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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

902 Beiträge, Schlüsselwörter: Abtreibung, Behinderung

Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

08.08.2017 um 19:51
@wichtelprinz
ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube @commonsense meint damit, dass manche user sagten, dass das Kind ja trotzdem gewollt sein könnte oder man eben auch ein behindertes Kind wollen kann, er hat sicherlich doch nicht gemeint und dies schrieb meines Wissens auch niemand, dass irgendjemand sich ein behindertes Kind anstelle eines gesunden Kindes wünsche.....wie gesagt, meiner Erinnerung nach hat er den Begriff verwendet.....aber darauf muss man ja nun nicht weiter rumhacken.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

08.08.2017 um 20:12
@Tussinelda
ah so ist die Wortkreation gemeint. danke.

Ich denke das ist doch immer eine sehr persönliche Abwägung. Aber die Annahme das sich jemand dabei jetzt ausschliesslich vom Kinderwunsch leiten lassen könnte halte ich nicht für valide.

Wenn man sich die Situation betrachtet wird das Hauptmerkmal wohl darauf gerichtet wie intensiv die Schädigung ist. Dann werden Ärzte wohl erläutern was dies bedeutet. Also diese zwei Aspekte werden meiner Meinung nach bestimmt abgedeckt.

und erst anhand von diesen Informationen können überhaupt weitere Abwägungen getroffen werden.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

09.08.2017 um 07:16
commonsense schrieb:Man sollte aber wirklich den Punkt diskutieren, um den es geht und nicht stetig neue Nebenkriegsschauplätze hinzu erfinden.
So wahnsinnig weit daneben, finde ich mein Beispiel gar nicht ;)

Klar, Stephen Hawking ist jetzt einerseits kein wirkliches Beispiel was den Werdegang eines Menschen mit Behinderung betrifft. Andererseits ist er aber ein Paradebeispiel dafür, wie sehr wir uns in Menschen täuschen. Deswegen habe ich ihn ganz bewusst ausgewählt.

Wir nehmen zuerst die Behinderung wahr und sehen den Menschen nicht. Weil wir nicht so leben wollten, meinen wir der Mensch mit Behinderung wäre lieber auch gar nicht geboren worden.
Dieser Tage ging es hier ja auch hauptsächlich um Trisomie 21. Gerade in dieser Menschengruppe, gibt es die meisten lebensfrohen Menschen, unter Menschen mit einer Behinderung. Das sollte man auch mal sehen.
Ihr Leben unterscheidet sich gar nicht soooo sehr von unserem. Sie gehen tagsüber ihrer Arbeit nach, gestalten ihre Freizeit, haben Liebespartner, fahren gern in Urlaub, lieben den "FC Bayern München" oder hassen ihn ;)

Trisomie 21 - ca. 90% werden abgetrieben. Sind deswegen die Heime leerer? Nein. Weil man die schwersten Behinderungen gar nicht vorgeburtlich diagnostizieren kann. Für mich ist es so als würde die Natur uns einen gewaltigen Strich durch unseren Willen zum Perfektionismus machen. Merzt man das eine aus, kommt Schlimmeres nach.

Ob eine Frau abtreibt oder nicht, muss man ihr selbst überlassen. Ich finde nur, wenn sich die Frau für das Kind entscheidet, sollte sie nicht lesen müssen, dass ihr Kind Ballast für die Allgemeinheit , sie selbst egoistisch oder verantwortungslos ist.

Sowas wie Liebe zum Ungeborenen, Verantwortungsgefühl für das Lebewesen welches man bewusst gezeugt hat - sollte man auch akzeptieren.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

09.08.2017 um 07:35
3 Ärzte sagten, ich muss mein Kind abtreiben. Habe ihn ausgetragen und es ist Kern gesund (12).

