PrivateEye schrieb:Für mich ist "Preppen" eigentlich eher eine normale Vorratshaltung, wie sie Oma & Opa, Mama & Papa zuvor schon seit Jahrzehnten praktiziert hatten, bevor Rund-um-die-Uhr-Supermärkte alle begeisterten.
Für mich auch.
Es sind oft die ganz alltäglichen Dinge.
Wir hatten letzte Woche für die Region starke Regenfälle (Auswirkungen: starke Überschwemmungen in der Stadt, ÖPNV-Ausfall, Stromausfall am Arbeitsplatz eine Woche, Stromausfall bei uns stundenweise).
Es wäre möglich gewesen, einen Supermarkt zu erreichen. Es war aber ganz angenehm, das nicht zu müssen.
Strom ist jetzt bei uns auch nicht lebenswichtig (= wir besitzen keine aus medizinischen Gründen notwendigen von Strom abhängigen Dinge (wie z.B. kühlpflichtige Medikamente, medizinische Geräte), es muss auch nicht geheizt werden). Es war aber dennoch praktisch, eine geladene Powerstation dazuhaben, die über Solarpanels nachladen zu können und von zu Hause aus damit relativ normal weiterzuarbeiten, anstatt eine Woche unfreiwillig "frei" und hinterher mir den sprichwörtlichen A*** aufzureißen die Stunden wieder reinzuarbeiten.
Destromon schrieb:Ist nicht wie heute mit Lieferando so einfach :D
Nutzen wir aus mehreren Gründen nicht.
Destromon schrieb:Aber jetzt nicht krankhaft, sondern einfach so lebensmittel. Warum? Weil er einen Bauernhof hatte in den Bergen und früher hatte man sonst weit fahren müssen wegen Essen holen.
Kenne ich auch so aus meiner Kindheit: Abgelegen, und da fährt man bestimmt nicht 10 km, nur weil die Fernbedienungsbatterie alle ist oder man jetzt Bock auf 'ne Schokomilch hat.
Wir wohnen städtisch, schonmal durch meinen Beruf bedingt (arbeite an einer Uni).
Gärtnern geht hier leider nicht (ich würde gerne, habe auch keine romantischen falschen Vorstellungen davon sondern weiß wie es geht, "von der Pieke auf" damit aufgewachsen). Eine Vorratshaltung haben wir aber: Lebensmittel, übliche Verbrauchsmaterialien (Putzmittel, Körperpflegeartikel, Schreibwaren), Dinge um etwas zu reparieren (Werkzeug, Nähzeug), sowie entsprechendes für die Haustiere (Futter, Terrarienlampen, Aquariumchemikalien). Warum? Weil ich definitiv keinen Bock darauf habe, bei einer 60-Stunden-Woche noch x-mal die Woche abends einkaufen zu gehen, oder mir dann Pizzamann & Co. kommen zu lassen. Aus dem Grund auch ganz banal der Einkaufszettel, für Lebensmittel und für andere Erledigungen die nicht dringend sind, aber demnächst gemacht gehören wenn ich wieder in die Innenstadt komme.
Dokumente griffbereit (nochmals wichtiger da wir hier Ausländer sind). Eine gepackte kleine Tasche, sinnvoll falls man schnell aus der Wohnung muss (Evakuierung, oder falls jemand schnell ins Krankenhaus muss).
Und einen Plan, was man in bestimmten Notfällen am besten tun sollte: Brand, Überschwemmung der Wohnung, größere Erdbebenschäden, Ausfall (von längerer ungeplanter Abwesenheit aber relativ gesund, bis hin zu Tod) von einem von uns.
Warum? Auch das sollte m.E. klar sein. Bestimmte Notfälle auch mal durchgesprochen zu haben garantiert zwar nicht richtiges/sinnvolles Handeln, reduziert aber immerhin die gröbsten Schnitzer. Ich vermute z.B. eher nicht, dass wir einen Küchen-Fettbrand mit einem Eimer Wasser zu löschen versuchen würden oder bei Brand in den Aufzug steigen würden.
