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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

28.09.2014 um 15:57
@Lohengrin

Ich halte es auch für plausibel, dass man die Sichtungen "Daniela auf dem Rad´" und Daniela zu Fuß" vereinen kann, indem man annimmt, dass sie mit dem Rad in die Bögen gefahren ist und danach das Rad wieder in der DHS9 abgestellt hat (alternativ könnte ich mir auch vorstellen, dass man sie irgendwo vom Rad genötigt hat). Der Punkt ist aber: Man müsste auf dem Lenker Hautschuppen des Täters gefunden haben (selbst wenn er Handschuhe getragen hat, ist eine Sekundärübertragung denkbar). Wenn der Täter also aus dem Bekanntenkreis Danielas stammen würde, müsste er mit diesen Hautschuppen identifizierbar sein. Zumindest, wenn er das Rad nicht unter unverdächtigen Umständen und nachvollziehbar angefasst hat, indem er es z. B. geschoben hat.


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28.09.2014 um 18:57
@nephilimfield
nephilimfield schrieb:Der Punkt ist aber: Man müsste auf dem Lenker Hautschuppen des Täters gefunden haben (selbst wenn er Handschuhe getragen hat, ist eine Sekundärübertragung denkbar). Wenn der Täter also aus dem Bekanntenkreis Danielas stammen würde, müsste er mit diesen Hautschuppen identifizierbar sein.
Deine Überlegung ist vollkommen korrekt. Da ich dem Täter grundsätzlich eine geplante
Tötungsabsicht unterstelle gehe ich sogar soweit zu behaupten das der Täter den
Lenker (Griffe + ggbf. Sattel) mit einem Taschentuch oder einfach mit seinem Hemd-
saum abgwischt hat um Fingerabdrücke zu beseitigen. An DNA-Spuren wird er da
gar nicht gedacht haben. Aber selbst dann hätte man vielleicht noch DNA-Spuren sichern
können, wenn ............. ja wenn das Fahrrad vor der Spurensicherung nicht am Tatort
von einer Person (verm. Beamter) bewegt worden ist weil man das Herrenrad nicht
mit der Tat in Einklang sah. Aufgefallen ist mir das anhand verschiedener Pedalstellungen
auf den TO-Foto´s die eindeutig belegen dass das Fahrrad (weg)geschoben wurde. Und
diese Person wird das Rad vermutlich mit beiden Händen am Lenker und am Sattel
angefasst haben. Und das war´s dann mit DNA-Spuren bzw. Fingerabdrücken. Erst
sehr viel später wurden dann der Lenker und Sattel spurentechnisch gesichert (nach
der Überführung D. zum GMI IBK). Ich fürchte dass das Rad sogar ein zweites Mal
bewegt wurde nachdem man den Irrtum bemerkt hatte. Für eine Spurensicherung
ein einziges Fiasko weil man ja nicht mehr feststellen konnte was diese Person im Vorfeld
alles schon angefasst hat und mit dieser Aktion ggbf. auch Fremd-DNA auf das Rad übertragen
hat. Möglicherweise hat dann sogar noch eine weitere Person das Rad angefasst um es
zurück zu schieben. Jeder Anwalt, der halbwegs aufmerksam die TO-Foto´s studiert hat,
würde mit diesem Beleg jeden Verdächtigen "heraushauen". Das Bewegen des Rades ist
zwar ärgerlich aber menschlich da es in der ersten Phase am TO relativ hektisch zugegangen
sein dürfte.

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin

*Irgenwo in einem meiner Beiträge habe ich die verschiedenen Pedalstellungen dokumentiert.
(Sorry, ich finde es nicht mehr wieder)


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

28.09.2014 um 21:20
@Lohengrin

Ja, kann mich erinnern. Auf mehreren Fotos ist das rechte Pedal unten, im ORF Film jedoch oben. Aber selbst wenn ein übereifriger Polizist das Rad bewegt hat, macht das die Täter-DNA nicht zwingend wertlos. Der Vorteil der Hautschuppen ist ja, dass es sich nicht um Mischspuren handelt, das heißt, man kann jede einzelne Hautschuppe individualisieren und einer Person zuordnen. Wenn also der Täter aus dem Umfeld der DHS9 kam und den Lenker angefasst hat, müsste man das in jedem Fall feststellen können. Aber wie gesagt: Das bringt dann nur etwas, wenn diese Person die DNA-Übertragung nicht anderweitig plausibel erklären kann.