Man kann es nie wissen, muss es selber entscheiden und dann auch voll und ganz dazu stehen.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

09.08.2017 um 08:21
commonsense schrieb:Im Regelfall sterben die Eltern weit vor ihren Kindern, noch dazu, wenn es der häufig auftretende Fall bereits in die Jahre gekommener Eltern ist.
Wenn die Mutter also mit 40 Jahren entscheidet, das schwer behinderte Kind auszutragen, muss sie davon ausgehen, dass sich nach ca. 30, vielleicht auch 40 Jahren jemand anders um diesen Menschen kümmern muss.
Wer soll das sein? Diese Frage stellt sich doch, oder nicht?
Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, denn meine Kinder sind, Gott sei Dank, gesund. Aber ich kenne eine Familie jetzt ca. 25 Jahre lang recht gut, die genau mit diesen Problemen konfrontiert ist: Ein Ehepaar, das einen Sohn mit Down Syndrom hat. Der Sohn ist inzwischen weit über 40 Jahre alt, die Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und der Vater ist inzwischen um die 70 und hat begonnen, Verfügungen für den Tag zu treffen, an dem er nicht mehr unter uns sein wird.

Das Gute: ich lebe in einem Land, in dem die Gesellschaft eine solche Familie unterstützt. Das bedeutet nicht, dass das Leben dieser Familie keine Einschränkungen gekannt hat. Freilich nicht. Vermutlich haben die Eltern als junge Menschen sich ihr Leben anders vorgestellt. Aber was ich seit 25 Jahren sehe, ist, dass diese Familie durchaus glücklich gelebt hat. Sie sind nicht vor Gram zerfressen durch die Gegend geschlichen.

Der "Junge" benimmt sich heute noch wie ein 5-Jähriger. Wenn die Familie sonntags die Kirche betritt, geht er zu allen Anwesenden, reicht ihnen die Hand, und sagt artig "Guten Morgen." Manchen auch zweimal, wenn er vergessen hat, in welcher Reihe er begonnen hat. Dem Priester hilft er den Altar vorzubereiten, er macht diese Arbeit mit einem Ernst und einer Gewissenhaftigkeit, die jeden Ministranten in den Schatten stellt. Vermutlich kann er das nach 20 Jahren im Schlaf. Er freut sich darüber, wie wichtig er genommen wird. Er hat durchaus Emotionen. Die Eltern freuen sich, dass man den Jungen akzeptiert und ihm diese Freiräume gibt. Nach dem Gottesdienst sammelt er die Gesangbücher ein und räumt auf.

In der Woche arbeitet er in einer Behindertenwerkstatt. Ein Behindertentransport bringt ihn dorthin und wieder nach Hause.

Die Eltern, eine typische Mittelklassefamilie, versuchen ein so normales Leben wie möglich zu leben. Sie fahren in den Urlaub, sie haben Bekannte usw.

Finanziell unterstützt die Gesellschaft ihre besonderen Aufwendungen durch eine Behindertenrente. Diese wird bis an das Lebensende des Kindes bezahlt werden, daher brauchen die Eltern sich keine Sorgen um die finanzielle Zukunft zu machen.

Seit die Mutter tot ist, hat sich der Vater, inzwischen Pensionist, mit der Aufgabe arrangiert, nun allein für den Jungen zu sorgen. Er hat das auch in den Griff bekommen.

Nun hat er Vorbereitungen getroffen für den Tag, an dem er nicht mehr hier sein wird. Wieder unterstützt die Gesellschaft das: der Junge ist heute bereits in einer Behinderteneinrichtung registriert, in der er leben wird, sobald er allein stehen wird. Der Platz ist garantiert, die Kosten übernimmt die Gesellschaft.

Wenn man die beiden, oder früher die drei, gesehen hat, kommt man nicht auf die Idee, dass sich die Eltern einmal gewünscht haben könnten, ihr Sohn wäre nie geboren worden. Möglich ist es freilich, aber nicht zwangsläufig. Was ich aber oft gesehen habe ist, wie die Eltern sich gefreut haben, auch und gerade über ihr Kind. Wie jedes Kind hat auch dieser Junge in seinen Eltern lustige, freudige, schöne Emotionen hervorgerufen. Dieses Kind ist viel länger "Kind" geblieben als "normale Kinder." Es hat seine Eltern nie verlassen, vernachlässigt, bewusst verärgert, misshandelt usw usw. Es ist immer da gewesen, hat Liebe empfangen und auch Liebe gegeben.

Genauso ist sein Verhältnis zu seiner Umwelt: Ja, der Junge "kostet" die Gesellschaft finanziell. Aber er hat diese Gesellschaft nie absichtlich geschädigt, nie verachtet, nie missachtet.

