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Zahnarztlügen

364 Beiträge, Schlüsselwörter: Körper, Zähne, Pflege, Zahn, Zahnarzt, Mundhygiene

Zahnarztlügen

25.11.2010 um 12:26
@belphega
o.ô zickig? Du schreibst vonwegen Stiftung Warentest stimmt net etc. Das heisst für mich sowas wie haha du denkst deine zahnpasta ist gut dabei ist es schrott weil man der Stiftung net vertrauen kann..darum habe ich untermauert das ich bei dem bleibe.

Und tut mir leid wenn ich hier "speziell" reagiere aber ich hab langsam aber sicher genug von dem CHX-Lobgesang in diesem Thread, ich mag es einfach net bequatscht zu werden, und egal was man hat solange man net CHX benutzt ist alles verfälscht und blöd und kA.


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belphega
ehemaliges Mitglied

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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 12:32
@darkylein
"haha du denkst deine zahnpaste ist gut"


??
Ich weiß nicht in welcher Altersklasse wir uns befinden, aber das heißt bei mir kein Satz den ich poste.

Stiftung Warentest ist -kein- Argument. Das wollte ich damit sagen.
Nur weil eine Statistik sagt, dass jede zweite Frau fremdgeht, muss die Frau neben dir nicht untreu sein.
Nur weil Stiftung Warentest sagt, dass ein Produkt gut ist, muss es noch lange nicht gut sein.

Die sagen auch das Whiskas super ist.
Dabei weiß jeder Tierarzt, dass Whiskas Gift ist.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Chlorhexamed verwende ich, weil es mir mein Kieferchirurg verschrieben hat.
Vielleicht hätte ich bei einem anderen Arzt etwas anderes bekommen.

Ist es wirklich wichtig?


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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 12:40
@belphega
Also wegen Whiskas, die sind "befriedigend". Ich bezweifle das Stiftung Warentest "unseriös" ist und sich mit Geld locken lässt. An deiner Stelle würde ich mich solchen öffentlichen Behauptungen gegen eine grosse Vereinigung aufpassen, man hat heutzutage schneller ne Klage am Hals als man tippen kann.

Und ich kenne Meridol aus persönlicher Erfahrung, und Stiftung Warentest bestätigt meine Meinung nur. Und mein ZA hat es mir auch empfohlen, aber ich lebe auch nicht in ner verdrehten Realität wie manch andere hier, wo mir mein ZA schaden will. Ich denke er wird schon wissen wieso er welche Produkte empfiehlt. Habe auch meine Schallzahnbürste nach der Empfehlung von ihnen gekauft, und alle 3 Marken welche er mir empfohlen hat wurden in Tests (ob Stiftung oder diese seiten wie ciao.de und so) als sehr gut bewertet. Auch ich bin zufrieden damit. Aber ich gehe nicht einkaufen mit der Stiftung Warentest ;-) ich finde es kann eine gute Entscheidungshilfe sein, wenn man mehrere Marken zur Auswahl hat.

Ich selber hatte CHX selber ja auch dieses Jahres, nach ner Weisheitszahn-OP, aber da hatte ich 2 x 3 cm grosse Löcher im Mund, und da ist es wohl wichtig was "desinfiszierendes" zu haben, was halt "schärfer" ist. Aber für den "alltag" nehme ich Meridol, dort gibt es auch keine Verfärbungen und sonstige "Nebenwirkungen".


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emanon
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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 12:45
@darkylein
@belphega
Das sollte nicht in einen Glaubenskrieg ausarten. beide Mundspüllösungen gehören zu den empfehlenswerten (bei CHX auf die Konzentration achten) aber warten wir ab, wie @mystery90
die ihr von mir gestellten Fragen beantwortet.


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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 12:46
proroboter schrieb:Mit von ganz oben meine ich z.B. die Leute, die die Jodierung und Fluoridierung von Lebensmitteln & Co. in Deutschland veranlasst haben und einen Nutzen davon tragen.
Aber ich hab dir doch erklärt, warum deine Oma kein Flourid zu sich nehmen darf nach einer Schilddrüsen op. Und warum wir Jod essen sollte dir klar sein, da verdient keiner was dran.


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belphega
ehemaliges Mitglied

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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 12:47
@darkylein
mimimi

Meine Güte, wann lernst du endlich dich normal auszudrücken?
Du musst immer so aggressiv schreiben O.o Da will man gar nicht weiterlesen.


