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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

126 Beiträge, Schlüsselwörter: Angst, Familie, Vater, Schlaganfall, Hirnschlag

Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

01.03.2019 um 13:13
@Stonechen
Ah sorry, nochmal zur Klarstellung: Wir haben nicht dieselben Eltern, kennen uns aber seit wir Babies sind. Zusammen Kindergarten, Schule, er wohnte 300m weiter weg und später dann nur noch 50m. Ich hatte einen eigenen Hausschlüssel und war so oft es ging bei seiner Familie, weil's bei mir oft genug schlimm war.
Eventuelle Partner des jeweils anderen wurden kritisch beäugt, schließlich muss er ja mit uns als "uns" auskommen. Nur wenn der andere sein Ok gab, ging man die Beziehung ein :D. Keiner von uns hatte Lust auf Eifersuchtsszenen, wenn ich mal wieder bis spät in die Nacht bei ihm war und einfach zu faul, nach Hause zu gehen und dann eben da gepennt hab.
Wir haben uns Betten und Zelte geteilt - es gab nichtmal im Ansatz irgendwas Sexuelles. Ich bin ihm zu dick :D Und er einfach nicht mein Typ.
Und weil das alles mit "bester Freund" nicht ausreicht, sag ich immer Bruder, das ist einfacher zu verstehen. Außerdem kriegt seine Mama auch von mir was zum Muttertag :D.


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01.03.2019 um 13:23
@Mrs.Rollins

Danke :)
Ja wir leiden schon sehr unter den Umständen vorallem weil es so plötzlich kam (für uns). Der schlaganfall selbst war ja ein schleichender, den wir einfach nicht als solchen erkannt haben. Das belastet die Phsyche nochmals... auch wenn man sich immer sagt "du bist kein Arzt... selbst Ärzte haben es nicht erkannt wie dann also du"
Aber da kommt vieles zusammen... viele Situationen.
mit dem jüngeren hat er das We davor noch karten gespielt, schon mit tauben Arm... aber immer nur so phasenweise und er sagte immer das kommt von der HWS... ihm fielen permanent die Karten aus der Hand und wir haben noch alle gelacht darüber. Er selbst auch und schimpfte liebevoll das das unfaire Mittel wären mit denen mein kleinster mit ihm spielt. Und der kleine sitzt nun Abends im Bett und weint weil er denkt auch er wäre irgendwie schuld weil er gelacht hat. Die Gespräche hier kreisen nur noch ums "Hasi niemand hat schuld daran... Der menschliche Körper macht was er will und durch nichts wurde es ausgelöst"
Das We hatte Papa auch noch neuen Teppich verlegt gehabt wo der große helfen wollte aber Opa sagte er wolle das lieber alleine machen, danach wsr sein Arm richtig gelähmt. Der große fragt nun permanent ob man es verhindern hätte können wenn er beim Teppich geholfen hätte.

Und die fragen die sie stellen sind auch alle gut..man sieht wie es in ihnen schlummert und poltert. Gott sei Dank können wir ihnen diese Gedanken durch viele Gespräche und Erklärungen nehmen. Aber es ist schwer und belastet, weil man auf keinen Fall will das die eigenen Kinder sich solche Vorwürfe machen. Aber verstehen kann ich sie... denn wir sind oft und viel bei meinen Eltern drüben und dadurch kriegen die Kinder alles hautnah mit. Anders wo man Oma und Opa nur in den Ferien sieht.


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01.03.2019 um 13:26
löm schrieb:Ah sorry, nochmal zur Klarstellung: Wir haben nicht dieselben Eltern, kennen uns aber seit wir Babies sind. Zusammen Kindergarten, Schule, er wohnte 300m weiter weg und später dann nur noch 50m. Ich hatte einen eigenen Hausschlüssel und war so oft es ging bei seiner Familie, weil's bei mir oft genug schlimm war.
Eventuelle Partner des jeweils anderen wurden kritisch beäugt, schließlich muss er ja mit uns als "uns" auskommen. Nur wenn der andere sein Ok gab, ging man die Beziehung ein :D. Keiner von uns hatte Lust auf Eifersuchtsszenen, wenn ich mal wieder bis spät in die Nacht bei ihm war und einfach zu faul, nach Hause zu gehen und dann eben da gepennt hab.
Wir haben uns Betten und Zelte geteilt - es gab nichtmal im Ansatz irgendwas Sexuelles. Ich bin ihm zu dick :D Und er einfach nicht mein Typ.
Und weil das alles mit "bester Freund" nicht ausreicht, sag ich immer Bruder, das ist einfacher zu verstehen. Außerdem kriegt seine Mama auch von mir was zum Muttertag :D.
Ah gott, das war mir garnicht bewusst. Ok dann kann man das aber trotzdem als Bruder anerkennen. :) Danke trotzdem für die Aufklärung


