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Kinder belügen und dadurch schützen?

Kinder belügen und dadurch schützen?

02.06.2017 um 10:40
Ich habe keine Kinder, bin aber froh das meine Eltern in gewissen Dingen gelogen haben. Sie haben mir immer erzählt das man Kinder kaufen kann :D
Da war ich dankbar das ich dann doch selber herausfinden musste wie Kinder in echt entstehen ;) :D


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Kinder belügen und dadurch schützen?

02.06.2017 um 10:57
Sucellus schrieb am 05.06.2007:Meine Frage an euch: Würdet ihr eure Kinder vor unangenehmen oder sogar Schlimmen Erfahrungen schützen wollen? Verdeckt ihr dem Kind die Sicht auf die überfahrene Katze welche das Kind so geliebt hat? Sagt ihr den Kindern der Vater sei in den Urlaub gefahren wenn es heftigen Streit gab? Und wenn das Kind älter wird: Versucht ihr dem Kind soviel eSteine wie möglich aus dem Weg zu räumen? Auf den ersten Moment scheinen die Antworten klar. Aber ist es nicht auch wichtig das Kind auf die "harte Welt" vorzubereiten? Wie lange sollte man das Kind "belügen" was die Wahrheit der tatsächlichen Realität aussieht? Wie steht es mit dem Weihnachtsmann, Zahnfee und Osterhasen? Sollte man dem Kind so früh wie möglich die Selbstständigkeit lehren auch wenn es schwieriger ist? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Gibt es ihn überhaupt?
Ich bin der Meinung, das man den Kindern so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit bereiten sollte. Später kann man ihnen kindgerecht immer noch erklären, was sie wissen sollten.

Die Kinder lernen zudem automatisch im Alltag, im Umgang mit Freunden usw.


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Kinder belügen und dadurch schützen?

02.06.2017 um 11:02
Man sollte ehrlich zu Kindern sein. Kinder verkraften viel mehr als wir Erwachsene denken und sie merken wenn sie angelogen werden und das ist viel schlimmer. Besser eine schmerzhafte Wahrheit als eine Lüge und das Wissen dass man dem Erwachsenen weder vertrauen und glauben kann.


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02.06.2017 um 11:07
Syrah schrieb:Man sollte ehrlich zu Kindern sein. Kinder verkraften viel mehr als wir Erwachsene denken und sie merken wenn sie angelogen werden und das ist viel schlimmer
Schon, doch man muss den Kindern nicht alles auf die Nase binden.
Syrah schrieb: sie merken wenn sie angelogen werden
Man muss Kindern nicht in Allem Rede und Antwort stehen, jedenfalls denke ich so u. man kann Ausweichantworten oder so geben.


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02.06.2017 um 12:00
"Normale" Kinder geben eigentlich den Weg vor, wieviel sie wissen wollen. Ich gehe mal davon aus, dass kein Kind/Mensch belogen werden will. Aber er möchte vielleicht nicht alles wissen und nachprüfen, das gilt es zu akzeptieren.

Wir hatten einen Vogel gefunden, der einfach so tot in unserer Einfahrt lag, im Garten begraben. Ungefähr ein halbes Jahr später, wollte mein jüngster Sohn nachgucken, ob der Vogel noch da liegt. Wir haben ihn graben lassen, gefunden hat er nichts mehr. Wir haben schon viele Tiere im Garten beerdigt. Keins meiner anderen Kinder wollte je nachgucken, "was noch da ist". Ich habe sie auch nicht gezielt dazu aufgefordert.

Der Sohn wollte auch gerne mal gucken, wie man Babys so "in echt" macht. Für die anderen Kinder war das Gucken wohl nicht wesentlich zum Verständnis, oder ihnen hat die Beschreibung alleine gereicht, oder sie haben es irgendwo schon mal gesehen.
borabora schrieb:Man muss Kindern nicht in Allem Rede und Antwort stehen, jedenfalls denke ich so u. man kann Ausweichantworten oder so geben.
Wenn man gefragt wird und es nicht weiß, kann man das Nicht-Wissen zugeben. (Nicht immer schön, aber vieles kann ja erfragt oder nachgeguckt werden.)