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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 16:33
@belphega
zeig mir doch den Teil wo ich "aggressiv" schreibe.

@emanon
was für ne Konzentration dürfte es maximal haben?


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emanon
ehemaliges Mitglied

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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 16:47
@darkylein
Du hast Post. :D


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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 18:51
@mystery90:

Ich habe den Einganganspost vor sechs Tagen mit einem gewissen Amüsement gelesen und wollte eigentlich nichts dazu schreiben, aber da sich der thread recht flott entwickelt ( zwölf Seiten in sechs Tagen ) scheint doch ein gewisses Interesse an Aufklärung zu bestehen. Dass Bedarf besteht, ist kaum zu übersehen. Die von einigen usern im Schutze der Anonymität des Internets herausposaunte Ahnungslosigkeit, mit der sie ihre eigene Gesundheit gefährden, ist erschreckend, aber für mich nichts Neues.

Der TE präsentiert ein Buch, das jemand verkaufen will. Entweder, weil er das Buch gut findet, oder weil er Werbung dafür machen will. Die geschalteten Anzeigen sprechen eher für Letzteres. Das wurde aber schon erkannt, zumindest von einem user. Über 50.000 user machen Almystery zu einem beachteten Werbevehikel.

Die im Eingangspost präsentierten "Fakten" ( ich hab´ den nochmal kopiert, um besser darauf eingehen zu können ) stellen eine gefährliche Mischung aus trauriger Wahrheit, geschickt verpackter Halbwahrheit und üblen, gesundheitsgefährdenden Lügen dar. Die Autoren wollen das Buch verkaufen, auch das wurde schon erkannt. Und was sollte sich besser verkaufen, als ein Werk, das es dem Leser ermöglicht, dem unangenehm empfundenen Zahnarztbesuch zu entgehen?
Wer empfindet nun den als besonders unangenehm? Klar, der, der ihn am nötigsten hat, weil´s in seinem "Esszimmer" aussieht, wie...na lassen wir das. Stellt Euch einfach die zerfallenste Ruine in der Umgegend vor und ergänzt die Vorstellung um einen süsslich-fauligen Geruch und Ihr seid da. Willkommen in meiner Arbeitswelt.

Und das Ganze kommt dem inneren Schweinehund in jedem von uns entgegen. Geringer Aufwand, geringe Kosten, jeder kann´s. Leute, ohne Fleiss kein Preis, das Leben ist kein Ponyhof und weder der TE, noch die Autoren sind der Nikolaus.

Interessanterweise präsentieren hier aber auch user die andere Seite:

Regelmässiger Zahnarztbesuch ist nicht allzu unangenehm. Denn wer da regelmässig zu einem gewissenhaften und kompetenten Zahnarzt geht, ist vor unangenehmen Überraschungen recht sicher.
Das ist vergleichbar mit Jemandem, der sein Auto regelmässig benutzt, aber auch regelmässig pflegt und wartet oder das in einer ( gewissenhaften und kompetenten ) Werkstatt tun lässt. Der TÜV, vor dem viele Leute "Muffe" haben, ist dann auch kein Problem.

Denn genau wie Auto oder Motorrad Gebrauchsgegenstände sind, sind auch Zähne Werkzeuge, die einem Verschleiss durch Benutzung unterliegen. Diese Analogie wird Euch noch öfter begegnen...

