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Todesstrafe

24.668 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

um 10:21
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Man qualifiziert sich nicht für Strafen. Man wird bestraft für eine Tat.
Damit man bestraft werden kann muss man zuvor etwas tun, was die Bestrafung rechtfertigt.
Deswegen benenne ich es so und ist in keinem Fall despektierlich gemeint.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Nur sollte die Strafe u.a. Die Menschenrechte beachten.
Tut sie doch ..
Ich bringe wiederholt den IPBPR ein und demnach ist die Todesstrafe zulässig wenn bestimmte Punkte beachtet werden und nicht wilkürlich hingerichtet wird.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Nur spielt die TS als Abschreckung oder Grund da keine Rolle
Und weiter? Für mich ist unerheblich ob die TS abschreckt.
Ich finde durch die Tat haben die Täter ihr Recht auf Leben verwirkt und die Gesellschaft ist vor einer möglichen Gefahr geschützt und auch wenn sie noch so klein ist.
Auch Mithäftlinge werden dadurch geschützt.
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Mal sehen, ob du es kaum abwarten könntest, wenn du monatelang auf den Moment deiner Hinrichtung zuleben musst, denn der wird dir lange vorher bekannt gegeben.
Ist die Prozedur etwa ein Geheimnis?

Gerade in den Staaten ist die Todesstrafe doch allgegenwärtig und wird hart diskutiert und inflationär von den Medien beleuchtet.
Es gibt Dokus welche DeathRow Inmates in den letzten Stunden zeigen.

Ich finde erstaunlich wie manche Menschen dem Täter zwar zugestehen ein Verbrechen zu planen und auszuführen, sich aber im Gegensatz angeblich nicht bewusst sind, dass sie dafür die Todesstrafe bekommen könnten.

Manche tun fast so, als wäre die Todesstrafe als Konsequenz ein Geheimnis und die Justiz würde sie das erste Mal anwenden ..

Ich denke der Umstand auf den Moment der Hinrichtung zuleben zu müssen ist nichts im gegensatz dazu, erleben zu müssen von einer Freundin angegriffen und getötet zu werden während du völlig arglos bist.
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Eine OP ist dafür dafür da, um Leben zu retten. Eine Hinrichtung, um zu töten. Stirbt ein Patient bei einer OP, ist es eine Tragödie. Überlebt ein Todeskandidat eine Hinrichtung, ist es eine Katastrophe. Das ist doch nur noch krank!
Es ging darum um zu verdeutlichen dass selbst in der Medizin Routineeingriffe tödlich enden können und nicht alle medizinische Eingriffe sind Lebensrettend ..

Wenn bei normalen medizinischen Routineeingriffen es zu tödlichen Komplikationen kommen kann, wieso leitet man einen Anspruch ab dass es bei Hinrichtungen keine Komplikationen geben kann?
Und das eben jene Komplikationen keine Rechtfertigung dafür bilden, die TS abzuschaffen.

Statt sich künstlich aufzuregen kann man auch versuchen zu reflektieren was Jemand damit ausdrücken will.
Aber als TS Gegner kann man scheinbar sowieso nichts sagen, was deinen Puls nicht in die Höhe treibt.
Und es ist auch kein Geheimnis, dass du in vers. Threads mit diversen Personen aneckst. Sind da immer andere daran Schuld oder könnte es sein dass du manchmal zu schnell hochfährst?

Versuch das mal zu reflektieren bitte ..


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Todesstrafe

um 10:32
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Deswegen benenne ich es so und ist in keinem Fall despektierlich gemeint.
Eine Strafe kann sich qualifizieren, nicht jedoch der Straftäter.

Beispiel:

A schlägt B ins Gesicht. Damit hat er den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt.

A schlägt B ins Gesicht, wobei das Auge schwer verletzt wird und der dauerhaft Sehkraft verliert. Damit qualifiziert sich die KV zur schweren KV.

A tritt B mit einem Schuh, der Stahlkappen hat, ins Gesicht. Damit qualifiziert sich die KV zu einer gefährlichen KV. Eine gefährliche KV ist zudem ein Offizialdelikt, was bedeutet dass die Strafverfolgungsbehörden von sich aus ermittelt, selbst wenn das Opfer keinen Strafantrag stellt oder diesen zurück zieht.