Ausweichen, bedeutet du willst eigentlich zum Bäcker und Brot kaufen. Dann kommt jemand und drängt dich dazu, zum Blumenladen zu gehen, weil er Blumen so gerne mag und denkt es würde dir bestimmt auch Freude bereiten, Blumen zu essen, oder wenigstens in die Vase zu stellen.
Nicht auf jedem Weg zum Bäcker liegt eine vielbefahrene Bundesstrasse, oder laufen nicht angeleinte Hunde herum. Und wenn es doch so sein sollte, muss man vorbereitet sein.


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02.06.2017 um 12:06
borabora schrieb:Schon, doch man muss den Kindern nicht alles auf die Nase binden.

Syrah schrieb:
sie merken wenn sie angelogen werden

Man muss Kindern nicht in Allem Rede und Antwort stehen, jedenfalls denke ich so u. man kann Ausweichantworten oder so geben.
So hat meine Mutter auch immer gedacht. Und wenn dann wieder mal ihre Lügen aufkamen, oft durch ganz blöde Zufälle, dann sagte sie immer: 'Das verstehst du noch nicht. Da bist du zu klein dafür'. Und da war ich längst kein Kind mehr.


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02.06.2017 um 15:47
emz schrieb: Und wenn dann wieder mal ihre Lügen aufkamen, oft durch ganz blöde Zufälle,
Lügen geht gar nicht, das ist klar.
Doch ich spreche hier von kleinen Kindern u. klar, sollte man sie nicht (unbedingt) anlügen.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, das man ihnen nicht immer reinen Wein einschenken muss..
Es gibt halt Sachen, die noch nichts für sie sind oder die schrecklich sind.


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Kinder belügen und dadurch schützen?

02.06.2017 um 19:14
@borabora

Was ist das sonst, wenn nicht lügen, wenn ich jemandem nicht reinen Wein einschenke?

Du erzählst einem kleinen Kind etwas, dabei vergiss aber nicht, das Kind wird größer und vergisst das nicht. Und dann erfährt es, dass das, was du damals gesagt hast, nicht wahr ist.


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02.06.2017 um 19:34
Erwachsene schätzen Kinder meist viel blöder ein als sie sind. Würde ich niemals empfehlen. Das Gelüge war mitschuld daran dass ich schon als ich 6 war nichts mehr Eltern anvertraute oder dem vertraute was die behaupten. Dabei logen die noch nicht mal (mehr) viel, weil die selbst gemerkt hatten dass ich merke dass es Bullshit ist. Ich wusste mit 5 schon dass Menschen sterben, dass Krieg scheiße ist oder der Weihnachtsmann ausgedachter Quark ist. Später verheimlichten die dann nichts mehr, mir wurde (im Gegensatz zu meinem besten Freund) gesagt dass unser aufgezogenes Entenküken von einem Raben geköpft wurde, die Mitarbeiterin bei einem Unfall ums Leben kam oder der Nachbar Krebs hat - auch bei Nachrichten wurde nicht weggeschalten. Aber die ganz frühen (wenn auch wenigen) Erinnerungen und vor allem das Lügen der Eltern von Bekannten oder denen in Filmen hatten halt dafür gesorgt dass ich Beschwichtigungen immer misstraute bis heute. Wenn einer zB sagt es ginge ihm wieder besser, oder dass das Problem so und so schon noch behoben werde oder Ärzte und co. eine positive Prognose machen zweifel ich im ersten Moment erstmal automatisch an allem - also alles was zu positiv klingt, was halt wiederum dazu führt dass ich zu oft zu viel Negatives erwarte selbst dann wenn es wirklich gar nicht da ist.