Zum Eingangspost:
Fakten:* Karies ist mit Bohrer und Füllungen nicht heilbar
* Sekundärkaries ist das Ergebnis einer heillosen Zahnmedizin
* Die bakterielle Krankheitsursache der Karies und Parodontitis wird durch Zahnärzte nicht behandelt
* Bakterien bleiben auch nach der Behandlung beim Zahnarzt im Mund
* Ein positiver Nutzen der Zahnseide konnte in Untersuchungen nicht bewiesen werden
* Trotz Fluorid, 2x jährlichen Kontrolluntersuchungen und verbesserter Mundhygiene leiden 95 Prozent der Deutschen an Zahnerkrankungen
* Zähneputzen alleine bietet keinen ausreichenden Schutz vor Karies
* Karies entwickelt sich in erster Linie in den Zahnzwischenräumen und in den Fissuren
* Karies ist heilbar – ohne Zahnarzt
* Es gibt keinen wissenschafltichen Beleg, der die prohphylaktische Entfernung von Weisheitszähnen rechtfertigt
* Weisheitszähne können keine Frontzähne verschieben
* Zahnerkrankungen sind vollständig vermeidbar
* Eine professionelle Zahnreinigung ist keine Karies-Prophylaxe
* Weißmacherzahncremes und Bleachings sind durch ihre abrasive bzw. demineralisierende Wirkung schädlic - besonders für kranke Zähne
* Kunststofffüllungen (Komposite) gelten womöglich als krebserregend
* 16 Millionen Deutsche gehen nie zum Zahnarzt
* Über die eigene HIV-Erkrankung (AIDS) muss der Zahnarzt seine Patienten nicht aufklären
* Selbst eine "idiotensichere" Betäubungsspritze kann zum Tod des Patienten oder zur dauerhaften Gesichtslähmung führen
* Jährlich sterben 1.000 Deutsche im Zahnarztstuhl.

Die 10 größten Zahnarztlügen





* Karies ist nicht heilbar
* Zähneputzen hilft gegen Karies
* Man muss zum Zahnarzt
* Professionelle Zahnreinigungen schützen von Karies und Parodontitis
* Zahnseide schützt vor Zahnzwischenraumkaries
* Weisheitszähne können die Frontzähne verschieben
* Füllungen schützen vor Karies
* Bleaching und Weißmacherzahncremes sind unschädlich
* Zähne gehen im Alter eines Tages sowieso verloren
* Karies und Parodontitis lassen sich nicht vermeiden
*Eine manifeste Zahnkaries ist tatsächlich nicht heilbar im Sinne einer "restitutio ad integrum", wie z. B. die Haut heilt, wenn man sich mal geschnitten hat. Mit etwas Glück ohne Narbe, weil sich das beschädigte Gewebe erneuert.

Was ist eigentlich Zahnkaries? Wie entsteht sie? Da stellen wir uns mal ganz dumm, für eine anständige Zahnkaries brauchen wir vier Dinge:
- den Wirt und seinen Zahn ( da der Zahn zu der Person des Wirtes gehört, zählen sie eins ),
- bestimmte Bakterien,
- Nahrung für die Bakterien und
- Zeit.

Fehlt einer dieser Faktoren, gibt es keine Zahnkaries.

- Ein Wirt ( auch der Autoschlosser ist hier als Wirt anzusehen, weil die Bakterien Parasiten sind ) kann die schönsten bakteriellen Beläge auf seiner Vollprothese spazierentragen, ständig Würfelzucker lutschen und das, solange er mag. Er wird keine Zahnkaries ( mehr ) entwickeln, da er keinen echten Zahn mehr hat.

- Die Bakterien begeiten uns als Parasiten entwicklungsgeschichtlich schon sehr lange. Wir kommen übrigens ohne sie auf die Welt. Muttis erster Kuss beschert sie uns. Das volle Spektrum der Mundflora mit einem Schmatz. Es ist unrealistisch, zu glauben, man könnte ihnen entgehen. Völlig ohne Bakterien könnten wir nichtmal leben. Stichwort "Darmflora" ist schon gefallen. Es ist blödsinnig, zu versuchen, sie mittels Spüllösung zu bekämpfen, da die "chemische Keule" wahllos auch die "guten Jungs" niedermacht. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Vor langfristig dauernder Benutzung wird gewarnt, man lese sich nur mal die Waschzettel durch. Ich hab´ mal einer Patientin mit Migrationshintergrund nach einer Weisheitszahnentfernung Chlorhexamed empfohlen, sie war entrüstet, da man davon "Haare auf der Zunge bekommt"! Lesen und verstehen sind halt zwei Paar Schuhe. Googelt mal "Haarzunge".
Die "Guerilla" werden wir nicht los, aber auf ihre Versorgung haben wir Einfluss.

