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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

7.721 Beiträge, Schlüsselwörter: Massentierhaltung, Veganismus, Fleischkonsum

Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 20:26
@Shionoro
ich habe kein grundsätzliches Problem mit dem Konsum in dieser Gesellschaft, ich finde nur, dass wenn jeder mal seine persönlichen Ansprüche, Erwartungen, sein ungefiltertes Konsumverhalten grundsätzlich mal überdenken und verändern würde, würde dies deutlich mehr bringen, als wenn man seine Ernährung ändert aufgrund moralischer Ansprüche, die man glaubt, zu haben.
Ich finde es zum Beispiel sehr viel authentischer und ehrlicher, sich seine Nahrung tatsächlich noch zu großen Teilen selbst herzustellen. Schon allein dadurch lernt man, wie wertvoll, verwertbar Lebensmittel sind UND man lernt zu schätzen, was es eigentlich bedeutet, sie herzustellen, man geniesst ganz anders, geht mit dem Essen anders um.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 20:39
@raitoningu
Und die Darstellung, es würde nichts bringen, wenn viele reduzieren, aber viel, wenn wenige verzichten. Das halte ich nämlich für eine Milchmädchenrechnung.
Der vergleich hinkt aber nunmal enorm in diesem fall. Wenn du schon von reduktion von milchkühen sprichst, dann musst du zwangsläufig das drumherum miteinbeziehen und kannst dich nicht nur auf den durchschnittlichen täglichen liter trinkmilch beziehen. Gerade wenn es darum geht ob man nun ein glas milch weglässt oder allgemein milch und dessen produkte meidet, was ein veganer nunmal so tut.

Dein satz Du bist also der Ansicht, bei einer Gesamtzahl von 4,2 Millionen würden 115.000 Kühe weniger überhaupt keinen nennenswerten Unterschied machen; 420.000 hingegen schon eine Menge verändern? haut eben einfach nicht hin, da komplett betrachtet 8.000.000 veganer mehr milchkühe "einsparen" als 72.000.000menschen, die ein glas milch in der woche weglassen ;)


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 20:48
@raitoningu
raitoningu schrieb:Soja wird in riesigen Mengen als Futtermittel für unsere Nutztiere gebraucht, da wir sie anders gar nicht mehr ernähren könnten. Um ein Stück Fleisch zu produzieren, benötigt man ein vielfaches an Soja als für ein Stück Tofu. Also ist es kompletter Unsinn, Veganern die Anbauflächen für Soja vorzuwerfen.
Das ist nicht ganz richtig.
Es ist zwar tatsächlich kompletter Unsinn, Veganern den Anbau von Soja vorzuwerfen. Allerdings wird Soja primär zur Gewinnung von Sojaöl angebaut. Im Tierfutter landen lediglich die für den Menschen unverdaulichen Pressrückstände. Das bedeutet also, dass sich auch bei einem Rückgang der Tiermast an der Nachfrage nach Soja überhaupt nichts ändern würde. Der Bedarf an Anbauflächen zur Gewinnung von Sojaöl bliebe also gleich, mit dem Unterschied, dass der proteinreiche und für viele Tiere immer noch sehr nahrhafte Sojapresskuchen auf dem Kompost landen würde, was in meinen Augen eine Verschwendung wäre.

Sehr wahrscheinlich würden die Anbauflächen für Soja bei einer signifikanten Zunahme der Veganer sogar noch stark ausgeweitet werden, weil die tierischen Fette ja irgendwie durch pflanzliche Fette ersetzt werden müssten.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 21:13
@raitoningu
raitoningu schrieb:Nur halte ich es für falsch, zu sagen es würde grundsätzlich nichts bringen, seinen Konsum an tierischen Produkten einzuschränken. Sicher ist es wenig hilfreich, das ohne Sinn und Verstand zu tun und eben beispielsweise von Fleisch auf Grillkäse umzusteigen. Aber es gibt eben auch Menschen, die das ganzheitlich versuchen und wirklich darüber nachdenken, was sie kaufen.
Das ist so auch vollkommen in Ordnung.

Der Grund warum ich das nicht mache ist wie gesagt nicht zuletzt auch ein PR Grund.
Unter dem Label vegan kann man wirklich etwas erreichen, weil das für eine feste ernährungsform steht deren Vorteile und anchteile man abwägen und an die leute bringen kann, und die zudem von einer gewissen Konsequenz geprägt ist.


