 1994 modernisiert.

Was aber spricht gegen einen "automobilen" Besuch im Elsass?
Da gibt es in Molsheim bei Straßburg mit Bugatti und Mercedes-Benz Custom Tailored Trucks (Standort wurde laut MB 1967 gegründet und seit 1991 werden Lkw-Umrüstungen im Auftrag vom Werk Wörth durchgeführt) zwei scheinbar interessante Anlaufziele für den pensionierten Bremsenhändler. Könnte er durchaus besucht haben, mit Anreise aus Delden am Vortag?

Da wäre außerdem das Museum der Brüder Schlumpf "Cité de l'Automobile" in Müllhausen, Elsass, es soll das größte Automobilmuseum der Welt sein. (25.000 m2 Austellungsfläche mit über 550 Exponaten; nur 33 km von Badenweiler inkl. Rheinquerung entfernt, laut Google.maps). Weitere nicht-automobile Punkte wären Colmar und die pittoresken Ort der elsässischen Weinstraße, wie bspw. Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé und weitere.

Da aber Badenweiler südlich von Freiburg/Breisgau liegt, wäre eine mögliche Weiterfahrt von Badenweiler über Basel eine große Option gewesen. Mögliche touristische Ziele: Rheinfelden, Rheinfall in Schaffhausen, Stein am Rhein, Konstanz. Es sei denn, man wollte sich die Maut in der Schweiz ersparen und tingelte über das deutsche Straßennetz Richtung Bodensee und Chiemgau?



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

14.09.2020 um 16:10
@cyclic
Ich finde deine Recherche auch hervorragend und neige dazu, zu glauben, dass es wirklich der Platz in Badenweiler ist.
Danke schön!

Das Wiki werde ich ändern, es muss natürlich "James Cook" heißen.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

14.09.2020 um 18:25
@cyclic
toll, deine Recherche - da hast du dir wirklich viel Zeit genommen. Die Frage ist nun, ob es auf diesem Rastplatz nicht auch andere Urlauber zu der Zeit gab, die eventuell Kontakt mit dem Ehepaar hatten.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

15.09.2020 um 09:56
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
toll, deine Recherche - da hast du dir wirklich viel Zeit genommen. Die Frage ist nun, ob es auf diesem Rastplatz nicht auch andere Urlauber zu der Zeit gab, die eventuell Kontakt mit dem Ehepaar hatten.
Gab es denn von Seiten der EBs irgendwann die Frage an die Bevölkerung, welche Route die Ls am Anfang ihre Reise bis zum Bodensee genommen haben bzw. auf welchen Plätzen sie evtl. übernachteten?



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

15.09.2020 um 12:33
Zitat von Momomo
Momomo
schrieb:
Gab es denn von Seiten der EBs irgendwann die Frage an die Bevölkerung, welche Route die Ls am Anfang ihre Reise bis zum Bodensee genommen haben bzw. auf welchen Plätzen sie evtl. übernachteten?
Ich glaube nicht, dass der Aufenthalt in Badenweiler hinsichtlich des Verbrechens von Bedeutung ist, auch @cyclic behauptet das nicht. Aber es ist ein weiteres Puzzleteil - und wer weiß, vielleicht ist es ja doch nicht völlig unbedeutend.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

15.09.2020 um 12:35
@cyclic
Danke für die Recherche!
Wenn man den Ort bei Google Maps sucht, erscheinen unter "Camperplaats" Fotos (aus der anderen Blickrichtung), auf denen auch ein Hang unterhalb der Gebäude erkennbar wird, wo der Fotograf L gestanden haben könnte. 3m den Hang rauf Richtung Blauenstrasse.
Bei falk schauts so aus, als gäbe es 3 "Parkebenen"? Könnte der Fotograf nicht auch eine Ebene/Strasse weiter südlich deines lila markierten Bereiches gestanden haben?
Vor Ort schauts bestimmt anders aus als auf den Luftbildern, an denen ich mich orientiere.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