Find nicht dass es eine akzeptable Methode ist. Vielleicht schadets anderen nicht so sehr wie mir, aber auch die werden früher oder später rausfinden dass sie belogen wurden. Vor allem werden solche behüteten Kinder noch härter mit der Realität konfrontiert wenn sie erstmal eintrifft, sie was Negatives erleben etc. Und irgendwann wird das passieren. Jeder wird irgendwann im Laufe der Kindheit mal entweder gemobbt, sieht grausame Bilder, verliert einen Nahestehenden durch Tod oder wird selbst verletzt, angegriffen oder sonstwie mit Problemen konfrontiert. Die werden dann ganz bestimmt nicht glücklicher als andere sein, wenn sie merken dass ihre friedliche Welt nur eine Lüge war. Wichtiger ist es ihnen zeitig beizubringen wie man mit negativen Erfahrungen umgehen kann - jemand der weiß dass Leid existiert ist auch anderen gegenüber freundlicher - einer der nichts zu befürchten hat wähnt sich und andere sicher und kann weder mit Nachrichten aus einer für ihn anderen Welt noch Gedenkminuten irgendwas anfangen weil die Welt ja angeblich immer nett ist.

Man muss auch bedenken dass gerade Kinder mit ernsten Dingen aus den Nachrichten oder dem Umfeld zB sowieso oft besser umgehen können als Erwachsene. Weil das soziale Gefühl und das Kontextwissen zu der Zeit noch nicht komplett ausgebildet ist - also ist es besser die erfahren schon früh von Problemen die sie später dann integrieren können als dass die dann wenn sie am empfindlichsten sind plötzlich von getroffen werden.
Kinder sind z.B. selten so geschockt wie Erwachsene wenn sie hören dass Tante Emma an Alkoholvergiftung starb. Aber ich finde sie müssen es erfahren - da kann man dann nicht mit Bullshit ankommen dass Emma im Urlaub ist oder mit einem Engel auf lustige Abenteuerreisen gegangen ist. Zumal ihnen durch Erzählen der Wahrheit auch klar wird, dass Alkohol gefährlich sein kann.


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02.06.2017 um 19:40
Mich hat das Gerede vom Leben nach dem Tod als Kind regelrecht traumatisiert. Wenn ich an die Situation denke, in der mich meine Eltern über den Weihnachtsmann aufklärten, kommt mir vor allem die Wut und die Enttäuschung in den Sinn, von meinen Eltern, denen ich eigentlich vertrauen sollte, angelogen worden zu sein. Geprägt hat mich beides in sofern, dass wenn ich Kinder hätte, sie nicht anlügen würde. Es gibt immernoch die Möglichkeit, Dinge kindgerecht zu erklären.


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02.06.2017 um 19:51
Sixtus66 schrieb:Erwachsene schätzen Kinder meist viel blöder ein als sie sind.
Nicht unbedingt blöde, etwas unglückliche Formulierung, vor allem wenn es um die eigenen Kinder geht.
Kein Elternteil der Welt hält sein eigenen Nachwuchs für blöde :D
Aber Du hast natürlich im Grunde recht mit dem was Du tatsächlich meinst, nur würde ich da eher in Richtung
"Erwachsene trauen Kindern viel, viel weniger zu als es tatsächlich ist" gehen anstatt "blöd", hört sich iwie
schräg an.


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02.06.2017 um 19:58
Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist ein totes Kaninchen in seinem Käfig und dass ich es kurz anstupsen durfte und überrascht war, wie kalt und hart es sich im Gegensatz zu sonst anfühlt. Da hab ich wohl ganz offen und ehrlich erklärt bekommen, was tot ist. Ich glaube, ich wollte es aber auch unbedingt wissen. Nur Bescheid sagen, dass das Kaninchen jetzt nicht mehr da ist, hätte mir nicht gereicht.