- Denn: Ohne Mampf kein Kampf, das gilt auch für s. mutans und seine Kameraden. Zucker verstoffwechseln die Burschen am schnellsten. Und es ist denen schnurz, ob der aus Rüben, Trauben oder Honig kommt. Polysaccharide jeder Art werden gern genommen. Übrigens auch die, die aus Stärke beim Kauen entstehen, wer erinnert sich nicht an den Versuch in der Schule?
s. mutans hat zwar kein bisschen Hirn, aber er betreibt Vorratshaltung und macht aus den Polysaccharidketten die Matrix für die zähe und klebrige Plaque. In mageren Zeiten bedient er sich dann davon und verstoffwechselt das Zeug zu Säuren, die den Schmelz entkalken. Zucker nur zu den Hauptmahlzeiten, ansonsten Zuckerersatzstoffe. Zähne und Zwischerräume gut von Plaque befreien, mechanische Reinigung mittels Zahnbürste und Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste. Und schon wird die Umgebung lebensfeindlicher für s. mutans & Co.


- Und da hatten wir schon den vierten Faktor, die Zeit. Ganz klar, je länger die Burschen Zeit haben, ihre Stoffwechselendprodukte über Eure Zähne zu entleeren, desto mehr Entkalkung findet statt. Die Zeiten in denen die Plaque ungestört ist und ganze Zivilisationen auf den Zähnen leben, müssen durch regelmässige Reinigung kurz gehalten werden.

Klingt einfach, was? Einen der letzten beiden Faktoren ausschalten, die Bakterien werden dann von alleine weniger, auch ohne Spülung. Und dann haben wir tatsächlich die Chance, dass sich keine Karies entwickelt. Dass das aber den Patienten nicht oder oft nur teilweise gelingt, ist bestimmt nicht die Schuld der Zahnärzte.
Zu ein paar Ursachen komme ich später noch.



Ist die Karies erstmal da, ist es zu spät.
Schon die mildeste Form der Karies, also durch Entkalkung hervorgerufene weisse Flecken in der Schmelzschicht, ist nicht rückgängig zu machen.
Selbst wenn es durch gezielte Fluoridierung gelingt, die Karies in diesem Stadium zu stoppen, oder wenn der Patient es durch konsequente Pflege schafft, dass
a.) keine Säureaangriffe mehr stattfinden und
b.) der mineralreiche Speichel an die saubere Zahnoberfläche kommt und die herausgelösten Calziummoleküle zurückbringt ( remineralisiert ),
bleiben die weissen Flecken als Ausdruck geänderten Lichtbrechungsverhaltens des geschädigten Schmelzes bestehen. Die derzeit einzige nichtinvasive Form der Behandlung, die sogar der Patient durchführen kann.

Ist der Schmelz erstmal durchbrochen und das Dentin infiziert, hat der Patient kaum eine Chance, da er weder mit Spüllösungen, noch mit der mechanischen Reinigung die geschädigte Stelle erreicht. Und da der Schmelz nicht nachwächst und allenfalls innerhalb des Pulpencavums ( "Nervhöhle" ) noch zur Dentinbildung fähige Zellen leben, kann die Pulpa nur verzweifelt von innen aufmauern, um der kariösen Zerstörung von aussen zu entgehen. Die Möglichkeiten sind also denkbar begrenzt.

Damit´s also nicht weitergeht, muss das zerstörte Material entfernt werden und der entstandene Defekt durch eine geeignete Füllung versorgt werden, damit der Rest des Zahnes erhalten und gepflegt werden kann.

* Sekundärkaries ( d. i. Karies, die an Füllungs- oder Kronenrändern ihren Ursprung hat ) hat verschiedene Ursachen, eine "heillose Zahnmedizin" ( was immer das sein mag ) gehört nicht dazu. Die Zahnmedizin an sich ist schwierig, aber nicht heillos, bei den Ausübenden sind allerdings durchaus Zweifel erlaubt.

Ich werde mich Stück für Stück durch den Eingangspost durcharbeiten, so wie es meine Zeit in den nächsten Tagen erlaubt, wenn ihr Interesse habt. Für heute mache ich erstmal Schluss und Feierabend.

