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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

162 Beiträge, Schlüsselwörter: Angst, Familie, Vater, Schlaganfall, Hirnschlag

Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

06.03.2019 um 04:24
@Mrs.Rollins

Naja besser drauf ist er schon aber er weint halt dennoch sofort wenn die Ärzte ihm zB sagen was alles besser geworden ist oder worauf man noch aufpassen muss. Also diese medizinischen Nachrichten werfen ihn völlig aus der Bahn. Als ich am Sonntag bei ihm war wirkte er aber SEHR stabil in seinen Gedanken. Kann aber auch sein das er sich dort zusammen genommen hat weil keine Therapien waren. Das We ist allgemein langweilig für ihn. Jetzt unter der Woche ist sein Tag voll und ich glaube diese Anstrengung sorgt dann dafür das eben auch ungehindert die Tränchen kullern.
Die Depression wird ja höher dosiert behandelt und im. späteren Therapieverlauf kommt dann noch psychologische Hilfe hinzu.
Hinzu kommt jetzt auch noch das meine Mama Geb hatte und mein Papa hat nächste Woche. Sie fahren zu seinem Geb seit 40 Jahren IMMER für ein Wochenende an die Ostsee... dieses Jahr geht es nicht. Der Gedanke ist ganz präsent bein ihm weil die Zeit ja nunmal gerade ist. In 3 Monaten, zur Norwegenurlaubszeit, will ich garnicht daran denken wie ihn das treffen wird.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

06.03.2019 um 17:39
@Stonechen
Er muss wahrscheinlich auch erstmal in der Situation „ankommen“, was ihm erst jetzt langsam gelingt. Ich sagte ja schon mal, die liebe Geduld ist nicht so einfach aufzubringen. Gerade gestern habe ich mit einer bekannten gesprochen, der Mann hatte einen Schlaganfall mit einer folge: das sichtfeld ist eingeschränkt, er sieht wie mit Scheuklappen. Sie versteht nicht, dass er nicht froh ist, wo er doch so Glück hatte. Dein Papa ist auf einem guten Weg denke ich. Mit der neuen Einstellung der Medikamente und begleitender Therapie ist das gut geregelt und trotzdem dürfen auch mal Tränen kullern, fällt doch auch viel seelischer Ballast ab. Ich werde trotzdem nicht müde, die Daumen zu drücken 😃


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

21.03.2019 um 16:24
@Stonechen Na? Gibt es was neues von deinem Papa? Wie entwickelt sich alles?

Mein Papa läuft jetzt wie eine Eins mit dem Rollator durch die Gänge der Reha. Gestern haben wir erfahren, dass er so wie es aussieht im April Heim darf :) Klar geht es dort weiter mit Training aber er ist einfach bei uns. In plagt momentan sehr das Heimweh. Gestern war er unfassbar wütend und hat sehr geschmipft, dass er jetzt nun endlich hier weg möchte. Wir haben ihn dann aber davon überzeugt, dass er einfach noch etwas Zeit braucht um mobiler zu werden ... Ich kann es wirklich kaum erwarten ihn wieder im Haus zu haben.

Am Wochenende werde ich zum ersten Mal unseren Hund mit nehmen, klar dürfen wir dann nur draußen sein aber das wird meinem Papa gut tun. Er und mein Hund hatten wirklich eine starke Bindung, ich freue mich sehr auf den Moment. Hatte mein armer Papa doch tatsächlich Angst, unsere Nala könnte ihn vergessen haben :D NIEMALS! :) Man hat ihr wirklich sehr angemerkt, dass sie ihn vermisst und ihn in der Wohnung meiner Eltern sucht. Ich glaube, dass wird ein ganz toller und emotionaler Moment :) Ist es doch bewiesen, dass Tiere eine heilende und therapierende Wirkung auf Menschen haben.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

23.03.2019 um 09:51
@Melbb
@Mrs.Rollins

Hallo ihr Lieben :)

Entschuldigt bitte, in letzter Zeit finde ich kaum noch Zeit zum atmen, daher bin ich nur selten bis garnicht online. Neben der Arbeit, meinen 2 Kindern, meiner Ehe und dem üblichen Alltagskram übernehme ich ja auch noch die "Fahrdienste" die für meine Mama anfallen, da die sonst Paps erledigt hat.

