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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

7.721 Beiträge, Schlüsselwörter: Massentierhaltung, Veganismus, Fleischkonsum

Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:09
@Shionoro
ich habe dies explizit auf die heutige vegane Bewegung bezogen, ich sage nicht, dass DU dekadent bist, die Bewegung gründet auf Dekadenz, weil wir alle zu viel haben, alle Möglichkeiten haben, können WIR uns sogar aussuchen, was wir NICHT essen wollen und dafür alle möglichen Gründe haben. Ich verstehe es, wenn man Tieren kein Leid zufügen will, nur bekommt das kein Veganer hin, das ist das Eine. Das Andere ist, dass man sich mal überlegen müsste, auf was man wirklich alles verzichten müsste, wenn man Essen und Moral verbindet. Da kann man dann eben nicht "nur" das Tierleid nehmen.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:17
@Tussinelda

Richtig ist, dass Veganismus nur möglich ist mit hoher verfügbarkeit vieler lebensmittel.

Aber das kann ja keine begründung dafür sein, dass er falsch ist.
Tieren kein Leid zuzufügen bzw. komplett ohne tierische produkte auszukommen kann man als veganer noch nicht, aber das wird man umso eher können, umso mehr veganer also umso mehr nachfrage es gibt.

Es wird niemals bestimmte produkte in vegan geben, wenn es nicht vorher eine erhebliche anzahl veganer gibt sodass der hersteller weiß, es lohnt sich.

Die sache beim veganismus ist wie gesagt die:

Wenn man ein veganes produkt kauft, dann weiß man nicht, ob dieses produkt auch in allen anderen maßstäben ethisch das beste ist.
Das weiß ich aber auch bei keinem einzigen nichtveganen produkt.

Ich weiß bei dem veganen produkt aber, dass es in dieser einen hinsichtfür mich ethisch das bessere ist.

zum zweiten kann ich bei den anderen konsumfragen nicht allein durch konsum ein problem lösen.
Wie gesagt, armut ist etwas, was wir durch unseren konsum allein nicht verhindern können, selbiges gilt für die abholzung des regenwaldes und auch für umweltverschmutzung.
Leider.

Beim thema massentierhaltung können wir das-

Umweltverschmutzung, Regenwaldabholzung, armut, die alle werden dadurch nicht besser wenn sich leute vegan ernähren, aber auch nich schlimmer.

Was sich aber verbessert ist, dass es weniger massentierhaltung gibt oder, im idealfall, gar keine mehr.

Ich verstehe nicht, warum es dekadent ist, sich erst diesem einen Problem zu widmen.

Was problematisch ist, ist, da hast du schon recht, dass sich viele veganer nur auf dieses eine ding fokussieren, und für sie veganismus etwas identitätsspendendes ist.

Das ist nicht gut und auch nicht gesund, aber das hat ja nichts it der grundsätzlichen bewegung zu tun, bzw. deren sinnhaftigkeit.

Ich finde es, in diesem Sinne, eben nicht gut, wenn andere Probleme rangezogen werden um zu sagen 'naja, hey, das ist dem veganer dann wohl egal'.
Das ist einem nicht egal.
Mir jedenfalls ist nicht egal, wenn irgendwo kinder verhungern.

Aber ob ich veganer bin oder nicht ändert daran nichts, während es sehr wohl potentiell etwas daran ändern kann, ob tiere leiden.

Wenn du mir zeigen kannst, wie ich durch meinen konsum runtergebrochen auf einfache mechanismen (eben z.b. kein fleisch milch ei mehr essen) etwas an der armut in der welt verringern kann, dann werd ich das gerne tun.
Aber so eine einfache formel gibt es dafür nicht, und wohl auch keine schwere.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:25
@Shionoro
Du verstehst nicht, was ich meine. Wenn Ernährung bedeutet, eine moralische Verantwortung zu tragen, dann kann diese nicht beim Tier anfangen und aufhören. Das ist aber bei Veganismus/Vegetarismus der Fall, es wird schlicht nichts anderes bedacht, auch nicht, was es bedeutet, dass ein Veganer/Vegetarier sich sein Obst und Gemüse von wer weiss woher heranschleppen lässt, das nur als Beispiel. Wärest Du auf das angewiesen, was es hier gibt, hier verfügbar ist, dann wäre Dein veganes Leben so gut wie unmöglich. Also werden alle möglichen negativen Konsequenzen, die darauf beruhen, dass es eben alles gibt, zu jeder Zeit, worauf ja der Luxus, vegan sein zu wollen eigentlich beruht, gekonnt ignoriert. Aber Tiere werden dann - angeblich - nicht mehr ausgebeutet. Gibt dann eben andere Übel, die man aber selbstverständlich hinnehmen kann, solange man denkt, kein Tier würde leiden.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:32
@Tussinelda

Naja, doch, weil ich nur das Problem Massentierhaltung über meie ernährung und anderen konsum lösen kann.

