Optimist schrieb:Was ich nicht verstehen kann, wieso man in einem Wolfsgebiet Schafe nachts (und dazu auch noch Lämmer) auf einer unbewachten Weide lässt.
Das ist doch regelrecht eine Einladung für einen Wolf.
Die Lämmer dürften vom Frühjahr sein und damit schon fast genauso groß wie erwachsene Schafe. Das sind keine kleinen Lämmer mehr, wie man vielleicht vor Augen hat. Aber egal- ob erwachsen oder nicht- Schafe können Wölfen absolut nichts entgegensetzen.
Mobile Zäune auf Freiflächen sind sehr schwer aufzustellen und man kann zumeist die Herde nicht im Dunklen (ab 17:00) nach Hause treiben. Es gibt oft keine Ställe auf solchen Weiden.
Herdenschutzhunde kann man ebenfalls nicht einfach nachts auf irgendwelchen wechselnden Flächen allein lassen, dass ist viel zu gefährlich für Spaziergänger und natürlich machen diese Hunde Krach ohne Ende, sobald sich etwas bewegt, was wiederum die Anwohner stört.
sybel schrieb:Trotzdem hat der Halter die Verantwortung die Tiere zu schützen da ist nicht der Wolf schuld.
Schuld hat m.E. die Bundesregierung, die diesem Possenspiel seit Jahren zusieht.
RomanTisch schrieb:Weil man eventuell zu naiv war und einen , wie in diesem Vid zu sehen , lächerlich niedrigen Zaun installiert hatte ?
Wie hoch soll er denn sein, bei Windlast, unebenem Boden, Schneelast etc? Kein Untergrabschutz, kein Überkletterschutz- über mobile Zäune lachen sich die Wölfe tot und jagen die Schafe sehr oft in die Zäune, die in Panik von den Schafen selbst umgerissen werden.
Es ist fast unmöglich, Schafe in mobilen Zäunen wirksam zu schützen.
Die Folge ist, dass immer mehr Schafhalter aufgeben und viele Flächen verbuschen werden. Weidetierhaltung und Wölfe passen schon aus technischen Gründen nicht zusammen und das war auch noch nie so.
Vor der Wiederansiedlung der Wölfe und weit bevor es Weidetierhaltung überhaupt gab wurden Tierherden in Hutungen /Wäldern gehalten und von Hirten gehütet, abends wurden sie zusammen getrieben und bewacht.
Daher- auch den Wolf erreicht der Fortschritt. Es gibt in einer hochtechnisierten Kulturlandschaft kein annehmbares Nebeneinander von Weidetieren und Wolfsrudeln.