Wann immer ich angelogen wurde, war das nicht gut, denn ich hab es entweder gleich oder irgendwann später gemerkt. Ähnlich wie bei @Sixtus66 war mein Vertrauen in Erwachsene schon ziemlich früh im Eimer. Besonders schlimm fand ich, wenn gelogen wurde, weil ich etwas machen sollte, das ich nicht wollte.


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02.06.2017 um 21:25
@emz

Meine Eltern waren mal im Urlaub mit meinem Neffen, er hat zufällig gesehen, wie ein Schwein zum Schlachten geführt wurde (war auf einem Bauernhof).

Er lief schreiend weg, war regelrecht traumatisiert.

Hätten ihm da meine Eltern die Wahrheit sagen sollen, das das Schwein nun getötet wird?

Sie sagten ihm, das Schwein werde operiert. Da beruhigte er sich ganz langsam wieder. Doch dieses Erlebnis hat ihn noch lange verfolgt.

Ich glaube nicht, das er seinen Grosseltern daraufhin Vorwürfe gemacht hat, angelogen worden zu sein.


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02.06.2017 um 21:26
Ja, es kommt eben darauf an wie alt und verständig das Kind schon ist.

Bei Freunden (die ein Kind haben) ist vor vielleicht 2 Jahren der Hase "weggelaufen um im Feld neben dem Haus eine Hasenfrau zu finden in die er sich verlieben kann". Ich weiß nicht mehr ob er in Wirklichkeit einfach nur weggegeben wurd weil die Familie mit einem Haustier zu der Zeit noch überfordert war... oder ob er todkrank war und eingeschläfert werden musste.
Der Verlust des Tieres war für das kleine Kind auf diese Art leichter zu ertragen.
Bei dem nachfolgenden Haustier (eine Freigängerkatze, die ein und aus gehen konnte wie sie wollte) sah es schon anders aus. Da haben sie das tote Tier (Vermutung war das es etwas vergiftetes gefressen hatte draußen) gemeinsam beerdigt im Garten und das Kind durfte einen großen Stein als Gedenkstein bunt anmalen.


Jetzt muss ich grade an den Nestflüchter vom letzten Jahr denken.... der war zu früh aus dem Nest geflogen/ gefallen und hatte unter unserem Auto Schutz gesucht. Saß dort sehr sehr lange und piepte nach seinen Eltern. Diese hatten aber wohl keine Möglichkeit ihn ins Nest zurück zu holen.
Wir holten einen Nachbarn zur Hilfe der daheim selbst diverse Vögel hatte zu der Zeit. Er erklärte unserem Kind etwas von "Ich setz den Vogel jetzt gegenüber in den Schutz der Hecke und seine Eltern werden ihn hören und dann einfach auf dem Boden ein bisschen füttern bis er stark genug ist um ins Nest zurück zu fliegen.
Das beruhigte unser Kind. Okay, die Wahrheit war etwas grausamer, tragischer. Aber Natur ist eben Natur. Wie soll man einen kleinen Vogel in ein Nest setzen das im Baumwipfel ist, wie soll man einen so kleinen Vogel aufpäppeln und dann auswildern - wenn man selbst daheim 2 große Katzen hat. Und unser Nachbar, der hätte zwar das Wissen gehabt, aber eben auch keine Zeit um sich um das Tier zu kümmern.

Um es kurz zu machen... Man möchte sich einerseits selbst nicht der Wahrheit stellen und tausende von Kinderfragen beantworten auf die man keine Worte finden kann. Man möchte sich und dem Kind die Kindertränen und den Kummer ersparen.
Zumindest solange, bis man der Meinung ist das das Kind das Thema "Tod" etwas besser verstehen kann.


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Kinder belügen und dadurch schützen?

02.06.2017 um 21:31
slobber schrieb:Um es kurz zu machen... Man möchte sich einerseits selbst nicht der Wahrheit stellen und tausende von Kinderfragen beantworten auf die man keine Worte finden kann. Man möchte sich und dem Kind die Kindertränen und den Kummer ersparen.
Zumindest solange, bis man der Meinung ist das das Kind das Thema "Tod" etwas besser verstehen kann.
Genau so sehe ich es auch :Y:

Das Kind wird sicher nicht böse darum sein oder auf Dich zukommen u. sagen, hey, was haste mir damals nur erzählt..