Erstmal die freudigste Nachricht (auch für meinen Papa) - ich habe unerwartet meine Probezeit auf Arbeit bestanden. Nach einem gesuchten Gespräch meinerseits mit der Gebietsleiterin inkl meines Teamleiters wurde mir dann mitgeteilt das ich zumindest mit meiner Arbeitsleistung überzeugt habe, aber auch wirklich keinen Kranktag mehr haben dürfe. Meinem Papa habe ich das mitgeteilt und er weinte vor Freude. Ich sowieso :)

Die Reha meines Papas wird nun definitiv verlängert. Er möchte das garnicht, er flucht und schimpft genauso wie dein Papa @Melbb
Er möchte zurück nach Hause und wieder seinen Alltag leben. Aber auch wir animieren ihn dort zu bleiben so lang wie es geht. Klar ist es beschissen ihn nicht zu Hause zu haben aber dort hat er die besten Therapien und hier würde das viel reduzierter stattfinden. Außerdem ist uns nun der Physiotherapeut abgesprungen aus krankheitsbedingten Gründen und wir sind nun wieder auf der Suche. :(

Der Arzt in der Reha sieht auch noch Behandlubgsbedarf bei Papa der definitiv nur in der Reha abgedeckt werden kann. Den Arm kann er schon wieder unter großer Mühe anheben ubd bewegen, die Hand hingegen garnicht. Das zermürbt ihn weil er so, für sich, noch viel zu sehr auf Hilfe angewiesen ist. Aber es brauch halt Zeit und das versteht er nur schwer bis garnicht.

Sein Gang hingegen hat sich 100fach verbessert... er läuft schon ziemlich sicher ohne Hilfsmittel. An weniger guten Tagen noch gekrümmt, aber allgemein merkt man das die Schwellung im Gehirn nicht mehr da ist, an dem sicheren Gang eben.

Er isst mittlerweile auch was man ihm dort auftischt, seitdem es keine pürierte Pampe mehr ist sondern normales FAST schmackhaftes Essen. :D
Heute und morgen kann ich ihn endlich wieder besuchen fahren, unter der Woche geht es ja leidet nicht mehr wegen der Arbeit. Aber meine Mama fährt täglich insgesamt 4 Stunden mit Bahn und Bus um bei ihm zu sein. Heute kommt auch wieder mein Ehemann mit, da freut sich mein Paps tierisch drüber weil mein Mann sehr empathisch auf ihn eingeht und sich tatsächlich so verhält, das mein Vater sich nicht unmännlich fühlt. Irgendwie schafft er das besser als Mama und ich. Als mein Onkel zu Besuch bei ihm war lachte er sogar non stop. Also scheints das Männergefühl zu sein was sie ausstrahlen. Vllt sind Mama und ich zu gefühlswaschiwuschi zu ihm. :D

Am We wollte er das ich ihn mit nach Hause nehme und Abends wieder zur Reha fahre. Die Reha hätte da nichts gegen aber mir geht da der Versicherungsschutz durch den Kopf. Und vorallem hab ich Angst das er dann sagt das er hier bleibt. Kann ihn ja schlecht wieder ins Auto zerren Abends. Also werd ich das wohl eher lassen. ich wittere da ein gut durchdachte Flinte meines Papas aber ich wäre nicht seine Tochter wenn ich das nicht riechen würde. :)

@Melbb
Nala mitzunehmen halte ich für eine sehr gute Idee. Gott da wäre ich gern dabei, beide werden sicher völlig ausflippen vor Freude *. * Tiere sind wundervoll und helfen definitiv der Seele.
Es freut mich so sehr das dein Papa immer mobiler wird und sich schon so gut mit dem Rollator bewegen kann. Und ich verstehe das er nach Hause möchte, würde uns doch nicht anders gehen oder? Vom prinzip her ist das medizinisch notwendiger Knast und jeder möchte zurück zu seiner Familie :( Daher ist es umso wichtiger das du den Wauzi mitnimmst und seine Familie eben bei ihm ist statt er bei seiner Familie. Und Mitte April ist ja quasi kurz vor der Tür. :)
Wir wissen noch garnicht wann Papa zu uns darf. Ich nehme an frühestens in 6 Wochen.

Mittlerweile verballer ich 300 Euro im Monat nur für den Tank um ihn besuchen zu können. Es wäre also schön wenn sich das nicht noch mehrere Monate zieht sondern wirklich in 2 Monaten endet. Aber das eben NUR dann wenn er dort ausreichend behandelt wurde und hier in den Therapien nur noch der Feinschliff gemacht werden muss. Nichts ist wichtiger als seine Gesundheit.