MfG

Dew


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mystery90
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Zahnarztlügen

25.11.2010 um 21:00
@Dew
Danke für den faktenorientierten Beitrag -so hab ich gleich mehr lust drauf einzugehen als zu irgendwelchen emotionalen ansichten,,

Dass die Autoren das Buch auch verkaufen wollen , ist denk ich mal klar - das wollen denk ich mal alle dennoch sollte man sich auf den Inhalt und der darin enthaltenen Informationen konzentrieren und wirklich hinterfragen und kritisch beäugeln - es mag sein dass nicht alle Informationen darin der Wahrheit widerspiegeln aber letztendlich geht es doch nur um die Frage, ob die von den Autoren empfohlenen Maßnahmen Karies vorbeugt oder nicht oder? Die Autoren kritisierenv or allem stark die Behandlungsmaßnahme der Zahnärzte da diese nicht die Ursache angreifen

wär aber nicht shclecht wenn du dir die Zeit nehmen könntest und die fakten die die autoren vertreten nacheinander eventuell zu widerlegen : )


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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 03:31
@emanon
Nada...ich nehm das Zeug pur,brennt säuisch und noch ne Stunde danach hab ich ein taubes Gefühl im Mund...aber neben den Geschmacksrezeptoren wird auch auch alles andere an Unflat weggebrannt...einmal die Woche angewandt reicht völlig


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emanon
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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 08:25
@mystery90
mystery90 schrieb:Die Autoren kritisierenv or allem stark die Behandlungsmaßnahme der Zahnärzte da diese nicht die Ursache angreifen
Was ist denn deiner Meinung nach die Ursache für die Karies?


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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 15:58
@mystery90 :

Danke für die nette Begrüßung in Deinem thread. Wie schon "angedroht", ich arbeite mich da systematisch durch, da ich selbsternannte "Heilsbringer", als die ich die Autoren der Bücher einschätze, verabscheue, gleichzeitig meinen Beruf liebe und sehr engagiert ausübe.
Was mich zeitlich etwas einschränkt, aber ich denke, es ist kein Abgabetermin festgelegt.

Du und alle anderen Interessierten werden hier also in der nächsten Zeit öfters von mir lesen.

Hier war ich stehengeblieben:
Dew schrieb:* Sekundärkaries ( d. i. Karies, die an Füllungs- oder Kronenrändern ihren Ursprung hat ) hat verschiedene Ursachen, eine "heillose Zahnmedizin" ( was immer das sein mag ) gehört nicht dazu. Die Zahnmedizin an sich ist schwierig, aber nicht heillos, bei den Ausübenden sind allerdings durchaus Zweifel erlaubt.


Zu den Ausübenden der Zahnheilkunde wird man ein paar Worte verlieren müssen, wenn man sich über die Ausführung ihrer Arbeit Gedanken macht. Denn nicht in der Idee, die hinter einer Füllung oder Krone zur Reparatur eines Defektes steht, liegt zwangsläufig die Ursache des Misserfolgs. Sondern oftmals in der Ausführung.

Wenn man mit dem Studium der Zahnmedizin beginnt, begegnet man seinen zukünftigen Kollegen und schnell fragt man sich, warum die Zahnarzt werden wollen. Nicht, wie Ihr jetzt denkt. Geld, Mamas oder Papas Praxis übernehmen, Prestige etc.

Meine Frage zielt darauf ab, dass mir nicht klar ist, wie viele Kolleginnen und Kollegen auf die Idee kommen konnten, dass sie in der Lage wären, den Job auch auszuüben. In den praktischen Kursen zu Beginn des Studiums gewinnt man den Eindruck, dass mancher stud. med. dent. außer Messer und Gabel in seinem Leben noch nie ein Werkzeug in den ( beiden linken? ) Händen hatte. Die junge, hübsche Kollegin mit dem Abischnitt unter 1 ist hier das eine Ende des Spektrums. Der Zahntechniker mit abgeschlossener Berufsausbildung stellt das andere Ende dar. Die bis dahin erfolgreiche Schulabgängerin ( die Mamas Praxis übernehmen möchte ) sieht sich oft recht schnell von der seelenlosen Technik gemein in die Fingerchen gepiekt und gnadenlos mit dem Rücken an die Wand gestellt. Fast genausoschnell sieht sie aber, wer es "drauf" hat. Mit der Begründung, die ich in der Studienzeit oft gehört habe: "Warum muss ich das machen, das macht doch später der Zahntechniker ( in Gedanken: Zahntechnigger )!?" schleicht sie süss´ lächelnd von einem Kollegen zum nächsten und bittet um Hilfe, da sie genau diesen Dreh mit dem Draht oder was auch immer nicht hinkriegt. Man freut sich, wenn man helfen kann und flug´s ist aus fünf "geholfen" von verschiedenen Kollegen ein "gemacht" entstanden, also ein testierfähiges Werkstück... Das männliche Pendant zu dieser Extremform tut sich generell etwas schwerer.
Ich werde nie vergessen, wie meine Arbeitsplatznachbarin im praktischen Teil der kieferorthopädischen Prüfung im Staatsexamen ( ! ) wohlgefällig ihr Werkstück betrachtete und sich zu ihrem Talent beglückwünschte. Nur Sekunden später ertönte neben mir das charakteristische scharfe Schnappen, das entsteht, wenn ein Saitenschneider einen federharten Stahldraht durchbeisst. Betretene Stille. "Oh, die Kramponzange hat ja auch eine Saitenschneiderfunktion..." Um das zu entdecken, hatte sie über fünf Jahre gebraucht.

