Unschweigsam schrieb:Hier meine Meinung
1.Stromgenerator
2. Warme Decken
3. Essen
4. gute Taschenlampen
5. Gasgrill
1. Stromgenerator (falls dieser sicher einsetzbar ist)
ansonsten weiter mit:
2. Warme Decken und warme Kleidung (solide Winterkleidung)
3. Essen, Wasser
4. (Bar-)Geld um die Region zu verlassen (aus Berlin wäre ja keine Flucht nötig gewesen - man hätte ein Hotelzimmer in einer anderen Stadt nehmen können*)
5. Möglichkeiten hygienisch mit menschlichen Ausscheidungen umzugehen
6. Taschenlampen (warum ich die so weit hinten platziere: da ich sie erstens als normalen Haushaltsgegenstand ansehe, zweitens aber in der Situation als nicht so kritisch)
7. Grill, Campingkocher (falls dieser sicher einsetzbar ist)
Ganz wichtig finde ich darüber hinaus, bescheid zu wissen, was man
nicht tun darf: Stromgenerator (außer Solar) auf den Balkon oder vors Haus; auf dem Balkon grillen und Grill wieder einholen - beides sehr gefährlich -, aber dann auch alles rund ums Klo. Das noch zu nutzen und zu versuchen, irgendwie nachzukippen, führt schnell zu einer üblen, stinkenden Verstopfung. Besser, gerade wenn man keine Campingtoilette hat: in Tüten ausscheiden (diese z.B. in die Toilette einspannen), wegwerfen.
Es gibt ingesamt IMHO so einiges, das man evl. instinktiv auf die Schnelle machen würde, das aber arg verkehrt bis extrem gefährlich ist. Gut sowas mal vorher durchzugehen, wie die Sache mit Generator und Grill, aber auch, bei welchen Bränden der Eimer Wasser nicht eingesetzt werden darf.
In dem Fall wären wir sicherlich, es wäre ja möglich gewesen*, nach einigen Tagen in eine andere Stadt gereist, auch auf eigene Kosten zum Vollpreis, also wenn bei Freunden unterkommen nicht möglich gewesen wäre.
*Dass das organisatorisch nicht immer so leicht geht, übersehe ich nicht; bei uns persönlich wäre es wohl möglich gewesen, nehme ich unseren Beruf, unsere Gesundheitssituation, aber auch die finanzielle Situation an. Wir könnten eine Bahnfahrt und einige Wochen einfaches Hotel etc. bezahlen. Letzteres wäre früher für uns aber nicht immer möglich gewesen.
PrivateEye schrieb:Und es passt so, ich mach mir auch keinen Stress damit, also alles im Lot.
Ebenso. Nur weil man z.B. einen Plan hat, was man z.B. bei Brand, Überschwemmung... am besten tun sollte, und Dokumente griffbereit hat, ist es ja nicht so, dass man panisch auf Katastrophen wartet. Es ist mir eher begegnet, dass ich (dadurch) bei vielem viel entspannter reagiere.
PrivateEye schrieb:Einen Stromgenerator kannst du leider nicht überall aufbauen/installieren. Besonders in Mietswohnungen.
Kann ich auch nicht - Mietwohnung, nur Balkon, frühere Wohnung hatte nur eine Terrasse, da einen Dieselgenerator laufen zu lassen wäre lebensgefährlich da viel zu nahe an Türen, Fenstern dran.
Dafür kann man aber z.B.:
- darauf achten wichtige Geräte mit Akku vollgeladen zu haben
- Adressen, Telefonnummern, e-Mail-Adressen aufgeschrieben haben
- gerade in einer Region mit viel Sonne: einen Solargenerator/Powerstation, derartiges ist auch für den Balkon geeignet (das ist kein "Balkonkraftwerk", sondern ein mit Solar ladbarer sehr großer Akku)
- sicherstellen, dass lebenswichtige strombetriebene Geräte für alle Bewohner (inkl. Haustiere) irgendwie stromlos ersetzt werden können
Beispiel: Falls man kühlpflichtige Medikamente, Beatmungsmaschinen, ein elektrisches Behindertenfahrzeug (e-Rollstuhl etc.) nutzen muss, Babypflege (damit kenne ich mich nicht wirklich aus, wie wichtig ist z.B. Flasche erwärmen und sterilisieren wirklich falls man nicht stillt? würde mich da definitiv informieren falls wir ein Baby hätten), oder Haustiere hat die Strom benötigen, v.a. Aquarien- und Terrarienhaltung. Mein Haustier ist eine Bartagame (wer's nicht kennt: eine größere Wüstenechse), hat im "Normalbetrieb" 200 W Wärmelampen und eine starke UV-Lampe. Würde ich in einer kälteren Region/ in einer Region in der man heizen muss leben, müsste ich als Backup mit "Knick" aktivierbare Handwärmer und eine Styroporbox parat haben (habe ich trotzdem: alte Kühlbox mit in den Deckel gebohrten Löchern, sowie die Handwärmer die ich normalerweise für Astro-Beobachtungsnächte nutze). Hier ist es immerhin so warm, dass es fürs Tier nie gefährlich kalt würde, und UV ließe sich auf dem Balkon (Außenkäfig sowieso vorhanden) zuführen.