Ich wünsche euch allen ein zauberhaftes Wochenende und bitte entschuldigt das ich kaum schreiben kann. Ich schlafe Nachts nur noch 4-5 Stunden weil ich alles unter einen Hut bringen muss und momentan bin ich einfach nur noch hunde müde.
Dazu ist seit 3 Wochen mein Daumen und Zeigefinger taub, vermutet wird ein Kapaltunnel Syndrom... aber Schmerzen hab ich keine was das wieder ausschließt. Vllt komnt es von meinen Schreibtisch-Aktivitäten... jedenfalls schwillt nach Autofahrten auch mein Zeigefinger an und nach der Arbeit auch wenn ich viel tippen musste.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

23.03.2019 um 10:18
@Stonechen
Bin auf dem Sprung, nur kurz soviel: schön von dir zu hören!! Glückwunsch für den Job 👍👍! Ich meld mich später noch mal.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

23.03.2019 um 11:22
Stonechen schrieb:Außerdem ist uns nun der Physiotherapeut abgesprungen aus krankheitsbedingten Gründen und wir sind nun wieder auf der Suche. :(
Schön wieder von dir zu hören. Seit ihr aus Österreich? Mein Mann ist Physiotherapeut. Falls ihr zufällig in der Nähe seit könnten wir euch helfen.

lg


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

23.03.2019 um 17:58
@Interesse_01

Danke. :) Nein, leider wohnen wir in Berlin und das wäre dann doch etwas zu weit weg. Aber dein Angebot ist super lieb, ehrlich. Ich freue mich dennoch, allein fürs Hilfe anbieten. Vielen lieben Dank.

Wir waren heute mit Papa im Speisesaal ein Stück Torte essen und Kaffee dazu. Im Anschluss fragte er ob wir zusammen in den Park gehen können zum Sonne tanken. Dort saßen wir dann auch knapp 10 Minuten im Sonnenstrahl und er hat etwas über die negativen Zustände am We erzählt (weil da nur Leasingkräfte arbeiten) unter der Woche läufts aber wohl gut soweit. Er meckerte auch nicht mehr das er noch länger dort bleiben muss, sagte sogar das ich mal bitte sein Auto bewegen solle und erklärte mir wie man Diesel fährt (ich fahre Benziner)

Alles in allem war es ein super schöner Tag mit ihm. Er bat um Hilfe (in seine Jacke), rannte wie ein Jungspunt zum Fahrstuhl und spricht VIEL klarer als letztes Wochenende.
Mein Papa ist echt ein Superheld.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

23.03.2019 um 18:51
Stonechen schrieb:Alles in allem war es ein super schöner Tag mit ihm. Er bat um Hilfe (in seine Jacke), rannte wie ein Jungspunt zum Fahrstuhl und spricht VIEL klarer als letztes Wochenende.
Mein Papa ist echt ein Superheld.
Wow, das freut mich so sehr. :)
Du wirst sehen, es wird noch mehr Fortschritte geben ... aber das jetzt zu lesen, macht mich grad sehr glücklich. :)


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

24.03.2019 um 07:21
@Stonechen
Ich habe mich unglaublich gefreut als ich von dir gelesen habe. Das sind doch überwiegend positive Nachrichten. Schön, dass dein Paps wieder Stück für Stück mobiler wird. Geduldig sein und bleiben ist hart, aber auch das mit der Hand wird sich noch bessern.
Da wir in einer Stadt aber dermaßen weit auseinander wohnen, kann ich dir leider auch keine Physio empfehlen... ich drücke weiter alle Daumen, pass aber auch du auf dich auf 🍀Liebe Grüße!


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

24.03.2019 um 08:35
@Alicet
Danke dir :)
Ja und wir freuen uns über diesen kleinen Fortschritte so dermaßen. Gestern zum Beispiel hat man seinem Gesicht selbst wirklich nichts mehr angesehen. Vorher hing die Gesichtshälfte ja wirklich stark, aber die Logopädie hat da wahnsinnig gute Arbeit bisher getätigt. Er sprach sauber und klar, nahm selbst die Gesichtshälfte mit, beim Essen sah ich garkeine Einschränkung mehr. Er zeigte mir auch wie die Logopädie sein Gesicht stimuliert, massiert und wie er Übungen machen muss. Da waren durchaus Dinge dabei die man zu Hause dann auch prima mit ihm allein üben kann.

