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Maria Baumer

7.581 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Vermisst, 2012, Wald, Regensburg, Maria Baumer, Spaten, Lorazepam
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Maria Baumer

Maria Baumer

01.08.2020 um 09:29
monstra
schrieb am 13.12.2019:
Wie es sich damit lebt, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Jeder, auf den er in dieser überschaubaren Stadt getroffen ist, musste sich fragen, ob er nicht ein Mörder ist.
monstra
schrieb:
Weiß man, ob nicht F. Helfer hatte? Weiß man, ob Maria eine Ahnung hatte? Weiß man, ob nicht doch alles ganz anders war? Weiß man, ob es nicht doch ein Unfall war
Zwei unterschiedliche Zitate von Dir, sehe nur ich einen leichten Widerspruch? 😉


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Maria Baumer

01.08.2020 um 10:10
Fraukie
schrieb:
Lumpel schrieb:
Auch die Getränkeflasche nahe des Fundort findet bis jetzt noch zu wenig Beachtung.

Weißt Du was darüber, ob mal eine Aussage dazu getätigt wurde die einen Rückschluss darauf zulässt ob diese Wasserflasche überhaupt mit der Tat im Zusammenhang steht bzw ein solcher Zusammenhang mehr als nur eine Annahme ist?
Eine Erklärung ließe sich möglicherweise aus dieser chemischen Formel herleiten: CaO + H2O = Ca(OH)2
oder in Worte gefasst: Branntkalk + Wasser = Löschkalk.


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Maria Baumer

01.08.2020 um 11:36
Fraukie
schrieb:
Und wenn sich z.B. zwei Jura-Studenten kennenlernen, eine Freundschaft entwickeln, zusammen lernen usw.
Sollen die einander dann nach dem Studium den Krieg erklären, weil einer das Amt des Staatsanwaltes anstrebt während der andere sich der Strafverteidigung zuwendet?
Darum geht es doch gar nicht. Ich erwarte aber unmittelbar nach einem Verhandlungstermin in Anwesenheit des Mandanten eine Distanz zwischen Anklage und Verteidigung. Ob die Beteiligten in Ihrer Freizeit zusammen Golf spielen oder einen Biergarten aufsuchen ist dabei völlig nebensächlich.


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Maria Baumer

01.08.2020 um 23:52
onetz, 27.07.2012:
Vorsitzender Richter Michael Hammer hätte am Montag also eine ganze Reihe von Fragen an K. F. gehabt. Doch der Zeuge schwieg, "aufgrund meines Loyalitätskonflikts", wie er angab.
"https://www.onetz.de/deutschland-welt/regensburg/prozess-maria-baumer-drei-brueder-verlobten-verweigern-aussage-id3066584.html[/quote ("]https://www.onetz.de/deutschland-welt/regensburg/prozess-maria-baumer-drei-brueder-verlobten-verweigern-aussage-id306658...)

Vor einigen Tagen stöberte ich [wieder einmal] in meiner Agatha-Christie-Krimisammlung und las eines ihrer Werke, 'Mord in Mesopotamien', nochmals.

Beim Lesen der folgenden Textpassage musste ich unwillkürlich an den hier diskutierten Prozess denken:
Agatha Christies Detektiv Hercule Poirot sagt dort: "Loyalität ist die Pest, wenn es sich um die Aufdeckung eines Verbrechens handelt, sie verschleiert immer wieder die Wahrheit."


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Maria Baumer

02.08.2020 um 00:28
Zitat aus dem Newsblog zum Fall Baumer vom 29.07.2020:
Am Tag des Verschwindens seien Aktionen um 8.21 Uhr am PC, um 8.53 Uhr am Laptop. Weitere Aktionen um 9.03, 9.15 und 9.16. An einem USB-Stick sei um 9.16 bis 9.17 gearbeitet worden, trägt der Vorsitzende vor. Weitere Arbeiten gab es um 9.48 Uhr auf einer Festplatte.
https://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/live-der-prozess-um-maria-baumers-tod-21705-art1917691.html

Durch diese Daten wird der 'Jogging'-Story des Angeklagten der Boden komplett entzogen.
Denn all diese Computeraktivitäten fanden während des Zeitraums statt, in welchem er laut seiner Aussage angeblich beim 'mehrstündigen' Joggen war ... !


