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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

19.08.2014 um 20:28
@Doverex

An diese ominöse "Freundin X" glaube ich auch nicht. Höchstens, dass hier eine Verwechslung vorliegt und Daniela diese Freundin viel früher nach Hause begleitet hat, also VOR dem Besuch der DHS9.
Doverex schrieb:Das lässt sowieso den logischen Schluß zu, dass das Zeit/Weg Diagramm von 2005 damals völlig falsch von der Tiroler Kripo ausgearbeitet wurde,
Nicht zuletzt das ist es, das den Fall so verworren macht. Wir haben monatelang auf Basis dieses Zeit-Weg-Diagramms spekuliert und plötzlich zerfließt es uns in den Händen (dazu noch die Widersprüche in den Aussagen der Ohrenzeugen). Ich muss aber gestehen, dass ich mich nicht so nonchalant sagen traue, dass dieses Diagramm komplett falsch ist. Dazu haben wir viel zu wenig Insiderwissen. Wir können im Prinzip überhaupt nicht beurteilen, welche Zeugenaussagen nun glaubwürdig sind und welche nicht. Meine Überlegung zur Bögensichtung war ja mal, dass evtl. die Ermittler des LKA bei der Zeugenbefragung explizit nach einer Sichtung auf dem Rad gefragt haben und es dadurch zu einer Zeugenbeeinflussung kam. Aber wiederum nur reine Spekulation.

@Doverex, du hast im Grunde komplett Recht: Die Bögensichtungen spielten für das CCT offensichtlich keine Rolle mehr. Aber man muss eben auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das CCT falsch liegt. Wir haben leider zur Zeit überhaupt keine tragfähige Basis mehr, weil jeder gerade die Sichtung in Zweifel ziehen kann, die nicht zu seiner Tathypothese passt. Dieses "Anpassen der Fakten an die Hypothese" ist in der Wissenschaft zu Recht verpönt und sollte es auch in einem Kriminalfall sein. Aber was tun, wenn man nun mal keine "Fakten" hat?

Übrigens: Wo ist eigentlich Lohengrin? Hat dich jemand vergrault?


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19.08.2014 um 20:30
Und @ZenCat1 vermisse ich auch!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

19.08.2014 um 21:45
Hat sich noch niemand gefragt, was DK um 04.30 in dieser Gegend zu suchen hatte, ok, angeblich hat sie sich nach einem Freund umgeschaut, wo es aber anzunehmen ist, dass alle Lokale zu dieser Zeit zu sind unter der Woche. Die Innsbrucker kennen sich da sicher besser aus, in Linz findet man unter der Woche um diese Zeit kein einziges Lokal offen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

19.08.2014 um 21:59
In Ibk kann man speziell bei den Bögen ziemlich lange ausgehn. Also es gibt einige Lokale die bis 6-7 Uhr in der Früh oder sogar länger offen haben. Auch unter der Woche, speziell in der Zeit wo die ganzen Studenten noch in der Stadt sind


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

19.08.2014 um 22:29
@stella18
Danke


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

20.08.2014 um 11:25
nephilimfield schrieb:Die Bögensichtungen spielten für das CCT offensichtlich keine Rolle mehr. Aber man muss eben auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das CCT falsch liegt.
Das 4 gut und modern ausgebildete Kriminalbeamte mit Akteneinsicht falsch liegen könnten, JA diese Möglichkeit muss man sicherlich auch in Betracht ziehen - da gebe ich dir voll recht @nephilimfield

Andrerseits traue ich solchen Kriminalisten schon auch zu, dass sie Zeugenaussagen (etwa die von den Bögen oder die von einer zu Fuß gehenden Daniela) so halbwegs richtig einordnen können und auch auf ihre Glaubhaftigkeit überprüft haben.

Aber der Irrtum begleitet unsere Menschheitsgeschichte - immer auch mit!

