abberline schrieb:Ein Interessenter Gedanke - auch mitunter zum Nachdenken über den Umgangston im Internet
Nicht nur im Internet...
abberline schrieb:Das sind jetzt nur gemeldete Taten und auch nicht die, in denen andere Fahrgäste bedroht wurden. Beschimpfungen etc vermutlich auch nicht inklusive.
Körpeekameras und Deeskalationstraining werden da nicht viel weiterhelfen. Die Verrohung im öffentlichen Raum hat extrem zugenommen und jetzt stehen alle hilflos rum und wedeln mit den Armen, debattieren und analysieren bis Sankt Nimmerlein, tun betroffen und weisen auf Statistiken hin, nach denen die "meisten" Leute ja immer noch friedlich sind.
Mir geht da oft der Hut hoch, weil ich eben denke, im Kleinen fängt es an.
Die Schuhe auf dem Sitz, die fast leere Coladose rollt durchs Abteil und zieht ihre klebrige Spur, die leeren McDonalds Packungen bleiben auf den Tischen stehen, das Handy plärrt die Musik durchs Abteil...man geht besser nicht aufs Klo, sofern dieses überhaupt geöffnet ist..... es sind einfach Zeichen mangelnden Respekts, die einem ueberall entgegenkommen.
Selten, sehr selten, dass ein anderer Fahrgast mich unterstützt, wenn ich mal was sage.
Im Gegenteil: Meist werde ich angeschaut, als wuerde ich mich ungebührlich verhalten...so ein bisschen Benehmen und Rücksicht einzufordern gilt wohl schon als unerhört.
Und den Zugbegleitern ergeht es auch nicht besser.
Die kriegen das doch staendig ab.
Fuer ein bisschen Ordnung sorgen, Hausrecht durchsetzen - das versuchen die doch gar nicht mal mehr. Das ruft doch bestenfalls genervte Blicke hervor, wenn nicht andere gereizte Reaktionen.
Es geht ja nicht nur um die grossen Gewalttaten, es sind doch schon die kleineren Dinge, die einem den Job verleiden.
Ekligkeiten wie Anspucken und andere körperliche Einschüchterung bis Angriffe kommen noch dazu.
Ich nehme da auch eine Verrohung im öffentlichen Raum war - aber woran liegt es?
Hier haben sich Grenzen im Umgang miteinander verschobenen.
Die einen lassen ihre schlechte Laune und Frust raus und die anderen schauen weg.
Mir kommt da Kirsten Heisig in den Sinn, die Richterin war und das Buch: 'das Ende der Geduld. Konsequent gg. Jugendliche Gewalttäter' geschrieben hat.
M. E. braucht ein Zugbegleiter Sicherheitspersonal, welches ihm bei Bedarf schnell zur Verfügung stehen kann. So dass man Personalien aufnehmen kann bzw jemanden aus dem Zug verweisen kann - also Grenzen aufzeigen, wenn etwas nicht zu tolerieren ist.
sooma schrieb:Der Ruf nach immer mehr Kontrollen und Überwachung – überall das Smartphone als Ausweis, Zahlmittel und "Akte"
Von diesen rein technischen Massnahmen halte ich auch nicht viel.
Echte Menschen braucht es. Wenn einer pöbelt und dann 2 Personen dazukommen, die höflich, aber bestimmt, die Frage nach der Fahrkarte wiederholen, ggf. Personalien aufnehmen und ggf. Jemanden nach draussen begleiten - damit zeigt man Grenzen auf.