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Maria Baumer

02.08.2020 um 00:33
Daskann cf bestimmt entkräften. Bestimmt hat Maria diese Aktivitäten verursacht, zb beim zugticket kaufen *ironie*


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Maria Baumer

02.08.2020 um 04:29
@Fraukie

Muss soviel OT sein? Du blähst den Thread hier unnötig auf.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 09:25
Fraukie
schrieb:
Ich stehe diesem ständigem Wunsch die Beweggründe des Opfers mit einem Motiv erklärbar zu machen grundsätzlich skeptisch gegenüber.
Das muss natürlich "Täter" heißen.
pannettone
schrieb:
Es ist nun einmal die wesentliche "jumping point"-Frage, wie der Leichentransport logistisch von statten gegangen sein soll.
Mir fallen da Lösungen ein, die gar kein logistisches und zeitliches Problem darstellen.

Im Falle einer Täterschaft des Angeklagten halte ich es nach wie vor für am wahrscheinlichsten, dass Maria in dem Zeitraum zu Tode kam und zum Leichenfundort verbracht wurde, als alle übrigen Teilnehmer des Grillabends davon ausgingen, dass das Paar sich auf dem Heimweg in die gemeinsame Wohnung befindet.

Unterwegs kam es bei "meiner Tathergangshypothese" dann z.B. durch ein vorbereitetes Getränk zu einer tiefen Sedierung des Opfers mit Lorazepam, zu Tode kam sie dann am späteren Leichenfundort. Wie genau dürfte ohne Geständnis nicht mehr zu klären sein, am wahrscheinlichsten erscheint mir z.B. eine tödliche Injektion von Insulin.
Dort wurde ihr Körper dann entkleidet, die Kleidung wurde entweder entsorgt oder zur Stärkung des Alibis mit in die gemeinsame Wohnung genommen (bisher finde ich keine wirklich klaren Aussagen dazu ob diese Kleidung nun wieder aufgetaucht ist oder nicht).
Dann wurde der Körper in die Grube verbracht, die meiner Ansicht nach bereits vorbereitet war, u.A. mit Branntkalk bestreut und mehr oder weniger gründlich vergraben, ob zu diesem Zeitpunkt auch Wasser oder irgendeine sonstige Flüssigkeit zur "Aktivierung" des Branntkalkes zugefügt wurde bleibt offen.

Anschließend fuhr der Täter dann zur Wohnung.
pannettone
schrieb:
Das kann aber wiederum nicht sein, wenn der PC in der Wohnung CF/MB von einem der beiden persönlich um 23:37 hochgefahren wurde, da das zeitlich nicht funktioniert.
Da wir weder wissen wie präzise die BIOS-Einstellung der dieser Zeitstempel entnommen wurde ist, noch wirklich nachvollziehbar war ob der PC wirklich durch eine davor sitzende Person hochgefahren wurde (u.A. weil nicht geprüft wurde ob eine Passworteingabe erfolgte) sehe ich hier keinen echten "Zeitkonflikt".

Darüber hinaus halte ich es ebenfalls für möglich, dass die Angaben der anderen Anwesenden darüber wer wann heimfuhr nicht korrekt sein müssen und zwar nicht, weil ich hier jemanden der Lüge bezichtige, sondern weil es meiner Ansicht nach kein bisschen merkwürdig ist, wenn man da nicht so genau auf die Uhr schaut und alles völlig korrekt in Erinnerung hat.

In meinem sozialem Umfeld ist es üblich, wenn Leute die spät heim fahren und/oder es etwas weiter haben kurz eine "Sind gut daheim angekommen - SMS" senden, ohne dieses "Ritual" könnte ich in den wenigsten Fällen sagen wer sich wann auf den Heimweg gemacht hat, zumindest nicht ohne die eine oder andere Stunde daneben zu liegen.
pannettone
schrieb:
Eine weitere Merkwürdigkeit ist die gefundene Damenbinde am Leichenfundort. Auch das ist leider zu Diskutieren. Wie kommt die da hin, sollte sie dem Opfer gehören.
Als "Merkwürdigkeit" würde ich das nicht bezeichnen.
Ebenso wie die Wasserflasche wurde diese Damenbinde nun einmal am Leichenfundort aufgefunden und das wurde dann, so wie es sein soll, entsprechend vermerkt und das Fundstück als Spur gesichert.