Übrigens: Die DNA der Tatortermittler wird sowieso ausgeschlossen. Dazu gibt es die Police Elimination Database. Auszug aus der "Zeitschrift für Polizeiwissenschaft und polizeiliche Praxis":
In guten Labors ist es seit vielen Jahren Standard, sämtliche DNA-Analyseergebnisse mit Profilen eigener Mitarbeiter abzugleichen, um Kontaminationen zu erkennen. Alle Personen, die potentiell eine solche Spur kontaminieren können – der Kreis ist erheblich größer als der Laie annehmen würde –, müssen daher gesichert als Kontaminationsverursacher erkannt und die Spur ausgeschieden werden.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

29.09.2014 um 19:34
Derzeit gibt es in Frankreich einen interessanten Fall bzgl. DNA Nachweis. Dort wurde nach fast 18 Jahren dank moderner Technik Mikrospuren von Sperma an der Hose des Mordopfers entdeckt und der DNA Abgleich führte zu einem Treffer in der nationalen Datenbank. Der Mann wurde festgenommen und in den ersten Verhören gestand er auch den Mord durch 123 Messerstiche. Nach Rücksprache mit seinem Anwalt - der zuvor in einem Interview gesagt hatte, dass DNA nicht tötet - widerrief er sein Geständnis und gab nur noch die sexuellen Handlungen zu.

http://www.leparisien.fr/faits-divers/meurtre-de-christelle-bletry-le-tueur-presume-revient-sur-ses-aveux-25-09-2014-416...



Angewandt auf den Fall Daniela Kammerer könnte der Verursacher der Hautschuppen - falls sich welche finden - auch alle möglichen mehr oder weniger harmlosen Erklärungen suchen und finden.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

30.09.2014 um 16:59
Bezüglich des Fahrrades bestätigt das auch meine Sekpsis das Daniela
ihr Rad ausgerechnet vor dem Abfallkorb abgestellt haben soll. Jeder
normale Mensch, selbst unter Alkoholeinfluss, würde das Rad direkt vor
der Telefonzele aufbocken um dann zu telefonieren. Das hatte ich ja schon
von Anfang an moniert und vermutet das der Täter sich im Lichtschutz der dichten
Baumkrone und des Gebüschs zwischen der äußersten rechten Tel.-Zelle und
des Abfalleimers "verborgen" hatte um nicht zufällig von einem Bewohner aus
den gegebüberliegenden Häusern gesehen zu werden. Damals war ich noch
davon ausgegangen das der Täter dort gestanden und geraucht hat während er
auf das Opfer wartete. Abgeleitet hatte ich das von der hochkant stehenden
Zigarettenpackung (siehe Diskussion) auf dem Abfalleimer - mittlerweile gehe ich
aber davon aus das der Täter dort einfach nur gewartet hat um Daniela abzupassen.
Sie wird nicht nur überrascht sondern auch irritiert gewesen sein zum einen den ihr
bekannten Täter dort anzutreffen und zum anderen auch noch ihr eigenes Fahrrad dort
zu sehen welches sie ja in der DHS9 zurückgelassen hatte. Ich vermute sogar ganz
stark das es bei dem nachfolgenden Gespräch u. der Auseinandersetzung auch um
ihr Fahrrad gegangen sein könnte. Anfangs wird sie sicherlich noch relativ arglos
gewesen sein und vermutlich erst nachdem das Gespräch auf das Fahrrad kam
vielleicht argwöhnisch geworden sein da der Täter für das Rad keine plausible
Erklärung liefern konnte. Ich erinnere dabei an die von der Ohrenzeugin teilweise mit
bekommenen Gesprächsfetzen wo sie meint gehört zu haben das Daniela gesagt haben
soll: ".....ich hätte es eh´ MO ntag geholt (oder so ähnlich). In Bezug auf das Rad könnte
der Wortlaut aber auch so gewesen sein: ".....ich hätte es eh´ MO rgen geholt. Wobei
Daniela damit entweder noch den selben Tag (also Freitag) gemeint hat oder aber den
darauffolgenden Samstag. Abhängig davon wann Daniela in ihren Heimatort zurück
wollte.

