@Seefahrer Ich wäre an des Täters Stelle auch Richtung Stuttgart gefahren, in ein anderes Bundesland, das hätte die Ermittlungen etwas verzögert. Aber er hat sich nun einmal für die A9 entschieden.
@HerculePoirot Also ich war heute einmal in Altenfurt. Am Brandort fand sich natürlich nichts mehr. Die reine Gehzeit von dort bis zur Telefonzelle beträgt genau 30 Minuten (ohne zu rennen). Zur S-Bahn-Station sind es noch 5 Min. mehr. Das sind jetzt keine besonders spektakulären Erkenntnisse, trotzdem hat sich der Spaziergang m.E. gelohnt, man bekommt doch eine Ahnung, was in dem Täter vorgegangen sein könnte.
Zunächst bog er mit dem Womo nach Altenfurt ab. Die Hinweise auf die S-Bahn sind dort schwer zu übersehen, vielleicht hat er sich das gemerkt.
Der Abstellplatz für das Womo war aber nicht gut gewählt. Da ich blöderweise mit der S-Bahn eine Station zu weit gefahren bin, musste ich von Feucht an der St2401 zurückwandern. Mir war gar nicht klar, WIE frequentiert diese Straße in Wirklichkeit ist. Der Spaziergang war wegen des starken Verkehrs wirklich kein Vergnügen und um die Straße zu überqueren, musste ich so 2-3 Minuten warten, bis sich endlich einmal eine Lücke auftat. Klar, in der Nacht mag das etwas anders aussehen, aber auch dann kommen oft Autos vorbei.
Die Feuerwehr muss er gar nicht gesehen/gehört haben. Es reicht, wenn er hinter sich registriert hat, dass neben dem Wohnmobil ein Auto anhält, weil die Insassen den Brand bemerkt haben. Das zwangsläufig Folgende (Alarmierung der Feuerwehr) konnte er sich zusammenreimen.
Wie er dann gegangen ist, weiter entlang der St2401, oder parallel über das Moorenbrunnfeld oder durch die Siedlungsstraßen Altenfurts, weiß ich nicht, letztlich ist es wohl auch egal. Aber etwas anderes ist mir aufgefallen. Wenn man erst einmal in der Löwenberger Straße ist, stellt sich ein Gefühl der Sicherheit ein. Man ist in einer ganz anderen Welt als noch 3 km südlich im Wald - Geschäfte, Gasthäuser; das Womo und sein Abstellplatz scheint bereits recht weit weg. Also mir würde es glaube ich so gehen. In 3 km Entfernung brennt ein holländisches Wohnmobil - na und? Warum sollte mich damit jemand in Verbindung bringen? Nur weil ich mit Französischen Francs zahlen will? Ich glaube, der Täter hat sich nun schon recht sicher gefühlt, er hat vieles richtig gemacht. Das Schlimmste hatte er überstanden. Vielleicht erklärt das eine gewisse Unvorsichtigkeit nun gegenüber den Taxifahrern.
Ob er noch zur S-Bahn-Station ging? Vielleicht. Aber vielleicht dämmerte ihm auch, dass zu der Zeit keine mehr fährt. An der Station befindet sich übrigens eine gut sichtbare Telefonzelle, er hätte vermutlich diese benutzt, falls er dort war und festgestellt hätte, dass kein Zug mehr kommt.
Also mehr kann man über Altenfurt vermutlich nicht (mehr) herausfinden. Interessant fand ich vor allem die Erkenntnis, dass man sich in der Löwenberger Straße schon sehr weit vom Wohnmobil entfernt und deshalb verhältnismäßig sicher fühlt. Ob er zunächst die S-Bahn ansteuerte, ist kaum herauszufinden und vermutlich auch nicht so entscheidend.
Übrigens: Vor einigen Monaten fand sich an der Regensburger Straße, die sicher auch der Täter befuhr, ein Wohnmobil - komplett ausgebrannt! Das Womo war wohl gestohlen, die Diebe haben sicher dieselbe Autobahnausfahrt wie der damalige Täter benutzt, nur sind sie nicht nach Altenfurt abgebogen, sondern noch ein paar 100 m geradeaus gefahren. Extrem merkwürdig: Das Wohnmobil stand dort an gut sichtbarer Stelle zwei Tage lang, bis es DANN ERST angezündet wurde! Ich glaube zwar an keinen direkten Zusammenhang zu unserem Fall, aber merkwürdig ist es schon, nur wenige Kilometer vom damaligen Brandort entfernt. Dieses Wohnmobil stand sogar noch mehr auf dem Präsentierteller als das damalige, DIREKT an einer der wichtigsten Ausfallstraßen. Ich hab es selbst gesehen und mich gewundert. Erst heute bin ich dazu auf folgenden Zeitungsartikel gestoßen:
http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/wohnmobil-in-regensburger-strasse-absichtlich-angezundet-1.4574015