gagitsch schrieb:Ich persönlich kenne ja die Zweifel an meiner Identität nicht, weil ich diese nicht habe, von daher sind Meinung und Erfahrung Dritter da sehr befruchtend.
Ich kann nur teilweise was dazu beisteuern. Es ging (bei mir) um Stereotype: Wie hat Mann / Frau zu sein, wie definiert die Gesellschaft diese, was bekommt man so mit, wenn darüber geredet wird, wie Männer oder Frauen ticken.
Wenn du feststellst, dass das für dich in ganz vielen Bereichen nicht passt, bekommst du Zweifel. Fragst dich, was mit dir nicht stimmt. Bin ich vielleicht doch das andere Geschlecht - also trans? Oder bin ich gar keins von beiden, sondern irgendwo dazwischen?
Wenn diese Unsicherheiten in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter auftreten, wo sowieso schon alles durcheinander ist, man Orientierung sucht, und seinen Platz im Leben...
Ich glaube aber nach wie vor, dass es da einen Unterschied gibt zu tatsächlicher Körper- oder Geschlechtsdysphorie.
Das Gefühl "im falschen Körper" zu sein gibt es auch unabhängig vom Geschlecht. Aber wie erklärt man das? Du guckst in den Spiegel und siehst nicht dich selbst. Du fühlst dich, als müsstest du 24/7 in einem Kostüm herumlaufen, das du nicht ablegen kannst. Und andere Menschen sehen nur das, und nicht wirklich dich. So denke ich, muss es auch Transgendern gehen.