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Postmortem Fotografie

6.905 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Trauer, Memento Mori, Bilder Von Toten ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Postmortem Fotografie

09.04.2021 um 10:08
@cute_Lenore
ein sehr trauriges und doch wunderschönes Foto. Geschätzt von mir - Kind 3 Monate alt -
so liebevoll zurecht gemacht...sehr bewegend.


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Postmortem Fotografie

09.04.2021 um 10:39
Zitat von cute_Lenorecute_Lenore schrieb:Das arme Kind muß sehr zeitnah zu seiner Geburt verstorben sein.
Es spielt keine Rolle, aber ich finde das Kind sieht gar nicht nach frischem Säugling aus. Ich schätze es eher auf 4-6 Monate. Tut nichts zur Sache, trotzdem ein sehr sehr schönes (und trauriges) Bild!


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Postmortem Fotografie

09.04.2021 um 12:13
@tragic_truth
natürlich...
ja, traurig, weil es damals sehr häufig passierte, daß ein Kleinkind starb.


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Postmortem Fotografie

17.04.2021 um 23:43
Das Foto mit dem Fotografen und seinem Modell auf dem Stuhl ist eines dieser "Mythosbilder". Es zeigt einfach nur eine nachgestellte Szene aus dem Studio, der Sitzende ist nicht tot.

Hier ein weiteres bekanntes Beispiel (1893), der Fotograf hat auf amüsante Weise sein Können unter Beweis gestellt und seine Ausrüstung präsentiert, clevere Reklame also. Ja, er ist doppelt zu sehen. :D

photographer-studio-1893-700x483


Ganz generell verhält sich ein Körper völlig anders, wenn entweder keinerlei Körperspannung mehr vorhanden ist, oder die Totenstarre eingesetzt hat. Im ersten Fall siegt immer die Schwerkraft, und der Körper wird schwerer, d.h. alles sackt nach unten. ALLES! Es gibt keine Muskelaktivität mehr, man kann den Oberkörper, den Hals, den Kopf, den Unterkiefer, Arme und Beine nicht aufrecht halten, alles fällt nach unten, völlig ohne Spannung. Bei der Totenstarre bleibt alles so, wie es in dem Moment ist und kann nicht bewegt werden. Hierbei gibt es also ein Zuviel an Körperspannung. Beides lässt es nicht zu, einen Toten sitzend oder stehend zu positionieren.

Heutzutage ist das anders, dank der modernen Technik des Einbalsamierens etc. werden Verstorbene z.T. stehend oder sitzend ("wie im Leben") aufgebahrt, davon wurden hier auch schon Fotos gezeigt. Um 1900 herum war das so noch nicht möglich. Der starre Blick, den man auf vielen Fotos sieht, hängt damit zusammen, dass der Fotograf den Leuten sagte, sie sollten sich auf ein Motiv im Studio konzentrieren (das "Vögelchen" sozusagen), damit sie den Kopf und die Augen möglichst still hielten. :)

Wie hier schon geschrieben wurde, sind viele der angeblichen Postmortemfotografien vermutlich Fotos von schlafenden Kindern, die dann bearbeitet wurden. Wenn die Kinder sich zu sehr bewegt haben, war es eine simple Lösung, zu warten, bis sie schlafen. Wie hier auch schon besprochen, war das Motiv der Schlafenden (sowohl Erwachsene als Kinder) damals beliebt, siehe das immer wieder falsch als Postmortemfoto bezeichnete Portrait von Lewis Carroll in "verträumter Haltung" auf einem Stuhl sitzend. Dann gab es noch das spezielle Motiv der "Sleeping Beauty". Dabei kann man einige Bilder der Postmortemfotografie zuordnen, besonders dann, wenn das Kind (der Erwachsene) einen Strauß oder irgendeine Blume/Pflanze in den Händen hält und die Hände wie oben beschrieben gefaltet oder übereinandergelegt wurden. Und natürlich, wenn es andere Symbole oder Anzeichen gibt, die auf das Abbild eines Toten hindeuten.

Die Belichtungszeit reduzierte sich schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf wenige Sekunden.

Das Annähen der Augenlider kenne ich bisher nur von einigen Morden, u.a. von einem furchtbaren Mordfall, bei dem der Täter ein Foto seines Opfers mehr als zwei Wochen nach dem Mord machte und es so aussehen lassen wollte, als lebe das Opfer noch, da er eine Entführung vortäuschte und Lösegeld forderte. (Täter: Serienmörder Israel Keyes, Opfer: Samantha Koenig (18), Entführung, Missbrauch, Folter und Mord: 2012, Anchorage, Alaska) Das Foto ist im Internet verfügbar.