Und hier erinnere ich mich an eine Szene aus einem Buch von Morris West, der genau das einmal beschrieben hat und mich seit 30 Jahren damit beeindruckt hat: Er beschreibt eine fiktive Szene, in welcher Jesus Christus in unsere heutige Welt zurückkehrt und in einer Pflegeeinrichtung für Down Syndrom Kinder mit der Frage konfrontiert wird, was er "dagegen" nun tun wolle. Er antwortet, auf ein Mädel deutend:
‘I know what you are thinking. You need a sign. What better one could I give but to make this little one whole and new? I could do it, but I will not.

I am the Lord and not a conjurer. I gave this little one a gift I denied to all of you: eternal innocence.

To you she looks imperfect — but to me she is flawless, like the bud that dies unopened or the fledgling that falls from the nest to be devoured by ants. She will never offend me, as all of you have done. She will never pervert or destroy the work of my Father’s hands. She does not know what evil is.

She is necessary to you. She will evoke the kindness that will keep you human. Her infirmity will prompt you to gratitude for your own good fortune … More! She will remind you every day that I am who I am, that my ways are not yours, and that the smallest dust mite whirled in the darkest spaces does not fall out of my hand …

This little one is my sign to you. Treasure her!’
Morris West, The Clowns of God (1981)

Ich glaube, die Familie, die ich kenne, hat nie bereut, sich dieser Aufgabe gestellt zu haben. Ich achte das und bewundere das und hoffe, das wir auch in Zukunft in einer Gesellschaft leben, die ihren Teil dazu beiträgt, dass solche Familien "es schaffen" können.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

09.08.2017 um 10:18
Wenn jemand so konsequent die Verantwortung für ein behindertes Kind übernimmt ist nix dagegen zu sagen, absolut nix. (Nicht mal von mir ;) ) Tät ich mir immer und überall so wünschen, für Kinder in allen Fassungen, ob behindert oder gesund.
Chapeau!


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

11.08.2017 um 10:54
Frau.N.Zimmer schrieb:Klar, Stephen Hawking ist jetzt einerseits kein wirkliches Beispiel was den Werdegang eines Menschen mit Behinderung betrifft. Andererseits ist er aber ein Paradebeispiel dafür, wie sehr wir uns in Menschen täuschen. Deswegen habe ich ihn ganz bewusst ausgewählt.
Inwiefern täuschen wir uns in ihm? Ein Genie war er schon bevor die Krankheit ausbrach. Und heute ist er ein Genie trotz Krankheit, nicht wegen.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

11.08.2017 um 11:05
Rao schrieb:Inwiefern täuschen wir uns in ihm?
Weil Menschen zunächst auf Äusserlichkeiten anspringen. Wüsste man nichts von ihm und betrachtet nur sein Äusseres, käme kaum jemand auf die Idee ein Genie hinter dem Äusseren zu vermuten.

So wie es den meisten Menschen mit einer Sprachstörung nach Schlaganfall, Unfall etc. geht. Wer sich schwer artikulieren kann, dem wird unterstellt, er könne auch schlecht denken.


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11.08.2017 um 11:14
Daß man einen Menschen erst kennenlernen muß um zu wissen wie er tickt, gilt für alle. Nicht nur für Behinderte.
Bloß gibt es in Zeiten von pc vermutlich noch mehr Berührungsängste als früher, jemanden falsch anzusprechen und dafür zur Minna gemacht zu werden.


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11.08.2017 um 11:21
Rao schrieb:Bloß gibt es in Zeiten von pc vermutlich noch mehr Berührungsängste als früher, jemanden falsch anzusprechen und dafür zur Minna gemacht zu werden.
Das liegt aber weniger an den Betroffen, sondern an jenen die es nur gut mit den Betroffenen meinen und entscheiden was pc ist. ;)


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

11.08.2017 um 11:54
... und oft genug über die Köpfe und Meinungen der Betroffenen hinweg entscheiden, und ohne deren Einverständnis.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

12.08.2017 um 14:32
Das größte Problem ist meines Erachtens, dass in den allermeisten Fällen gar nicht genau vorausgesagt werden kann, wie stark das Kind behindert sein wird. Die Eltern können sich nun den schlimmsten Fall ausmalen, möglicherweise kommt das Kind aber auch mit einer leichten Behinderung oder gar kerngesund zur Welt.
Dann sagen sich natürlich einige, dass sie, wenn sie ein Kind bekommen, in jedem Fall ein Risiko eingehen.