Philosophische Grüße ;)
Doverex


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

20.08.2014 um 18:41
@ Doverex
[Aber der Irrtum begleitet unsere Menschheitsgeschichte - immer auch mit!
] Genau, Doverex! Das ist so richtig, wie es wahr ist!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

20.08.2014 um 20:19
@nephilimfield
@Doverex
nephilimfield schrieb: Wir haben leider zur Zeit überhaupt keine tragfähige Basis mehr, weil jeder gerade die Sichtung in Zweifel ziehen kann, die nicht zu seiner Tathypothese passt. Dieses "Anpassen der Fakten an die Hypothese" ist in der Wissenschaft zu Recht verpönt und sollte es auch in einem Kriminalfall sein. Aber was tun, wenn man nun mal keine "Fakten" hat?
Genau das ist mein Problem im Moment. Es gibt letztlich nichts, auf das wir uns - zur Rekonstruktion der letzten (nennen wir's mal) Minuten von DK's Leben stützen können ...
Wir können spekulieren, aber keine 'logischen' Schlüsse ziehen, weil diese eine gewisse Basis erfordern würden, die uns einfach fehlt.

So gesehen, hoffe ich ja schon fast, dass diese 'Zivilklage' (in den USA ja mächtig beliebt) ein paar neue Erkenntnisse zutage fördert. Wenn schon nicht für die Öffentlichkeit, dann hoffentlich wenigstens für die Betroffenen. Ich sage das explizit NICHT, weil ich den 'Lieblings-Verdächtigen' der Eltern im Visier sehen will, sondern weil ich hoffe, dass dadurch mehr Klarheit in diesen Fall kommt. UND weil ich hoffe, dass Unschuldige, wenn sie das sind, endlich klar ausgeschlossen werden können.
Die Hoffnung stirbt zuletzt ...


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

24.08.2014 um 11:44
@nilhörnchen,

die Zivilklage dürfte noch einiges an Zeit benötigen. Im Fall Kampusch vergingen zwischen der Ankündigung in der Presse bzw. der Einreichung und dem erstem angesetzten Gerichtstermin mehr als 6 Monate!
Zur Öffentlichkeit im Zivilprozess: die Ankündigung der Klageeinreichung in der Krone spricht doch klar dafür, dass Boran und die Eltern den Zivilprozess in der Öffentlichkeit führen wollen. Sie wollen, dass ihre Belege für ihre Klage in vollem Umfang an die Öffentlichkeit kommen. Eventuell spekuliert man sogar darauf, dass man die Untersuchungsbehörden dann zwingen kann Akteninhalte offen zu legen.

Ob die Gegenseite Möglichkeiten hat, die Öffentlichkeit auszuschliessen, ist mir unklar!
Aber eigentlich gilt bei Privatklagen doch die Regel, dass nur jene Gerichtsverhandlungen nicht öffentlich sind, die auf familiären Auseinandersetzungen beruhen. Aber vielleicht gibt es auch von dieser Regel Ausnahmen?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

24.08.2014 um 12:24
@Buchfink
Ich bin ja eigentlich kein großer Fan dieser Zivilklage (nicht, dass es mich etwas anginge ;-) ), weil ich befürchte, dass sie - gerade aufgrund der aktiven Miteinbeziehung von Medien wie der Krone - eher zu einer Hexenjagd geraten könnte als dass sie der Wahrheitsfindung dient.

Mir geht's eher darum, dass ich vor allem den Eltern wünsche, dass sie endlich Klarheit bekommen, was genau mit DK passiert ist und in zweiter Linie darum, dass Unschuldige eindeutig entlastet werden können. Und in dritter Linie natürlich auch darum, dass idealerweise der Täter doch noch gefunden und verurteilt wird.

Das geht meiner Meinung nach aber nur über den Weg weiterer Ermittlungsergebnisse. Und meine kleine Hoffnung ist, dass sich solche vielleicht im Zuge der Zivilklage ergeben könnten. (Besonders optimistisch bin ich allerdings da nicht).

