philae schrieb:Agender heißt in dem Zusammenhang: Sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen? Bezogen auf die Identität?
Was ist eigentlich der Unterschied zu nonbinär?
(Ich tendiere ja in eine ähnliche Richtung, weiß aber oft nicht, welcher Begriff es besser trifft)
Die Identität. Da spielt für mich das Geschlecht eine arg kleine Rolle.
Nonbinär bin ich m.E. nicht, da alle körperlichen Eigenschaften eindeutig sind. Nackig könnte man das recht einfach erkennen: Frau. Auch medizinisch: yep, biologische Frau.
Kann "nur" mit Weiblichkeit ungefähr so viel anfangen wie mit Braunäugigkeit, Zehnfingrigkeit oder meiner Körpergröße: die Merkmale sind da, stören mich nicht, kann ich ohne Scham aufzählen, nur würde ich die nicht betonen, oder mich in irgendwelche Rollen dementsprechend begeben, das Gefühl haben irgendetwas nicht zu sollen, dürfen... oder es zu müssen als Frau.
Bin ein weiblicher Mensch (Chromosomen, Eizellen, Hormonstatus etc.), aber über die rein biologische Funktionalität hinaus (die ich auch nicht "völlig ausübe", d.h., bin gewollt kinderlos) bedeutet es mir nichts. Ich finde es auch eher seltsam, dass so viel ausgerechnet nach Geschlecht unterschieden wird (z.B. Anreden - wie wäre das z.B., ginge es nach einem anderen Merkmal? "Guten Tag Kleinwesen Müller", "Ach hallo, Großwesen Huber!"), oder sowas wie Gegenstände die gar nichts mit der rein biologischen Funktion zu tun haben. Kann ich instinktiv gar nicht nachvollziehen, obwohl das für viele Menschen "logisch" zu sein scheint. Auch z.B. das Gefühl, mir wäre jemand gleich ähnlicher wenn diese Person eine Frau ist, oder etwas das "für Frauen" gedacht ist (ohne dass es einer rein medizinisch-biologischen Notwendigkeit und Gegebenheit nachkommt) passe tendenziell besser: habe ich nicht.
Bei anderen Menschen mag die genaue Ausprägung anders aussehen.