Ich bitte die Kolleginnen und Kollegen, denen ich hiermit Unrecht getan habe, um Verzeihung. Viele von Euch haben sich mit ehrlichem Interesse den praktischen Kursen gestellt und sie ehrlich bestanden. Diese Extremform ist aber häufiger als man denkt. Das steht aber nicht draussen am Praxisschild. Im Prinzip muss man sich nur vor Augen halten, welchen Hobbies Jungen und Mädchen im Heranwachsen nachgehen. Es ist nun mal so, dass die handwerklich-technische Seite noch immer von den Jungs bevorzugt wird. Diesen ggfs. vorhandenen Vorsprung später aufzuholen, ist schwer und gelingt selten.

Die Kollegin hat übrigens das bei der letzten Korrektur durch zart-talentierte Frauenhand zerstörte Werkstück irgendwie nochmal gemacht und nachher im theoretischen Teil brilliert, wo ich, der ich auf Lücke gelernt hatte, durchfiel. Nur um der Wahrheit die Ehre zu geben.

Das "andere Ende" des Spektrums hat´s auch nicht leicht. Man geht zwar durch die praktischen Kurse, wie das berühmte heisse Messer durch die Butter, aber der wissenschaftliche Teil nervt den gestandenen Handwerker schon. Dabei ist er so bitter nötig, denn das Handwerk alleine bringt´s auch nicht. Sonst bleibt er "Zahnklempner".
Die wunderbarst geschichtete Füllung mit dem dichtesten Rand der Welt bringt den Zahn zuverlässig um die Ecke, wenn der Werkstoff nicht stimmt oder nicht entsprechend seiner Eigenschaften verarbeitet wird. Physik. Toxikologie. Anatomie.
Die zielsicherst gesetzte Betäubung wird nicht wirken, wenn der Nerv im Zahn schon entzündet ist oder das ganze Umfeld des Zahnes. Physiologie, Pathologie.
Die Wunde von der Extraktion eines sanft und vollständig entfernten Zahnes wird nicht aufhören zu bluten oder das zumindest sehr lange tun, wenn der Patient irgendwelche Medikamente nimmt, die man nicht beachtet oder z. B. die Leber nicht gesund ist oder der immunsupprimierte Patient mit der Spenderniere kann schon durch eine "einfache" Zahnsteinentfernung massive Probleme kriegen. Allgemeinmedizin.
U.s.w., u.s.w.,....

Der ideale Zahnarzt wäre also jemand der eine handwerklich-technische Ausbildung hinter sich hat und dann die Liebe zur Wissenschaft entdeckte. Der Ex-Zahntechniker hat´s natürlich am nächsten zum neuen Berufsfeld, aber auch Hörgeräteakustiker, Feinwerkbauer, Uhrmacher etc. wären prädestiniert. Meinetwegen auch engagierte Hobbymodellbauer, eben Leute mit Hang zur Präzision.
Und, wie schon Hippokrates es vormachte, ein bisschen Detektiv sollte in jedem diagnostisch tätigen Arzt stecken. Manchmal ist es ein Wort in der Anamnese, eine Handbewegung beim Zeigen der schmerzenden Stelle, ein Geruch, eine Verfärbung, ein Geräusch, was einen auf die Spur bringt.

Ganz schön weit ab von der "Sekundärkaries" , was? Sieht zumindest so aus. Aber fragt Euch doch mal, wieviele Leute diese Fähigkeiten in Kombination haben. Oder bereit sind, sie sich anzueignen, weil sie erkennen, dass sie sie brauchen. Wieviele Zahnärzte?

