Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Der käme doch draußen eh nicht mehr zurecht. Außerdem gibt es dort nicht wie bei uns staatliche Stellen, die einen auf draußen vorbereiten und unterstützen. Dort wirste mit deinem Krempel in ner Mülltüte vor das Haupttor gesetzt und dann kannste zusehen wie du klar kommst.
Ein Lifer wird ja nicht einfach so nach 30 Jahren oder so entlassen. Er muss sich im Gefängnis schon sehr positiv entwickelt haben und auch aktiv mitgewirkt haben, was ihm schon eine gewisse Kompetenz bringt. Außerdem ist es so, wie @calligraphie schreibt, er muss einen Post-Release (oder Reentry) Plan vorlegen, wo er wohnen wird, was er arbeiten will/wird, u.s.w. Außerdem kommen sie erst für ein halbes oder ganzes Jahr in ein Übergangsheim, Halfway House oder Community Corrections Center. Aber dennoch: keine Frage, dass der Übergang extrem schwierig ist. Die Welt hat sich enorm verändert, vielleicht kennt er nicht mal das Internet. Manche kriegen Panikattacken, wenn sie zum ersten mal in den Supermarkt mit dem Riesenangebot gehen. Dazu fehlende staatliche Unterstützung, evtl. keine Freunde mehr (die sitzen alle im Gefängnis bzw. darf er keinen Kontak zu (Ex-) Häftlingen aufnehmen. Dazu Schwierigkeiten auf Job- und Wohnungsmarkt. Soziale NGOs und Kirchenverbände bieten Hilfe. Am besten, wenn Verwandte noch da sind, die einen wohnungsmäßig aufnehmen.
Zitat von HeribertHeribert schrieb:Ich finde Todesstrafe ganz subjektiv als weniger schlimm- im Vergleich zu Gefängnis ohne Aussicht auf Rauskommen zb USA
Habe Doku auf Netflix gesehen, ein paar Menschen vom todestrakt dauerte es viel zu lange, bis die Todesstrafe durchgeführt worden ist.

In so nem Isolation Haft oder 10 Personen auf engstem Raum, wer will das schon

Aber ok, ich verstehe beide Seiten und finde persönlich die Todesstrafe humaner als Jahrzehnte im knast ohne Chance rauszukommen in
Das wird auch oft, wenn nicht mehrheitlich (von Experten und Betroffenen) so gesehen. Deswegen bin ich ebenso gegen LWOP. Ich sehe diese Art der Strafe auch nicht als notwendig bei Mord an. Gut, bei Serienmödern o. ä.,, aber im Normalfall sollte sowas wie '20 Years to Life' ausreichen. Ggfs. bleibt er damit auch bis zum Tode drin. (Siehe auch den LWOP-Thread.)