Man kann keine gruppe oder Bewegung bilden wenn man sagt 'naja wir essen alle bewusst'.
Das macht man für sich, das macht man mit individuellen Begründungen, aber auf diese art und weise kann man dieses Ernährungsbewusstsein nicht an den Mann bringen.

Außerdem ist das für Leute viel schwieriger.
Man sagt halt nicht 'ne, ich ess das nicht, ich esse nämlich weniger fleisch', weil dann immer leute sagen werden 'aber du isst doch fleisch, was soll denn das jetzt?'
Da steht dann keine wirkliche Überzeugung im denken der Leute hinter und es ist einfach nur vollkommen unverständlich und wird teilweise als unhöflich angesehen.
Da ist es weit einfacher wenn man sagt, man isst kategorisch kein fleisch.


Wenn ich z.b. jetzt ab und zu mal Fleisch essen würde, aber sage: Normalerweise mach ich da snicht weil ich das ablehne.

Dann würden sofort tausend leute aus ihren Lächern kriechen und mir Inkonsequenz vorwerfen, sagen, dass Veganismus und das ganze ja offenbar ohnehin nur dann gemacht wird, wenn es gerade Bequem ist, und dass man das ganze nicht ernstnehmen kann.

Da ist die im Vergleich bessere alternative, als ein bisschen zu radikal zu gelten (obwohl ich vegane Ernährung ehrlich gesagt nicht für sonderlich radikal halte) als das das ganze überhaupt nicht ernstgenommen wird.

Provokation, und Veganismus provoziert ja offensichtlich, ist immer auch ein Mittel dazu, leute dazu zu bewegen sich mit etwas auseinanderzusetzen.

Keiner wird seine Ernährung hinterfragen, weil er von jemandem hört, dass dieser es gut findet weniger tierprodukte zu essen.
Der denkt dann 'naja, jo, weniger Konsum ist ganz gut, okay, whatever, hab andere probleme'.

Insofern, das ganze ist auch ein bisschen dem geschuldet, dass es für leute einfacher ist sich mit einem extrem , oder wenigstens einem einem für extrem gehaltenen Standpunkt auseinanderzusetzen als mit einer komplett freien, individuellen Überlegung wo eine Einzelperson mit sich selbst absteckt wie viel Konsum für sie vertretbar ist.
Da müsste ja auch noch die Überlegung dazu kommen, wie viel Konsum überhaupt, würde er flächendeckend praktiziert werden, den gewünschten Effekt hätte.

Bei keinem Konsum ist es relativ klar, dass der gewünschte Effekt damit erreicht werden könnte.
Wenn eine fünfköpfige Familie ihren Fleisch-, Milch- und Eikonsum pro Person nur um 20% reduzieren und durch pflanzliche Produkte ersetzen würde, hätte das exakt den gleichen Effekt wie ein einzelner Veganer. Der Industrie ist es nämlich völlig egal, wer ihre Produkte kauft und verzehrt.
Rein rechnerisch würden viele Sinnvoll-Einschränker also das gleiche bewirken, wie einige wenige Veganer.
Und ich persönlich halte ersteres für deutlich realistischer.
Ich eben aus genannten gründen nicht.
Da steht immer die Frage 'warum soll ich weniger davon essen?'.
Auch hier gilt, kompletter verzicht ist meist leichter als echte Reduzierung.

Wir wissen ja außerdem auch, dass es eben nicht passiert.

Es gibt keine große 'ernährt euch bewusster' Bewegung, mit ausnahme solcher, die dir dann irgendein Produkt verticken wollen, was dich angeblich ganz natürlich abnehmen lässt, dich ganz natürlich gesündern werden lässt oder whatever.
So eine Bewegung wird sich auch niemals bilden, und woher soll dann irgendein umdenken kommen?
MAn kauft halt dann bio anstatt irgend was anderes und fühlt sich gut, obwohl auch da viel pfusch herrscht und das im Normalfall dem Tier nichtmal zu gute kommt (bei der bio Bewegung geht e sauch, seien wir ehrlich, mehr um den menschen und die Qualität der Nahrung).

Währenddessen gibt es sehr wohl viele leute, seien es jetzt Vegetarier, veganer oder leute die fleisch essen aber sich für Tierschutz einsetzen, denen man sehr wohl verklickern kann dass unser heutiger Konsum enormes tierleid verursacht.

Und meine Meinung ist da eben, dass jeder natürlich essen kann wie er will, aber trotzdem wehre ich mich dagegen, wenn sich z.b. Vegetarier auf den Standpunkt stellen, dass für sie kein tierleid vonnöten ist (und das in einem vergleichbaren umfang wie bei leuten die fleisch essen).