Da bisher zu der Damenbinde ebenso wie auch im Bezug auf die Wasserflasche keine Angaben öffentlich gemacht wurden bezüglich fallrelevanter Spuren, bleibt offen, ob diese Gegenstände überhaupt im Zusammenhang mit der Tat stehen oder auf ganz anderem Weg und ggf gar einem anderem zeitlichen Kontext an den Leichenfundort geraten sind (z.B. mittels Verschleppung durch ein Tier, dass Leute Müll im Wald rumliegen lassen und manch Gegenstand dann von Tieren aus "Gründen" irgendwo hin verschleppt wird ist doch leider keine Seltenheit).
pannettone
schrieb:
Übrigens besonders skurill ist wohl noch die Gruppe von Personen, die Pilze sammelnd die sterblichen Überreste entdeckt haben.
Hier sehe ich nicht, was daran "skurril" sein soll.
Das Pilzsucher Bereiche von Wald und Flur ergründen an die es die meisten Spaziergänger eher nicht verschlägt ist völlig normal.
Darüber hinaus muss man den Waldboden schon etwas genauer anschauen, wenn man Pilze nicht nur suchen, sondern auch finden möchte. Dass man dadurch auch immer mal etwas findet an dem Andere mehrfach vorbeigelaufen sind ist kein Fall für die X Akten.
pannettone
schrieb:
Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, eine Gruppe von Personen aus einem buddistischen Seminar, die von der Schwägerin des CF geleitet wurde
Eine verlässliche Quelle habe ich dazu nicht finden können (ich erhebe aber keinen Anspruch darauf alles gelesen zu haben).
Unter einem Artikel verwies hier jemand auf das Allmyforum als "Quelle" aber auch ohne weiteren Nachweis und das auf Facebook ein Kommentar der diese Behauptung aufstellt mit den Worten "Fakt ist..." anfängt ist als Beleg eher schwach.
Allerdings:
Selbst wenn es so wäre.
Der Täter hat diesen Platz vermutlich ausgesucht, weil er wenig besucht und recht übersichtlich, aber mit einem Auto noch sehr gut zu erreichen ist.
Ein Pilzsucher hätte ganz ähnliche Anforderungen an den Ort seiner Suche und wenn Täter und "Führer der Pilzsucher" beide ortskundig sind, dann kann ihnen die gleiche Stelle geeignet erscheinen, ganz egal ob sie befreundet, verwandt sind oder sich gar nicht kennen.
pannettone
schrieb:
und diese Gruppe findet die sterblichen Überreste exakt am Jahrestag der geplanten Hochzeit...
Das wird sehr viel weniger mysteriös, wenn man sich klar macht, dass der geplante Hochzeitstag einfach mal in der Zeit des Jahres lag in der Pilzsucher vielerorts losziehen.
Wenn die sterblichen Überreste einer (vermissten) Person außerhalb entsprechender Suchmaßnahmen gefunden werden, dann ist genau genommen immer irgend ein Zufall im Spiel ohne den dieser Fund nicht bzw später und unter anderen Bedingungen stattgefunden hätte.
Das kann eine gerissene Hundeleine sein, die Bello die Möglichkeit gibt solch ein "Grab" ausfindig zu machen, ein andermal bleibt genau dort jemand mit einem Auto liegen und vertreibt sich die Zeit die er auf den Pannendienst wartet indem er ein bisschen spazierengeht, aber nicht zu weit weg vom Auto, was regelmäßig auch auf etwas genauere Betrachtung von Boden und Umgebung führt, Förster, Pilzsucher oder sonstwer rennt aus irgendwelchen Gründen nicht nur dort herum, sondern ist dabei auch aufmerksam...
Genau genommen ist solch ein Fund doch immer Zufall.
Trafo
schrieb:
Vielleicht war er auch komplett überfordert mit so einer taffen Frau und hatte keine Strategie sich aus der Beziehung zu lösen.
Soweit ich das richtig in Erinnerung habe waren die Beiden doch aber schon länger zusammen und keiner der Zeugen hat erwähnt, das Maria mal "ganz anders" gewesen sei und urplötzlich die selbstsichere Seite an sich gefunden hat.
Trafo
schrieb:
Konnte er vielleicht nicht nein sagen?
Im Hinblick auf das Wahrnehmen und Verstehen des Begriffes "Nein." hat der Angeklagte ja ganz ohne Frage ein recht erhebliches Problem aber das sagt über den Umkehrschluss nichts aus.
Schneewi77chen
schrieb:
Unabhängig davon könnte die Damenbinde - so sie denn überhaupt Maria gehörte - Aufschluss über den Todeszeitpunkt liefern, sofern man ihren Menstruationskalender kennen würde.
Das ist zwar ein guter Gedanke.
Aber da Maria wegen ihrer Endometriose in Behandlung war und soweit ich weiß sogar eine Operation anstand würde ich mal annehmen, dass die Ermittler die Gynäkologin des Opfers dahingehend bereits befragt haben.
Da dies aber nicht weiter erwähnt wird vermute ich mal, dass es hier keinen nennenswerten Erkenntnisgewinn gab.
Seidenraupe
schrieb:
Die durch tavor ausgelösten erinnerungsluecken von 2 Frauen sind jedenfalls dokumentiert und cf ist als Verursacher ueberfuehrt.
Soweit ich weiß ist nur eine "Erinnerungslücke aufgrund von Tavorgabe durch den Angeklagten" wirklich belegt und das ist die, die im Zusammenhang mit der Tat steht bei der er wegen Körperverletzung verurteilt wurde.