Erschwert wird die Thematik noch dadurch, dass mit körperlichen Behinderungen anders umgegangen wird. Da ist selbstverständlich, dass sich Chirurgen ein Bein ausreißen und keine Kosten gescheut werden, auch wenn das Risiko bleibender, gravierender Schäden besteht.
Ich kenne ein Mädchen, dessen Herz nach der Geburt zwei Jahre lang immer wieder operiert wurde, mit jeweils langen Krankenhausaufenthalten und jedes einzelne mal dem Risiko, dass sie es nicht überlebt. Sie wird möglicherweise auch nicht alt werden, oder weitere OPs brauchen, wenn sie wächst. Sie ist ein Vorzeigeprojekt. Medizinisch weniger spannende Fälle werden als Belastung für die Gemeinschaft angesehen.
Auch ein Hawking wäre eine solche Belastung, hätte er nicht so ein gutes eigenes Einkommen.
Ist die Intelligenz ein Kriterium dafür, was man einer Gesellschaft zumuten kann?

Dann kommen die Fälle dazu, in denen sich Ärzte mit der Vorausage geirrt haben. Die wenigsten Eltern widersprechen heute dem meist gleich mitgelieferten Rat, das Kind abtreiben zu lassen.
Es gibt darum keine Statistik dazu, wie oft die Voraussage falsch war, oder die Behinderung nur leicht. Die abgetriebenen Föten werden nicht darauf untersucht, oder die Ergebnisse nicht erfasst.

Das sind Gründe, warum einige Eltern das Risiko eingehen und ich denke, dass man das nachvollziehen kann.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

12.08.2017 um 14:44
@FF

Selbst ein im Mutterleib noch kerngesundes Kind kann während des Geburtsvorganges einen durch Sauerstoff verursachten massiven und irreparablen Gehirnschaden davon tragen. Ich kenne inzwischen zwei solcher Fälle. Das Leben ist nun mal nicht ohne Risiko. Auch wenn wir es gerne ausschlössen.


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12.08.2017 um 14:58
FF schrieb:Dann kommen die Fälle dazu, in denen sich Ärzte mit der Vorausage geirrt haben. Die wenigsten Eltern widersprechen heute dem meist gleich mitgelieferten Rat, das Kind abtreiben zu lassen.
Es gibt darum keine Statistik dazu, wie oft die Voraussage falsch war,
Ich bin mir nicht sicher, ob das in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich ist oder ob es aus grauer Vorzeit stammt.

Schließlich müssen die Ärzte ihre Diagnose begründen können u. natürlich holt man sich einen zweiten oder gar dritten Rat ein.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

12.08.2017 um 15:06
@FF

Meine gesamte Argumentation geht selbstverständlich von zweifelsfreien Diagnosen aus. Wenn es solche nicht gibt, die Fehlerquote noch unverantwortlich hoch ist, ist meine gesamte Argumentation hinfällig - nur damit ich nicht falsch verstanden werde.


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12.08.2017 um 21:57
@FF
Ja aber komischerweise erhält Hawking alles mögliche an Behandlungen (der gute hat ja ALS was ja nicht schon von Geburt an diagnostiziert wurde sondern später in seinem Leben auftrat) und lebt ja schon bekannter maßen sehr lange damit.
Meine Tante hatte auch ALS, es war ein Krampf überhaupt Hilfsmittel zu erhalten für sie.
Es ist schon schwer und vorallem viel kämpferei mit den Behörden.
Ich denke aber wenn feststeht das man ein behindertes Kind zur Welt bringt sollte man zwischen vielen Dingen abwägen.
Stehe ich alleine da oder haben ich Rückhalt.
Bin ich der Sache gewachsen!?
Habe ich die Mittel und Möglichkeiten?
Hätte das Kind relativ gute Chancen ohne tägliche Schmerzen und Leid zu leben? Uvm.
Pauschal kann man da denke ich nicht ja oder nein sagen.
Außerdem gibt es ja auch Einrichtungen wo Menschen mit Behinderung leben können, ob von Kindesalter an oder wenn sie erwachsen werden.
Auch eine Entscheidung die jeder selbst tragen muss.
Da ist auch wieder die Frage ab wann, in welchem Alter gewöhnt sich das Kind am besten daran etc.
Es bedarf alles wesentlich mehr Planung als bei einem gesunden Kind.