Viele Vegetarier wissen das ja nichtmal, und sind oft schnell dabei wenn es gegen leute geht die fleisch essen oder pelz tragen.

Da find ich es schon angebracht, zu sagen, dass man sich nicht auf dem was man hat ausruhen sollte.

Und die leute, die wirklich eben ihren Konsum reduzieren im größeren Umfang (Also im gesellschaftlich größerem umfang) das sind nunmal meist eben Vegetarier oder veganer, bzw sind es auch diese, die die Idee den Konsum zu reduzieren bewerben.

Wir könnten uns über andere Möglichkeiten unterhalten wenn es eine nennenswerte 'esst bewusst' Bewegung gäbe, aber leider ist die nicht vorhanden.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 21:15
@Tussinelda
Tussinelda schrieb:ich habe kein grundsätzliches Problem mit dem Konsum in dieser Gesellschaft, ich finde nur, dass wenn jeder mal seine persönlichen Ansprüche, Erwartungen, sein ungefiltertes Konsumverhalten grundsätzlich mal überdenken und verändern würde, würde dies deutlich mehr bringen, als wenn man seine Ernährung ändert aufgrund moralischer Ansprüche, die man glaubt, zu haben
Das dnek ich nicht, denn ich hinterfrage durchaus mein konsumverhalten und bin genau zu der Erkenntnis gekommen, dass ich allein durch nichtkonsum von tierischen Lebensmitteln etwas erreichen kann was ich erreichen will.

Andere felder wären da lediglich noch das kaufverhalten im vergleich zum raubkopierverhalten, aber das ist ja nun ne ganz andere kiste.
Tussinelda schrieb:Ich finde es zum Beispiel sehr viel authentischer und ehrlicher, sich seine Nahrung tatsächlich noch zu großen Teilen selbst herzustellen. Schon allein dadurch lernt man, wie wertvoll, verwertbar Lebensmittel sind UND man lernt zu schätzen, was es eigentlich bedeutet, sie herzustellen, man geniesst ganz anders, geht mit dem Essen anders um.
Kann und wird aber nie wieder als nennenswertes gesamtgesellschaftlihces Phänomen so sein.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 21:23
@JohnDifool

Von wiki:
Das Mehl wird vor allem als Futterzusatz (Ergänzungsfutter) für Geflügel (ca. 46 %) eingesetzt. Auch Rinder (ca. 20 %) und Schweine (ca. 25%) werden mit Sojamehl gefüttert. Zu einem geringen Anteil (ca. 3%) wird es beispielsweise als texturiertes Soja vor allem in der vegetarischen bzw. veganen Ernährung als proteinreiches Lebensmittel verwendet
das Sojaöl wird für dinge benutzt, die veganer wie nichtveganer allgemein nutzen.
Die veganen Speisen werden mit einem kleinen Anteil des Mehls gemacht, als dem Abfallprodukt was du ansprachst.

das würde bei der Ölgewinnung ja weiterhin als Abfallprodukt anfallen, nur brauchen wir dann nicht mehr so viel davon.

Das einzige Problem hier wäre, dass die preise stark steigen würden.

Aber eben auch nur bei diesem einen Lebensmittel, das kann man ausgleichen.

Woebi, nichtmal, es würde einfach mehr anderes öl statt Sojaöl verwendet werden und dann passt es wieder


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Gute_Luise
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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 21:25
@raitoningu
raitoningu schrieb:Inwiefern ist Fleischsalat eigentlich veganer als Schinken??
Nun ja, es war eben Salat!
raitoningu schrieb:Rein rechnerisch würden viele Sinnvoll-Einschränker also das gleiche bewirken, wie einige wenige Veganer.
Das sehe ich ganz genau so! Aber gibt es da überhaupt eine Sichtweise?
Rein rechnerisch ist es Fakt.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 21:47
@Gute_Luise
Wie wäre es mit ner fleischtomate statt nem steak zum abendbrot? :)


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Gute_Luise
ehemaliges Mitglied

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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 21:54
Fleischtomate ist auch nicht schlecht, hab ich aber nicht zu Hause.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:04
@Shionoro
Shionoro schrieb:Kann und wird aber nie wieder als nennenswertes gesamtgesellschaftlihces Phänomen so sein.
aha, aber keine tierischen Produkte verzehren soll ein gesamtgesellschaftliches Phänomen werden :D


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:08
@Tussinelda

Ja, eher.
Weil du dafür ja nicht im grundsätzlichen verzichten musst.
Weniger Milch und Milchprodutke verzehren ist verzicht, wenn man aber einfach soja oder hafermilch nimmt und entsprechendes gebäck und Milchprodukt wie sahne, Quark oder schokolade usw. auf veganer Basis, dann verzichtest du auf nix.