Zum Thema Rad und Täter ist mir noch eingefallen, und das wurde hier auch schon
einmal angemerkt, das es für den Täter viel einfacher und vor allem schneller gewesen
wäre ( maximal 3-4 Minuten) den TO über den Sillsteg in Richtung DHS9 zu verlassen und
dann das Rad einfach im Innenhof (geräuschlos) oder aber eben in dem Abstellraum
abzustellen. In beiden Fällen wäre das Rad wohl kaum spurentechnisch untersucht worden
und für den Täter die sicherste Lösung gewesen. Das Rad nicht wieder vom TO mit zu
nehmen ist meiner Ansicht nach der größte Fehler gewesen den der Täter gemacht hat.
Denkbar also, und das wurde auch schon von jemandem angemerkt, das der Täter gar
nicht die Absicht hatte und wieder zurück zur DHS9 wollte (oder konnte) da sein eigentliches
Ziel ebenfalls Pradl war. Wohnten der Freund (verm. on-off-Freund) und der Täter
möglicherweise im gleichen Haus/Heim ? Denn dann wäre es erklärbar warum er das Rad
am TO zurück gelassen hat. Für mich sieht es ganz so aus das der Täter Daniela
unbedingt noch vor erreichen ihres Ziel´s abfangen musste und die einzige Möglichkeit
für ihn war eben der spätere TO. Ich weiß, jetzt werden wieder Einige dagegen halten das
Daniela vorher noch telefonieren wollte - aber, darauf hatte ich schon mal hingewiesen,
telefonieren hätte sie auch an den Haltestellen oben am Sillcenter wo es zudem viel
besser ausgeleuchtet war und auch wesentlich sicherer da es dort oben besser aus-
geleuchtet war. Wenn man aus Richtung DHS9 kommt finden sich diese Tel.-Zellen
halblinks vor der eigentlichen Haltestelle (in einem meiner vorhergehenden Beiträge hatte
ich eine Karte eingestellt auf der ich die Tel.-Zelle markiert habe) . Vielleicht wollte sie
tatsächlich noch telefonieren, ich weiß es nicht, aber das werden wir wohl vorerst nicht
eindeutig klären können.

Zur Haarfarbe auf dem Phantombild ist mir noch eingefallen das der Täter möglicherweise
braune Haare hatte die je nach Lichtverhältnisse rötlich schimmerten. Ich beziehe mich dabei
auf die Peitschenlampen mit dem 'merkwürdigen Kunstlicht' das vor Jahren üblicherweise
eingesetzt wurde und zu Farbverfälschungen führte. einige dieser Peitschenlampen müssten
noch vor dem Hallenbad bzw. um den Platz herum installiert sein. Ich selbst hatte mal vor
etlichen Jahren einen "feuerwehrroten" PKW, aber unter diesem Kunstlicht der Strassen-
laternen sah die Farbe jedesmal orange aus.

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

01.10.2014 um 20:44
@Lohengrin,
genial kombiniert, dennoch muss ich einwenden, dass der sprachliche Kontext die vorgebrachte These etwas in Frage stellt:

Ärztin:
Also ich hab nur wahrgenommen dass er auf ausländer-gebrochenem Deutsch etwas gebraucht hat, das sie ihm hätte geben sollen. Ich hab nicht gewußt, was. Er hat wirklich nicht Deutsch gesprochen, es waren eher so Wortfetzen - wie Wortfetzen - bring... mach... du...so", ich kann das leider jetzt nicht so gut nachmachen, sie hat deutsch gesprochen, und es war so wie „ich brauch Geld“, und „hol“ und „mach“, und sie sagte „ich geh eh am Montag und hols“

Anmerkung: leider kann ich nicht mehr sagen, ob der Text von mir irgendwo abkopiert wurde (Quelle hierzu würde mir fehlen) oder ob ich ihn selbst transkripiert habe. Sicher bin ich mir allerdings darin dass der Text den gesprochenen Worten entspricht. Nicht ausschliessen kann ich aber sprachlautliche Fehlinterpretationen.