Die Qualifizierung umfasst hierbei den Rahmen und die Begehungsweise zu einer höherwertigen Straftat.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Wenn bei normalen medizinischen Routineeingriffen es zu tödlichen Komplikationen kommen kann, wieso leitet man einen Anspruch ab dass es bei Hinrichtungen keine Komplikationen geben kann?
Es gibt sicherlich mehr oder wenig verlässliche Statistiken über ärztliche Fehler. Allerdings ist der Schnitt bei 2 Hinrichtungen, dass beide schief gehen schon echt übel...

Während der Misserfolg der ersten Hinrichtung noch als Unfall o.ä. zu deuten wäre. könnte man dem zweiten misslungenen Versuch ja mindestens als fahrlässig, wenn nicht sogar schon als vorsätzlich betrachten.


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Todesstrafe

um 10:36
@PrivateEye
Danke für die Erklärung.

Deutsch ist wie man merkt nicht meine Muttersprache, deswegen kann manches vielleicht falsch wirken.
Ich meine es aber nie despektierlich.

Ich werde aber versuchen in Zukunft mehr darauf zu nachen.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Allerdings ist der Schnitt bei 2 Hinrichtungen, dass beide schief gehen schon echt übel...
Ja und das lehne ich ab und bin auch eher dafür, dass man ein medizinisches Kompetenzteam aufbaut welches starke Praxiserfahrung hat und die Sicherheit bei solchen Angelegenheiten erhöhen.

Der Arzt der es zwei mal verbockt hat, gehört bestraft und da sollten alle zivil und strafrechtlichen Optionen ausgeschöpft werden.
Dagegen würde ich nie etwas sagen denn wenn ich die Todesstrafe als Mittel des Recht befürworte dann muss ich auch (und das ist selbstverständlich) dafür sein, dass Mediziner welche in solchen Situationen fahrlässig gehandelt haben, rechtstaatlich zur Verantwortung gezogen werden.

Die Justiz ist ja kein Selbstbedienungsladen aus den man sich die Sachen rauspickt die einem gefallen.


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Todesstrafe

um 10:47
Aktueller Artikel von der Journalistin Elizabeth Bruenig, die viele Hinrichtungen recherchiert und einigen auch beigewohnt hat, inklusive auch von Obduktionen.
Pike ist nicht der erste Häftling, der in diesem Jahr in Tennessee Opfer einer entsetzlich missglückten Hinrichtung wurde. Bereits im Mai hatten Gefängnisbeamte in Nashville die Hinrichtung von Tony Carruthers auf ähnliche Weise verpfuscht: Er wurde mit Nadeln durchstochen und mit einem Skalpell aufgeschnitten, bevor der Vollzug schließlich abgebrochen wurde. Diese Fälle fügen sich in ein breiteres Muster gescheiterter Hinrichtungen der letzten Jahre ein. Als ich im Jahr 2022 begann, zu den katastrophalen Versuchen von Hinrichtungen durch Giftspritzen in Alabama zu recherchieren, meldete das Death Penalty Information Center, dass 35 Prozent aller in jenem Jahr vollzogenen Hinrichtungen missglückt waren. In den 44 Jahren, in denen in Amerika Hinrichtungen mittels Giftspritze durchgeführt werden, haben sich immer wieder Belege dafür gefunden, dass diese Methode wissenschaftlich fragwürdig, häufig mit Folter gleichzusetzen und in erschreckendem Maße unzuverlässig ist.
Angesichts der Wahrscheinlichkeit eines missglückten Ablaufs lässt sich die Anwendung der Giftspritze bei Häftlingen nicht mehr als vertretbar rechtfertigen. Allein der Fall Pike widerlegt die Annahme, die Giftspritze sei eine humanere und klinischere Alternative zum elektrischen Stuhl oder zur Gaskammer. Zudem verschlechtert sich die Bilanz dieser Methode im Laufe der Zeit immer weiter.
[...]
Pikes Geschichte ist erschütternd, aber kein Einzelfall. In ihrem kürzlich veröffentlichten Aufsatz „Why Are Executions Becoming Crueler?“ (Warum werden Hinrichtungen grausamer?) schreibt Deborah Denno, Professorin für Rechtswissenschaften an der Fordham University, dass jüngste Fälle missglückter Injektionen „aus denselben Gründen scheiterten, aus denen Hinrichtungen durch Giftspritze schon seit der ersten derartigen Vollstreckung vor vier Jahrzehnten in diesem Land misslangen: Inkompetenz der Vollstrecker, unsachgemäße Verwendung qualvoller Substanzen und Mängel in den Protokollen für die tödliche Injektion – neben einer Vielzahl weiterer Faktoren.“
Und weiter zur Beteiligung von Ärzten an Hinrichtungen:
Qualifiziertes medizinisches Personal möchte im Allgemeinen nicht an Hinrichtungen mitwirken. Dies liegt unter anderem daran, dass bedeutende medizinische Organisationen – wie die American Medical Association – eine Beteiligung an Hinrichtungen ausdrücklich untersagen, da diese dem hippokratischen Gebot widerspricht, keinen Schaden zuzufügen. Eine Rolle bei staatlich sanktioniertem Töten zu spielen, lässt sich angesichts der zunehmenden Zahl entsetzlicher Fälle missglückter Hinrichtungen immer schwerer rechtfertigen. Obwohl die Identität der Vollstrecker durch staatliche Geheimhaltungsvorschriften geschützt ist, dürfte die Gefahr einer Entdeckung für jeden, dessen Berufung das Heilen ist, unerwünscht sein. Der Mangel an medizinischem Fachpersonal hat in mehreren Bundesstaaten, darunter Tennessee, zu verheerenden Zwischenfällen geführt: Im Fall Carruthers versuchte ein Arzt, einen komplizierteren zentralvenösen Zugang zu legen, obwohl er dies seit Jahrzehnten nicht mehr getan hatte – mit blutigem Misserfolg. Tennessee lehnte es ab, zu bestätigen oder zu dementieren, ob derselbe Arzt auch Pikes Hinrichtung leiten würde.
Quelle: Elizabeth Bruenig https://www.theatlantic.com/ideas/2026/10/christa-pike-tennessee-lethal-injection/688859/ (Google Translate)