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

12.08.2017 um 22:52
@borabora
Bei Trisomie21 ist es meines Wissens nicht möglich, die Schwere der Behinderung voraus zu sagen. Man kann nur "bis zu soundsoviel Prozent" angeben, und so tun, als wäre das Risiko, dass der schlimmste Fall eintritt, sehr hoch.
Dr.AllmyCoR3 schrieb:Bin ich der Sache gewachsen!?
Das kann man nicht voraussagen. Ich kenne zwei Mütter mit schwer behinderten Kindern, die einen Geburtsschaden erlitten... die hat das vollkommen unvorbereitet getroffen und sie sind definitiv an der Aufgabe über sich hinaus gewachsen, zusammen mit dem Vater.
Andere können das nicht.
Dr.AllmyCoR3 schrieb:Habe ich die Mittel und Möglichkeiten?
Da ist in jedem Fall der Staat gefragt, und zwar sehr viel mehr als bislang. Da muss ein Elektro-Rollstuhl, mit dem sich der spastisch Gelähmte alleine fortbewegen kann, ewig lange beantragt werden... verlorene Zeit, in der er mehr Selbständigkeit lernen könnte. Dann geht das Ding kaputt und man bekommt Bescheid, dass es ein paar Monate für die Reparatur braucht, inzwischen bekommt man einen herkömmlichen Rollstuhl. Mit dem der Gelähmte ständig auf andere angewiesen ist.
Das mag wie eine Lappalie klingen, ist aber für die betroffenen Eltern und den Behinderten eine Katastrophe.
Dr.AllmyCoR3 schrieb:Hätte das Kind relativ gute Chancen ohne tägliche Schmerzen und Leid zu leben? Uvm.
Das weiß man nicht. Der Grad der Behinderung kann meist nicht genau vorausgesagt werden.


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12.08.2017 um 22:57
@FF
Ja das mit den Rollstühlen usw kenne ich alles, habe 2 1/2 Jahre in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung gearbeitet.
Und mit der schwere und Art der Behinderung muss ich dir teilweise widersprechen.
Mittlerweile kann man über gen tests während der Schwangerschaft schon einiges bestimmen, wenn auch nicht alles. Wie gesagt nur teilweise.
Und naja es geht ja darum wenn man weiß das das Kind behindert zur Welt kommt, klar kann man es nicht mehr abtreiben wenn es einen geburtsschaden erhalten hat :D (jajaja ist eig nicht witzig :D)


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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

12.08.2017 um 23:30
Ich finds schlimm, dass man die ganzen pränatalen Tests auf Gendefekte selbst bezahlen muss, wenn man keiner Risikogruppe angehört. Die sind nämlich schweineteuer und belaufen sich zwischen 50€-900€ je nach Labor und Arzt. Wenn am das volle Programm haben wollte, dürfte man als Geringverdiener oder Arbeitsloser gar keine Kinder bekommen. Ist genauso asozial. Man spricht den Leuten quasi den Wunsch nach einem möglichst (auch Tests liefern nur Wahrscheinlichkeiten!) gesunden Kind ab.


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FF
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Würdet ihr ein behindertes Kind abtreiben?

12.08.2017 um 23:31
@Dr.AllmyCoR3
Man kann z.B. bei Trisomie21 die Schwere der Behinderung nicht voraussagen.
Dr.AllmyCoR3 schrieb:Mittlerweile kann man über gen tests während der Schwangerschaft schon einiges bestimmen, wenn auch nicht alles. Wie gesagt nur teilweise.
Genau das ist das Problem, das ich ansprach. Da können auch drei Ärzte nicht mehr sagen als dass ein Risiko von soundsoviel Prozent besteht.
Die gleiche Ärzte würden aber alles menschenmögliche tun, um ein Frühchen durchzubringen - egal, ob es Spätfolgen davonträgt.


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