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01.03.2019 um 13:31
@Stonechen
Das ist so schlimm: hätte hätte, warum habe ich/habe ich nicht. Selbst wenn man rational weiß, das das vielleicht nichts geändert hätte. Die Selbstvorwürfe tun weh wie Hölle. Dagegen gibt es auch kein Rezept zum ausradieren oder heilen. Einfach scheisse schwer zu ertragen. Für die Kinder ist das nicht leichter als für uns. Aber ihr seid füreinander da, etwas besseres, wichtigeres gibt es im Moment nicht. Aber der Lernprozess dauert und - wie ich immer wieder selber merke - ist nicht vorbei. Ich bin stabil und glücklich und habe Frieden mit dem Krebs und trotzdem. Manches muss man annehmen. Aber dein Papa ist am Anfang und hatte das Pech in dem Krankenhaus sich nicht gut aufgehoben zu fühlen. Das war für die Psyche auch schon nicht förderlich. Nun heißt es voraus gucken, denn in der Reha läufst besser. Und wenn die Tränen laufen, läuft auch viel Ballast und „Dreck“ der letzten Zeit mit raus.


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01.03.2019 um 13:36
@Mrs.Rollins

Ich sag ja.. du verstehst mich durch und durch.
Ja es brauch Zeit und die darf es jetzt auch dauern. Ganz schwarz humoristisch : davon haben wir ja jetzt auch genug. Und ich hab für mich beschlossen mit Papas Stück für Stück Genesung auch seelisch mit zu genesen. Als Familie haben wir den Luxus uns zu lieben und zu ehren... ich bin sehr dankbar das wir uns haben und fest zusammen halten.

Ich freue mich das du aus deiner Situation sonstark hervor gehst. Du meisterst das alles ganz prima, soweit, ich das beurteilen kann. Du darfst stolz auf dich sein.


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01.03.2019 um 13:41
@Stonechen
Ich bin auch super dankbar. Auch ich habe das Glück eine tolle Familie hinter mir zu haben. Dass macht vieles Unerträgliche irgendwie machbar.
Und das schöne, im Nachhinein fügt sich doch vieles. Ihr werdet eine noch festere Einheit sein.
Das hast du schön geschrieben, du wirst mit ihm genesen. So soll es sein!! Halt uns auf dem laufenden, gerne auch PN wenn’s brennt.


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01.03.2019 um 14:41
@Stonechen

Hallo,
nein, depressiv wegen meiner Einschränkungen bin ich nicht mehr.
Es gibt sicher immermal Tage, an denen ich mir selber furchtbar leid tue. Das geht aber auch schnell vorbei, weil mir dann auch gleichzeitig klar ist, dass das Jammern auf ganz hohem Niveau ist. Deswegen denke ich, dass man das mit Depressionen nicht vergleichen kann.
Das mit dem schwankenden Gang kenne ich. In der ersten Zeit, in der ich alleine "freihändig"
gelaufen bin, war das bei mir auch so.
Später war ich wie ein Roboter unterwegs, weil ich mich beim Laufen unheimlich konzentrieren musste, dem linken Fuss immer innerlich Kommando geben musste, dass er dran ist.
In der Zeit war ein Bordstein ein fast unüberwindliches Hindernis.
Das häufige Weinen ist ganz normal. Das kenne ich, wie gesagt, nicht nur von mir, sondern von ganz vielen Schlaganfallpatienten. Es wird im Laufe der Zeit aber weniger. Dein Papa wird im
Hinterkopf auch Angst vor einem erneuten Schlaganfall haben. Die verschwindet ja auch nicht einfach wieder, nimmt aber langsam immer weniger Raum ein.
So, wie du es machst, dass du für ihn da bist und ihm Mut machst, ist es für ihn die größte Unterstützung.
Ich wünsche euch weiterhin von Herzen alles Gute!


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

03.03.2019 um 11:45
Der Fall hier tut mir unglaublich leid.

Ein guter Freund von mir hat vor 3 Jahren nach einer Herz-OP einen Schlaganfall erlitten, und wurde in seinem Krankenzimmer nicht sofort gefunden.
Er hat sich mit unglaublicher Kraft wieder aufgerappelt, und kann sogar wieder laufen, leider ist sein rechter Arm komplett gelähmt, und er hat extreme Wortfindungsstörungen seitdem, die aus ihm einen anderen Menschen machen.

