Die verdrängte Diskriminierung von Männern in unserer Gesellschaft
um 14:42Da wir noch immer den Artikel 3 Abs. 2 Satz 2 GG haben, der nicht im Rahmen der Wehrverfassung eingefügt wurde, sondern 1994; die Wehrpflicht nicht Frauen diskriminiert, sondern Männer ungleich behandelt (der Art. 12a GG wurde 1968 in das GG eingefügt) ist das Sinnieren über das Gefühl oder das Ansehen von Diskriminierung schlicht subjektiv.jorkis schrieb:Viele frühere Ungleichbehandlungen waren rechtlich zulässig und wurden trotzdem später als diskriminierend angesehen — Beispiel Einschränkung Frauen im Beruf.
Es gibt keine rechtlich relevante Diskriminierung außer einer rechtlich relevanten Diskriminierung.
Alles andere mag philosophisch oder historisch sein, ist aber stark wertend und vor allem nicht verbindlich. Die Weisheit, dass sich Gesellschaft ändert und Ungleichbehandlungen (keine Wahlrecht für Frauen usw.) vor 125 Jahren oder (kein Anspruch auf Wehrdienst) vor 30 Jahren gesellschaftlich anders bewertet werden, ändern nichts daran, dass daraus keine verbindlichen Folgen erwachsen, so lange nicht das Bundesverfassungsgericht einen Regelungsbedarf sieht.
Ob Gefühl oder Meinung, "Diskriminierung" ist ohne normativen Anspruch ein hohles Gebilde, das jeder nach Lust und Laune auf seine Situation münzen kann.
Zuletzt: Hätten wir es mit einer allgemeinen Dienstpflicht zu tun, nicht mit einer Wehrpflicht, also der Pflicht zu Soldatentum, sähe das vielleicht anders aus. Dafür gibt es viele Befürworter. Aber einen breiten Konsens, dass alle Frauen bereit sein sollen, mit der Waffe in der Hand für Deutschland zu sterben, den sehe ich nicht.
Und auch nicht in 30 Jahren. Denn: Nur Frauen können Kinder bekommen. Der einzige wirklich relevante biologische Unterschied. Der Krieg ist etwas sehr archaisches, für das es keinen vernünftigen Grund gibt. Die Männer ziehen in den Krieg, die Frauen bleiben zu Hause und kümmern sich um den Nachwuchs. Gezeugt ist ein Kind in wenigen Minuten. Es auszutragen und aufzuziehen bedarf dagegen viel Zeit. Krieg und "work-life-balance" gehen nicht zusammen. "Bin jetzt mal 12 Monate in Elternzeit, meine Frau macht für mich weiter, ciou Frontkameraden!", das würde schnell im Desaster enden.
Gewalt ist männlich. Der Krieg ist männlich. Deshalb ist die Wehrpflicht männlich.