Zur verpfuschten Hinrichtung von Tony Carruthers im Mai dieses Jahres hatte Bruenig bereits geschrieben.
What Happened to Tony Carruthers Is Horrifying

Lethal injection was meant to be humane. The reality is bloody and brutal.
By Elizabeth Bruenig
Quelle: https://www.theatlantic.com/ideas/2026/06/lethal-injection-execution-tennessee-tony-carruthers/687639/


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Todesstrafe

um 10:52
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Danke für die Erklärung.
Kein Problem. :Y:
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ja und das lehne ich ab
Was ich sehr positiv sehe und respektiere.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:bin auch eher dafür, dass man ein medizinisches Kompetenzteam aufbaut welches starke Praxiserfahrung hat und die Sicherheit bei solchen Angelegenheiten erhöhen.
Das ist der Punkt, wo sich die Schlange in den Schwanz beißt, sprichwörtlich gesehen. Einige hatten hier schon den hippokratischen Eid angeführt, der Ärzten verbietet Patienten (absichtlich) Leid (und damit den Tod) zu zufügen.

Wikipedia: Eid des Hippokrates

Dieser stammt noch aus der Antike, ist jedoch nicht (mehr) rechtsverbindlich. Mit der Zeit entwickelten sich Alternativen.

Wikipedia: Genfer Deklaration des Weltärztebundes

In diesem Text finden sich zwei sehr interessante Passagen.

Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren.

und

Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden.


Für mich liest sich das so, dass der Arzt zwar offiziell den Tod des Delinquenten feststellen darf (und muss, für die Sterbeurkunde) aber sonst nichts tun darf, um die Hinrichtung selbst zu unterstützen oder den Delinquenten daraufhin vorzubereiten.

Und wenn ich mich nicht täusche, kam das hinzuziehen eines Arztes zur Vorbereitung ja wohl auch erst mit der Einführung von Giftspritze & Co? Ansonsten war der letzte, den ein Todeskandidat wohl sah eben ein Priester.

Wenn schon der Arzt pflichtwidrig handeln würde, wäre dann die Hinrichtung aus formellen Gründen nicht schon unwirksam und damit unrechtmäßig?
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Die Justiz ist ja kein Selbstbedienungsladen aus den man sich die Sachen rauspickt die einem gefallen.
Das sehe ich genauso. Manchmal bedarf es allerdings eines Präzedenzfalls um Klarheit zu schaffen.


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Todesstrafe

um 11:09
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ja und das lehne ich ab und bin auch eher dafür, dass man ein medizinisches Kompetenzteam aufbaut welches starke Praxiserfahrung hat und die Sicherheit bei solchen Angelegenheiten erhöhen.
Also Henker ausbilden
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Für mich liest sich das so, dass der Arzt zwar offiziell den Tod des Delinquenten feststellen darf (und muss, für die Sterbeurkunde) aber sonst nichts tun darf, um die Hinrichtung selbst zu unterstützen oder den Delinquenten daraufhin vorzubereiten.
Das Problem ist das die Amis alles über Checklisten lösen wollen.