Ich habe keine Ahnung, wie 'öffentlich' Zivilklagen sind?

Ich denke aber, dass die Eltern ja bereits Akteneinsicht hatten (zumindestens aufgrund des Nebenklägerstatus bzw. über ihren Anwalt)? Was würde dann eine 'Veröffentlichung' der oder bestimmter Akteninhalte bringen?
Dass daraufhin ganz Österreich über die (vom Anwalt präsentierte Sicht der) Aktenlage spekuliert, wenn doch ein Gericht schon festgestellt hat, dass sich der Verdacht (der Ermittlungsbehörden) aufgrund der Aktenlage eben gerade nicht erhärten lässt?

Das ist definitiv nicht erstrebenswert, finde ich, sondern geht absolut in die Richtung 'Hexenjagd' - und zwar womöglich auch noch in verschiedenste Richtungen, wo dann jeder plötzlich 'seinen eigenen Lieblingsverdächtigen' hat und darüber öffentlich (in den Medien, hier und an jedem Stammtisch) diskutiert und spekuliert wird?

Deswegen glaube ich eigentlich auch nicht, dass eine derartige 'Veröffentlichung' der Aktenlage überhaupt zulässig ist.


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JosefK1914
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

24.08.2014 um 21:25
Öffentlich muss natürlich jede Gerichtsverhandlung sein.

Aber das meiste spielt sich bei Zivilprozessen im Hintergrund schriftlich ab. Zuerst gibt es eine Schriftsatz der Klageseite auf die Beklagtenseite dann mit einer Erwiderungschriftsatz reagiert. Je nachdem was noch offen ist, gibt es noch weitere Schriftwechsel auf evtl. Hinweisen des Vorsitzenden hin. Auch diese Hinweise werden meist nur in schriflicher Form den Parteien übermittelt. Da laufen dann nur evtl. Zeugenbefragungen öffentlich und die Schlussverhandlung. Die Öffentlichkeit bekommt bei Zivilprozessen daher deutlich weniger mit, als bei Strafverfahren. Die Anzahl der Verhandlungstage ist bei Zivilprozessen daher meist recht gering, da das meiste im Vorfeld abgehandelt wird. Es kommt bei einem Zivilprozess daher extrem auf den schriftlichen Vortrag der Parteien an.

Vorliegend scheint hier aber die Klageseite wenig vorweisen zu können, denn gerade dieser Aufgabe war diese ja schon im Erwingungsverfahren - jedenfalls nach Aussage der Richter - nicht ausreichend nachgekommen.
nilhörnchen schrieb:Das geht meiner Meinung nach aber nur über den Weg weiterer Ermittlungsergebnisse. Und meine kleine Hoffnung ist, dass sich solche vielleicht im Zuge der Zivilklage ergeben könnten.
Da in Zivilklagen nur das berücksichtigt wird, was die Parteien letztendlich schon wissen, ist das gerade nicht von Zivilklagen zu erwarten. Vorliegend hat der Beklagte ja auch nicht sein Aussage verweigert, so dass auch von dieser Seite nichts Neues zu erwarten ist.


Nein, diese Klage wird kaum der Klärung dienen und nur die Gräben zwischen den Parteien noch weiter vertiefen.


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CaTi
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 14:11
Schadenersatz ... 42.000,00 Euro .... kein kleiner Betrag, den der Anwalt des ehemals Inhaftierten im Fall Kammerer laut Tiroler Tageszeitung da fordert ... lg aus Tiro ... http://www.tt.com/panorama/8955260-91/kammerer-mord-anwalt-fordert-42.000-euro-schadenersatz.csp


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CaTi
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 15:31
schadenersatzforderung im fall kammerer htttp://tirol.orf.at/m/news/stories/2667551/


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 17:00
2005 erstochene Studentin: Verdächtiger fordert Schadenersatz von Republik

http://derstandard.at/2000005358532/2005-erstochene-Studentin-Verdaechtiger-fordert-Schadenersatz-von-Republik