Egal, wie der Prozentsatz aussehen mag, es sind zu wenige. Aber das steht auch nicht auf dem Praxisschild.

Das sind also die Leute und ein paar von den Herausforderungen, denen sie täglich gegenüber stehen. Von den "Abzockern", die es natürlich auch gibt und denen wir das Misstrauen unserer Patienten und die rigorose Überwachung durch die Krankenversicherungsträger zu verdanken haben, wird noch zu reden sein. Der angegebene Prozentsatz an "Abzockern" erscheint mir zu hoch.
Die Gutwilligen machen schon genug Schaden. Und das nicht aus Bosheit, sondern großenteils aus Mangel an Wissen und Fähigkeiten.
Und letztendlich sind auch die wenigen wirklich guten und bemühten Zahnärzte Menschen, die nicht vor Misslingen oder auch Fehlern ( man beachte den Unterschied! ), gefeit sind.
Womit wir wieder bei der Sekundärkaries wären. Und dem Anteil an Sekundärkaries, den die Zahnärzte zu verantworten haben. Ich würde ihn bei etwas 50% ansiedeln. Keine statistische Grundlage. Schätzung aufgrund eigener Beobachtung.

Der andere Teil liegt bei demjenigen, der die Füllungen, Kronen etc. bekommt, trägt, benutzt und pflegt. Hier müssen wir unterscheiden zwischen dem Verhalten der Patienten, was oft zu wünschen übrig lässt. Pflege heisst das Zauberwort, weiter oben haben wir gelernt, wie Karies entsteht.

Übrigens geben ja auch die Autoren des o. g. Buches Verhaltensmaßregeln, also sind wir da mal garnicht so weit von der Realität weg. Mach´dies und das, dann musst Du nie zum Zahnarzt. Wer dann damit baden geht, hat die Heilslehren eben nicht befolgt.

Und nach der Pflege kommt dann die "Wartung" des Gebisses. Unser Gebiss ist 24 h am Tag im Einsatz. Jedem Autofahrer ist klar, dass Waschen alleine nicht genügt um das Vehikel in Schuss zu halten. Es verschleisst durch Benutzung.

Nichts anderes passiert mit Zähnen, Füllungen und Kronen. Ein Materialausbruch am Rand einer Füllung ist kein Drama. Die Füllung kann ohne nennenswerten, im Idealfall ganz ohne Zahnhartsubstanzverlust ersetzt werden, wenn.....ja, wenn der Schaden rechtzeitig bemerkt wird. Bei der regelmässigen Kontrolle. Unterbleibt die, greift die Karies wieder an.

Und, oh Schande, wir werden nicht nur jeden Tag ein bisschen klüger, wir altern. Unsere Ausrüstung, wie von Mutter Natur geliefert, mit der entsprechenden Serienstreuung, soll evolutionsgeschichtlich betrachtet etwa 35 - 40 Jahre halten. Schaut Euch mal archäologische Funde an, wie abgekaut die Zähne der Altvorderen waren. Vor der Erfindung des Mühlsteins, denn dessen Abrieb brachte noch ganz andere Abrasion ins Spiel.
Finger hoch, wer hier ist älter? Wer möchte noch älter werden? Wie alt?

Die sogenannte Altersinvolution baut uns Stück für Stück ab. So kommt es, dass an Zähnen Areale freigelegt werden, die dafür garnicht gedacht sind. Füllungs- und Kronenränder, selbst wenn gut gemacht liegen frei und können durch Materialauswaschung des angernzenden Zahnes wieder unterkrochen werden. Persönliche genetische Disposition, Rauchen, Alkohol, allgemeinmedizinische Probleme können diese Abläufe beschleunigen. Wer einen Oldtimer im Alltagsbetrieb benutzen will, muss deutlich mehr dafür tun, sonst fällt ihn die Kiste auseinander.
Der Prozess geht für den Patienten trügerisch langsam. Bis Probleme auftreten, die ihn dann doch zum Zahnarzt treiben. Oft zu spät. Ich vermisse im reisserischen Aufmacher Hinweise auf die Grenzen des biologischen Systems Mensch. Im Grunde kann der versprochene Erfolg nur ein zeitlich begrenzter sein. Irgendwo zwischen 25 und 40 Jahren.