Zum Fahrrad:
es ist tatsächlich fraglich, ob das Rad in der Auffindesituation abgebildet wurde, denn der Kurier-Bericht vom Jahr 2014 spricht von „einem daneben liegenden Fahrrad“. Ob dies journalistischer Schludrigkeit zuzuschreiben ist? Ich hab meine Zweifel!
http://kurier.at/chronik/oesterreich/mordfall-kammerer-ermittlungen-gegen-verdaechtigen-eingestellt/53.270.547 --

Noch etwas zu den Fingerabdrücken bzw. DNA-Spuren auf dem Rad:
Wenn ein Dritter das Fahrrad gefahren und anschliessend seine Spuren zu beseitigen versucht hätte, müssten dann nicht zumindest Wischspuren zurückbleiben bzw. ein blanker Lenker?
Wären da nicht auch die Fingerabdrücke des Ex-TV weitgehend mit verwischt worden?
Aber es gibt ja noch die Möglichkeit, dass man weitere Spuren am Rad gefunden hat, diese aber nicht zuordnen kann oder dass diese als Indiz nichts taugen.

Heute kam es übrigens erfreulicherweise zur Klärung des Mordfalles Tütüncü; dort zählte der jüngst Verhaftete schon vor 11 Jahren zum Kreis der Tatverdächtigen, man konnte ihm aber nichts anhaben, weil er ein falsches Alibi erhielt. Dank fortgeschrittener Kriminaltechnik konnte er aber nun doch noch überführt werden.
Das lässt mich auch im Fall DK weiter hoffen. Das Schweigen der Behörden muss nicht immer negativ sein, vielleicht sind sind sie sogar gerade jetzt dabei ihre Tätertheorie wasserdicht zu machen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

01.10.2014 um 22:18
@Buchfink

Diese Ohrenzeugin wurde aber von vielen hier im Forum als unglaubwürdig bezeichnet; auch die Polizei nimmt sie - aus welchen Gründen auch immer - nicht wirklich ernst.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

02.10.2014 um 09:01
@Buchfink

Ich weiß aus sicherer Quelle, dass das Fahrrand stand, als die Sanitäter eintrafen. Wenn es ursprünglich dort lag, müsste es der Frühpensionist aufgestellt haben.

Zur Ohrenzeugin: In meiner Erinnerung sprach sie nicht von "ich brauch Geld", sondern allgemeiner: "Er wollte von ihr etwas abpressen" und "Er hat etwas gebraucht, das sie ihm hätte geben sollen."
Das ist dann in der Spekulation hier zu "Geld" geworden.

Aber wie @Hammerstein schon sagt: Dieser Ohrenzeugin wird vom BKA als nicht sehr glaubwürdig bezeichnet. Wir wissen leider nicht, warum.

@Lohengrin

Dass der Täter bei den Telefonzellen schon auf Daniela wartete, habe ich auch in Betracht gezogen. Aber warum wurde sie in einer Zelle liegend aufgefunden? Das spricht doch dafür, dass sie telefonieren wollte?
Man kann übrigens von der DHS9 über die Ing.-Etzel-Straße auf die Amraserstraße gelangen, ohne dass man die Telefonzellen beim Sillpark bemerkt. Daniela könnte sie also übersehen haben. Aber selbst, wenn sie auf diese Telefonzellen aufmerksam wurde: Evtl. war der Münzfernsprecher hier defekt oder sie wollte bewusst die Zelle beim Leipzigerplatz benutzen, weil sie näher am Ziel war?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

04.10.2014 um 19:58
@Buchfink
Buchfink schrieb:dass der sprachliche Kontext die vorgebrachte These etwas in Frage stellt:
Ich habe mit diesem Einwand gerechnet. Bei meinen Überlegungen habe ich berücksichtigt
das die Ohrenzeugin dieses "Gespräch(Streit?)" unter dem Eindruck des Negativimage
des Rapoldiparks (Drogen, Kriminalität) wahrgenommen hat und entsprechend den
Inhalt oder das was sie davon mitbekommen hat in diese Richtung interpretiert hat. Ich
selbst hatte dies Ohrenzeugin ja auch als unglaubwürdig angesehen, aber bei meinen
späteren Überlegungen habe ich diesen kriminellen Aspekt des Parks ausgeblendet und
mich gefragt wie die Wahrnehmung der Zeugin dann ausgefallen wäre; ein ganz normaler
Park für die Familie ohne jede Auffälligkeit hinsichtlich Kriminalität.

