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Postmortem Fotografie

6.769 Beiträge, Schlüsselwörter: Trauer, Memento Mori, Postmortemfotografie, Postmortem Fotografie, Leichenporträt, Bilder Von Toten, Leichenfotografie +

Postmortem Fotografie

13.09.2020 um 02:40
Gerade die jungen Kinder gehen noch ziemlich unbefangen mit dem Thema um und sind eher neugierig. Kinder haben in der Regel eine ganz andere Vorstellung von Tod und Totsein. Sie trauern auch anders als Erwachsene. Ich finde es wichtig, sie mit in den Abschied von einem Verstorbenen miteinzubeziehen.

Dazu ein Foto aus dem Jahr 2013, Chicago, USA, Scott Strazzante, Fotojournalist bei der Chicago Tribune:

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My most heart-wrenching day was the funeral and burial of LeAndre and Demetrius Cooper, two men in their 30s with six children between them, who had been shot to death around the corner from their mother's house after leaving a family gathering.

I will never forget Demetrius' 7-year old daughter Demiya saying goodbye to her father and uncle while being held over their caskets by her cousin.
Quelle: https://newsblogs.chicagotribune.com/shooting-from-the-hip/page/8/



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16.09.2020 um 10:58
Postmortem Portrait aus Norwegen.
Hier ein eher untypisches Portrait, da Verstorbene in dieser Region damals in der Regel bereits mit einem Totenhemd bekleidet aufgebahrt auf einem Bett, Bare oder im Sarg fotografiert worden.

Hier wurde das verstorbene Kind in "ruhender o. schlafender" Haltung auf einer Couch fotografiert, in einem Kleid und mit Schuhen.

Laut Bildunterschrift zeigt das Portrait die am 27. Januar 1911 verstorbene Tochter einer Fam. Anderson aus der Provinz
Nord-Trøndelag.


0336JRfEWiSmOriginal anzeigen (0,5 MB)



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16.09.2020 um 11:14
Zitat von palescarlett
palescarlett
schrieb:
Hier wurde das verstorbene Kind in "ruhender o. schlafender" Haltung auf einer Couch fotografiert, in einem Kleid und mit Schuhen.
Bei diesem Bild, könnte ich jetzt absolut nicht sagen, ob es denn tatsächlich ein verstorbenes oder vll nur eingeschlafenes Kind zeigt.

Generell finde ich das Bild aber sehr berührend.



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16.09.2020 um 11:55
@Mailaika
die Vermutung liegt nahe, zweifellos.

Das Archiv, aus dem auch dieses Bild stammt, ist eigentlich sehr authentisch.

Und neben Totenportaits enthält es auch zahlreiche Portraits lebender Menschen, Erwachsene und Kinder, auch schlafend oder ausruhend.

Natürlich sind Irrtümer auch bei sorgfältige geführten Archiven nicht ausgeschlossen.
Doch würde ich hier persönlich dabei bleiben, daß diese Aufnahme ein (leider) verstorbenes Kind zeigt.



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16.09.2020 um 12:06
Zitat von palescarlett
palescarlett
schrieb:
Doch würde ich hier persönlich dabei bleiben, daß diese Aufnahme ein (leider) verstorbenes Kind zeigt.
Das möchte ich auf gar keinen Fall in Abrede stellen. Ich meinte nur, weil ja hier schon oft das Thema war, dass einige Bilder als Postmortem deklariert sind, die gar keine sind. Festgemacht wird das unter anderem an dem berühmten Ständer. Bei diesem Bild kann man eigentlich nicht sagen, woran das Gefühl hängt. Beim betrachten hofft man einfach, dass die Kleine nur bei einem Besuch bei Oma eingeschlafen ist und dabei festgehalten wurde. Was eigentlich leider unlogisch ist, weil man damals wohl noch gar nicht die Möglichkeit hatte mal eben einen Schnappschuss aufzunehmen.
Aber das Bild würde halt auch einfach in einem Familienalbum überhaupt nicht auffallen.



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16.09.2020 um 12:14
@Mailaika
das hast Du irgendwie sehr schön und treffend ausgedrückt.

Und spontane (private) Fotos waren beim damaligen Entwicklungsstand der Fotografie eher sehr selten.



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16.09.2020 um 14:06
Zitat von Mailaika
Mailaika
schrieb:
Beim betrachten hofft man einfach, dass die Kleine nur bei einem Besuch bei Oma eingeschlafen ist und dabei festgehalten wurde.
Dazu liegt sie mir zu schräg. Irgendetwas stützt nämlich ihren linken Arm.
Zitat von Mailaika
Mailaika
schrieb:
Was eigentlich leider unlogisch ist, weil man damals wohl noch gar nicht die Möglichkeit hatte mal eben einen Schnappschuss aufzunehmen.
Richitg. Das wäre das zweite Argument gegen diese Annahme.
Zitat von Mailaika
Mailaika
schrieb:
Aber das Bild würde halt auch einfach in einem Familienalbum überhaupt nicht auffallen.
Weshalb es vermutlich auch so aufgenommen wurde.