Sind die Hinrichtungen eigentlich vielleicht zu selten also das da die Leute keine Erfahrung sammeln können ?

TP


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Todesstrafe

um 11:10
Die Todesstrafe gehört nicht abgeschafft weil es zu Komplikationen beim töten kam.
Die Todesstrafe gehört abgeschafft, weil kein Mensch das Recht haben sollte, einen anderen Menschen vorsätzlich zu töten – auch der Staat nicht. Wenn wir die Tötung eines Menschen grundsätzlich als Unrecht ansehen, dürfen wir dieses Prinzip nicht aufgeben, nur weil jemand eine schwere Straftat begangen hat. Die Antwort auf einen Mord sollte nicht ein weiterer staatlich angeordneter Tod sein.

Außerdem kann ein Justizirrtum niemals vollständig ausgeschlossen werden. Wird ein unschuldiger Mensch zu Unrecht zu einer Haftstrafe verurteilt, kann das Urteil später korrigiert werden. Bei einer Hinrichtung ist das unmöglich. Das Leben eines Menschen kann nicht zurückgegeben werden.

Auch eine schwere Straftat rechtfertigt nicht automatisch die Tötung des Täters. Eine gerechte Gesellschaft sollte zeigen, dass sie Gewalt nicht mit weiterer Gewalt beantwortet. Stattdessen können lebenslange oder sehr lange Freiheitsstrafen die Gesellschaft schützen und gleichzeitig die Möglichkeit zur Reue und Veränderung offenlassen.

Deshalb sollte der Staat das Leben jedes Menschen schützen und auf die Todesstrafe verzichten. Ein Staat sollte nicht selbst das tun, was er seinen Bürgern verbietet: einen Menschen vorsätzlich zu töten.


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Todesstrafe

um 11:21
Zitat von TePeTePe schrieb:60% der Leute in den USA sind da aber anderer Meinung
1977 während des RAF-Terrors war auch eine Mehrheit der Deutschen für die Todesstrafe. Franz Josef Strauß schlug ja bekanntlich im "Großen Krisenstab" vor, stündlich einen inhaftierten Terroristen zu erschießen. Helmut Schmidt verwahrte sich dagegen.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:TS schreckt nicht ab. Zeige eine Statistik die das belegt. Niemand mordet z.B. in D weil es keine TS gibt.
Gemordet wird aus vielen Gründen. Nur spielt die TS als Abschreckung oder Grund da keine Rolle
Das Gegenteil ist der Fall. Die Todesstrafe brutalisiert eine Gesellschaft. Wenn der Staat töten darf, das Leben also in bestimmten Fällen keinen Wert mehr hat, wird das Leben aller Bürger bzw. Einwohner, also der abstrakte Wert von Leben, abgewertet.
Zitat von WattWatt schrieb:Die Todesstrafe gehört nicht abgeschafft weil es zu Komplikationen beim töten kam.
Das hält Befürworter nicht davon ab, weiter die Todesstrafe zu präferieren. Man müsse sich halt bessere, sicherere Tötungsmethoden überlegen, den Ablauf ändern oder unfähige Leute austauschen. Die Strafe seinicht schlecht, nur weil sie ungenügend ausgeführt werde.

Die Methode ist jedoch nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass sich der Staat das anmaßt, was er beim Mörder bestraft: Das Töten eines Menschen. Daran ändert auch nichts, dass dieser Mensch schlimme Verbrechen begangen hat, er "böse" ist. Denn auch der Mörder eines "bösen", eines berühmten, eines alten oder jungen, eines gutherzigen oder alleinstehenden, eines todkranken oder genialen Menschen, eines ohne oder eines mit vielen Kindern, alles wird in gleicher Weise bestraft.

Leben ist immer gleich viel wert. Und das gilt auch für das Leben des Mörders. Eine Gesellschaft, die hier einen Unterschied macht und dem Mörder das Lebensrecht entzieht, die schützt das Leben nicht mehr, sondern viel weniger. Der Wert des Lebens ist relativierbar. Und das führt dazu, das mehr Leben vernichtet wird. Auch außerhalb der Death Row.