Du hättest recht wenn ich mit meiner ernährung andere probleme angehen könnte, kann ich aber nicht.

Ich bin nunmal nicht darauf angewiesen was nur hier angebaut wird, und ich werde es auch nie mehr sein.
Ein gedankenspiel zu starten, dass es ja sein könnte, dass man wieder in diesen zustand zurückkehrt oder der meinung ist, dass man das sollte, kann hier nicht als begründung gelten.

Sich gegen Import Export einzusetzen ist etwas, was wirklich keine aussicht auf erfolg hat. Da kommst du in einen bereich, wo, wenn wirklich sehr sehr viele leute nicht mehr importe konsumieren, du unser komplettes wirtschaftssystem und unsere komplette produktion ändern müsstest und weltweite wirtschaftskrisen und damit größer werdende armut provozierst.

Das ist kein gangbarer weg.

Wie gesagt, auch da gilt, wenn du mir eine konsumform zeigen kannst, die wirklich umweltverschmutzung verringern kann nur durch meinen konsum, dann immer her damit, dann würde ich das in erwägung ziehen.

aber auch da behaupte ich, eine solche gibt es nicht.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:38
So wie ich dich verstehe stört dich halt, dass einv eganer tiere priorisiert vor anderen dingen.

Da entgegne ich aber: ich habe gar keine andere wahl, weil ich jegliche anderen kämpfe nicht allein über meinen Konsum austragen kann.

Ob ich die priorisieren willl, die frage stellt sich mir also gar nicht.

Ist mri das Problem umweltverschmutzung oder armut vielleicht wichtiger? Vielleicht ja, vielleicht nein, das spielt aber keine rolle.

Durch saisonales kaufen werde ich nicht die abholzung des regenwaldes verhindern, auch wenn das sehr sehr viele leute tun, wenigstens nicht ohne dabei große andere probleme aufzutun.

Und da hat der Veganismus eben die sonderrolle, dass ich ihn ausleben kann, ohne andere probleme zu verschlimmern während ich möglicherweise wenigstens eines löse

Du hast aber recht damit, dass, wenn sich veganismus mit etwas anderem beissen würde, was ebenfalls genauso einfach und positiv ist, man sich entscheiden müsste, was man priorisiert.

Diesen fall sehe ich aber nicht gegeben.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:41
@Shionoro
nein, wer Ernährung als etwas grundsätzlich Moralisches deklariert, kann sich nicht nur damit befassen, Tiere zu schützen, das finde ich zumindest.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:42
@Tussinelda

wenn man zu der erkenntis kommt dass man mit seinem konsum nur tiere schützen kann, aber leider nichts anderes, dann schon.

Warum auch nicht?

Es kann doch nicht sein, das wir sagen, wir dürfen nichts moralisch positive tun, weil wir dabei nicht andere moralisch positive sachen tun


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CosmicQueen
ehemaliges Mitglied

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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:42
Shionoro schrieb:Warum ist das geradepassend?
Ich versteh eh nicht, warum man sich an fleischersatzprodukten immer so aufhängen muss.
Es muss sie ja einer essen, und man muss sie, wenn man sie will, auch nicht fertig kaufen sondern kann sie selbst machen.
Es geht ja nicht um Fleischersatzprodukte, in dem Artikel geht es ja allgemein um vegane Produkte und du sagst ja immer man soll diese unterstützen. Und ich wollte nur mal aufzeigen was denn da so alles drin ist, in diesen veganen Produkten, wie vegane Sprühsahne & Co. die man da unterstützen soll.
Ich hatte ja bereits geschrieben, dass sowas gar nicht nötig ist, da man heutzutage alles ganzjährig bekommt und somit auch keine extra vegane Produkte braucht.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:45
@CosmicQueen

Die mockieren sich darüber, dass da teilweise dinge drin sind , die, wenn wir ehrlich sind, sich in nichtveganen sachen auch befinden.