Wir leben im 13. Stock. Wie kommt man bei Aufzugsausfall rauf und runter? Ich kann die Strecke laufen.
Auch ein paar Infos kann man immer dahaben, z.B. Anlaufstellen. Wir haben einige Zeit in einer Region mit einem Klima (v.a. bzgl. Winter) ähnlich dem in Deutschland, aber schlecht isolierten Häusern und viel Stromausfall, gelebt. Stromunabhängig heizen war leider nicht möglich; wir haben keine Mietwohnung mit Holzofen gefunden. Wir hatten uns einen Plan gemacht was bei Stromausfall im Winter zu tun ist und ab wann wir die Wohnung womit verlassen würden nebst wohin (es gab bekannte Wärmeanlaufstellen). Wir waren damals einmal in der Situation, in einer weiteren halben Stunde die Wohnung zu verlassen, die Wohnungstemperatur war runter auf knapp 5 °C; der Strom kam gerade dann wieder.
Zur Powerbank: Die haben wir bei längeren Strecken (auch wandern) dabei. Ansonsten nutze ich mein Handy sehr wenig; ist ein reines Notfallhandy sowie der Akku noch gut in Schuss.
Wir haben für zu Hause eine Powerstation mit Solarpanels mit der sich z.B. ein Laptop aufladen, ein Computer, eine Stehlampe betreiben lässt. Lebenswichtige Dinge sind bei uns glücklicherweise nicht von Strom abhängig, wir müssen auch nicht heizen. Allerdings haben wir beide Berufe mit hoher Stundenzahl, z.T. internationalen Deadlines - da interessiert ein "wir hatten bei uns in der Atacama zwei Tage keinen Strom" wenig. Einfach dafür Strom haben macht es wesentlich entspannter.
PrivateEye schrieb:Kerzen schaden auch nie. Und sparen Batterie Strom. :Y: Plus etwas extra-Wärme im Winter.
Wir haben Teelicht-Stövchen. Ein warmer Tee ist immerhin nett. Z.B., siehe oben, bei der Arbeit.
Wir haben schon einige Arbeitstage so verbracht: Solarpanels raus, Stövchen anzünden und fast als wäre nichts anders.
PrivateEye schrieb:Als Essen für Notfälle sind Konserven eine gute Wahl, schon zubereitet, lange haltbar auch ohne Kühlung und notfalls auch kalt essbar. Du benötigst weniger Brennmaterial zum erhitzen einer Konserve als wenn du eine komplette Mahlzeit so kochen willst. :Y:
Bei uns: ein paar Konserven sind immer da (Dinge die wir auch ansonsten essen würden: Antipasti z.B., sowas wie Oliven, sowie einige Dosen Hülsenfrüchte wobei wir die normalerweise als Trockenware kaufen), und ansonsten lässt sich immer der Wanderproviant futtern: Nüsse, Trockenfrüchte... Davon ist reichlich da, da kaufe ich nicht das kleine 100-g-Tütchen Studentenfutter sondern die Sachen kiloweise, da ich sowas auch in der Arbeit esse oder eben beim Wandern.
Auch von Obst und Gemüse, sowieso immer da, lässt sich vieles roh essen (sind wir auch gewöhnt). Brot auch...
Wenn man Milchprodukte da hat - normaler Kühlschrankinhalt - kann man die auch roh essen.
Couscous und Bulgur können mit kaltem Wasser quellen. Dauert länger als bei der normalen Zubereitung, schmeckt aber ganz unauffällig. Nudeln kriegt man damit auch essbar, wird aber logischerweise nicht wirklich gut.
Zudem wäre es hier leicht, draußen zu grillen bzw. einen Topf draußen auf ein Feuer zu stellen (keine Brandgefahr, sowie hier üblich). So könnte man mal etwas kochen, sowie Fladenbrot backen wenn das Brot alle ist.
(Klassische Konserven wie Dosenfisch, Büchsenwurst,... haben wir nicht, da wir Vegetarier sind. Sowas würde ich auch nur essen, wenn's wirklich ernsthaft zum Verhungern wäre - und eine abrupte Umstellung der Nahrung durch was auch immer für Notnahrung die man normalerweise nicht isst, empfiehlt sich auch nicht, egal was das ist.)
PrivateEye schrieb:Bücher sind sich nicht verkehrt, den Akku vom Smartphone oder Tablet willst du sicher schonen und nicht für Netflix oder YT alle machen.
Reichlich analoge Unterhaltung ist bei uns vorhanden. Den nötigen Strom fürs Licht abends liefert die tagsüber über Solarpanels aufgeladene Powerstation, wobei zum Lesen auch notfalls eine Kerze reicht oder direkt früher ins Bett.
(Bin da bei manchen Hobbies ggf. auch noch ein bisschen "altmodisch": Für mich persönlich sind Bücher lesen, Zeichnen, Basteln... die typischen Freizeitbeschäftigungen. Brettspiele haben wir auch etliche. Streaming nicht mal vorhanden, youtube auch nicht zum Langeweilevertreib sondern hin und wieder mal was gezielt und nein, ich muss mir bei Stromausfall definitiv nicht anschauen wie man Styrene am besten lackiert... ferner: zumindest bei uns fällt bei Stromausfall das Internet, auch über Mobilfunk, schnell aus.)