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17.09.2020 um 19:03
Wer würde sein Kind so fotografieren, wenn es noch leben würde....



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17.09.2020 um 21:45
Zitat von Thea6
Thea6
schrieb:
Wer würde sein Kind so fotografieren, wenn es noch leben würde....
Sorry, versteh ich nicht. Warum sollte man sein Kind nicht so fotografieren, wenn es schlafen würde?

Wir reden von 1911, als man Fotografen noch ins Haus bestellen musste und es ein kleines Vermögen gekostet hat. Abgesehen von den langen Belichtungs- und Aufbauzeiten, da macht man vll ein Foto vom schlafenden Kind, wenn es während der Vorbereitung eingeschlafen ist.



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17.09.2020 um 22:52
@Mailaika

1911 war die Fotografie bereits viel weiter fortgeschritten. Es brauchte keine langen Aufbau oder Belichtungszeiten mehr. Rollfilme hatten die Platten längst ersetzt. Amateurfotografie gab es bereits. Die erste Kleinbildkamera wurde 1913 entwickelt aber vorher gabs schon die Boxkamera.

Trotzdem denke ich niemand würde ein Kind so fotografieren wenn es nicht ein verstorbenes Kind ist.



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18.09.2020 um 00:21
Zitat von Thea6
Thea6
schrieb:
Trotzdem denke ich niemand würde ein Kind so fotografieren wenn es nicht ein verstorbenes Kind ist.
Oh doch, das Motiv "Schlafende" war in der Zeit sehr populär, in Bildern, in der Literatur, in Musik, Tanz u.s.w. Dazu gehört auch das Motiv des Dornröschen, das im Englischen ja "Sleeping Beauty" heißt. Über die Gründe für diese Faszination für den Schlaf gibt es diverse Thesen. Es würde zu weit führen, wenn ich darauf hier näher eingehen würde, aber die Postmortemfotografie ist mit dem Thema verwandt. Ohne sichtbare Zeichen und Symbole ist es tatsächlich nicht einfach, einen schlafenden von einem kürzlich verstorbenen Menschen zu unterscheiden. Um 1900 herum war das Interesse an Wissenschaft, Psychologie, aber auch an Esoterik, Mythologie und Geistern, an Gesundheit, Medizin, Kriminalität und den Grenzen des menschlichen Körpers und Geistes sehr groß, auch im bürgerlichen Umfeld. Der Schlaf und der Tod sind besonders mysteriös und mit vielen Legenden verbunden. Dies war übrigens auch die Zeit, in der man dazu überging, an einem Stück zu schlafen. Bis dahin war es üblich, den Schlaf zu unterbrechen. Man schlief in Etappen, sozusagen. Im Mittelalter schlief man noch dazu im Sitzen, weil man Angst davor hatte, nicht mehr aufzuwachen, wenn man sich hinlegen würde. Liegen taten nur die Toten.

Das hier ist z.B. ein Foto von Alice Liddell, DER Alice, die Vorlage für Alice im Wunderland war:
canvasOriginal anzeigen (0,7 MB)
© National Portrait Gallery, London and the National Media Museum (part of the Science Museum Group, London)
Quelle:

https://www.npg.org.uk/collections/search/portrait/mw66623/Alice-Liddell



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18.09.2020 um 00:29
Zitat von Thea6
Thea6
schrieb:
Trotzdem denke ich niemand würde ein Kind so fotografieren wenn es nicht ein verstorbenes Kind ist.
Und aus welchem konkreten Grund nicht ?
Zitat von Mazehare
Mazehare
schrieb:
Oh doch, das Motiv "Schlafende" war in der Zeit sehr populär, in Bildern, in der Literatur, in Musik, Tanz u.s.w. Dazu gehört auch das Motiv des Dornröschen, das im Englischen ja "Sleeping Beauty" heißt. Über die Gründe für diese Faszination für den Schlaf gibt es diverse Thesen. Es würde zu weit führen, wenn ich darauf hier näher eingehen würde, aber die Postmortemfotografie ist mit dem Thema verwandt. Ohne sichtbare Zeichen und Symbole ist es tatsächlich nicht einfach, einen schlafenden von einem kürzlich verstorbenen Menschen zu unterscheiden. Um 1900 herum war das Interesse an Wissenschaft, Psychologie, aber auch an Esoterik, Mythologie und Geistern, an Gesundheit, Medizin, Kriminalität und den Grenzen des menschlichen Körpers und Geistes sehr groß, auch im bürgerlichen Umfeld. Der Schlaf und der Tod sind besonders mysteriös und mit vielen Legenden verbunden. Dies war übrigens auch die Zeit, in der man dazu überging, an einem Stück zu schlafen. Bis dahin war es üblich, den Schlaf zu unterbrechen. Man schlief in Etappen, sozusagen. Im Mittelalter schlief man noch dazu im Sitzen, weil man Angst davor hatte, nicht mehr aufzuwachen, wenn man sich hinlegen würde. Liegen taten nur die Toten.
Sehr interessant, danke für die Infos.