Das ist einfach an den Mann zu bringen als einfach liebgewonnene dinge wegzulassen, insbesondere ohne eigentlich prinzipielle einwände


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:10
Ich esse heute gar nichts


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:14
@gastric
gastric schrieb:Wenn du schon von reduktion von milchkühen sprichst, dann musst du zwangsläufig das drumherum miteinbeziehen und kannst dich nicht nur auf den durchschnittlichen täglichen liter trinkmilch beziehen.
Ich hatte schon verstanden, was du meinst. :)
Nur kann man bei dem hypothetischen Glas Milch weniger/Woche dann eben auch nur die Trinkmilch vergleichen.
Weil eben diese Aussage keine Informationen darüber gibt, ob derjenige gleichzeitig seinen Käse- oder Joghurtkonsum einschränkt, oder nicht. Im übrigen komme ich, wenn ich den Pro-Kopf-Verbrauch miteinbeziehe, bei 8 Millionen Veganern sogar nur noch auf eine Einsparung von 57.000 Kühen für Trinkmilch. 
Sicher sieht die Bilanz insgesamt völlig anders aus, da bei Veganern grundsätzlich auch die anderen Milchprodukte wegfallen. Trotzdem wären 115.000 Kühe weniger für das Glas Milch immerhin etwas.

@JohnDifool
JohnDifool schrieb:Das ist nicht ganz richtig.
Es ist zwar tatsächlich kompletter Unsinn, Veganern den Anbau von Soja vorzuwerfen. Allerdings wird Soja primär zur Gewinnung von Sojaöl angebaut. Im Tierfutter landen lediglich die für den Menschen unverdaulichen Pressrückstände. Das bedeutet also, dass sich auch bei einem Rückgang der Tiermast an der Nachfrage nach Soja überhaupt nichts ändern würde. Der Bedarf an Anbauflächen zur Gewinnung von Sojaöl bliebe also gleich, mit dem Unterschied, dass der proteinreiche und für viele Tiere immer noch sehr nahrhafte Sojapresskuchen auf dem Kompost landen würde, was in meinen Augen eine Verschwendung wäre.
Da hast du recht. Ich hab etwas übertrieben, weil ich das Argument, Veganer seien für die Anbauflächen für Soja verantwortlich, so blödsinnig finde. Vermutlich würden diese nicht weniger, wenn es weniger Masttiere gäbe. Sojaöl wird auch z.B. in den USA immer mehr zur Gewinnung von Bio-Diesel genutzt. (Ich persönlich würde das begrüßen, ich bin allergisch gegen Rapspollen und das ist um diese Jahreszeit kein Spaß...)
Aber jetzt genau auszurechnen, welche Auswirkungen mehr Veganer auf den tatsächlichen Anbau von Soja hätten, übersteigt zugegebenermaßen meine Kenntnisse auf diesem Gebiet.

@Shionoro
Shionoro schrieb:Der Grund warum ich das nicht mache ist wie gesagt nicht zuletzt auch ein PR Grund.
Unter dem Label vegan kann man wirklich etwas erreichen, weil das für eine feste ernährungsform steht deren Vorteile und anchteile man abwägen und an die leute bringen kann, und die zudem von einer gewissen Konsequenz geprägt ist.


Man kann keine gruppe oder Bewegung bilden wenn man sagt 'naja wir essen alle bewusst'.
Das macht man für sich, das macht man mit individuellen Begründungen, aber auf diese art und weise kann man dieses Ernährungsbewusstsein nicht an den Mann bringen.
Ich sehe das PR-psychologisch etwas anders. Du magst vielleicht mit dieser "Label-" oder "Bewegungs"-Strategie eine bestimmte Zielgruppe an Menschen erreichen. Und eine Menge Aufmerksamkeit.
Aber viele möchten gar keiner Bewegung angehören.