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Postmortem Fotografie

18.04.2021 um 11:54
Zitat von MazehareMazehare schrieb:Die Belichtungszeit reduzierte sich schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf wenige Sekunden.
Danke. Das meine ich ja. Selbst nur eine Minute still sitzen kriegt man nicht wirklich hin, Kinder schon gar nicht. "Fünf Minuten" sind einfach nur unüberlegt daher geredet.

Das doppelbelichtete Foto ist raffiniert.


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Postmortem Fotografie

18.04.2021 um 18:04
@Mazehare
Danke für deine interessanten Ausführungen.


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Postmortem Fotografie

20.04.2021 um 10:28
@Mazehare
sehr ausführlich und schlüssig, danke.

Ich fand vor einigen Wochen diese Aufnahme aus Norwegen im "DigitaltMuseum"-Online-Archiv.

Lt. Bildunterschrift handelt es sich um dein Totenportrait eines verstorbenen Mädchens.
Natürlich könnte der Fotograf in diesem Fall auch ein schlafendes Mädchen auf dieser Couch abgelichtet haben.

likstraOriginal anzeigen (0,4 MB)

Die dieses Archiv jedoch eigentlich sehr genau und akribisch vorgeht, gehe ich hier von einem PM-Portrait aus.
Anzeichen (Lippen, Augen) weisen m.E. darauf hin.

Wie ist euer Eindruck ?


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Postmortem Fotografie

20.04.2021 um 10:40
Ich mein auch, dass es ein PM Foto ist. Die Fingerkuppen der rechten Hand sind livide verfärbt.

Die geschlossen Augen und der Mund haben diesen seltsamen Ausdruck der Trauer im Tod. Ich mein, häufig diesen Ausdruck bei verstorben jungen Menschen zu sehen. Ein Gefühl der Trauer über das nicht gelebte Leben, das ihnen doch zugestanden wäre. Sie aber durch ihren frühen Tod nicht leben konnten.


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Postmortem Fotografie

20.04.2021 um 10:45
Zitat von cute_Lenorecute_Lenore schrieb:Wie ist euer Eindruck ?
Schwer zu sagen. Ich bin eher für PM, weil sie so schön gekleidet ist und sogar Schuhe anhat. Kinder, die sich zum Ausruhen hinlegen, und nicht krank sind, tun dies meist, weil sie vom Spielen müde sind. Und ziehen sich dazu aber nicht extra fein an.


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20.04.2021 um 11:49
Es könnte aber auch ein schlafendes Mädchen am Tag seiner Kommunion sein. Das Kleid könnte ein Kommunionskleid sein.


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20.04.2021 um 13:21
Ich denke auch das arme Mädchen ist tot. Nicht die Kleidung, nicht die Handhaltung sondern das Gesicht, wie Du schon geschrieben hast, die Augen, der Mund.

und die dunklen Decken usw. die unter dem Mädchen liegen...
so etwas legt man nicht unter ein Mädchen das gerade schläft...

ruhe in Frieden kleiner Engel...


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Postmortem Fotografie

20.04.2021 um 13:24
Mit "Verfärbungen" ist das bei Schwarzweißfotos so eine Sache... Auch Rötungen z.B. würden deutlich dunkler wirken. Zumal die Fotos nicht gestochen scharf sind. Das macht eine Beurteilung schwierig.

In diesem Fall deutet das Kleid (Stoff, umgeschlagener Saum) auch meiner Meinung nach eher auf ein Aufbahren hin, vor allem aber die eingefallenen Augen, eines der ersten deutlichen Zeichen des Todes/der Verwesung, sind es, die das Foto als PM ausweisen. Dazu kommt noch die Raumsituation. Eine schmucklose Holzwand als Hintergrund und natürliches Licht, das durch ein (geöffnetes) Fenster auf die liegende Person fällt, sieht man bei skandinavischen Postmortemfotografien häufig.


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22.04.2021 um 15:54
Die Art der geschlossenen Augen des Mädchens deuten auch für mich auf PM hin. Ein schlafendes Kind liegt wohl auch kaum so kerzengerade und hat die Beine so starr gestreckt.
Zitat von nanunanu schrieb:Die geschlossen Augen und der Mund haben diesen seltsamen Ausdruck der Trauer im Tod. Ich mein, häufig diesen Ausdruck bei verstorben jungen Menschen zu sehen. Ein Gefühl der Trauer über das nicht gelebte Leben, das ihnen doch zugestanden wäre. Sie aber durch ihren frühen Tod nicht leben konnten.
Einen traurigen Gesichtsausdruck gibt es nicht bei Toten. Sie haben sozusagen gar keinen Gesichtsausdruck mehr, denn alle Muskeln sind erschlafft. Es wird z.B. auch oft gesagt, es sei jemand "friedlich" eingeschlafen, da er ja nun, nach dem er starb, so entspannt aussieht. Das jedoch kann sehr täuschen.
Dass ein Toter angeblich traurig, friedlich, angstvoll oder sonstwie aussieht, ist eine Hineininterpretation.