Desweiteren habe ich dann überlegt das der Täter für die wenigen Minuten Zeitvorsprung
auf jeden Fall Deckung suchen musste um nicht zufällig aus einem der gegenüberliegenden
Fenster beobachtet zu werden. Idealerweise bot sich da dieses Nische (Trampelpfad)
zwischen Tel.-Zelle und Abfalleimer an. Auf älteren Foto´s kann man das sehr gut erkennen.
Von dieser Position aus konnte er den Bereich vor den Tel.-Zellen gut einsehen um im
geeigneten Moment in Erscheinung zu treten. Ich nehme sogar an das Daniela ihn schon
in Höhe der Parkbank/Kastanie direkt gesehen hat und der Täter da schon auf sie zukam.
Getroffen haben sie sich in etwa zwischen der mittleren und der rechten Tel.-Zelle, so meine
Annahme. Da man mittlerweile davon ausgehen kann das die Tat vorsätzlich geplant war
wird der Täter darauf geachtet haben nicht von vorne gesehen zu werden, daher vermute
ich das der Täter überwiegend mit dem Rücken zu den gegenüberliegenden Häusern
gestanden hat, Daniela zugewandt die wiederum mit dem Gesicht ( ein wenig schräg nach
links) zu den Häusern gestanden hat.

Damit will ich nur zum Ausdruck bringen das, wenn es so gewesen ist, der Täter in Richtung
Park / Tel.-Zelle gesprochen hat. Beides wird den Schall überwiegend absorbiert haben, den
Rest wird die ausladende Baumkrone "geschluckt" haben. Selbst wenn es gegen Ende des
Streitgesprächs etwas lauter geworden ist. Im Gegensatz zum Täter werden Danielas
Worte von den gegenüberliegenden Häusern reflektiert bzw. verstärkt worden sein. So
stelle ich es mir jedenfalls vor und müsste eigentlich auch zutreffend sein. So, nun komme ich
auf den von der Ohrenzeugin genannten Punkt mit dem "ausländer-gebrochenem" Deutsch zu
zu sprechen.

Als ich das Videointerview mit dem ehem. Verdächtigen gesehen habe ist mir als erstes
dieser "gruselige" Dialekt aufgefallen. Ich kenne mich jetzt nicht wirklich mit den österr.
Dialekten aus, aber für mich vorstellbar das ein "starker" Dialekt durchaus sich, wie die
Zeugin es nannte, wie ein "ausländer-gebrochenes Deutsch" angehört haben kann. Man
muss wirklich versuchen sich in die Lage der Ohrenzeugin zu versetzen, die eventuell
davon aus dem Schlaf gerissen wurde und "schon wieder" mit den Negativerscheinungen
des Parks konfrontiert wurde. Das es auch ganz anders gewesen sein könnte hat sie erst
gar nicht in Erwähnung gezogen.

Bezgl. der Fingerabdrücke des Ex-TV werden diese vermutlich nicht nur am Lenker sondern
auch am Sattel und ggbf. an weiteren Rahmenteilen zu finden gewesen sein. Genauso wie
auch weitere Fingerabdrücke und DNA-Spuren von noch nicht identifizierten Fremdpersonen.
Das die Ermittler relativ schweigsam sind, da pflichte ich Dir bei, kann eben damit zu tun
haben das sie ihre Ergebnisse zurückhalten um nicht möglicherweise Täterwissen preis
zu geben. Allerdings würde ich mir wünschen das sie in Bezug auf den Täter öffentlich, so
weit es denn machbar ist, taktisch mehr in die Offensive gehen und mehr Verunsicherung
beim Täter erzeugen.