Ich habe einige Jahre überhaupt kein Fleisch gegessen, aber nie für mich in Anspruch genommen, dass deswegen keine Tiere für mich leiden müssten. Und mich immer konsequent gegen die Bezeichnung "Vegetarier" gewehrt. Weil ich für meine Ernährung kein Label will und nicht als Teil einer Bewegung wahrgenommen werden wollte. Ich persönlich finde schon die Begriffe Veganismus und Vegetarismus nicht schön, weil sie sich für mich irgendwie militant und fanatisch anhören.

Die Mehrheit der Otto-Normal-Verbraucher wird auf deine PR aber wohl eher so reagieren, wie viele Fleischesser hier im Thread: "Hilfe, da kommt ein militanter Spinner, der uns unser Essen verbieten will - lasst uns schnell mal unsachlich dagegenargumentieren und dann abhauen."
Ich denke bei denen käme man eher mit dem Vorschlag durch, nach und nach das eine oder andere Produkt durch ein pflanzliches zu ersetzen. 
Shionoro schrieb:Weil du dafür ja nicht im grundsätzlichen verzichten musst.
Weniger Milch und Milchprodutke verzehren ist verzicht, wenn man aber einfach soja oder hafermilch nimmt und entsprechendes gebäck und Milchprodukt wie sahne, Quark oder schokolade usw. auf veganer Basis, dann verzichtest du auf nix.
Wie kommst du eigentlich auf die Logik, dass nur konsequente Veganer etwas ersetzen können, den anderen aber nur der Verzicht bleibt?
Man muss nicht Veganer sein, um vegane Produkte unterstützen und konsumieren zu können. Ich esse z.B. öfter mal Sojaschnetzel, Schnitzelersatz aus Weizeneiweiß oder Shiitake-Aufstrich. Und kann das im Reformhaus einfach so kaufen, ohne einen Veganerausweis vorzeigen zu müssen.
Mir käme allerdings keine Sojamilch in den Kaffee; pur trinke ich sie gerne aber die Kombination finde ich widerlich.

Sicher hast du grundsätzlich recht, dass es in Hinblick auf die Massentierhaltung optimal wäre, wann alle vegan leben würden. Aber PR-technisch tust du deiner Sache meiner Ansicht nach keinen Gefallen, wenn du jeden, der nicht komplett vegan lebt, sondern nur einschränkt, mit "inkonsequent" und "nützt sowieso nichts" abfertigst.

@Gute_Luise
Gute_Luise schrieb:Nun ja, es war eben Salat!
Das ist jetzt ein Scherz, oder?


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:22
@Shionoro

Es gäbe an dieser Stelle der Diskussion unzählige Dinge, bei denen ich eigentlich gerne noch einhaken würde, aber ich beschränke mich mal aus Zeitgründen auf eine Grundsatzfrage.
und massentierhaltung bedeutet automatisch umfangreiches tierleid in einem großen ausmaß.
Bedeutet Massentierhaltung tatsächlich automatisch umfangreiches Tierleid in großem Ausmaß?

Ich sage NEIN! Das ist einfach kompletter Bullshit!

Ich bestreite zwar nicht, dass es vielerorts erhebliche Missstände gibt, die es auch schleunigst zu beheben gilt. Aber das Bild von der Massentierhaltung, welches uns z.B. von PETA ständig eingetrichtert werden soll, entspricht einfach nicht der Realität in der modernen Landwirtschaft. Die PETA-Filmchen sind meist uralt und/oder stammen nicht aus Deutschland.

Dazu mal ein Beispiel für einen modernen Milchkuhbetrieb. Zwar mögen jetzt einige wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil für das Video Udo Pollmer verantwortlich ist. Allerdings ändert das rein gar nichts an den Aussagen des Landwirts und an den gezeigten Haltungsbedingungen der Rinder, die ganz offensichtlich alles andere als tierquälerisch sind. Übrigens handelt es sich in dem Video noch nicht mal um einen Biobetrieb. ;)
Sehr interessant ist übrigens auch, dass die Haltungsbedingungen früher, auch für nur sehr wenige Tiere (im Video z.B. für nur zwei Kühe) meist wesentlich schlechter waren als heute. (zu sehen ab 3:52)



Und wie sieht eigentlich die Tierhaltung auf der größten Milchfarm der Welt in Saudi-Arabien (!) mit ca. 50000 Kühen aus? Antwort: Nicht viel anders als in jedem anderen modernen Milchviehbetrieb:



Selbst in Saudi-Arabien werden die Rinder augenscheinlich nicht in Anbindehaltung gehalten, obwohl das hierzulande erst spätestens 2020 endgültig verboten werden soll.
Die Haltung von Pferden in Anbindestallungen ist in vielen Ländern verboten, und die Anbindehaltung von Schweinen seit einer EU-Richtlinie 1997 nur noch durch Ausnahmeregelungen zulässig. Bei Rindern ist die Anbindehaltung derzeit in einer Umstellungsphase mit einigen Ausnahmeregelungen, so dass diese Haltungsform voraussichtlich noch bis Ende 2013 bzw. unter bestimmten Umständen bis 2020 erlaubt ist.
Wikipedia: Anbindestall

Sorry, aber da frage ich mich schon langsam, worüber hier eigentlich die ganze Zeit so engagiert diskutiert wird?