@Mrs.Rollins
Auch dir Danke :)
Wir haben ihn nun hier im Umkreis bei ALLEN auf die Warteliste setzen lassen. Bisher hat sich zwar noch keiner gemeldet aber ich denke da wird noch was kommen. Gott sei Dank haben wir gute Präsenz hier von Physiotherapeuten, nur sind die halt alle voll und man muss einen finden, der sich mit Schlaganfällen auskennt.
Dafür haben wir aber einen SEHR guten Ergotherapeuten, der seit 20 Jahren mit Schlaganfallpatienten arbeitet und immer mit der Zeit geht. Er selbst sagt, stillstand ist aufgeben. Da freu ich mich wenn Papa bei ihm anfängt.

Meinem Papa hat unser Besuch gestern so gefallen das er zu meiner Mama Abends sagte, das sie uns ruhig kommen lassen soll. :D
Sie fragte ihn ob sie uns lieber absagen soll weil er Abends so erschöpft war... da antwortete er "Ach nun lass die Kinder doch her kommen" <3
Und so war mein Papa sonst nie, wollte immer seine Ruhe. Darüber freu ich mich so massiv das mir die Tränen stehen.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

24.03.2019 um 08:52
@Stonechen
Er ist eben nicht nur dein Held, sondern generell einer. Schön, wenn er an den Besuchen Freude hat, auch wenn es ihn anstrengt. Letztlich profitiert alle davon. Irgendwann werdet ihr zusammen sitzen und sagen: „ wisst ihr noch?....“
Drücke die Daumen für einen guten Physio der sich gut auskennt. Dann wird noch vieles besser, auch langfristig. Freu mich wie Bolle!


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

24.03.2019 um 08:56
@Mrs.Rollins

Ein schöner Gedanke. Ich hoffe doch sehr das es so kommen wird.
Der Weg wird lang, immerhin steht da nochmal eine Halsschlagader OP an und diese Verengung im Gehirn muss mit Medikamenten endlich behandelt werden. In nächster Zeit bekommt er noch eine Magenspiegelung und wenn da alles gut ist wird er dieses weitere Medikament bekommen für ein halbes Jahr.
Aber... ich bin optimistisch. Er zeigt das er will, und solang das so ist bin ich bester Dinge.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

24.03.2019 um 09:45
@Stonechen
Bleib optimistisch. Je besser es ihm geht, auch psychisch, desto besser wird er alles überstehen, was noch kommt. Bei all der ganzen kacke istdoch im Moment vieles ok. Er ist stark und wird das schaffen.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

18.06.2019 um 15:44
@Stonechen
habe es jetzt erst gelesen, durch Zufall, wünsche Euch allen alles alles Liebe , ihr seid auf dem richtigen Weg.
Wer nicht kämpft hat schon verloren..
und ein Kämpfer ist Dein Papa ja wohl...und nicht nur er..auch Du !
alles alles Liebe für Euch.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

19.06.2019 um 21:44
@musikengel

Dankeschön, das ist sehr lieb von dir.
Meinem Vater geht es den Umständen entsprechend "gut".
Mittlerweile wurde er ein 2. mal operiert an der anderen Halsschlagader und ist nun seit Anfang Juni zu Hause. Bekommt hier Therapien (Ergo und Physio) und diese haben wohl gute Prognosen gestellt, aber ohne Gewähr.
Unser Alltag hat sich natürlich VÖLLIG verändert seither aber wir fuchsen uns hinein. Irgendwie.
Der MDK kommt nun auch wegen einer Prüfung zur Pflegestufe und evtl. Hilfen oder Hilfsmitteln. Schauen wir mal was diese Prüfung ergibt dann.

Allgemein muss ich aber sagen das ich seit Februar auf dem Zahnfleisch krauche weil ich einfach nicht darauf vorbereitet war das sich plötzlich alles ändern wird. Ich hatte gedacht ich habe noch Zeit bis dieser Lebensabschnitt kommt wo man sich intensiv um seine Eltern kümmern muss (möchte) und nun war das plötzlich einfach da.
Diese Erfahrung hat aber definitiv meine Naivität gekillt, ich bin so richtig auf dem Boden der Tatsachen angekommen und hätte gern etwas Freude wieder zurück. Etwas Unbeschwertheit. Sind aber Luxusprobleme die ich jetzt mit mir habe, das werde ich emotional auch noch abarbeiten.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

20.06.2019 um 18:23
Stonechen schrieb:und diese haben wohl gute Prognosen gestellt,
Das freut mich! Es gibt auch Hoffnung, dass Dein Vater wieder selbstständiger wird.
Dann erfüllt sich auch der verständliche Wunsch
Stonechen schrieb:hätte gern etwas Freude wieder zurück. Etwas Unbeschwertheit
Ich finde es aber ganz toll und super, wie Du Dich um Deinen Vater kümmerst. Du bist ein lieber, fürsorglicher Mensch!