Sowohl hinsichtlich des "Filmrisses nach dem DVD Abend" bei diesem Opfer, als auch der Gedächtnislücke von der Maria berichtete gab es meines Wissens nicht die Chance die Ursache bzw den Verursacher nachzuweisen.
Seidenraupe
schrieb:
Die Unfalltheorie kann man getrost vergessen. Kein Krankenpfleger resp Student der humanmedizin greift zu brandkalk und zu einem vorbereiteten Grab, wenn der Gaul seiner Verlobte durchgeht, sie vom Pferd faellt und sich tödliche Verletzungen zuzieht. Passt auch nicht zu den Google ergriffen.
Auch wenn ich hier definitiv nicht von einem Unfall ausgehe muss man bei sowas schon gehörig aufpassen, dass man eine alternative, ebenfalls mögliche Erklärung irgendeines Faktors nicht beiseite schiebt, nur weil sie nicht in das Gesamtbild passt, dass man am Ende des Puzzles meint erhalten zu müssen.
Da kommt man dann sehr schnell auf den Holzweg bei dem "passende, belastende Hinweise" mitunter überbewertet werden, während alternative Erklärungen, Widersprüchlichkeiten und Anderes, was nicht ins Bild passt, übergangen oder kleingeredet wird.
Da sollte man sehr vorsichtig sein.
Seidenraupe
schrieb:
Ich werde hier die schaegerin nicht verdächtigen, falsche Angaben zum Abend gemacht zu haben!
Das sehe ich als äußerst wichtige und sinnvolle Äußerung an, das ist ein Beispiel, dem der eine oder andere hier ggf folgen sollte.
Zweifel haben ist eine Sache, Zeugen aber nachzusagen, dass sie vor Gericht gelogen hätten, das ist eine sehr schwere Anschuldigung.
monstra
schrieb:
Es gab auch schon Verurteilungen ohne Leiche, ohne (genaue) Todesursache, (genauen) Tatort und ohne (genaue) Tatzeit.
Exakt.
Ohne Leiche wäre es in diesem Fall meiner Ansicht nach sehr schwierig geworden.
Aber für die Aspekte "genaue Tatzeit" und "genauer Tatort" dürfte es ausreichen, wenn der TV in dem Zeitraum zwischen "Verlassen des Reiterhofs" und "Erstattung der Vermisstenanzeige" die zeitliche und logistische Möglichkeit hatte um das Opfer an den Leichenfundort zu verbringen.
Ist das erfüllt und sieht der Richter die Indizien als hinreichend an, dann dürfte einem Schuldspruch nichts im Wege stehen, auch wenn sich die Todesursache, die genaue Tatzeit, der Tatort und selbst das Motiv nicht mehr großartig klären lassen.
pannettone
schrieb:
Die Zweifel an dem Grillabend entstehen doch dadurch, da es momentan keinen schlüssigen und logischen Tatablauf gibt.
Eigentlich gibt es sogar mehrere mögliche Tatabläufe, lediglich die präzise Festlegung auf das genaue Tatgeschehen ist nicht wirklich möglich.
Aber bei ausreichender Beweislast ist es auch primär wichtig ob irgend ein Tatablauf möglich ist.