Ich seh da nicht den großen skandal.

Gerade bei den E nummern ist viel panikmache mit dabei.

Es ist aber natürlich gut, dass das überprüft wird.
Ich sag ja nicht, dass man blind kaufen soll, aber im endeffekt steht und fällt das ganze dennoch damit, dass man eine größere verfügbarkeit und auswahl im veganen sortiment schafft


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:51
@Shionoro
Shionoro schrieb:Die Reduktion ist ein Schritt dazu, das sdie LEute sagen 'Ich trink ein glas milch weniger die Woche und jetzt hab ich damit mein soll erfüllt'.
Wenn nur jeder Deutsche das machen würde, würden wir immerhin ca. 16 Millionen Liter Milch pro Woche einsparen. Das entspricht der Produktion von etwa 115.000 Kühen.*
Shionoro schrieb:Wenn wir nen Anteil von sagen wir mal 15% veganern in unserer Gesellschaft haben, lnagfristig, dann würde sich in der tierhaltungsindustrie eine ganze Menge verändern.

Es würden sogar schon 10% reichen.
Bleiben wir zwecks Vergleichbarkeit mal nur bei den Milchkühen. Davon gibt es in Deutschland zurzeit ca. 4,2 Millionen. Durch zehn Prozent Veganer könnte also die Produktion von 420.000 Kühen eingespart werden. 

Du bist also der Ansicht, bei einer Gesamtzahl von 4,2 Millionen würden 115.000 Kühe weniger überhaupt keinen nennenswerten Unterschied machen; 420.000 hingegen schon eine Menge verändern? 

(*ausgehend von 200ml/Glas und einer durchschnittlichen Milchleistung pro Kuh von 20l/Tag)

@Gute_Luise
Hab mein Abendbrot fast vegan durch gezogen. Erdbeeren, Brot, Margarine, Radieschen- und Fleischsalat. Einziger Wermutstropfen, Olivenöl. Aber ich hatte kein anderes :(
Inwiefern ist Fleischsalat eigentlich veganer als Schinken?? 

@CrvenaZvezda
CrvenaZvezda schrieb:Und ich möchte gar nicht wissen, wieviel Leid man den Tieren, Menschen und der Umwelt hinzufügt, indem man jedes mögliche und unmögliche Obst aus der ganzen Welt anschafft und wieviel Leid man verursacht, während man riesige Anbauflächen für Soja etc bereitstellt.
Dieses Argument wurde vermutlich alleine hier im Thread bereits hunderte Male widerlegt. Soja wird in riesigen Mengen als Futtermittel für unsere Nutztiere gebraucht, da wir sie anders gar nicht mehr ernähren könnten. Um ein Stück Fleisch zu produzieren, benötigt man ein vielfaches an Soja als für ein Stück Tofu. Also ist es kompletter Unsinn, Veganern die Anbauflächen für Soja vorzuwerfen.

@Shionoro
Shionoro schrieb:Wenn einer sagt er lebt vegetarisch weil er massentierhaltung schlimm findet ist das, auch wenn ich dafür vermutlich jetzt wieder viel hate bekomme, schlussendlich inkonsequent.
Das ist auf den ersten blick paradox, da man ja denkt, man konsumiert weniger fleisch, aber aus den von mir genannten gründen ist diese reine reduktion des fleischkonsums (bzw. weglassung) eben in keinester weise geeignet um irgendetwas an den verhältnissen irgendeines tieres zu ändern.
Nein, siehe oben. "In keinster Weise geeignet" trifft es nicht wirklich.
Du hast zwar völlig recht, wenn du schreibst, dass der reine Verzicht auf Fleisch das Problem nicht lösen kann. Aber z.T. gehst du von falschen Voraussetzungen aus. Fleisch ist normalerweise kein Nebenprodukt der Milch- und Eierindustrie. Die männlichen Küken, die bei der Legehennenzucht anfallen, werden meistens sowieso gehächselt, da für die Mast andere Rassen effizienter sind. Aus denen werden keine Chicken-Nuggets; dafür leiden und sterben andere Hühner.
Und das eine Kalb, das eine Milchkuh pro Jahr werfen muss ( - bei einer durchschnittlichen Laktationsperiode von 305 Tagen - ) könnte unseren Rindfleischbedarf nicht mal annähernd decken. Also werden auch in diesem Bereich eine Menge Rinder ausschließlich für die Fleischproduktion gezüchtet.