Auf Schäden durch Fehl- und Überbelastungen der Zähne, bedingt durch Fehlstellungen oder z. B. stressbedingtes Knirschen, die der Patient weder einschätzen, noch selbst behandeln kann, geht das Buch offenbar garnicht ein.

Ist jetzt doch ´ne ganze Menge geworden...

Ich mach´ Schluss für heute und wünsche ein schönes Wochenende. Zähneputzen nicht vergessen...

MfG

Dew


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mystery90
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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 19:05
@emanon

Karies entsteht unter bakteriellen Zahnbelägen (Plaques) als Folge einer schleichenden, andauernden Entmineralisierung mit anschließendem Verlust von Zahnhartsubstanz.

Sie wird durch organische Säuren verursacht, die durch die Mikroorganismen in den bakteriellen Zahnbelägen produziert werden. Die Bakterien der Zahnbeläge verdauen Zucker und andere Kohlenhydrate aus Nahrungsresten und scheiden als Abfallprodukt Säuren aus, beispielsweise Milchsäure. Das Milieu des Munds wird "saurer". Unter solchen Bedingungen lösen sich wichtige zahnhärtende Mineralien (Kalzium und Phosphat) aus dem Zahnschmelz und in der Folge weicht der Zahnschmelz auf

Wenn Bakterien den Zahn langsam zerstören, dann kann Karies durch eine Wiedereinlagerung von Mineralien ganz ohne Bohrer gestoppt und geheilt werden.

Obwohl die flickenden Zahnklempner dieser Welt diese Selbstheilung kennen, zerstören sie mit einem hochrotierenden Rosenbohrer die Gesundheit. Der Patient wird dadurch zum „Pflegefall“. Termin für Termin flickt der Zahnarzt dann nur noch die Reparatur der Reparatur daher wird der patient krank behandelt


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proroboter
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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 20:34
@Spöckenkieke
Spöckenkieke schrieb:Aber ich hab dir doch erklärt, warum deine Oma kein Flourid zu sich nehmen darf nach einer Schilddrüsen op. Und warum wir Jod essen sollte dir klar sein, da verdient keiner was dran.
Jod ist notwendig das will ich ja auch garnicht abstreiten! Aber wer einmal die Woche Fisch isst, z.B. Hering, ist vollkommen ausreichend damit versorgt. Natürlich verdient irgendjemand was daran, denkst du das Fluorid oder Jod wird den Zahnpasta bzw. Lebensmittelherstellern einfach so geschenkt (außer es wären vielleicht Abfallprodukte die man so kostengünstig entsorgen kann)!?


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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 21:43
proroboter schrieb:Aber wer einmal die Woche Fisch isst, z.B. Hering, ist vollkommen ausreichend damit versorgt.
Aber nicht wenn man in einem Jodmangelgebiet wie Deutschland lebt, da braucht man das zusätzliche Jod zB aus dem jodierten Speisesalz, sonnst kriegt man Kropf oder auch Schilddrüsenkrebs wie eben deine Oma.


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mystery90
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

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Zahnarztlügen

26.11.2010 um 21:49
@Spöckenkieke
jodmangelgebiet? aha. schonmal untersucht in wie vielen lebensmittel jod steckt? es gibt eher mehr geschädigte an jod als leute die an jodmangel leiden


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Zahnarztlügen

27.11.2010 um 00:33
@mystery90

Deutschland ist immerschon Jodmangelgebiet, das heißt wir müssen künstlich Jod über die Nahrung zufügen. Für deine Aussage, dass es mehr Geschädigte gibt sollte es dann doch auch eine Statistik geben oder hast du dir das jetzt einfach mal so ausgedacht?


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mystery90
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

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Zahnarztlügen

27.11.2010 um 00:39
@Spöckenkieke

ansonsten

http://www.hl-reuters.de/jod/

bilde dir eine eigene meinung was du davon hältst


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Zahnarztlügen

27.11.2010 um 00:44
@mystery90
Leider konnte ich aus deinen Links nicht ersehen, dass es mehr Jodgeschädigte gibt als Leute die an Jodmangel leiden. Auf den Webseiten wird auch nur behauptet, ohne zu belegen.

Hast du denn nicht doch irgend etwas was deine Aussage untermauert?


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