16.09.2020 um 08:59
@Momomo

Um das nochmal klarzustellen: Wie @Menedemos schon schrieb geht es nicht darum hier einen Zusammenhang mit dem Verbrechen zu konstruieren. Als ich mit der Suche anfing wusste ich natürlich nicht was ich finden würde. Eine Zuordnung zu einem Platz z.B. nord-östlich des Chiemsees hätte ja z.B. ganz unmittelbar eine Bedeutung gehabt. Sofern nun aber Badenweiler stimmt (für bewiesen halte ich es selbst noch nicht - s.a. unten) kann man dieses Foto im Gegenteil weitgehend aus der "Rechnung" herausnehmen (da örtl. und zeitl. vom Tatort/der Tat rel. weit entfernt), was ja auch eine Erkenntnis ist.
Ich will nicht die Gedankengänge derer bremsen, die sich fragen was man aus dem Foto noch alles ableiten kann (sofern in Badenweiler entstanden), aber wenn mir nicht was entscheidendes fehlt (was sein kann) wird das alles rein spekulativ bleiben müssen. Klar ist eigentlich nur, dass das nicht der schnellste Weg zum westl. Ende der Dt. Alpenstraße ist.

Kleiner Fun-Fact am Rande, dass der Ort in Google nun ausgerechnet von einem Holländer markiert wurde ("Camperplaats" = Wohnmobilstellplatz).
Zitat von Kuno426
Kuno426
schrieb:
Wenn man den Ort bei Google Maps sucht, erscheinen unter "Camperplaats" Fotos (aus der anderen Blickrichtung), auf denen auch ein Hang unterhalb der Gebäude erkennbar wird, wo der Fotograf L gestanden haben könnte. 3m den Hang rauf Richtung Blauenstrasse.
Bin nicht ganz Sicher was/wo du meinst, aber siehe dazu unten.
Zitat von Kuno426
Kuno426
schrieb:
Bei falk schauts so aus, als gäbe es 3 "Parkebenen"? Könnte der Fotograf nicht auch eine Ebene/Strasse weiter südlich deines lila markierten Bereiches gestanden haben?
Die untere Ebene und die obere fallen mMn als Fotostandort raus. Die obere hat die falsche Krümmung (Rechts- statt Linkskurve, wenn Hangseite links) und bei der unteren stünde das WoMo auf der Straße und das Ende der Parkspur ist zu weit von der Kurve entfernt. Aber ich schaue mir das vor Ort auch nochmal genauer an.
Hier nochmal ein Bild von schräg oben (in Google-Maps dem Tennisgelände zugeordnet):

BadenweilerSuedLuftbild1sOriginal anzeigen (0,2 MB)

Ich versuche gerade, bevor ich das nächste mal dahinjockle, den möglichst exakten Standpunkt für die Aufnahme zu ermitteln. Weniger um hier jemanden damit zu überzeugen, als mehr für mich, um vor Ort dann weniger herumprobieren zu müssen.
Dafür sehe ich zwei Ansätze:
  1. Habe ich den Platz (eigentl. nur die mittlere Ebene) in einem 3D-Tool (Blender) nachmodelliert.
  2. Wenn man zwei "Objekte" hat deren Größe man ungefähr kennt (mind. in Relation zueinander) und deren Orte auf der Karte man kennt, so kann man den Abstand zur Kamera ausrechnen1). Als "Objekte" können hier die Fahrbahnbreite (vorne und hinten am Ende der "Parkspur" gleich) und das WoMo dienen, wobei nur beim Ende der Parkspur rel. genau zu ermitteln ist wo genau sie auf der Karte liegt.

Gibt also beides nur ganz grobe Hausnummern, aber ich komme mit beiden Verfahren zu dem Ergebnis, dass die Kameraposition eher noch etwas näher (so 10-15m) an der Kurve liegt als in meiner ursprünglichen Karte eingezeichnet.
Die erste Methode (3D-Modell) zeigt aber auch, dass die unten im Orignal zu sehende perspektivische Verzerrung (linker und rechter Fahrbahnrand bzw. Abflussrinne sind von parallel ganz weit entfernt) nicht mit einer Aufnahmehöhe von 2,5m zusammenpasst, die aber für den hinteren Teil nötig ist. Es passt eigentlich nur, wenn die Fahrbahn vom Betrachter bis in die Kurve deutlich abfällt. Das ist mir vor Ort jedoch so nicht aufgefallen. In dem Bereich wurde mind. 2015 mal gearbeitet (s. Screenshot), jedoch spricht eine Abweichung natürlich erstmal gegen die korrekte Zuordnung. Kommt darauf an wie gut dann andere Details passen. Das klärt sich hoffentlich dann alles wenn ich bessere Fotos machen kann.