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

20.06.2019 um 21:18
@Stonechen
Ich freue mich, das dein Papa auf einem guten Weg ist. Wie aussichtslos am Anfang alles aussah... nichtsdestotrotz ist das für alle Beteiligten hart, es ist immer eine Familie krank, jeder leidet seinen Teil. Nicht nur die Angst zieht Kraft, du musstest täglich „reisen“ quer durch die Stadt, echt heftig. Aber du hast das Herz genau am rechten Fleck und liebst deinen Papa eben und machst alles was in deiner macht steht. Für deine Lieben kämpfst du wie eine Löwin. Da darfst du nun auch müde sein. Genießt euren Urlaub, ich wünsche euch von Herzen eine gute Zeit, um die Akkus wieder aufzufüllen. Liebe Grüße 😊


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

21.06.2019 um 12:19
@Stonechen
Viel Zeit ist mittlerweile vergangen. Ich wäre sehr neugierig zu hören, wie es deinem Papa mitterweile geht! Ich hoffe, dass er auf einem guten Weg ist!

Meinem Papa geht es mitterweile wirklich sehr gut. Er ist sehr, sehr aktiv dabei und man spürt den Löwen in ihm! Er will einfach, er will wieder zurück zu seinem alten Ich! Natürlich sieht man ihm alles noch an aber er ist hoch motiviert. Ich nehme ihn ab und zu mit ins Büro und zeige ihm ein paar Sachen, lass ihn am PC rumspielen und gebe ihm kleine Aufgaben. Er genießt es einfach mega wenn er im Büro sein darf und eine Aufgabe bekommt. Sobald er mit fremden Menschen in Kontakt kommt, geht bei ihm ein innerer Schalter um und er spricht wie früher. Fast wie als wäre nie etwas gewesen! Was unfassbar toll ist, ist das er sich nicht verstecken will ... im Gegenteil, er will raus, spazieren, sich mit Freunden treffen und Essen gehen. Ich fahre ihn wirklich wohin er will! Man muss sich auch keine Sorgen mehr um ihn machen.

Trotzdem gibt es natürlich auch die etwas unschöneren Tage. Tage wo er kaum einen Satz richtig beenden kann, ihm sehr schnell die Tränen kommen und er sich über sich selbst ärgert. Dann sitzt er da und schaut mich an und erklärt mir was gerade in seinem Kopf los ist. Er berichtet mir dann, dass er mir etwas erzählen will und auf die nächste Sekunde alles wieder weg ist ... Ich kann mir nur schwer ausmalen, wie so etwas sein muss. Ich tröste ihn dann natürlich und versuche ihm immer wieder deutlich zu machen, was er in den letzten Monaten geschafft hat ... wortwörtlich von der Windel und der Schnabeltasse zum aufrecht gehenden und mobilen Mann.


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

21.06.2019 um 12:29
@Stonechen
Bitte entschuldige! Ich habe garnicht gesehen, dass du bereits einen Update gepostet hast! Ich drücke meine Daumen für deinen Papa! Wie ist es mit der Mobilität und der Sprache? Bringt die Therapie Erfolge mit sich?


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Schlaganfall- und plötzlich ändert sich alles

23.06.2019 um 18:56
Irgendwie meine ich, sollte ich von meinen beiden Schlaganfällen berichten, weil es teilweise so viel anders erlebt und empfunden wurde, als wie es so mitgeteilt wird. Richtig ist wohl, dass der Schlaganfall je älter umso wahrscheinlicher sich ereignet. Eine Frau aus meinem Stadtteil hatte mit so 40 einen Schlaganfall und ich war 51 als ich den ersten Schlaganfall in Hannover im Hotel erlitten hatte.
Bin alleinstehend und habe nur noch meine 85 jährige Mutter und eine 45jährige Schwester mit ihrer Familie.