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Todesstrafe

um 11:22
Zitat von TePeTePe schrieb:Das Problem ist das die Amis alles über Checklisten lösen wollen.
Die Welt gibt es aber nicht Schwarz / Weiß. Da gehört mindestens noch Schweinchenrosa und tristes Leberwurstgrau dazu. :)
Zitat von TePeTePe schrieb:Sind die Hinrichtungen eigentlich vielleicht zu selten also das da die Leute keine Erfahrung sammeln können ?
Könnte man fast schon als sarkastisch bezeichnen, aber in gewisser Weise hast du recht. Der verantwortliche Arzt, der die Hinrichtungen von Tony Carruthers und Christa Pike "gecrushed" hat, soll wohl mindestens zehn Jahre lang keine Zugänge mehr gelegt haben. Es wird von mindestens 7 Einstichstellen und verbogenen Nadeln gesprochen.

https://www.fr.de/panorama/christa-pike-nach-abgebrochener-hinrichtung-in-kritischem-zustand-zr-94521251.html

https://www.fr.de/panorama/arzt-bei-gescheiterter-christa-pike-hinrichtung-hat-eine-erschreckende-vorgeschichte-zr-94520326.html

Hier wird der Arzt mit einer dritten Hinrichtung in Verbindung gebracht.


https://www.fr.de/panorama/arzt-bei-gescheiterter-christa-pike-hinrichtung-hat-eine-erschreckende-vorgeschichte-zr-94520326.html

Er bekommt übrigens 3000 $ für seine beratende und überwachende Funktion.

https://www.tag24.de/thema/aus-aller-welt/usa/moerderin-christa-pike-ueberlebt-zwei-giftspritzen-arzt-sollte-schon-einmal-toeten-und-scheiterte-3536975


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Todesstrafe

um 11:27
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das Gegenteil ist der Fall. Die Todesstrafe brutalisiert eine Gesellschaft. Wenn der Staat töten darf, das Leben also in bestimmten Fällen keinen Wert mehr hat, wird das Leben aller Bürger bzw. Einwohner, also der abstrakte Wert von Leben, abgewertet.
Wieso erzählst Du mir das ?

Die Amis bewerten die Todesstrafe nicht auf die gleiche Weise wie wir es tun.

Ich versteh DEREN Art der Todesstrafe als eine Art Menschenopfer um die Götter / Gesellschaft gütig zu stimmen.

Wenn es nur um das Töten ginge könnte man das auch wie in der DDR oder Japan machen, das ist es aber nicht. Der Todeskandidat soll mit sich und der Gesellschaft versöhnt werden, anders macht diese halb öffentliche zur Schau Stellung einfach keinen Sinn.

Die Amis sind in der Beziehung einfach verrückt aus europäischer Sicht.


TP


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Todesstrafe

um 11:29
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Er bekommt übrigens 3000 $ für seine beratende und überwachende Funktion.
Das ist lächerlich wenig wenn er dafür von seiner Zunft an den Pranger gestellt wird.

Ein Hausarzt soll etwa 265000 $ pro Jahr verdienen.

TP


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Todesstrafe

um 11:35
Zitat von TePeTePe schrieb:Das ist lächerlich wenig wenn er dafür von seiner Zunft an den Pranger gestellt wird.

Ein Hausarzt soll etwa 265000 $ pro Jahr verdienen.
Ja, in der Tat, fürwahr sind es eher 30 Silberlinge als Judaslohn, für den Verrat an seiner Zunft wie ich finde.


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Todesstrafe

um 11:50
Zitat von TePeTePe schrieb:Die Amis sind in der Beziehung einfach verrückt aus europäischer Sicht.
So weit weg sind wir nicht. Wenn ich beispielsweise so manche Wahlergebnisse ansehe. Einschlägige Parteien (NPD) haben auch Kampagnen für die Todesstrafe durchgeführt.
Zitat von TePeTePe schrieb:Wieso erzählst Du mir das ?
Weil es wohlfeil ist, auf die "bekloppten Amis" herabzublicken, während auch in Deutschland die Todesstrafe nicht immer so unumstritten war, wie es heute (noch) der Fall ist.

Natürlich sind die Amerikaner vom "Wilden Westen" geprägt, von "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!" und vom "Aug um Aug, Zahn um Zahn". Aber wir Deutsche mit unserer NS-Vergangenheit, die 1949 der Möglichkeit der staatlichen Tötung entsagten, sollten uns da nicht zu sehr aufblasen.