Und auch die Sache bzgl. Ausfall einer Person: Sowas ist dann sicherlich emotional sowieso schon übel. Gerade was erstmal in Relation banal erscheint (z.B.: Zugang Bankkonto, beide wissen wie man alles betreffend des Haushalts inkl. Miete bezahlen erledigt) kann dann wichtig sein. Es passiert immer wieder Paaren, bei denen "die Finanzen macht er/sie" gilt die große Verzweiflung einsetzt, kann diese Person das plötzlich nicht.
Destromon schrieb:Es kommt da meiner Meinung nach drauf an, was für ne Situation es ist.
Bist du nur ein paar Stunden nicht zu Hause, brauchste wohl sowas nicht. Also keinen BOB oder dergleichen.
Wärste aber über Tage weg, wäre es was anderes. Selbst wenn du da bei Verwandten oder Freunden bist.
Ein spontaner Krankenhausaufenthalt kann schnell passieren. Uns ist das noch nicht passiert, glücklicherweise.
Wer alleine wohnt und/oder nicht immer jemanden um die Ecke hat der etwas nachbringt, ist da ggf. froh drum: Ein paar eigene Sachen, und - sofern der Gesundheitszustand das zulässt - etwas dabei um sich bei Leuten die sich Sorgen machen wenn man nicht erreichbar ist sich kurz (ab-)zumelden: Handy, ein Notizbuch/ Kärtchen mit Telefonnummern und anderen Kontaktmöglichkeiten wie e-Mail-Adressen.
Andere Sachen wie Dokumente: Irgendwo muss man sie ja aufbewahren. Sauber gepflegter Ordner, aufbewahrt türnah - falls die Möglichkeit besteht etwas mitzunehmen, ist der mit einem Griff dabei.
Ich bin häufig auf Geschäftsreise. Ich habe mir angewöhnt, meinen Koffer nicht komplett auszupacken - raus kommt nur die Kleidung für den nächsten Morgen und ein bisschen was fürs Bad. In einem Notfall in dem man etwas mitnehmen kann und darf hätte ich das Wichtigste, inkl. Laptoptasche mit Laptop, Handy, Reisedokumente, sofort.
Den Fall hatte ich schon: Geschäftsreise, dann in der Nacht Brand im Gebäude gegenüber des Hotels. Evakuierung, man durfte Dinge aus dem Zimmer mit in die Lobby nehmen (dann aber nicht mehr hoch). Da standen einige Leute frierend im Nachthemd, Leute denen einfiel dass ihr Medikament das sie bald einnehmen müssen noch im Zimmer ist. Leute denen einfiel dass es ihr Rückreisetag ist und der Pass etc. oben im Zimmer ist. Ihrer Aussage nach panisch runtergerannt als die Evakuierungsdurchsage kam.
Bereits eine halbe Stunde zuvor war ein lautes "Alert! Alert! Please stand by for further instructions" zu hören, sowie draußen die Feuerwehr zu sehen, was ich persönlich als Hinweis auf mögliche bevorstehende Evakuierung gesehen habe.
(Wie gesagt: Kein Brand im Hotel, Mitnahme von Gepäck erlaubt. Es geht hier nicht darum dass jemand mit einem Riesenkoffer anderen den Fluchtweg vesperrt, sowas geht m.E. gar nicht. Mir ist auch klar dass ein Leben wertvoller ist als ein verpasster Rückflug.)
Evakuierung am Arbeitsplatz hatte ich auch schon. Wieder: Klar muss man ggf. im Notfall etwas zurücklassen. In den meisten Fällen kann man aber noch etwas mitnehmen und ist ggf. besser dran, wenn man mit einem Griff alles hat, anstatt zu Hause angekommen erstmal den Schlüssendienst zu brauchen.