Dass Vegetarier Fleisch meistens durch Milchprodukte ersetzen ist übrigens eine Annahme, die meine Beobachtungen eher nicht bestätigen können. Ausnahmslos alle Vegetarier die ich kenne, konsumieren verstärkt z.B. Sojaprodukte oder pflanzliche Aufstriche. Nur weil jemand nicht komplett vegan leben möchte, heißt das nicht, dass er sich keine Gedanken gemacht hat und sich nur noch von Käse und Eiern ernährt.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:53
@Shionoro
na eben nicht, es hat nichts damit zu tun, vegane Lebensmittel zu "erfinden", außer natürlich, man will sich nicht mühsam natürlich vegan ernähren......tja, dann braucht man die Produkte natürlich und natürlich auch dann, wenn man auf nix, was im Grunde "nicht vegan" ist, verzichten will, was dann schon wieder total dekadent ist, in meinen Augen.


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Anja-Andrea
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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 18:53
ich habe für mich selbst ein ganz gewichtigen und vernünftigen Grund dagegen, mir schmeckt das ganze Zeugs einfach scheußlich.


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CosmicQueen
ehemaliges Mitglied

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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 19:07
Shionoro schrieb: aber im endeffekt steht und fällt das ganze dennoch damit, dass man eine größere verfügbarkeit und auswahl im veganen sortiment schafft
Ja, aber unter welchen Bediengungen, es wird ja immer "unnatürlicher" wenn man zig Verdickungsmittel, E-Nummern und sonstiges Gepampe in diese Produkte steckt, von gesund kann da wohl keine Rede mehr sein, wenn man vegane Ernährung so sehen will.

Eine ethisch perfekte Ernährung gibt es nicht, verzichtest du auf das Eine, wird was anderes dafür mehr konsumiert und erzeugt womöglich anderes Leid, von daher ist es doch ok, wenn manche eben vegan, vegetarisch oder Mischkost bevorzugen, so wird das Essen wieder bewusster wahrgenommen und wird eventuell zu einem neuen Gleichgewicht führen.


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 19:15
@raitoningu
Du bist also der Ansicht, bei einer Gesamtzahl von 4,2 Millionen würden 115.000 Kühe weniger überhaupt keinen nennenswerten Unterschied machen; 420.000 hingegen schon eine Menge verändern?
Milchmädchenrechnung: Der pro kopf verbrauch der deutschen an milch/milchprodukten liegt über der durchschnittsleistung einer kuh. Allein der Anteil an trinkmilch liegt bei ~54kg (ca53l) Wenn man nur danach geht, dann kommen auf 10% veganer schon eine "ersparnis" von über 840.000 milchkühen wenn ich nach deiner rechnung gehe. Dazu kommt dann noch milchprodukte wie käse, quark, butter, die die zahl nochmal ordentlich nach oben schrauben. Z.b. wird für die produktion von 1kg käse ca 8-10kg milch benötigt, 1kg butter verbraucht sogar um die 22kg milch. Viel spaß beim nochmal neu berechnen :)


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Gründe für oder gegen Veganismus/Vegetarismus

24.05.2014 um 19:21
@raitoningu

Allein in Deutschland gibt es 4 millionen Milchkühe.
die zahl ist im zuge desse verschwindend gering.
Solche einzelaktionen sind ja gerade deswegen so sinnlos,weil sie sich nur auf ein Lebensmittel beschränken.
Es sagt nichts aus, wenn du weniger milch trinkst, wenn du trotzdem käse und andere milchprodukte konsumierst.
Bleiben wir zwecks Vergleichbarkeit mal nur bei den Milchkühen. Davon gibt es in Deutschland zurzeit ca. 4,2 Millionen. Durch zehn Prozent Veganer könnte also die Produktion von 420.000 Kühen eingespart werden.

Du bist also der Ansicht, bei einer Gesamtzahl von 4,2 Millionen würden 115.000 Kühe weniger überhaupt keinen nennenswerten Unterschied machen; 420.000 hingegen schon eine Menge verändern?