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18.09.2020 um 12:33
Mein Grund wäre, daß ich lieber ein Kind fotografieren würde in einer alltäglichen aktiven Szene. Ich würde kein Bild machen, auf dem der Betrachter erst einmal überlegen muß ob das Kind nun schläft oder ob es verstorben ist.



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18.09.2020 um 12:40
Zitat von Thea6
Thea6
schrieb:
Mein Grund wäre, daß ich lieber ein Kind fotografieren würde in einer alltäglichen aktiven Szene. Ich würde kein Bild machen, auf dem der Betrachter erst einmal überlegen muß ob das Kind nun schläft oder ob es verstorben ist.
Der Adressat wusste das mit Sicherheit.



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18.09.2020 um 12:57
Zitat von Thea6
Thea6
schrieb:
Es brauchte keine langen Aufbau oder Belichtungszeiten mehr.
Der Aufbau wurde bei Portraits durchaus noch gemacht, wenn auch nicht mehr so aufwändig. Die Belichtungszeiten waren definitiv länger als heute, denn weder waren die Objektive schon so gut wie später, noch die Filme so lichtempfindlich wie heute.
Zitat von Thea6
Thea6
schrieb:
Trotzdem denke ich niemand würde ein Kind so fotografieren wenn es nicht ein verstorbenes Kind ist.
Dann solltest Du anfangen, Dein Denen den Fakten anzupassen.
Zitat von Mazehare
Mazehare
schrieb:
Das hier ist z.B. ein Foto von Alice Liddell,
Sieht allerdings gestellt aus.



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18.09.2020 um 16:27
Alice Liddell ist aber erwachsen geworden, auf den Foto ist sie also nicht tot.
Oder war das auch nicht so gemeint?



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18.09.2020 um 16:45
Zitat von Mabel1999
Mabel1999
schrieb:
auf den Foto ist sie also nicht tot.
Oder war das auch nicht so gemeint?
Das Foto sollte garantiert nur die schlafnede Alice zeigen.

Sie verstarb nämlich erst mit 82.



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19.09.2020 um 16:06
Zitat von off-peak
off-peak
schrieb:
Sie verstarb nämlich erst mit 82.
Eben, und natürlich waren die Fotos von schlafenden Kindern und Erwachsenen gestellt, alle Fotos (bis auf echte Schnappschüsse vielleicht) sind gestellt. Die Darstellung schlafender Personen war damals sehr populär. Aus damaliger Sicht war das nicht ungewöhnlich. Auch die Verbindung zwischen Schlaf und Tod zieht sich durch die Kulturgeschichte der Menschen. Das Paradox, dass man Schlafende für Tote und Tote für Schlafende halten könnte, macht die Nähe deutlich. Tod und Schlaf sind den Menschen unheimlich, weil beider voller Geheimnisse sind und weil man selbst nicht weiß, was da mit einem passiert. Man kann es wissenschaftlich weitgehend erklären, aber wer kann darüber berichten? Und wie seltsam sind Träume?

Der Fotograf Sverre Bjerkan (siehe Foto von 1911) hat sehr schöne Kinderportaits gemacht, ohne Wackeln und ohne verdeckte Mutter oder nachträglich aufgemalte Augen... Es war technisch also möglich, auch die Jüngsten in wachem Zustand zu fotografieren, hier ein Beispiel:


Screenshot 2020-09-19 02348wS23Fhh JPEG-Original anzeigen (0,3 MB)
https://digitaltmuseum.no/021018407498/portrett-av-agot-stokke

Hier ein Gemälde, ca. 1870-1890, von einem schlafenden Kind:


Screenshot 2020-09-19 19594982 master jpOriginal anzeigen (0,5 MB)
https://www.1stdibs.com/furniture/wall-decorations/paintings/victorian-painting-sleeping-child/id-f_19594982/

Und hier ein interessanter Link zu einem weiteren Gemälde (in englischer Sprache):
https://www.royalacademy.org.uk/art-artists/work-of-art/the-sleeping-model



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19.09.2020 um 16:10
Zitat von Mazehare
Mazehare
schrieb:
Es war technisch also möglich, auch die Jüngsten in wachem Zustand zu fotografieren,
Wenn ausreichend Licht vorhanden ist, ja. Dennoch ist auch dieses Kind etwas unscharf, aber besser als frühere Aufnahmen, keine Frage.



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19.09.2020 um 22:48
Hermann und Linda Schocher 2Original anzeigen (0,5 MB)
Ich hab auch ein sehr altes Foto anzubieten. Rechts ist meine Oma zu sehen, sie wurde 1903 geboren. Daneben ihr Bruder, ein paar Jahre älter. Sie sind doch gut getroffen, gucken in die Kamera, das Foto ist nicht verwackelt.



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