Konnte in der Nacht im Hotel gar nicht schlafen, als es Zeit zum aufstehen war, drehte sich alles, ich konnte nicht aufstehen, selbst der Anruf zur Rezeption einen Krankenwagen zu rufen, fiel mir sehr schwer. Wurde dann in ein Krankenhaus gebracht ausgeladen und war im Bett oder Trage an der Notaufnahme irgendwie halb im Krankenhaus halb im Freien und in meiner Erinnerung habe ich bis abends nur geschlafen. Tatsächlich soll man aber für 1.000 Euro (Privatrechnung) Untersuchungen gemacht haben. Wurde , nach meiner Erinnerung gegen 19 Uhr wach, dass ein Arzt bei mir war und meinte, fast vorwurfsvoll, ich sei im falschen Krankenhaus und wurde in die Uniklinik gebracht auf ein modernes und neues Einzelzimmer wo ich so 5 Tag blieb. Meine Stimme war anders, halbseitig , besonders ein Arm, war wohl bewegungsunfähig.
In der Zeit hatte ich zu sonst niemanden, als zu den Schwestern Kontakt. Keine Besuche und keine Gespräche. Fernsehen, hätte mich geistig auch irgendwie überfordert. Meiner Erinnerung nach war ich auf der Intensivstation und wurde gut versorgt und verbrachte danach noch 2 Tage auf einer normalen Station. Gehen konnte ich langsam und "breitbasig", Stimme verändert.
Wurde dann in ein anderes Krankenhaus verlegt, die wohl sowas wie Frühreha machen und viele alte Patienten hatten.
Da wurden am Tag wohl 2 bis 5 verschiedene Therapien gemacht, die ersten ca 10 Tage wurde ich mit Rollstuhl hingefahren, dann konnte ich allein hingehen.
Da besuchte mich das erste mal meine Mutter und ich wurde nach so 4 Wochen in die Reha entlassen, nach 2 Wochen aus der Reha entlassen und es ging mir soweit gut, Stimme verändert und starke Missempfindungen im linken Arm.

Nach einer Woche zuhause erlitt ich den zweiten Schlaganfall bei meiner Mutter. War dann so 10 Tage , erste 3 Tage Intensiv, im Krankenhaus, der Arzt meinte , jetzt bekommen sie noch eine Reha als wenn es ein Geschenk wäre. Tatsächlich hat die Dame im Krankenhaus gar nicht direkt den Schlaganfall berichtet und zuerst an die falsche Rentenversicherung geschickt und der Antrag auf Reha wurde abgelehnt.t Mein Hausarzt wollte dazu was schreiben, als ich 3 mal da war, das letze mal einen Tag vor ende der Frist war sein Schreiben noch nicht fertig. Hiernach war eine Lähmung im Hals, bzw. an der Stelle übergang von Speise- und Luftröhre, dieses bis jetzt, immer.
Dann habe ich noch Logopädie gemacht, aber inzwischen glaube ich, es geht nur darum wie man seine Stimme dauerhaft verstellt oder sich bemüht zu sprechen.

Habe keine grossen Einschränkungen mehr, obwohl man in der Uniklinik meinte, es wäre wohl eine Anomalie bei der Blutzuvor (Blutbahnen) vom Herz aus und das KÖNNTE die Ursache sein und KÖNNTE evtl operiert werden; Der Herzchirug meinte er könnte es operieren, aber ob es operiert werden muss, muss der Neurologe beurteilen.
Nun sind das 3 Jahre her und ich fühle ich fast wieder normal, nehme nur noch die Tabletten, die das Blut verdünnen, nicht Makumar und nicht Ass, teurere. Missempfindungen im linken Arm (kein Empfinden Kälte und Wärme) und die Lähmung im Hals sind geblieben.


Also ich habe keine familiäre Fürsprache erhalten und kann mich insgesamt nicht über schlechte Pflege und Behandlung beschweren, bis auf die erwähnten Einzelheiten. Ob nun mein Schlaganfall weniger schlimm war, oder ob es am relativ niedrigen Alter lag, den meisten ging es weit schlechter, viele sind dauerhaft gelähmt, viele im Rollstuhl etc....Auch war ich wohl geistig einer der fittesten, also viele hatten da wohl auch geistig zumindest leichte Probleme. Ich fühlte mich geistig immer fit und war auch wohl nie verzweifelt oder depressiv!


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