(*ausgehend von 200ml/Glas und einer durchschnittlichen Milchleistung pro Kuh von 20l/Tag)
Da sind es ja nicht nur die Kühe.
Außerdem importieren wir gut 35% unserer milch, das heißt,die Kühe musst du auch mit draufrechnen.
Insbesondere sage ich ja nicht, dass es auf Grund der Totalzahl der Unterschied macht.
Ich sage, es macht einen großen unterschied, weil man bei einer solchen anzahl dem hersteller klar machen kann, dass man nach alternativen verlangt.

Wenn ohne veganismus einfach weniger milch konsumiert wird (wie das z.b. beim fleisch ja der fall ist), dann denkt sich kein hersteller: Oh wow, ich sollte mein sortiment umstellen, da kann ich geld holen.
Wenn da 10% veganer sind die dann sojamilch hafermilch usw kaufen, dann aber schon.
Dann wird es vermehrt veganes eis geben, vegane schokolade, veganes gebäck beim bäcker usw. usf., was wiederum eine vereinfachung darstellt für andere, ebenfalls weniger oder gar keine tierprodukte mehr zu konsumieren.

Und dann wissen hersteller auch worann es liegt und sind eher geneigt zu reagieren, als sich nur über gewinnausfälle zu wundern.
raitoningu schrieb:Dass Vegetarier Fleisch meistens durch Milchprodukte ersetzen ist übrigens eine Annahme, die meine Beobachtungen eher nicht bestätigen können. Ausnahmslos alle Vegetarier die ich kenne, konsumieren verstärkt z.B. Sojaprodukte oder pflanzliche Aufstriche. Nur weil jemand nicht komplett vegan leben möchte, heißt das nicht, dass er sich keine Gedanken gemacht hat und sich nur noch von Käse und Eiern ernährt.
Das sag ich ja auch nicht (auch wenn meine erfahrung da ehrlich gesagt anders aussieht)
Dennoch ist es auch bei Vegetariern oft so, dass sie zwar bei Fleisch eine sehr starke meinung vertreten, aber veganismus dennoch für extrem halten, also bei milch und ei eher laxer reagieren.
Nein, siehe oben. "In keinster Weise geeignet" trifft es nicht wirklich.
Du hast zwar völlig recht, wenn du schreibst, dass der reine Verzicht auf Fleisch das Problem nicht lösen kann. Aber z.T. gehst du von falschen Voraussetzungen aus. Fleisch ist normalerweise kein Nebenprodukt der Milch- und Eierindustrie. Die männlichen Küken, die bei der Legehennenzucht anfallen, werden meistens sowieso gehächselt, da für die Mast andere Rassen effizienter sind. Aus denen werden keine Chicken-Nuggets; dafür leiden und sterben andere Hühner.
Und das eine Kalb, das eine Milchkuh pro Jahr werfen muss ( - bei einer durchschnittlichen Laktationsperiode von 305 Tagen - ) könnte unseren Rindfleischbedarf nicht mal annähernd decken. Also werden auch in diesem Bereich eine Menge Rinder ausschließlich für die Fleischproduktion gezüchtet.
Gut, das ist ein Argument.
Ich bin mir zwar nicht ganz sicher wie hier die relation aussieht, aber gut, dann werd ich dazu auch erstmal nichts sagen.

Allerdings ist es soweit ich weiß so, dass Deutschland das meiste seines billigfleischsortiments exportiert, während wir bei milch sogar importieren..
Das heißt, dass man mit milchreduzierung oder boykott bei den hiesigen betrieben weit mehr erreichen könnte als mit fleischreduzierung oder boykott.
Aber das sind zahlenspiele.

Mein großes problem mit den ganzen reduzierungs oder teilweisen boykott überlegungen ist, dass menschen eher dazu geneigt sind, eine sache zu machen und zu sagen: ich hab meinen teil beigetragen und jetzt ist schluss, als dass sie danach noch weitere Überlegungen anstellen.

Wie gesagt, wenn einer jetzt ein glas milch weniger pro tag trinkt, dann denke ich auch, dass es dann eher einfach dabei bleibt, als dass dieser mensch dann sagt 'ohja, ich sollte meinen konsum noch anderweitig weiter einschränken'.