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:25
@raitoningu
raitoningu schrieb:Ich sehe das PR-psychologisch etwas anders. Du magst vielleicht mit dieser "Label-" oder "Bewegungs"-Strategie eine bestimmte Zielgruppe an Menschen erreichen. Und eine Menge Aufmerksamkeit.
Aber viele möchten gar keiner Bewegung angehören
Das ist eben das tolle, man muss es auch nicht.
Ich muss mich an gar nix beteiligen, ich muss auch niemandem sagen dass ich veganer bin, ich muss auch keine regeln einhalten.

Aber der Begriff Veganismus, der ist trotzdem sehr hilfreich zu r Identifikation mit einer bestimmten Ernährungsweise und deren Begründung.
Das macht sehr sehr vieles einfacher, geht aber mit keinerlei Verpflichtungen einher.
raitoningu schrieb:Ich habe einige Jahre überhaupt kein Fleisch gegessen, aber nie für mich in Anspruch genommen, dass deswegen keine Tiere für mich leiden müssten. Und mich immer konsequent gegen die Bezeichnung "Vegetarier" gewehrt. Weil ich für meine Ernährung kein Label will und nicht als Teil einer Bewegung wahrgenommen werden wollte. Ich persönlich finde schon die Begriffe Veganismus und Vegetarismus nicht schön, weil sie sich für mich irgendwie militant und fanatisch anhören.
das gilt für dich als Einzelperson, aber wir betrachten ja jetzt die massen, und da brauchen das sehr viele.
Es ist wie gesagt hilfreich.
Das ist wie bei Links.
Ich bin links eingestellt, aber würde mich niemals als linker bezeichnen, weil ich das Label für mich ablehne.
Aber es ist hilfreich, um zu beschreiben, wie eine bestimmte politische Ausrichtung ist und was dort dazugehört und warum man warum man politisch 'links' steht.

Man muss das Label nicht für sich annehmen, aber es ist ein nützliches Werkzeug.
raitoningu schrieb:Die Mehrheit der Otto-Normal-Verbraucher wird auf deine PR aber wohl eher so reagieren, wie viele Fleischesser hier im Thread: "Hilfe, da kommt ein militanter Spinner, der uns unser Essen verbieten will - lasst uns schnell mal unsachlich dagegenargumentieren und dann abhauen."
Ich denke bei denen käme man eher mit dem Vorschlag durch, nach und nach das eine oder andere Produkt durch ein pflanzliches zu ersetzen.
Glaub ich nicht. Da wird der dann in einer diskussions 'jaja find ich gut was du machst' sagen und nix ändern.

Man ändert auch nix bei Diskussionen, wer sich dauernd auf aggressive Diskussionen einlässt gerade im privatem rahmen macht da einen fehler.

Sowas macht man mit sich selbst aus, aber das fällt umso leichter, umso mehr material er unter dem Schlagwort 'vegan' findet und umso mehr Begründungen dafür.
Das macht es für ihn einfache rinformationen über das Thema zu finden und zu wissen worum es überhaupt geht.
raitoningu schrieb:Wie kommst du eigentlich auf die Logik, dass nur konsequente Veganer etwas ersetzen können, den anderen aber nur der Verzicht bleibt?
Man muss nicht Veganer sein, um vegane Produkte unterstützen und konsumieren zu können. Ich esse z.B. öfter mal Sojaschnetzel, Schnitzelersatz aus Weizeneiweiß oder Shiitake-Aufstrich. Und kann das im Reformhaus einfach so kaufen, ohne einen Veganerausweis vorzeigen zu müssen.
Mir käme allerdings keine Sojamilch in den Kaffee; pur trinke ich sie gerne aber die Kombination finde ich widerlich.
Das ist richtig, aber wer sonst macht das denn im größeren Umfang?
Ich kenn keinen, der sagt, er trinkt zwar milch prinzipiell, aber er trinkt jetzt ein bisschen weniger und dafür ein bisschen mehr sojamilch.