Früher war er extrem witzig und wortgewandt, und heute merkt man, dieser alte Mensch ist noch in ihm drin, steht aber wie vor einer Mauer, durch die er nicht durch kann. Ein wahnsinnig schlimmer Zustand, den man eigentlich seinem schlimmsten Feind nicht wünscht.

Ich wünsche der TE, dass ihr Vater das ganze ohne große Nachwirkungen übersteht.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

03.03.2019 um 19:09
Hallo ihr Lieben, ersteinmal wieder einen herzlichen Dank an alle die hier geschrieben haben. Es ist schön zu sehen das man in solchen Momenten nicht alleine ist und danke an alle die ihre Geschichte hier mit mir geteilt haben.

Ich war heute Papa besuchen und komme tatsächlich mit einem gutem Gefühl nach Hause. Er hatte nun insgesamt schon 2 1/2 Tage intensive Behandlungen und der Fortschritt ist der WAHNSINN.
Er kann laufen... und seit Freitag schon mit der Erlaubnis des Ergotherapeuten völlig allein zum Gemeinschaftsessenraum. Heute kamen wir an und mein Papa lag nicht auf seinem Zimmer in der Reha. Panik brach in mir aus. Aber komplette... die Knie wurden weich wie im Kh... mir war schwindlig und duselig.
Und wer kam uns dann auf dem Gang entgegen? Mein Papa! Im gemächlichen Schlürfschritt... die linke Seite komplett hängend... ein bisschen wie Quasimodo. Aber scheiss egal... er lief. Alleine. Und er lächelte als er uns sah. Nicht weil er uns sah sondern weil er happy war das wir IHN SO sehen konnten. Selbstständig und Stark.
Er redete auch sehr verständlich... darf zum Essen schon mehr als nur pürierte Pampe essen. Zum Frühstück gab es Rührei für ihn.
Und nachdem wir ihm sagten er solle mal seine Hose wechseln (beim Mittag leicht bekleckert) verneinte er dies... störrisch und bockig aber ohne dabei oll zu sein.
Meine Mama und ich gingen darauf kurz in die Kantine um selbst schnell was zu essen... Anschließend zurück zu Papa und wer sitzt da auf der Bettkante und wechselt SELBSTSTÄNDIG seine Unterhose und Jogginghose? Ich war den Tränen nah. Er wollte das einfach nur alleine schaffen... ohne unsere Hilfe und unser Zutun. Es ging zwar nicht wie er wollte aber der Wille war stark und die Hälfte hatte er auch schon geschafft. Beim Rest ließ er sich dann helfen, man spürte aber das es ab DA ok für ihn war sich helfen zu lassen.

Ich bin so unsagbar stolz auf meinen Papa. Er legt sich so ins Zeug und gibt ums verrecken nicht auf. Sein Fortschritt zu letzter Woche Sonntag ist mit Worten nicht zu beschreiben. Da liegt bzw sitzt sicher am Bettrand wieder MEIN stärkster Papa und Held bis zum letzten Tag!

Einziger Wehmutstropfen aktuell... er hat morgens immer Fieber welches Nachmittags weg ist. Die Ärzte finden die Ursache nicht.. suchen täglich ubd auch in der Reha wurden nun nochmal Blutkulturen angesetzt.
Das verängstigt mich etwas... ich möchte keibe Rückschläge mehr erleben müssen... er soll, wenn auch nur in Mäuseschrittchen, stetig Fortschritte machen können und sich endlich wieder wohl fühlen in seiner Haut.

Meine Mama wird die letzten Tage etwas hart garstig zu mir... sie lässt Druck ab und äußert auch mal Dinge die mir weh tun. Ich glaube die ganze Situation war definitiv zu viel für sie und jetzt schießt sie um sich um sich Luft zu machen. Wir halten natürlich dennoch zusammen...aber Rosenblütenblätter regnet es aktuell eher nicht bin uns. Vllt auch normal? Wir stehen seit nunmehr 3 Wochen alle unter Dauerstrom.


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03.03.2019 um 19:35
@Stonechen
Ich freue mich gerade wie ein Schnitzel über deinen Post. Das sind super Neuigkeiten, dein Papa erobert sich das Leben Schritt für Schritt zurück. Schön zu lesen. Für das Fieber wäre die Ursache natürlich mal gut zu wissen. Dafür- und natürlich auch für die Reha a sich - drücke ich weiter die Daumen!
Mit deiner Mutter kann ich nachfühlen, was von dir abfällt, fällt wahrscheinlich nicht weniger von ihr ab und auch ihre Reserven und Akkus leeren sich. Deine aber auch... sei trotzdem nachsichtig


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03.03.2019 um 19:39
Stonechen schrieb:Einziger Wehmutstropfen aktuell... er hat morgens immer Fieber welches Nachmittags weg ist. Die Ärzte finden die Ursache nicht
Jetzt mal ganz doof: Vielleicht ist das einfach nur eine Nebenwirkung von den vielen Medis, die er nehmen muss.