BadenweilerSuedMap2015
2015 (so sieht man es auch auf den "aktuellen" Bildern bei Bing (https://www.bing.com/maps/)

1) Angenommen Objekt A befindet sich in Entfernung x und ein identisches Objekt B in der doppelten Entfernung 2x, dann wird A auf dem Bild doppelt so groß wie B abgebildet. Geht man nun weiter zurück, so dass A in Entfernung 2x und B entspr. in 3x liegt, dann erscheint A nur noch 1/3 größer als B.



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16.09.2020 um 10:41
@cyclic

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich bin beeindruckt, welche Mühe sich Laienermittler machen und was sie nach Jahren noch herausfinden können.

Die EBs haben sich sicher jede Mühe gemacht um herauszufinden, welche Route genau die Ls genommen haben. Deshalb meine Frage, ob jemals nach der Zeit zwischen Abfahrt in den Niederlanden und Ankunft am Bodensee konkret gefragt wurde.
Zitat von cyclic
cyclic
schrieb:
Um das nochmal klarzustellen: Wie @Menedemos schon schrieb geht es nicht darum hier einen Zusammenhang mit dem Verbrechen zu konstruieren. Als ich mit der Suche anfing wusste ich natürlich nicht was ich finden würde. Eine Zuordnung zu einem Platz z.B. nord-östlich des Chiemsees hätte ja z.B. ganz unmittelbar eine Bedeutung gehabt. Sofern nun aber Badenweiler stimmt (für bewiesen halte ich es selbst noch nicht - s.a. unten) kann man dieses Foto im Gegenteil weitgehend aus der "Rechnung" herausnehmen (da örtl. und zeitl. vom Tatort/der Tat rel. weit entfernt), was ja auch eine Erkenntnis ist.
Ich denke, dass in diesem Mordfall alles von Bedeutung sein kann. Sowohl etwas, das bereits in den Niederlanden seinen Ursprung hatte als auch etwas, dass sich am Westen Deutschlands anbahnte und im Hölzl zum Mord führte.



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16.09.2020 um 12:27
Zitat von cyclic
cyclic
schrieb:
Kleiner Fun-Fact am Rande, dass der Ort in Google nun ausgerechnet von einem Holländer markiert wurde ("Camperplaats" = Wohnmobilstellplatz).
Muss kein reiner Zufall sein, möglicherweise ist der Platz ja in niederländischen Campingführern als besonders empfehlenswert markiert, so dass schon die Langendonks den Platz aus diesem Grund ansteuerten. Und da Reiseführer bekanntlich oft einfach nur voneinander abschreiben oder weil er seit vielen Jahren durch die Empfehlung bei Holländern beliebt ist, könnte es sein, dass der Platz bis heute als für Holländer attraktiv ausgewiesen wird.



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16.09.2020 um 17:54
@cyclic
Zum vermeintlichen Foto Parkplatz im südbadischen Badenweiler:

Die Fotoabzüge stammen ja aus der Filmrolle, die der Täter in Altenfurt aus der Kamera von Harry Langendonk nahm und das Filmmaterial scheinbar teilweise aus der Rolle zog. Die letzten Fotos waren dadurch total überbelichtet, der Filmanfang scheinbar nicht!
Da der Film werkseitig durchnummeriert (von 1 bis 36+) ist, kennt die Polizei mit Sicherheit die betreffende Nummer des besagten Fotos. Wenn das Parkplatz-Foto vom Anfang des Filmes stammt, könnte es ja mit dem Standort "Badenweiler - Camperplaats" übereinstimmen? Und wenn die anderen "geretteten Fotos", die hier in der Übersicht zu finden sind, erst später in Bayern aufgenommen wurden, passt es ebenfalls wieder. Da könnte Dir die Kripo in Traunstein helfend zur Seite stehen...?



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

20.09.2020 um 01:51
Zitat von Menedemos
Menedemos
schrieb am 16.09.2020:
dass der Platz bis heute als für Holländer attraktiv ausgewiesen wird.
Besonders interessant finde ich diese Bemerkung. Es würde sich lohnen hier etwas in der holländischen Camperszene nachzufragen. Ich betone das in dem Wissen, dass die richtigen Leute mitlesen.