Fall Kammerer: Forderung von 42.000 Euro sowie Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Freiheitsentziehung gegen Ermittler würden noch im September eingebracht

Innsbruck - Im Fall der 2005 in Innsbruck erstochenen niederösterreichischen Studentin Daniela Kammerer wird der Anwalt des ehemals verdächtigen Studienkollegen der Frau eine Schadenersatzforderung gegen die Republik in der Höhe von 42.000 Euro stellen. Zudem seien in dem "Paket", das noch im September eingebracht werde, Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Freiheitsentziehung enthalten.

Dies sagte der Innsbrucker Rechtsanwalt Albert Heiss im Gespräch mit der APA am Dienstag. Die Schadenersatzforderung an die Finanzprokuratur betreffe sämtlich Verteidigerkosten sowie das Schmerzensgeld für die ungerechtfertigte Untersuchungshaft, erklärte Heiss. Die Republik habe dann drei Monate Zeit, darüber zu entscheiden. Sollte sie die Forderung nicht oder der Höhe nach nicht anerkennen, bleibe seinem Mandanten noch das Rechtsmittel der Schadenersatzklage, sagte der Anwalt.
Anzeigen gegen acht Personen

Noch im September werden laut Heiss auch die angekündigten Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Freiheitsentziehung gegen acht Personen eingebracht. Betroffen seien der Haft- und Rechtsschutzrichter, der ermittelnde Staatsanwalt sowie die Ermittler der Cold-Case-Einheit im Bundeskriminalamt (BK). Auf die in den Anzeigen enthaltenen Vorwürfen wollte Heiss nicht konkret eingehen. Es gehe aber unter anderem um Äußerungen bei den Einvernahmen des zu diesem Zeitpunkt Verdächtigen. Eine Rechtsverletzung sah Heiss etwa auch in der nicht sofortigen Beiziehung eines Verteidigers nach der Festnahme.

Zuletzt war in dem Fall der Fortführungsantrag der Eltern der Studentin abgewiesen worden. Der 29-jährige Niederösterreicher war am 22. Dezember 2013 aus Australien kommend am Flughafen Wien-Schwechat nach neuerlichen Ermittlungen durch die Cold-Case-Gruppe festgenommen worden. Am 7. Februar war der zwischenzeitlich nach Innsbruck überstellte Verdächtige dann aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Mann, der stets seine Unschuld beteuert hatte, kehrte noch vor der Einstellung des Ermittlungsverfahrens nach Australien zurück.

Die Studentin war am 23. Juni 2005, zwei Tage vor ihrem 20. Geburtstag, in den frühen Morgenstunden im Innsbrucker Stadtteil Pradl erstochen worden. Ein Pensionist fand die blutüberströmte Leiche der Niederösterreicherin vor einer Telefonzelle. Die junge Frau war mit zwei Messerstichen in den Brustbereich und in den Rücken getötet worden. Die vom Täter verwendete Tatwaffe, vermutlich ein Küchenmesser, wurde trotz umfangreicher Suchaktionen nicht gefunden. (APA, 9.9.2014)


Und hier der LINK zum ORF Beitrag dazu:

http://tirol.orf.at/news/stories/2667551/

Lieben Gruß,
Doverex


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 18:39
Zum obigen Text vom Standard:
Doverex schrieb:Noch im September werden laut Heiss auch die angekündigten Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Freiheitsentziehung gegen acht Personen eingebracht. Betroffen seien der Haft- und Rechtsschutzrichter, der ermittelnde Staatsanwalt sowie die Ermittler der Cold-Case-Einheit im Bundeskriminalamt (BK).
@CaTi @nilhörnchen @Buchfink @maretta @Perynt @stella18 @nephilimfield @sunnudagur @Lohengrin @ZenCat1 and @all

Ich hielt den letzten RA von TB immer als guten "Taktik-Fuchs".
ABER ob es nun sooo gut ist, hier diese Klage gegen diese acht Personen einzubringen, da hab ich ehrlich gesagt meine Zweifel darüber.