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03.03.2019 um 19:45
löm schrieb:Jetzt mal ganz doof: Vielleicht ist das einfach nur eine Nebenwirkung von den vielen Medis, die er nehmen muss.
Das könnte natürlich sein.. aber ich frage mich da ob das die ärzte nicht irgendwie rausbekommen können. ich mein, ich bin kein arzt und hab null ahnung davon. Wenn es "nur" das wäre, wäre ich aber sehr froh drum.

@Mrs.Rollins
Danke :)
Ja ich versuche mich da inne zu halten aber auch in mir schlummert Druck der irgendwie raus muss. Ab Morgen gehe ich wieder arbeiten, vllt hilft mir das.
Meine Mama ist halt viel alleine im Mom und sie quälen viele Gedanken. Das Verhalten mir gegenüber, insbesondere Heute, war alles andere als schön aber irgendwie auch nachvollziehbar.
Ich brubbel noch ein wenig die Wut in mich und morgen sieht die welt schon wieder ganz anders aus. :)

So ich muss mich nächtigten. Hab Frühschicht und muss leider um 4 Uhr aufstehen.. seuftz.

Passt alle fein auf euch auf und bleibt gesund/werdet gesund und fühlt euch gesund.


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03.03.2019 um 19:47
@Stonechen
Schlaf gut, erhol dich etwas!


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04.03.2019 um 17:01
@Stonechen Was für tolle Neuigkeiten :) Das freut mich mega zu hören. Da sieht man mal wie unterschiedlich die Genesungen beim Schlaganfall sind. Mein Papa kann leider noch nicht laufen. Er übt es zwar aber alleine darf er noch nicht gehen. Umso schöner ist es nach all deinen so traurigen Zeilen jetzt so etwas zu lesen, dass ist einfach WOW!

Also wer schon so mobil ist, der wird alles andere auch schaffen. Da bin ich wirklich mehr als überzeugt von. Man muss sich mal überlegen, was das für die Zukunft heißt. Keinen Rollstuhl, keinen Rollator, keine Gehhilfe ... man braucht sich keine Gedanken machen ob die Wohnung Rollstohlgeeignet ist oder wie Papa die Treppen beweltigen kann. Versuch in jedem Fortschritt das Positive zu sehen und halt dich daran fest. Mein Papa kann stehen, ich freue mich schon auf den Moment, wo er mir mit dem Rollator entgegen kommt :) Das ist mein postiver Gedanken zum Beispiel.

Leider ist mein Papa momentan auch sehr emotional. Fängt oft an zu Weinen ... das zerbricht einem das Herz. Genauso viel wie er aber sehr traurig ist, kann er auch sehr zornig werden. Nein ist sein Lieblingswort :/ Auch wenn er uns etwas erklären will und ihm die Worte weg bleiben flucht er nur so vor sich hin. Ich kann mir nur vage vorstellen wie es sein muss, wenn man den Satz im Kopf hat, Ihn aber nicht zu Wort bringen kann.


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04.03.2019 um 17:20
@Melbb
Mein Schwiegervater hatte vor fünf Jahren eine Hirnblutung. Außer Wortfindungsstörungen, das Sorachzentrum ist geschädigt. Für ihn ist das sehr belastend, wobei man das als Außenstehender meist gar nicht merken würde. Ich hab oft gedacht, er hatte so viel Glück und ist unzufrieden... Seit meiner Chemotherapie habe ich auch Wortfindungsstörungen, kann nicht gut telefonieren und mich schlecht konzentrieren. Nun kann ich nachempfinden, wie beschissen das ist. Wir helfen uns dann immer gegenseitig, wenn uns Worte fehlen.


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04.03.2019 um 18:19
@Melbb
Und vernünftig schreiben kann ich auch nicht mehr... mein Schwiegervater hat außer Wortfindungsstörungen keine weiteren Folgen der Hirnblutung.


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05.03.2019 um 19:06
Hallo ihr lieben,

ich wollte euch kurz teilhaben lassen an den neuen Ergebnissen.
Papas Fieber kam/kommt höchstwahrscheinlich von den Nieren. Die Werte waren nicht in Ordnung, bessern sich aber LANGSAM. Also hattest du @löm im Grunde recht. Es kam von den Medikamenten über Ecken. Denn die konnten die Nieren nicht mehr ausreichend verarbeiten. Das Antibiotika wurde nun abgesetzt, auch das neuere wird nun rückläufig dosiert damit man auch das absetzen kann. Seine allgemeinen Werte bessern sich, die roten Blutlörperchen erholen sich langsam, aber alles was positiv ist ist für mich ein kleines Wunder.