Die Leute die milch trinken und auch sojamilch sind leute, die einfach ab und zu mal sojamilch gerne mögen, aber keine, die das aus Prinzip tun.
Du ersetzt nix nur ein bisschen.
Du isst diese dinge, weil du sie magst. Das ist ja auch völlig legitim und natürlich, aber ist nichts, was nicht jeder andere auch tut.
Einzelfälle bestätigen hier eher die Regel
raitoningu schrieb:Sicher hast du grundsätzlich recht, dass es in Hinblick auf die Massentierhaltung optimal wäre, wann alle vegan leben würden. Aber PR-technisch tust du deiner Sache meiner Ansicht nach keinen Gefallen, wenn du jeden, der nicht komplett vegan lebt, sondern nur einschränkt, mit "inkonsequent" und "nützt sowieso nichts" abfertigst.
Das ist keine PR Sache sondern eine Frage der Realität.
Ich kann doch nicht sagen, ja, wenn alle Vegetarier wären würde es keine massentierhaltung mehr geben und kein Tier müsste leiden, wenn das doch nunmal nicht stimmt.

Konsequenz ist eine Frage der Einstellung.
Wer sagt ich sehe das , dass Tiere für meine Ernährung leiden aber mach das trotzdem, der ist nicht zwangsläufig inkonsequent.

Aber wer mir sagt, er findet es total schlimm fleisch zu essen, der ist natürlich inkonsequent, wenn er milch trinkt.

Und, naja, da muss man ja wohl schon begründen, warum man jegliche tierische Nahrung ablehnt.
Sonst kommen wieder all die leute und behaupten, wenn man sich nur bio fleisch holt dann ist alles okay und dass es keinen grund gebe da auf fleisch zu verzichten.

Und dann wird im Endeffekt gar nix getan, weil das fleisch weiter nur zum bruchtteil aus betrieben geholt wird, deren tierhaltung als legitim gelten kann.


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24.05.2014 um 22:30
@JohnDifool

Aber auf den Videos sieht man doch gar nix.
Du siehst da Kühe in einem stall, für ne Minute lang, die da stehen alle zusammen.
Genausogut könntest du mir Menschen in einem Gefängnis zeigen die irgendwo rumliegen, und mir sagen, dass ein Leben in Gefangenschaft für die Menschen keinerlei Problem bedeutet.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:43
@Shionoro
Shionoro schrieb:Das ist richtig, aber wer sonst macht das denn im größeren Umfang?
Ich kenn keinen, der sagt, er trinkt zwar milch prinzipiell, aber er trinkt jetzt ein bisschen weniger und dafür ein bisschen mehr sojamilch.

Die Leute die milch trinken und auch sojamilch sind leute, die einfach ab und zu mal sojamilch gerne mögen, aber keine, die das aus Prinzip tun.
Ich kenne alleine innerhalb meiner Familie mittlerweile durchaus einige, die das aus Prinzip tun. Es gibt auch Menschen, die ihr Konsumverhalten kritisch hinterfragen, ohne deshalb absolut auf etwas zu verzichten. Die Unterstellung, nur Veganer würden sich etwas dabei denken wenn sie vegane Produkte konsumieren, ist falsch.
Shionoro schrieb:Ich kann doch nicht sagen, ja, wenn alle Vegetarier wären würde es keine massentierhaltung mehr geben und kein Tier müsste leiden, wenn das doch nunmal nicht stimmt.
Das wäre ja auch nicht korrekt. Aber du kannst auch nicht sagen, wenn alle Vegetarier wären und hin und wieder mal ein Ei essen, würde das nichts bringen. Hier geht es nicht um alles-oder-nichts; einen weltweiten Veganismus wird es sowieso niemals geben. Das ist eine schöne Utopie, die ungefähr so wahrscheinlich wäre, wie der absolute Weltfrieden. Also warum nicht kleine Schritte mit realistischen Zielen auch honorieren?


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24.05.2014 um 22:50
@Shionoro

Die Länge der Videos beträgt zusammen 8:25. Dazu kommt noch die Zeit zum Lesen meines Beitrags und zum Tippen deiner Antwort, die bereits nach acht Minuten kam. Also hast du dir die Videos, die nun wirklich nicht ausufernd lang waren, gar nicht komplett angesehen, zumal du zwischenzeitlich noch Zeit dafür gefunden hast, auf einen anderen Kommentar zu antworten.