Der Mordfall Daniela Kammerer rennt ja noch in ihren Ermittlungen weiter - und bei Mord gibt es ja keine Verjährungsfrist noch wird ein ungeklärter Mord je ganz zu den Akten gelegt. Hier eine Klage gleich gegen die Bundespolizei (Bundeskriminalamt) einzubringen, hätte ich etwa als sein Mandant eher nicht gewollt.

Aber gut, ich bin nicht sein Mandant, also geht es mich auch nix an ;)
Wollte nur meine Gedanken mal dazu äussern.

Lieben Gruß,
Doverex


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 20:42
@Doverex

Vielen Dank für die Informationen zu der beabsichtigten Schadensersatzklage und zu den Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs!

Ich bin gespannt ob dem Kläger Schadensersatz zugesprochen wird und ob eine Amtspflichtverletzung nachweisbar sein wird.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 20:55
@Doverex
auch von mir ein Danke, dass du uns und den thread 'up to date' hältst!

Meine erste Reaktion zu dieser Klage war: das ist TB's - mehr als verständlicher - Versuch, seinen Namen rein zu waschen. Wenn er seitens des Staats eine Entschädigung zugesprochen bekommt, 'beweist' das, dass er zu Unrecht verdächtigt und in U-Haft gehalten wurde.
So, wie ich die momentane Situation sehe (mit der drohenden zivilrechtlichen Klage), ist das seine derzeit einzige Chance, staatlich legitimiert seine Unschuld attestiert zu bekommen. Von daher kann ich seinen Schritt schon verstehen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 21:16
nilhörnchen schrieb:So, wie ich die momentane Situation sehe (mit der drohenden zivilrechtlichen Klage), ist das seine derzeit einzige Chance, staatlich legitimiert seine Unschuld attestiert zu bekommen.
@nilhörnchen
Mit dieser Überlegung hast sicherlich recht!
Nur in der Gesellschaft ist es leider auch oft so, erst recht wenn man diese Summe liest, da hat "Herr & Frau Österreicher" wohl nicht so ein Einsehen, wenn man bedenkt, was andere unschuld inhaftierte Menschen bekommen.
Für die mehrheitliche öffentliche Meinung kann der Schuß nach hinten losgehen, weil der Gedanke "die ein Geld haben - können es sich wieder richten", ist ja dann genau das Gegenteil davon, was die Mutter von TB (was ich in Erinnerung habe) ja meinte, dies dürfte in Österreich nicht so sein.

Also ein andere Unschuld in U-Haft sitzender, der nicht das nötige Kleingeld für solche Klagen hat, der bekommt sicher keine 42.000 Euro für das Monat U-Haft erstattet. Das meine ich damit, ob dies in der Öffentlichkeit gut ankommt, bezweifle ich ein bisserl.

Als Mandant hätte ich auf diese Klage verzichtet, auch auf die Klage gegen die 8 Personen. Wenn ich ehrlich bin, hab ich sogar damit gerechnet (mit keiner Klage). Weil ich mir auch dabei denke, es bringt eine Gesellschaftschicht (Richter, Staatsanwalt, Kriminalbeamte,..) gegen mich auf, was ich mir so nicht antun würde. Und eben auch die 42.000 Euro, wo man weiß, Neid entsteht da schnell und bei den Leuten der Gedanke >>> "WIESO kriegt der das..?" auch wenn das jetzt nicht so hohe Summen sind, aber im Endefekt wird es der Steuerzahler zahlen. Obwohl sich doch jeder bewusst sein sollte, muss Österreich das NICHT zahlen, hat auch NIEMAND deshalb einen Cent mehr im Geldbörserl.

Gut ich weiß, dass meine Gedanken dazu nicht ausschlaggebend und maßgebend sind und sein werden.