Denn all diese dinge bedeutetn meistens verzicht.
Man sagt, ich verzichte auf fleisch, ich verzichte auf dies und das.

Aber Veganismus soll ja kein verzicht werden, sondern da soll ein grundsätzliches alternativsortiment entstehen, sodass man , wenigstens wenn dieses ausreichend divers ist, auf nichts verzichten muss und man einen lebensstil ohne tierprodukte haben kann aber auch ohne eremitentum.

Diese 'heute lass ich das mal weg' überlegungen erinnern eher an Diäten, wo man zwar sagt 'ne, heute keinen kuchen' aber an seinem grundsätzlichen lebensstil wenn überhaupt nur phasenweise etwas ändern will.

und da sehe ich eher ein problem und eine blockade als einen schritt in die richtige Richtung


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24.05.2014 um 19:26
@Anja-Andrea

Du magst kein Obst?
Kein asiatisches essen wenn da kein Fleisch drin ist?
kein gemüse, keine nudeln?

@Tussinelda

Veganismus heißt nunmal nicht verzicht.

Es ist nicht dekadenter als das heutige leben, wenn man seinen lebensstil beibehalten will nur mit dem unterschied, dass man dabei weniger anderen lebewesen schadet.

Du hast ein grundsätzliches Problem mit dem konsum in unserer gesellschaft, und ich sehe das als momentan nicht zu änderndes faktum.

Veganismus ist genau deswegen die bestmögliche form der änderung bei der massentierhaltung, weil veganismus nach den Regeln des Kapitalismus gut funktionieren kann, eben weil man nicht das system ändern muss oder verzichten muss, sondern im gegenteil, neue dinge schaffen und verkaufen kann.

Das kann man ablehnen, aber für mich ist das einfach eine notwendigkeit auf grund der gegebenen umstände.


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24.05.2014 um 19:31
@CosmicQueen
CosmicQueen schrieb:Ja, aber unter welchen Bediengungen, es wird ja immer "unnatürlicher" wenn man zig Verdickungsmittel, E-Nummern und sonstiges Gepampe in diese Produkte steckt, von gesund kann da wohl keine Rede mehr sein, wenn man vegane Ernährung so sehen will.
So furchtbare E nummern wie z.b. Vitamin C stecken auch in deinem Essen...
Dasmacht es dennoch nicht zu einer Pampe.
CosmicQueen schrieb:Eine ethisch perfekte Ernährung gibt es nicht, verzichtest du auf das Eine, wird was anderes dafür mehr konsumiert und erzeugt womöglich anderes Leid, von daher ist es doch ok, wenn manche eben vegan, vegetarisch oder Mischkost bevorzugen, so wird das Essen wieder bewusster wahrgenommen und wird eventuell zu einem neuen Gleichgewicht führen.
Das stimmt in diesem Fall ja aber nicht.
ICh werd nicht für mehr elid sorgen wenn ich mich vegan ernähre.
Ich brauch dann weniger Landwirtschaft, was gut ist, und ich brauch auch keine Massentierhaltung was ebenfalls gut ist.
wo verliert man da etwas?
Lebensmittel importieren tun wir ob mit oder ohne veganismus.

Essen 'bewusster wahrnehmen' ist eben kein gangbarer weg.

Das ist der weg einiger weniger, die sagen 'ich find das auch wichtig in der heutigen zeit nicht diesem ganzen überflusskonsum zu verfallen'.

Wir snd aber nunmal in der heutigen zeit, und unser gesamtes system ist auf überflusskonsuma ufgebaut, und das wird sich in nächster zeit auch nicht ändern.

und diese realität muss man anerkennen um probleme zu lösen.

Alles andere ist 'naja wenn alle das so machen würden wie ich dann wär das auch okay', nur ist die chance, das alle leute verzichten und wir unser wirtschaftsssytem ändern weit geringer, als dass immermehr leute sic für veganismus entscheiden.


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CosmicQueen
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24.05.2014 um 19:54
Shionoro schrieb:Wir snd aber nunmal in der heutigen zeit, und unser gesamtes system ist auf überflusskonsuma ufgebaut, und das wird sich in nächster zeit auch nicht ändern.