Danke. Für mich hat sich die Diskussion mit dir damit erstmal wieder erledigt.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 22:57
Nachtrag:

@Shionoro
Shionoro schrieb:das gilt für dich als Einzelperson, aber wir betrachten ja jetzt die massen, und da brauchen das sehr viele.
Es ist wie gesagt hilfreich.
Das ist wie bei Links.
Ich bin links eingestellt, aber würde mich niemals als linker bezeichnen, weil ich das Label für mich ablehne.
Aber es ist hilfreich, um zu beschreiben, wie eine bestimmte politische Ausrichtung ist und was dort dazugehört und warum man warum man politisch 'links' steht.

Man muss das Label nicht für sich annehmen, aber es ist ein nützliches Werkzeug.
Bei der Altersgruppe der 15 - 29jährigen ( - in der ich dich vermute, da du meines Wissens Student bist (?) - ) mag das in größerem Umfang zutreffen, aber die Massen der Ü-30-jährigen lassen sich für solche Labels eher selten begeistern. Die wissen meistens, wer sie sind und wofür sie stehen, ohne sich einer "Subkultur" zuordnen zu wollen.


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24.05.2014 um 23:01
@raitoningu

Möglich, ich behaupte aber, dass es realistischer ist, dass es eine signifikante anzahl veganer gibt, als dass es eine signifikante anzahl leute gibt, die ihren Konsum auf ein wirklich relevantes maß einschränken aus den von mir genannten gründen.

Ich kenn dich nicht und auch deine Familie nicht, daher kann ich das nicht beurteilen, aber meine Erfahrung nach ist das wirklich sehr selten.

Die Leute die sich einschränken tun das meist eher aus ästhetischen Überlegungen heraus und konsumkritischen Überlegungen, was ja nichts schlechtes ist, aber auch nichts, was schule macht.

Es ist natürlich so, dass wenn z.b. eine Person aus der Familie so lebt es warscheinlicher ist, dass in der Familie mehr leute so ticken.
Ich kenn da auch eine Familie, wo z.b. die mutter sich entschieden hat, sehr bewusst dinge einzukaufen, und das natürlich auf kinder und auch ihren Mann abgefärbt hat.

Aber die Zug kraft dessen für andere halte ich nach wie vor für recht gering.

Die Zugkraft von Veganismus ist natürlich weit geringer als die von Vegetarismus, aber da sehe ich trotzdem recht gute Chancen, grade weil sich viele Vegetarier doch mit Veganismus beschäftigen.

Was ich aber nunmal sehe, ist, dass wir 5% Vegetarier mittlerweile haben, und unser allgemeiner Konsum Pro Kopf nicht sonderlich entsprechend zurückgegangen ist.
raitoningu schrieb:Bei der Altersgruppe der 15 - 29jährigen ( - in der ich dich vermute, da du meines Wissens Student bist (?) - ) mag das in größerem Umfang zutreffen, aber die Massen der Ü-30-jährigen lassen sich für solche Labels eher selten begeistern. Die wissen meistens, wer sie sind und wofür sie stehen, ohne sich einer "Subkultur" zuordnen zu wollen.
Das ist richtig, aber die junge Generation ist wenn man langfristig etwas ändern will ja auch die relevante Zielgruppe.

Dass ich mit Veganismus keinen ü40er hinterm ofen vorlocke ist mir auch klar.

@JohnDifool


Das erste Video zeigt eine Szene, und das ca 2 Minuten lang in diesem Stall.
Keine Ahnung wie lange die Kühe da so stehen müssen.

Und nein, hab ich nicht.
ich hab die Videos durchgespult.

Was im ersten Video am Ende passiert hast du mir gesagt, und worauf du hinaus wolltest hast du mir auch gesagt, warum hätte ich das ganze sehen sollen?
Es ist ja ohnehin nur ersteres in Deutschland, und da waren nunmal einfach Kühe zu sehen in einem Stall.

Und du sagtest mir, das sähe ja gar nicht so schlimm aus, und der Landwirt hat einige aussagen dazu getätigt, wie die Belüftung sein muss, und dass es problematisch ist, dass in Deutschland nicht weitere ställe bewilligt werden.

Da kann ich dir aber kategorisch sagen, dass du daran, dass da ein paar kühe friedlich stehen (wie der interviewer bemerkt hat) nicht daraus drehen kannst, dass das eine artgerecht Haltung ist.


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