Gäbe es so gar keinen Tatablauf, der mit den belegbaren Tatsachen vereinbar ist, dann wäre doch gar keine Anklage erhoben wurden (zumindest würde ich mal vermuten, dass es schon zu den CO-Kriterien gehört ob der Angeklagte überhaupt die Möglichkeit hatte die ihm vorgeworfene Tat zu begehen, korrigiert mich, wenn das nicht korrekt ist).
Von daher gehe ich davon aus, dass die Staatsanwaltschaft mindestens einen möglichen Tatablauf so rekonstruieren konnte, dass keine Konflikte mit gesicherten Fakten im Weg stehen.
monstra
schrieb:
Weiß man, ob nicht F. Helfer hatte?
Die Staatsanwaltschaft scheint das entweder nicht zu vermuten oder aber sieht keine Chance das zu belegen, von daher würd ich sagen: "Nope, weiß man nicht."
monstra
schrieb:
Weiß man, ob Maria eine Ahnung hatte?
Da ich "erwarte", dass die Heimtücke u.A. mit der Arglosigkeit des Opfers zu begründen wäre, vermute ich, dass die Staatsanwaltschaft nicht davon ausgeht, dass Maria irgendwelche "Warnzeichen" beobachtet hat und ihre engeren Vertrauten erwähnten ja auch nichts in der Richtung.
monstra
schrieb:
Weiß man, ob nicht doch alles ganz anders war?
Geht es bei so einem Prozess nicht im Grunde darum zu klären, dass ein gänzlich anderer Ablauf, der dann ggf auch einen anderen Täter möglich erscheinen lässt mindestens "extrem unwahrscheinlich" ist, wenn es schon nicht möglich ist zu belegen, dass es nicht anders gewesen sein kann?
Was wäre denn das deutsche "Pendant" von "beyond a reasonable doubt"? Oder läuft das im deutschen Recht ganz anders?
monstra
schrieb:
Weiß man, ob es nicht doch ein Unfall war?
Ich würde mal vermuten, dass es auch hier darum geht herauszuarbeiten bzw zu begründen warum das mehr als unwahrscheinlich ist?
monstra
schrieb:
Gerichte müssen sich an Beweismittel halten. Und das hat auch seinen guten Grund. Wir kämen sonst in Teufels-Küche.
Da bin ich ganz Deiner Meinung.
Oft habe ich das Gefühl, dass viele Menschen nicht recht verstehen (wollen), dass zwischen:
"Ergibt total Sinn, dass das so und nicht anders abgelaufen ist." und "Kann es auch hinreichend sicher bewiesen werden?". manchmal eben Welten liegen und es in einem Rechtsstaat eben auch dann zu einem Freispruch kommen muss, wenn die Beweise einfach nicht ausreichen, selbst (oder vielleicht grade) dann, wenn hier und im Gerichtssaal die Stimmung herrscht..
Wie schrieb hier ein User, der ab und zu an den Verhandlungen teilnimmt sinngemäß..
"Da weiß schon jeder, wer der Täter ist."

Da kannste den Angeklagten im Falle eines Freispruches ja eigentlich nur in "Schutzhaft" behalten und dann mit ner neuen Identität irgendwo anders hinbringen, denn ich habe ernste Zweifel daran, dass der Richter sich darauf verlassen kann, dass "das Volk" einen Freispruch respektieren würde.
Der Gedanke ist für mich ziemlich beängstigend.
emz
schrieb:
Eine Erklärung ließe sich möglicherweise aus dieser chemischen Formel herleiten: CaO + H2O = Ca(OH)2
oder in Worte gefasst: Branntkalk + Wasser = Löschkalk.
Das das eine mögliche Erklärung sein kann stand ja von Anfang an zur Diskussion (auch wenn ich da eher nen Wasserkanister erwartet hätte)