Das, was ich jetzt alles geschrieben habe, gehört eigentlich schon zu meinem Täterprofil.
Wer mag kann sich das ja auf meinem Blog mal ansehen. Allerdings gebe ich zu bedenken
das es nur ein Vorabentwurf mit einigen Lücken ist, da ich zwischendurch das Ganze immer
wieder von einer anderen Seite angehe. Wer Lust hat kann in der Kommentarfunktion
ja auch eigene Überlegungen beisteuern. Profil anzeigen ---> Blog von Lohengrin (oben links)

@nephilimfield
nephilimfield schrieb:Ich weiß aus sicherer Quelle, dass das Fahrrand stand, als die Sanitäter eintrafen.
Hier kann ich @nephilimfield ganz klar zur Seite stehen und das was er geschrieben hat
uneingeschränkt bestätigen. ;) Falls das Rad also gelegen haben sollte kann nur der Früh-
pensionist das Rad aufgehoben haben. Normalerweise ist das eigentlich nicht vorstellbar,
aber es wurde darauf hingewiesen das dieser Frühpensionär wohl psychische Probleme
hatte und da muss man derlei merkwürdiges Verhalten leider in Erwägung ziehen. Mir fällt
es eben nur schwer zu glauben das er das Rad "so weit weg" geschoben haben soll. Selbst
wenn das Rad vor einer der Telefonzellen gelegen hat konnte er immer noch die Andere
benutzen um den Notruf absetzen zu könne. Also ich würde das liegende Rad eher als
Zeitungsente ansehen. Mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen das im vorderen Rad
zwischen den Speichen eine Querverstrebung zu sehen. Vielleicht kann mir jemand die
Fragen beantworten welchen Sinn diese Querverstrebung hat bzw. warum diese Strebe
nicht auch am Hinterrad zu sehen ist. Ist jetzt nicht soo wichtig aber interessieren würde
es mich schon.

@Hammerstein
Vielleicht liegt es daran das man derlei Aussagen aus zeitlichen Gründen nicht wirklich
hinterfragt und das Ganze versucht hat aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und
wie wir ja schön sehen konnten waren die Meisten hier, meine Wenigkeit eingschlossen,
ebenfalls der Ansicht das diese Aussage als Unglaubwürdig anzusehen ist. Mag vielleicht
auch zu einem kleinen Teil in der Persönlichkeit der Ohrenzeugin begründet liegen. Ich selbst
habe mich auch erst wieder mit dieser Aussage beschäftigt nachdem dann der Anwalt der
Familie Kammerer die Info bekannt gab das Daniela zu Fuss gegangen ist. Darauf hin habe
ich mich dann zum x-ten Mal mit dem TO beschäftigt und versucht, es aus Sicht der Zeugin
zu betrachten.

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

05.10.2014 um 21:51
@Lohengrin

Also, ich stimme zu - es gibt in Österreich Dialekte, die wild sind, da muss man manchmal genau hinhören, ob das überhaupt Deutsch ist. Aber ich hab das Interview auch gesehen und ich glaube nicht, dass eine Innsbruckerin so einen Dialekt je als ausländischen Dialekt bezeichnen würde, ich halte das für fast ausgeschlossen. Und wenn wir uns erinnern - es gab ja eine Ohrenzeugin, die bereits nach der Tatnacht überall zitiert wurde (in der TT am nächsten Tag) - und die sprach von einem ganz normalen Deutsch ohne erkennbaren Akzent. Dann stellt sich die Frage - wer von beiden hat sich getäuscht. Und die Frage: Warum ist Ohrenzeugin 2 nicht längst damit an die Öffentlichkeit, wenn sie sich so sicher war und die Polizei ihr keinen Glauben schenkte. Ich finde das zu merkwürdig - nach all den vielen Jahren. Ich mag nichts unterstellen und ich entschuldige mich gerne, wenn ich falsch liege, aber es gibt auch Leute, die unbedingt ins Fernsehen wollen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

05.10.2014 um 22:20
@Hammerstein,
@Lohengrin,

wenn man die Schilderung der Ärztin nimmt, die kurz hintereinander zwei klatschende Geräusche mit den Händen ausführt, die wohl für die Stiche stehen sollten, dann hätte der Täter die Stiche binnen einer Sekunde ausgeführen müssen. Ich bezweifel, dass dies möglich ist. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum die Aussage der Ärztin nicht ernst genommen wurde. Zudem hätte DK die Stiche stumm ertragen. Das könnte zwar auf einen Schock zurück zu führen sein, aber andererseits gibt es doch die Aussage der anderen Zeugen, die nach einem lauten Streit Schreie gehört haben wollen. Wenn dies nach Ansicht der Gerichtsmediziner unmittelbar nach dem ersten Stich nicht mehr möglich gewesen wäre, hätte doch das Ermittlungesteam diese Version zumindest bezweifelt.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

06.10.2014 um 19:24
@Hammerstein
@Buchfink

Wäre schön wenn sich die erste Zeugin vielleicht auch einmal in einem Interview
dazu äußern würde. Dann hätte man einen direkten Vergleich, vor allem würde es mich
interessieren ob auch diese Zeugin sich zumindest grob an Worte oder Wortfetzen
erinnern kann.