Diese jedoch wiederum ist völlig normal, da ein Mensch beim Anblick eines Verstorbenen meist empathisch reagiert und/ oder voller verschiedener Gefühle ist.


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Postmortem Fotografie

26.04.2021 um 16:51
Zitat von masinemasine schrieb am 22.04.2021:Diese jedoch wiederum ist völlig normal, da ein Mensch beim Anblick eines Verstorbenen meist empathisch reagiert und/ oder voller verschiedener Gefühle ist.
Da liegt auch viel Wertschätzung und Zuneigung der Person gegenüber darin.
Angehörige und Freunde die sich noch einmal verabschieden, sehen in dem Verstorbenen keinen toten leeren Körper sondern imer noch
einen Menschen, den welcher er zu Lebzeiten für sie war.

Das äußert sich oft nicht nur in das "Hineininterpretieren" eines Gesichtsausdruck, auch in Gesten.

Wenn z.B. Angehörige besonders behutsam vorgehen. wenn sie den Toten selber einkleiden oder dabei helfen.
Oder das Anziehen besonders warmer Kleidung, weil der Verstorbene ja bei niedrigen Temperaturen immer schnell
gefroren hat.


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Postmortem Fotografie

02.05.2021 um 20:02
@cute_Lenore
Da gebe ich dir in allen Punkten Recht. Man sieht im Toten immer noch den lebenden Menschen und das ist auch gut so. Einzig Rechtsmediziner und Pathologen müssen da etwas anders ran gehen, um ihren Beruf ausüben zu können. Aber empathielos sind sie gewiss auch nicht.


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Postmortem Fotografie

02.05.2021 um 21:23
Wenn ich mir all die Bilder ansehe, sieht man, dass die Fotografie damals etwas besonderes war.
Genau so besonders wie die Ehrerbietung der Toten.
Ich persönlich hätte, wäre ich ein Fotograf in der damaligen Zeit, es wohl nicht machen können. Könnte keine toten Menschen "live" berühren geschweige denn überhaupt ansehen.


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Postmortem Fotografie

10.05.2021 um 11:36
Ein Erinnerungsbild mit (leider) traurigem Bezug zur Gegenwart.

1918-20 wütete Weltweit die "Spanische Grippe", eine Pandemie, die 20-50 Mio. Menschenleben kostete :(
Inoffizielle Schätzungen gehen sogar von weit mehr Opfern aus.

Unter den Betroffenen oft ganze Familien, die dadurch Ihr Leben verloren.

Diese Aufnahme zeigt eine junge Mutter und ihre beiden Kinder, die von der Krankheit infiziert, gemeinsam verstarben.
Eines davon ein Neugeborenes.
Die Mutter und Ihr Kind waren durch die Krankheit sicher zu geschwächt, daß sie die Entbindung hätten überleben können.

02NYHSOriginal anzeigen (0,2 MB)

Im Gegensatz zu heute war es den betroffenen Angehörigen jedoch möglich, die an der Krankheit Verstorbenen gemäß ihren Gebräuchen zu Bestatten, auch wie gewohnt zur Abschiednahme aufzubahren.


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Postmortem Fotografie

10.05.2021 um 12:05
Zitat von cute_Lenorecute_Lenore schrieb:Diese Aufnahme zeigt eine junge Mutter und ihre beiden Kinder, die von der Krankheit infiziert, gemeinsam verstarben.
Eines davon ein Neugeborenes.
Die Mutter und Ihr Kind waren durch die Krankheit sicher zu geschwächt, daß sie die Entbindung hätten überleben können.
Auch das größere Kind ist noch sehr klein. Wie furchtbar, gleich 3 geliebte Menschen, noch dazu zwei so kleine Kinder zu verlieren.


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Postmortem Fotografie

10.05.2021 um 12:21
@Mailaika
ja,
ganz gleich durch welche Umstände :(

An dieser Grippe starben damals vor allem aber Erwachsene im Alter zwischen
20 - 40, während Kinder und Ältere weniger betroffen waren.

Auf den alten Erinnerungsfotos von Opfern dieser Pandemie sind tatsächlich
überwiegend Verstorbene aus dieser Altersgruppe zu sehen.


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