Mich interessiert ob es mittlerweile irgendwelche Äußerungen dazu gibt ob die Flasche dem Tatgeschehen tatsächlich irgendwie zugeordnet werden konnte, bisher finde ich keine Aussage die das wirklich stützt oder ausschließt.
Durchblick0815
schrieb:
Ich erwarte aber unmittelbar nach einem Verhandlungstermin in Anwesenheit des Mandanten eine Distanz zwischen Anklage und Verteidigung. Ob die Beteiligten in Ihrer Freizeit zusammen Golf spielen oder einen Biergarten aufsuchen ist dabei völlig nebensächlich.
Soll nicht so klingen, als wolle ich Dir da Deine Ansicht schlecht reden oder so, ich finds nur spannend, wie krass unterschiedlich, so scheinbar banale Ansichten sein können.
Liefe das so, also das Verteidiger und Staatsanwalt vor meinen Augen so tun als seien sie einander "spinnefeind" und dann abends golfen gehen solang der Mandant nicht dabei ist, da käme ich mir vermutlich veralbert vor. Ich hätte es lieber, wenn die sich vor mir einfach ganz genau so geben wie sie auch sind, wie soll ich denn sonst ihre Professionalität beurteilen?

Frage an die Juristen:
Gibt es da eigentlich irgendwelche Regelungen?
Also dass Staatsanwalt, Verteidigung und Richter keine privaten Verbindungen haben dürfen, wenn sie in einem Fall "gegeneinander antreten"?
Oder ist das lediglich darüber geregelt, dass sie sich einem laufenden Fall eben nur vor Gericht widmen dürfen, aber nicht, wenn außerhalb des Prozesses aufeinander treffen?


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Maria Baumer

02.08.2020 um 09:48
monstra
schrieb:
Die Staatsanwaltschaft wird allerdings noch erklären müssen, wie Maria Baumer vom Tatort in der Dechbettener Straße zum Fundort der Leiche transportiert worden ist.
Das würde mich auch interessieren.

Mittlerweile denke ich dass es vielleicht falsch sein könnte, von einem genau determinierten und akribisch durchgeplanten Mord an jenem Abend auszugehen. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass die Aussetzer die Maria zu einem Arztbesuch bewegt hatten, auf heimliche Medikamententests ihres Verlobten zurückzuführen waren. Was aber, wenn es sich dabei eher um abgebrochene Fehlversuche handelte?
Wenn man davon ausgeht dass der Angeklagte schon zuvor erfolglos versuch hätte Maria mit Medikamenten umzubringen, ergäbe sich für den eigentlichen Mordabend zwar kein komplett anderes Bild - einige Aspekte könnten aber in einem leicht anderen Licht erscheinen.

Es wäre dann zum Beispiel durchaus denkbar, dass der Angeklagte den Mord an diesem Abend nicht fest eingeplant, sondern einfach eine günstige Gelegenheit genutzt haben könnte. So könnte Maria z.B. auf der Heimfahrt um eine Wasserflasche gebeten haben, die der Verlobte bereits vorbereitet im Auto gelagert hatte. Dann könnte sie tatsächlich auch auf der Rückfahrt in Ohnmacht gefallen und der Ort an dem sie schließlich "bestattet" wurde könnte rein zufällig ausgewählt worden sein. Der Angeklagte könnte eine sterbende oder bereits tote Maria auch einfach erstmal dort abgelegt haben und dann nachhause gefahren sein um den Laptop hoch zu fahren und später mit Kalk und Spaten zurückzukehren.

Bisher verstehe ich jedenfalls noch nicht so ganz, warum sich die Staatsanwaltschaft auf eine Tötung zuhause festlegt. Das scheint die komplette Anklage unnötig angreifbar zu machen. Aber ich wurde schon mehrfach durch Zeugenaussagen überrascht, die zunächst spekulativ wirkende Aspekte der Anklage klar untermauerten - wie etwas das angenommene Motiv. Sehr wahrscheinlich wird auch die Hypothese zum Tathergang bzw. Tatort noch bekräftigt.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:09
Falstaff
schrieb:
Der Angeklagte könnte eine sterbende oder bereits tote Maria auch einfach erstmal dort abgelegt haben und dann nachhause gefahren sein um den Laptop hoch zu fahren und später mit Kalk und Spaten zurückzukehren.
Sorry, Bearbeitungszeit abgelaufen.