Ich finde, wurde dem Kind gut erklärt, besser als die Wahrheit.

So kann man nicht immer verfahren, ist ja klar, doch bei so kleinen Kindern u. je nachdem, wie sensibel sie sind, find ich es besser, so zu reagieren, wie Du geschildert hast.


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02.06.2017 um 21:55
Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass es am besten ist, die Kinder so früh wie möglich an die Realität heranzuführen...

Ich hatte als Kind einen Hasen und ein Meerschweinchen zur selben Zeit. Häschens Name war Tiffany und das Schweinchen hieß Benny.
Beide waren viele Jahre bei mir, durften bei mir im Zimmer schlafen und sich oft frei bewegen (da beide rein waren und nur in ihr Kistchen zum entleeren gingen ☺️)
Jedenfalls, ich war da ca. 11/12 Jahre alt und bin wie jedes Jahr im Winter, ne Woche zu meiner Tante nach Kitzbühel gefahren, zum Skifahren und blödeln mit meinen Cousins.
Mitte der Woche als meine Mum mal anrief, merkte ich, dass Sie etwas bedrückt war, auch wenn Sie es überspielen versuchte.
In Sinn kam mir aber nur, dass Sie vielleicht etwas mit meinem Vatern gestritten haben könnte, aber sonst eigentlich nichts.
Samstag's ging es dann wieder ab nach Hause mit dem Zug, ich freute mich schon sehr auf meine Eltern und Tierchens.
Am Bahnhof eingefahren, konnte ich auch schon vom Fenster aus meine Eltern entdecken und auch da sah ich in ihren Gesichtern, trotz der Freude dass ich wieder da war, dass etwas nicht stimmte.
Nach der freudigen Begrüßung gingen wir Richtung Auto und als wir dort drinnen saßen, meinten meine Eltern, dass Sie mir etwas trauriges erzählen müssen.
Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf, bis ich zu meinen Eltern sagte, Sie sollen mir doch endlich sagen was los ist. Meiner Mum schossen dann die Tränen in die Augen und Sie meinte, dass mein Hase Tiffany zwei Tage nach meiner Abfahrt, an einem Herzversagen gestorben sei... Für mich brach eine Welt zusammen, Sie war mein erstes Haustier das gestorben ist. Aber heute bin ich meinen Eltern dennoch dankbar dass Sie mir damals die Wahrheit gesagt haben und ich noch im Garten mit mein Haustier begraben durfte!
Solche Erfahrungen gehören zum Leben und prägen uns, auch schon in der Kindheit, um später ein gefestigter Erwachsener sein zu können. 😊


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02.06.2017 um 21:58
Das Thema "Verlust unserer Katzen durch den Tod" spricht unser Kind öfter mal an in letzter Zeit.
Was ist, wenn sie mal sterben? Was passiert dann mit ihnen? Werden sie von uns sehr sehr vermisst? Werden sie von uns irgendwann vergessen? Unser Kind sagt jedenfalls jetzt schon das sie die beiden dann ganz doll viel vermissen wird und sehr traurig sein wird.
Das bedeutet für mich das unser Kind in diesem Entwicklungsschritt schon recht weit voran gekommen ist (ich sehe es positiv).

Wir haben uns auch schon einige Male über "meinen" Kater unterhalten mit dem ich selbst aufwuchs. Wie sein Verlust für mich war, wie lange ich traurig war und wie sehr mir Erinnerungsfotos geholfen haben.
Das Trauer bei Verlust eben dazu gehört und man die Trauer auch zulassen muss und darf.