Das bedeutet aber dann, wenn Überkonsum sowieso im System verankert ist, dann wird man auch nicht viel daran ändern können, wenn man nun vegan lebt, denn der Überkonsum findet ja dann weltweit statt und andere Abnehmer, für das von uns verschmähte Fleisch werden sich dann trotzdem finden, das ist ja jetzt schon so. Oder aber der Überkonsum von anderen Lebensmitteln führt dann wieder zu anderen Leid.

Ich für meinen Teil möchte nicht in einer Welt leben, wo nur noch synthetische Lebensmittel existieren, bzw. das ich mir diverse Pillen einschmeißen muss, nur damit ich gesund bleibe, denn vegan ist ja was völlig neumodisches, sowas gab und gibt es weltweit nicht, da eben die Globalisierung neu ist.

Deshalb bin ich für ein bewusstest und reduziertes Konsumverhalten, daran muss sich auch die Wirtschaft anpassen - Klasse statt Masse - und ich denke das kann man gut hinbekommen, auch ohne dabei vegan werden zu müssen.


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24.05.2014 um 19:57
@CosmicQueen

Nicht am Überkonsum, was je nachdem nichtmal notwendig ist, aber durchaus an der Massentierhaltung.
Natürlich wird Fleisch noch anderswo Abnehmer finden, aber zugleich finden anderswo weniger Leute Käufer.

Wer redet denn von 'nur noch synthetischen' Lebensmitteln.

Das ist reine Ästhetik Sache.

wenn ich mir nen veganes burger pattie mache ist das nicht natürlicher oder unnatürlicher, als wenn ich einen Kuchen backe.
Ich werf zutaten zusammen und mach daraus etwas was ich essen will.

Warum das dann böse Chemie ist, aber alles andere super, ershcließt sich mir nicht.

Chemie ist alles, du, ich, essen.


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24.05.2014 um 20:03
@gastric
Nein, ich muss nichts neu berechnen, du hast mich falsch verstanden. ;)
Ich hab nirgends was von absolutem Verbrauch oder anderen Milchprodukten geschrieben. Es geht um die reine Einsparung an Trinkmilch. Und die Darstellung, es würde nichts bringen, wenn viele reduzieren, aber viel, wenn wenige verzichten. Das halte ich nämlich für eine Milchmädchenrechnung.

@Shionoro
Shionoro schrieb:Wie gesagt, wenn einer jetzt ein glas milch weniger pro tag trinkt, dann denke ich auch, dass es dann eher einfach dabei bleibt, als dass dieser mensch dann sagt 'ohja, ich sollte meinen konsum noch anderweitig weiter einschränken'.
Wenn dem so ist, bringt das sicher wenig, da hast du recht. Das mit der Trinkmilch war auch nur ein Zahlenspiel, um was anderes zu verdeutlichen.

Ich fände es toll, wenn möglichst viele Menschen sich vegan ernähren würden. Ich selbst könnte es aus beruflichen und logistischen Gründen leider nur sehr schwer umsetzen. Ich würde es auch begrüßen, wenn mehr vegane Lebensmittel einfacher verfügbar wären - also auch für Menschen, die z.B. auf dem Land leben und zusätzlich keine Zeit haben, aufwendig zu kochen.
Grundsätzlich würde ich ca. 90% deiner Aussagen in diesem Thread unterschreiben. Auch was den Selbstbetrug und die Gewissensberuhigung durch den gelegentlichen Kauf von "Bio"-Fleisch u.ä. betrifft.
Nur halte ich es für falsch, zu sagen es würde grundsätzlich nichts bringen, seinen Konsum an tierischen Produkten einzuschränken. Sicher ist es wenig hilfreich, das ohne Sinn und Verstand zu tun und eben beispielsweise von Fleisch auf Grillkäse umzusteigen. Aber es gibt eben auch Menschen, die das ganzheitlich versuchen und wirklich darüber nachdenken, was sie kaufen.

Wenn eine fünfköpfige Familie ihren Fleisch-, Milch- und Eikonsum pro Person nur um 20% reduzieren und durch pflanzliche Produkte ersetzen würde, hätte das exakt den gleichen Effekt wie ein einzelner Veganer. Der Industrie ist es nämlich völlig egal, wer ihre Produkte kauft und verzehrt.
Rein rechnerisch würden viele Sinnvoll-Einschränker also das gleiche bewirken, wie einige wenige Veganer. 
Und ich persönlich halte ersteres für deutlich realistischer. 


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