Der Schrei kann natürlich auch unmittelbar vor dem ersten Stich erfolgt sein, denn Daniela
muss es mitbekommen haben wie der Täter das Messer hervorgezogen hat. Wo auch
immer er es versteckt hatte. Die zweite Attacke ist meiner Ansicht nach eine Panikreaktion
des Täters gewesen weil Daniela nach dem ersten Angriff nicht sofort zu Boden gesunken
ist wie es der Täter vermutlich erwartet hatte. - Dieser Punkt lässt mir keine Ruhe - weshalb
ich mich nebenbei auch etwas mehr mit der Clique um Daniela beschäftige und wie es
aussieht kann man Diese in zwei Cliquen (elitär und zum anderen lässig leger) unterteilen.

@nephilimfield
nephilimfield schrieb:Man kann übrigens von der DHS9 über die Ing.-Etzel-Straße auf die Amraserstraße gelangen, ohne dass man die Telefonzellen beim Sillpark bemerkt.
Richtig, aber wenn wir davon ausgehen das Daniela ihr Rad wieder im oder am KaKu-Heim
abgestellt hat dann wäre der naheliegendste Weg von der Dreiheiligenstrasse über die Weinhardstrasse auf die Amraserstrasse. Dann wäre sie quasi an der Telefonzelle
vorbeigelaufen. Aber wie Du schon angemerkt hast könnte diese auch defekt gewesen sein.

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin

Ausschnitt-location


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

07.10.2014 um 01:18
@Lohengrin
@Hammerstein

welches video meint ihr? kann jemand den link posten!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

07.10.2014 um 13:39
@Lohengrin
@Hammerstein
@Buchfink
Buchfink schrieb:wenn man die Schilderung der Ärztin nimmt, die kurz hintereinander zwei klatschende Geräusche mit den Händen ausführt, die wohl für die Stiche stehen sollten, dann hätte der Täter die Stiche binnen einer Sekunde ausgeführen müssen.
Laut Aussage der "neuen" Ohrenzeugin soll nach diesen Geräuschen die Frau gesagt haben: "Des tut man aber nit."
Das kommt mir dubios vor, weil ich nicht glaube, dass man nach einem Herz- und einem Lungenstich noch in der Lage ist, so etwas laut genug zu sagen.

@osttimor

Das Video mit dem Interview des ehemaligen Tatverdächtigen ist nicht mehr online. Ein transkribierter Ausschnitt davon:

ORF: Wie geht es Ihnen nach der Entlassung?

Die ganze Situation nimmt mich nach wie vor sehr mit. Ich kann nicht richtig schlafen. Also es war am Freitag bei der Haftentlassung nicht so, dass ich zuhause die Sektkorken habe knallen lassen und gefeiert hätte. So ist es auf gar keinen Fall. Ich habe Albträume, ich bin nach wie vor sehr traurig, und oft traurig.

ORF: Einer der Hauptbeweise waren ja die DNA-Spuren, die auf der Kleidung von Daniela Kammerer gefunden wurden. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als sie gehört haben, dass die von Ihnen stammen, wie haben Sie sich das erklärt?

Ich dachte mir, dass das eh logisch ist. Meine Aussagen muss ja die Kriminalpolizei auch gelesen haben und wenn man nebeneinander auf dem Sofa sitzt, ist es ja klar, dass es da zu DNA-Spuren kommen kann.

ORF: Jetzt haben Sie sich bereit erklärt, an die Öffentlichkeit zu gehen und zu erzählen, was Ihnen widerfahren ist. Warum machen Sie das?