Lieben Gruß,
Doverex

PS: Der DANK gebührt eigentlich @CaTi , die mich erst auf diesen LINK oben aufmerksam machte!


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JosefK1914
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.09.2014 um 22:36
Doverex schrieb:Also ein andere Unschuld in U-Haft sitzender, der nicht das nötige Kleingeld für solche Klagen hat, der bekommt sicher keine 42.000 Euro für das Monat U-Haft erstattet. Das meine ich damit, ob dies in der Öffentlichkeit gut ankommt, bezweifle ich ein bisserl.
Erstmal gehen von diesem Betrag natürlich erstmal die Anwaltskosten und 1 1/2 Monate Lohnausfall ab. Zusätzlich dürfte auch der Rückflug verfallen sein, auch ein nicht geringer Betrag. Was dann wirklich als Entschädigung/Tag übrig bleibt, ist so einfach nicht zu ermitteln.

In Frankreich sind 1000 Euro pro Tag durchaus drin. Es wird aber einzelfallmäßig die Summe ermittelt, was der Sache natürlich auch eher Gerecht wird, als ein pauschaler Betrag.

Wenn man bedenkt, dass ein Mordvorwurf das schwerste Verbrechen ist, was ein Staat jemandem vorwerfen kann, sehe ich solche Summen schon als begründet an.

Letzendlich ist es eher traurig, mit wie wenig Geld Justizopfer hier in Deutschland (25€) und Österreich (35€) abgespeist werden, die niedrigsten in ganz Europa, erbärmlich. Dahingehend gab es in Österreich bis vor kurzem immerhin 100€ Entschädigung pro Tag, aber {Sarkasmus ein}offenbar sind die Justizirrtümer in Österreich so häufig, dass es dieser Wahnsinnsbetrag ein riiiiiiiiiiiiesiges Loch in die Staatskasse reißt, so dass es auf 35€ reduziert wurde.{Sarkasmus aus}

Es mag sein, dass das schlecht bei der Bevölkerung ankommt, aber hier sollte man - wie in vielen Dingen, welche mit Recht etwas zu tun hat - die Bevölkerung ignorieren, denn die urteilen häufig nur aus dem Bauch heraus und letztlich ein eher abzulehnender Faktor Neid haben Sie auch schon selbst erwähnt.


Eigentlich müsste es hier Mittel und Wege geben, die bewirken, dass solche Fehler auch für den Staat empfindlich spürbar sind. Selbst 1000€ pro Tag sind für einen Staat Peanuts.

Die Anzeige gegen die 8 Personen sehe ich daher als probates Mittel, auch wenn das im Sande verlaufen wird (Eine Krähe ....).


Und ohne Klage zahlt ein Staat in der Regel seinen Justizopfern selten etwas, allenfalls die Anwaltskosten. Alles andere müssen sich die betroffenen in der Regel mühsamst erkämpfen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

10.09.2014 um 08:40
JosefK1914 schrieb:Es mag sein, dass das schlecht bei der Bevölkerung ankommt, aber hier sollte man - wie in vielen Dingen, welche mit Recht etwas zu tun hat - die Bevölkerung ignorieren, denn die urteilen häufig nur aus dem Bauch heraus und letztlich ein eher abzulehnender Faktor Neid haben Sie auch schon selbst erwähnt.

Eigentlich müsste es hier Mittel und Wege geben, die bewirken, dass solche Fehler auch für den Staat empfindlich spürbar sind. Selbst 1000€ pro Tag sind für einen Staat Peanuts.

Die Anzeige gegen die 8 Personen sehe ich daher als probates Mittel, auch wenn das im Sande verlaufen wird (Eine Krähe ....).
@JosefK1914
Ja, es wäre gut, wenn ALLE (etwa 1000 Euro pro Tag) bekommen würden, die unschuldig in U-Haft gesessen sind.

Lieben Gruß,
Doverex


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