Für die neuen Madratzen meiner Eltern habe ich heute wasserundurchlässige Madratzenschoner gekauft, damit sie einfach weniger Arbeit haben wenn Papa nach Hause kommt. Dann kann auch Nachts mal was passieren ohne das sie sich ärgern müssen. Wir lernen gerade tatsächlich auch an Kleinigkeiten zu denken denn die können, wenn er wieder zu Hause ist, SO VIEL ausmachen.
Eine nasse Madratze (vorallem nagelneue und sau teure) würde in ihm gleich wieder zuviel Scham auslösen. Jetzt ist es wurst und er kann sich auch im Anschluss ein Stück weit mehr ungehindert seinem Heilungsprozess hingeben. Für seinen Sessel suche ich sowas jetzt noch als Sitzauflage, der man nicht gleich ansieht wozu sie dient. In der Art wie ein Sitzkissen hab ich mir das vorgestellt.

Weiterhin bin ich mit der Anmeldung des Schlaganfall Notfallknopfes bzw Klingel für zu Hause beschäftigt. Kostet natürlich und ist sowas wie eine Mitgliedschaft. Aber ich möchte diese Klingel bei meinen Eltern vorhanden wissen denn wenn etwas derartiges nochmal geschieht kommen gleich die Sanitäter von der Stroke Unit und wissen sofort was zu tun ist. Muss ich mich aber noch weiter nebst der Arbeit, Kinder, kochen und Ehe einlesen und 10 ruhige Minuten finden. Freitag ist Feiertag... ich hoffe ich bekomme da einiges erledigt nachdem ich vom Papa-Besuch komme.
Melbb schrieb:Leider ist mein Papa momentan auch sehr emotional. Fängt oft an zu Weinen ... das zerbricht einem das Herz. Genauso viel wie er aber sehr traurig ist, kann er auch sehr zornig werden. Nein ist sein Lieblingswort :/ Auch wenn er uns etwas erklären will und ihm die Worte weg bleiben flucht er nur so vor sich hin. Ich kann mir nur vage vorstellen wie es sein muss, wenn man den Satz im Kopf hat, Ihn aber nicht zu Wort bringen kann.
Ich stelle mir das auch brutal schwer vor :( Wer würde da nicht weinen und oder auch wütend werden.
Das Fluchen beherrscht mein Papa auch perfekt. Ihm geht es alles nicht schnell genug. Abernden Prozess müssen sie eben auch erst lernen. Geht jetzt eben nicht mehr alles schnell schnell sondern wichtig ist: hauptsache vorwärts.

Am Ende gewinnt eben nicht der Hase sondern die gemächliche, schlaue Schildkröte :)
Mrs.Rollins schrieb:Ich hab oft gedacht, er hatte so viel Glück und ist unzufrieden... Seit meiner Chemotherapie habe ich auch Wortfindungsstörungen, kann nicht gut telefonieren und mich schlecht konzentrieren. Nun kann ich nachempfinden, wie beschissen das ist. Wir helfen uns dann immer gegenseitig, wenn uns Worte fehlen.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen das deine momentanen Defizite wieder Besserung finden. Und ich finde es mega süss das ihr euch gegenseitig helft <3 :)
Ihr versteht euch eben besser als es andere von außen könnten. Weil ihr ein Schicksal teilt und ich finde es wunderschön wie ihr es handhabt.


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05.03.2019 um 19:10
@Stonechen
Klasse, das freut mich. Schön, wenn es so was Einfaches ist, was man so schnell beheben kann. Auf dass es weiter so gut geht.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

05.03.2019 um 19:13
@löm

Danke :)
Ja, ich traue mich auch mich langsam zu freuen ohne danach vor Angst zu zerbrechen.
Heute wurde er auch mit dem Krankentransport ins Kh gefahren zum Lunge röntgen. Neben den vielen Therapien und der Oberarzt war auch noch da. Also rundum voller Tag für ihn und er macht ganz brav und fleißig alles mit.


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05.03.2019 um 20:52
@Stonechen
Das klingt doch alles schon wieder besser, was mich unglaublich freut!! Gerade Tage mit Transport, Röntgenuntersuchung usw sind für ihn ganz sicher anstrengend. Aber im Moment scheint er auch psychisch etwas besser drauf zu sein, oder?


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