Dieser Aspekt scheint mir allerdings so wichtig, dass ich ihn noch einmal vertiefen möchte:

Wenn man davon ausgeht dass der Angeklagte Maria an jenem Abend tötete weil sich eine günstige Gelegenheit ergeben hatte, würde plötzlich einiges Sinn ergeben. Insbesondere das Hochfahren von Maria's Laptop könnte man dann als bewusst gesetztes, falsches Lebenszeichen deuten. Auch die mehr oder weniger improvisiert wirkende Bestattung mit all den Leichtsinnsfehlern, wäre eher nachvollziehbar. Weiterhin würde sich damit auch das Problem erledigen, einen nicht ganz einfachen Transport der Leiche von der Wohnung an den Bestattungsort erklären zu müssen.

Gleichzeitig würde das aber eben auch nicht gegen eine Mordabsicht sprechen. Der Mord kann ja durchaus geplant, der genaue Zeitpunkt aber von einer günstigen Gelegenheit abhängig gewesen sein.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:30
@Falstaff
Variante: Er fährt mit einer toten Maria zur Wohnung, lässt die Tote im Auto, sprintet hinein, fährt den PC hoch, kehrt ganz schnell zum Auto zurück und setzt sein „Werk“ fort.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:34
Falstaff
schrieb:
Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass die Aussetzer die Maria zu einem Arztbesuch bewegt hatten, auf heimliche Medikamententests ihres Verlobten zurückzuführen waren. Was aber, wenn es sich dabei eher um abgebrochene Fehlversuche handelte?
Von Fehlversuchen gehe ich nicht aus. Dann hätte der Angeklagte trotz Wissen um die tödliche Dosis signifikant unterdosiert. M.E. wollte er mit den Gedächtnisaussetzern Zweifel an Marias Geisteszustand und an ihrer Gesundheit schüren, um einen spontanen Kurztrip, einen plötzlichen Tod (auf dem Kurztrip) oder sogar einen spontanen Suizid denkbar zu machen. Nicht umsonst hat er ausgesagt, MB habe am Telefon verwirrt gewirkt. Und diese Verwirrung ist ärztlich bescheinigt als Teil eines perfiden Plans.
Falstaff
schrieb:
Es wäre dann zum Beispiel durchaus denkbar, dass der Angeklagte den Mord an diesem Abend nicht fest eingeplant, sondern einfach eine günstige Gelegenheit genutzt haben könnte.
@Falstaff
Ich denke schon, dass der Termin fix war. Am nächsten Tag wollte man Hochzeitseinladungen austragen, und das lange Pfingstwochenende dürfte die letzte Möglichkeit vor der Hochzeit für eine halbwegs glaubwürdige Auszeit gewesen sein.

Dass der mutmaßliche Mörder Fehler gemacht hat, liegt nicht an der Spontanität der Tat, sondern in der Natur der Sache, .


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:35
SR
schrieb:
Variante: Er fährt mit einer toten Maria zur Wohnung, lässt die Tote im Auto, sprintet hinein, fährt den PC hoch, kehrt ganz schnell zum Auto zurück und setzt sein „Werk“ fort.
Das kann ich mir allerdings weniger vorstellen. Mit einer Leiche im Wagen nach Regensburg zu fahren, wäre geradezu irrwitzig riskant gewesen, auch nachts.