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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

20.09.2020 um 18:36
Zitat von mattschwarz
mattschwarz
schrieb am 04.09.2020:
SteamedHams schrieb:
Hätte der Täter es von vorherein auf den Tod des Ehepaares abgesehen, hätten es doch 2 platzierte Kopfschüsse auch getan.Er aber ballert in Wild-West-Manier dort herum. Auch auf die Gefahr hin dass eine schnelle Schussabfolge ggf. von Anrainern eindeutig nicht als Jagd-Geräusche wahrgenommen werden könnten.

Ich glaube insoweit dürfte Einigkeit bestehen.

Ich meine trotz aller bedenken weiter, dass der Täter nicht geplant hat, seine Identität durch einen Taxiwechsel zu schützen. Aus meiner Sicht wollte der Täter von Anfang an zum Nürnberger HBF um dort etwas zu erledigen oder sich mit jemandem zu treffen. Ich halte daran fest, dass der beabsichtigte Erwerb von Drogen hier ein ernsthaftes Motiv sein könnte. Hier wollte der Mann mit dem Camper fahren und sich danach in Ruhe um das Abfackeln zu kümmern. Dadurch, dass der Sprit zu neige ging, konnte der Täter nicht mehr zum HBF Fahren. Der Täter könnte zu spät bemerkt haben, dass der Sprit zu neige geht. Noch wahrscheinlich ist indes, dass der Täter schlichtweg eine Betankung unbedingt vermeiden wollte, weil er riskiert hätte dort gefilmt zu werden. Er änderte den Plan und zog das Abfackeln vor. Er wollte dennoch unbedingt daran festhalten, an den HBF zu gelangen, weshalb er das Taxi nahm. Die Person, die er treffen wollte, war aber nicht mehr vor Ort, weil sich bei dem Täter durch den ungeplanten Stopp alles verzögert hatte. Dann fuhr er mit dem Taxi zurück.

Jomiko schrieb:
Dein Drogengedanke ist nicht zu Ende gedacht denn er hatte ja Deiner Meinung schon welche intus, oder? Woher hatte er dann die? Und wie kam er ins Hölzl? Wäre es da nicht normal wenn er wieder mit seinem eigenen Gefährt dahin fahren würde um Nachschub zu holen, ohne gestohlenes Wohnmobil mit 2 Leichen drin. Und noch was. In dieser Zeit war in Traunreut und Salzburg alles zu bekommen was das Herz begehrte, auch Waffen! Hatte mal nen sehr guten Freund der leider in dieses Milieu abgerutscht ist!

Na, die hatte er gekauft ;-). Am Hölzl kam er zufällig vorbei, sah den Camper und witterte leichte Beute. Wie gesagt, den Camper zu nehmen bietet einfach den Vorteil, dass er den Tatort verlegt und gleichzeitig einen fahrbaren Untersatz hat. Sicher hat man auch anderswo was bekommen. Aber in Nürnberg kannte er halt jemanden und musste sich nicht vor Ort rumschlagen. Außerdem böte sich so der Vorteil, dass er aufgrund der Devisen heimisch eher aufgefallen wäre und eine Verbindung zu dem Mord hergestellt hätte werden können.

Ich glaube nicht, dass der Mann mit einem PKW kam. Vielleicht trampte er und sah den Camper dabei. Oder er fuhr Rad.
Das ist prinzipiell ein durchaus plausibles Szenario. Die Rückfahrt mit dem Taxi bis ins Hölzl bzw. fast an den Tatort ist für mich aber nach wie vor das größte Rätsel, auch wenn man dafür Erklärungen finden kann. Die Fahrt nach Nürnberg (+ Zeitverzug nach der Tat) mit den Leichen lässt ja schon einiges an Spekulation zu, aber die direkte Rückfahrt ins Hölzl ist einfach nur noch grotesk. Warum diese Eile? Dafür sollte es doch auch einen Grund geben, oder? Der Ausstieg an dieser gottverlassenen Bushaltestelle um kurz nach 5 Uhr an einem Sonntagmorgen auf dem Land. Puh, da hat jemand maximales Chaos hinterlassen, teils bewusst oder unbewusst...



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