Weil ich diese Situation auch gegenüber der Familie von Daniela Kammerer klarstellen möchte - wie es wirklich dazu kam. Denn ich weiß ja nicht, welche Informationen ihnen vorliegen. Glauben sie jetzt, dass ich tatsächlich der Täter sein könnte? Mir ist einfach ein Anliegen, dass der Familie auch die andere Seite der Geschichte bewusst wird, nicht nur die Seite der Cold-Case-Ermittler. Und ich will aufzeigen, wie schnell es gehen kann, wie schnell man alles verlieren kann und das, obwohl man nichts getan hat.

Das Gespräch führte Robert Berger.


http://noe.orf.at/news/stories/2630958/


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

08.10.2014 um 18:27
@nephilimfield

danke für den auszug!
mich hätte die audiospur deswegen so interessiert, damit ich mir im bezug auf die aussage von @Lohengrin eine eigene meinung bilden kann.
der angesprochen dialekt ist tirolerisch oder?
ich kann mir schon vorstellen, dass dieser dialekt vor allem auf deutsche (ausländer im allgemeinen) sehr befremdlich wirkt, aber die ohrenzeugin ist doch tirolerin und wird sicher einen (starken) tiroler dialekt von dem ausländischen akzent unterscheiden haben können!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.10.2014 um 00:23
@nephilimfield,
nephilimfield schrieb:Das kommt mir dubios vor, weil ich nicht glaube, dass man nach einem Herz- und einem Lungenstich noch in der Lage ist, so etwas laut genug zu sagen.
Das ist tatsächlich das wesentlichste Argument gegen die Auffassung der Ärztin dass sie Hörzeugin des Dramas war.
Andererseits gehe ich davon aus, dass die Ärztin eigentlich schon von ihrem Beruf her um diesen vermuteten Widerspruch wissen müsste. Insofern ist das schon etwas merkwürdig.

Des weiteren frage ich mich wie die Pärchenstimmung zum ganzen Geschehen passt. Da sind sind doch ganz andere, harmlosere Interpretationen für den letzten gehörten Satz "Des tut man aber nit." möglich oder sogar wahrscheinlich!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.10.2014 um 10:11
@osttimor,
osttimor schrieb:ich kann mir schon vorstellen, dass dieser dialekt vor allem auf deutsche (ausländer im allgemeinen) sehr befremdlich wirkt, aber die ohrenzeugin ist doch tirolerin und wird sicher einen (starken) tiroler dialekt von dem ausländischen akzent unterscheiden haben können!
sehe ich auch so. Hinzufügen möchte ich, dass die Zeugin von ihrem Beruf her doch immer wieder mit unterschiedlichsten Menschen zu tun hat; das dürfte sogar für einen geschärften Sinn für die Einschätzung der Herkunft sorgen. Ich habe zudem noch sehr stark im Gedächtnis, dass die Zeugin die Gesprächsfetzen des Mannes so wiedergab, dass für mich klar war, dass sie auf eine Herkunft vom Balkan abzielte!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.10.2014 um 11:21
@osttimor
@Buchfink

Soweit ich mich erinnere, sprach der ehemalige Verdächtige im Interview in einem niederösterreichischen Hochdeutsch. Ich kenne einige aus dem studentischen Umfeld - vor allem Ostösterreicher -, die keinen starken Dialekt sprechen. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die Ohrenzeugin so ein Idiom mit einem ausländischen Akzent verwechselt hätte.

Die ganze Situation, wie sie die Ohrenzeugin geschildert hat, wirkt eher so, als ob es zwei Ohrfeigen gesetzt hätte und nicht zwei tödliche Stiche.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

09.10.2014 um 12:10
@nephilimfield

warum hatte @Lohengrin dann den eindruck eines gruseligen dialekts?
Lohengrin schrieb:Als ich das Videointerview mit dem ehem. Verdächtigen gesehen habe ist mir als erstes
dieser "gruselige" Dialekt aufgefallen.


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10.10.2014 um 10:06
@osttimor

Da müssen wir @Lohengrin fragen. Der Dialekt war jedenfalls weit davon entfernt, als "ausländisch" missverstanden zu werden. Wobei natürlich die Einschränkung gilt, dass wir nicht wissen, wie der Ex-Verdächtige abseits von Fernsehkameras spricht.


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