Wenn er sie unterwegs getötet hätte, hätte er sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch unterwegs zwischengelagert um dann nachhause zu fahren und Werkzeug zu holen.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:38
Mr.Stielz
schrieb:
Ich denke schon, dass der Termin fix war. Am nächsten Tag wollte man Hochzeitseinladungen austragen, und das lange Pfingstwochenende dürfte die letzte Möglichkeit vor der Hochzeit für eine halbwegs glaubwürdige Auszeit gewesen sein.
Eine Auszeit wie er sie simulierte, hätte er zu jedem Zeitpunkt platzieren können. Es ging ja um eine für alle völlig unvorhersehbare Auszeit mit potentiell unbegrenzter Dauer, bzw. sogar einem angedeuteten Suizid. Dazu braucht man kein Pfingstwochenende abwarten. Eine derartige Auszeit wäre zu jedem anderen Tag des Jahres genauso (wenig) plausibel gewesen, wie an Pfingsten.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:50
Mr.Stielz
schrieb:
Und diese Verwirrung ist ärztlich bescheinigt als Teil eines perfiden Plans.
Deshalb ist es meiner Meinung nach auch kein Widerspruch, dass er unbedingt wollte, dass sie zum Arzt geht.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:54
Mr.Stielz
schrieb:
Von Fehlversuchen gehe ich nicht aus. Dann hätte der Angeklagte trotz Wissen um die tödliche Dosis signifikant unterdosiert.
Du hast mich missverstanden: Mit Fehlversuch meinte ich einen fehlgeschlagenen Mordversuch. Und für einen Mord, wäre die Dosis dann eben nicht über- , sondern unterdosiert gewesen.
Mr.Stielz
schrieb:
M.E. wollte er mit den Gedächtnisaussetzern Zweifel an Marias Geisteszustand und an ihrer Gesundheit schüren, um einen spontanen Kurztrip, einen plötzlichen Tod (auf dem Kurztrip) oder sogar einen spontanen Suizid denkbar zu machen. Nicht umsonst hat er ausgesagt, MB habe am Telefon verwirrt gewirkt. Und diese Verwirrung ist ärztlich bescheinigt als Teil eines perfiden Plans.
Das wäre dann aber kein perfider, sondern ein schlechter Plan gewesen. Denn er hätte damit rechnen müssen dass ein Arzt die durchaus gängigen Medikamente entdeckt und wäre dann direkt unter Verdacht geraten.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:54
Falstaff
schrieb:
Bisher verstehe ich jedenfalls noch nicht so ganz, warum sich die Staatsanwaltschaft auf eine Tötung zuhause festlegt. Das scheint die komplette Anklage unnötig angreifbar zu machen.
Oder genau das Gegenteilteil, weil anhand irgendwelcher -uns heute noch unbekannter Indizien- eine Tötung nur Zuhause in Frage kommt.

Oder vielleicht ist man weniger angreifbar, wenn man die vermeintliche Tötung nach Hause verlegt, weil die Verteidigung der Staatsanwaltschaft ansonsten bestimmte zeugen- und digitalbasierte Zeitpläne vorgelegt hätte, die einer Tötung direkt nach dem Grillabend widersprächen.

Die Anklage lediglich auf einer Tötung Zuhause und ohne Zeitpunkt aufzubauen, ist daher vielleicht ein gekonnter Schachzug


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:55
@Falstaff
Das Pfingstwochenende war zumindest die letzte Gelegenheit für eine dreitägige Pilgerfahrt, also für ein freiwilliges Verschwinden, bei dem man sich nicht unmittelbar Sorgen machen musste. Eine Pilgerfahrt zu einem anderen Termin wäre wahrscheinlich nicht mit dem neuen Arbeitsplatz vereinbar gewesen und hätte früh zu Zweifeln an seiner Geschichte Anlass gegeben. Eine Suizidankündigung gar hätte sofortiges Handeln von seiner Seite und von Seite der Polizei nötig gemacht.

Das Pfingstwochenende war also optimal, die Auszeit halbwegs glaubhaft zu inszenieren, sich mehrere Möglichkeiten nebulös offenzuhalten und behördliche Alrivitäten zu verzögern.


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Maria Baumer

02.08.2020 um 10:59
Mr.Stielz
schrieb:
Das Pfingstwochenende war also optimal, die Auszeit halbwegs glaubhaft zu inszenieren, sich mehrere Möglichkeiten nebulös offenzuhalten und behördliche Alrivitäten zu verzögern.
Und wie wollte er dann erklären, dass sie nach 3 Tagen nicht wieder zurückkam?

Nichts deutet darauf hin, dass er eine Pilgerfahrt vortäuschen wollte und es wäre auch ein völlig unsinniger Plan gewesen, weil die Erklärung einer 3-tägigen Pilgerfahrt eben nur 3 Tage gewirkt hätte.

Die Vermutung der Pilgerfahrt stammte vielmehr wohl von Maria's Familie und er hat das nur aufgegriffen. Seine Vertuschungsaktivitäten deuten eher darauf hin, dass er einen Suizid nahelegen wollte. Das würde auch wesentlich mehr Sinn machen weil er von vorneherein wusste, dass er die Abwesenheit Maria's nicht nur für 3 Tage, sondern für immer erklären müsste.

Die Überlegungen rund um das Pfingswochenende sind damit hinfällig.


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