Ja und sonstige "Lügen" bzw. Notlügen bzw. abgeschwächte Abwandlungen der realen Situation...
Haben wir an Ostern erlebt.
Im Kindergarten wurde damals leider beigebracht das der Osterhase die Eier etc bringt.
Letztlich brachte dann eben der Osterhase auch zu uns das Zeugs...
Seit 2 Jahren "teilen wir uns diese Aufgabe mit dem Osterhasen". Einen Teil verstecken wir Eltern, einen Teil versteckt der Osterhase. Dieses Jahr bat unser Kind mich das ich doch bitte auch eine Packung hartgekochter Eier verstecken soll. "Weil man dann viel mehr suchen kann und noch länger Spaß daran hat". Von "uns" gab es noch ein kleines Geschenk dazu (argh, ich war aber auch fies, hab es in Augenhöhe in einer niedrigen Astgabel "versteckt").
Mit der Zeit wird der "Osterhase" immer mehr in den Hintergrund rücken und dafür wird immer klarer werden das eben wir Großen alles verstecken.
Bei der Sache mit dem Weihnachtsmann (danke Großeltrn, danke Kindergarten... ich hatte damals eigentlich geplant diese Figur nicht an Weihnachten für die Geschenke verantwortlich zu machen) läuft es etwas glatter ab. Von Beginn an erlebt unser Kind das wir Erwachsene uns gegenseitig die Weihnachtsgeschenke schenken. Früher hatte unser Kind selbst eine Erklärung dafür gefunden "Na klar, der Weihnachtsmann bringt nur Kindern Geschenke, darum müssen die großen sich selbst gegenseitig etwas schenken". Ich denke das Thema "Weeihnachtsmann " wird in 2 Jahren (spätestens) gegessen sein.
Bei mir selbst wars in der Kindheit ja ähnlich. Gegen Ende der Grundschule kapierte ich das weder der Osterhase noch der Weihnachtsmann die Sachen bringt sondern die Eltern und andere "Große" dahinter stecken


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02.06.2017 um 22:01
@FrauNinja
Naja sicher, mit 11 Jahren ist ein Kind aber auch wesentlich verständiger als ein Kindergartenkind.
Ich erfuhr im Alter von 12 Jahren vom Tod meiner einzigen Oma. Meine Eltern wollten mir den Schüleraustausch nicht verderben und erzählten mir erst bei der Wiederkehr davon.
Da wurde nichts beschönigt, ich war zwar irgendwie traurig - aber ich wusste eben schon das für jeden irgendwann die Zeit kommt. Sie war ja auch schon sehr sehr alt (in meinen damaligen pubertären Augen).


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02.06.2017 um 22:10
Grundsätzlich ging es mir eigentlich darum, dass meine Eltern mir immer in allem die Wahrheit gesagt haben und mich behutsam aber ehrlich, an Dinge herangeführt haben.
Ich finde es ehrlich gesagt besser und effizienter, als Elternteil, nicht zu sehr in die "Märchen-Schiene" abzurutschen!
Meine Mum hat mir aber natürlich auch bis zum Ende meiner Milchzähne, die Zahnfee gespielt ☺️😅


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02.06.2017 um 22:23
@FrauNinja
Ja schon, letztlich versuchen Eltern immer einen Weg zu finden der zu ihnen/ zur Familiensituation/ zum Kind selbst passt.

Die Zahnfee ist bei uns nie ein Thema gewesen....
Irgendwann dieses Jahr haben unser Kind und ich uns mal so nebenbei über erfundene Gestalten unterhalten. Also Rübezahl, den gestiefelten Kater.... und dann eben auch die Gestalten für Kinder (Zahnfee, Osterhase, Weihnachtsmann, Sandmännchen...etc).
Kind voller Überzeugung: "Nee, die Zahnfee ist nur eine Erfindung, die Schnullerfee sowieso - aber ich bin ganz sicher das es den Osterhasen und den Weihnachtsmann wirklich gibt. Den Nikolaus gibt es nicht(!) mehr, der wird aber gespielt zur Erinnerung an den echten der schon lange tot ist"

Unschlagbare Logik eines Kindes :D


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