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Todesstrafe

um 12:01
Zitat von WattWatt schrieb:Die Todesstrafe gehört nicht abgeschafft weil es zu Komplikationen beim töten kam.
Die Todesstrafe gehört abgeschafft, weil kein Mensch das Recht haben sollte, einen anderen Menschen vorsätzlich zu töten – auch der Staat nicht. Wenn wir die Tötung eines Menschen grundsätzlich als Unrecht ansehen, dürfen wir dieses Prinzip nicht aufgeben, nur weil jemand eine schwere Straftat begangen hat. Die Antwort auf einen Mord sollte nicht ein weiterer staatlich angeordneter Tod sein.

Außerdem kann ein Justizirrtum niemals vollständig ausgeschlossen werden. Wird ein unschuldiger Mensch zu Unrecht zu einer Haftstrafe verurteilt, kann das Urteil später korrigiert werden. Bei einer Hinrichtung ist das unmöglich. Das Leben eines Menschen kann nicht zurückgegeben werden.

Auch eine schwere Straftat rechtfertigt nicht automatisch die Tötung des Täters. Eine gerechte Gesellschaft sollte zeigen, dass sie Gewalt nicht mit weiterer Gewalt beantwortet. Stattdessen können lebenslange oder sehr lange Freiheitsstrafen die Gesellschaft schützen und gleichzeitig die Möglichkeit zur Reue und Veränderung offenlassen.

Deshalb sollte der Staat das Leben jedes Menschen schützen und auf die Todesstrafe verzichten. Ein Staat sollte nicht selbst das tun, was er seinen Bürgern verbietet: einen Menschen vorsätzlich zu töten.
Dem schließe ich mich vollinhaltlich an.


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Todesstrafe

um 12:05
@Kangaroo

Ich halte dich für sehr krank und auch für sehr gefühllos. Ich frage mich, wie es in deinem Kopf aussieht und wie du so geworden bist. Dieses unsägliche Beharren, dass die TS "richtig" ist und das ein Mensch sein Leben "verwirken" kann und andere Menschen, die auch nicht unfehlbar sind, das entscheiden, das ist wirklich schlimm.


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Todesstrafe

um 12:54
@Meriruka
Ich habe eben andere Ansichten.
Für mich sind die Belange der Opfer wichtiger und wenn Milliarden Menschen auf der Welt in der Lage sind, nicht zu morden, zu vergewaltigen und besonders schlimme Dinge zu tun, dann sollte jeder individuelle Mensch auch wissen, dass es falsch ist, diese Taten zu begehen.

Wenn sie diese brutalen Taten doch begehen, obwohl sie sich der Konsequenzen, des Leids etc. bewusst sind, dann haben diese Menschen eine Grenze überschritten.
Nach der Logik mancher Diskussionsteilnehmer hätte nicht mal Hitler, der Millionen Menschen auf dem Gewissen hat, sein Recht auf Leben verwirkt.
Ein Mensch, der die Geschichte nachhaltig negativ beeinflusst hat und dessen Name heute noch allgegenwärtig ist und so viel Leid ausgelöst hat.

Wieviel weitere Generationen, wie viele besondere Menschen die ein echter Gewinn für die Welt gewesen wäre, wurde dadurch das Recht auf ihr Leben entzogen?

Und du sagst, meine Ansichten seien krank?

Opfer leiden lebenslänglich. Manche Opfer suizidieren sich.
Für mich sind diese Menschen wichtig. Nicht die Täter.

Und ich fordere hier KEINE Bestrafung, welche nicht rechtstaatlich ist.

Ein Täter einer brutalen Tat weiß, dass er durch die Tatbegehung sein Leben riskiert.
Ein Opfer, welches ermordet wird, weiß nicht, dass sein Leben auf dem Spiel steht.

Das ist der Unterschied.

Ein Polizist wird auch nicht zum Mörder wenn ein Mann mit einer Waffe auf ihn zuläuft, er ihn erschießt und später dann feststellt: Mist, es war eine Schreckschusswaffe.
Laut eurer Logik hat ja Niemand sein Recht auf Leben verwirkt

Komischerweise würde das bedeuten, dass Polizisten Angreifer nicht erschießen dürften weil sie ja nie wissen können ob ihr Leben tatsächlich in Gefahr ist.
Jetzt sagt man "Doch Eigenschutz und die Tat (der Angriff) rechtfertigt es" .. Ok der akute Angriff auf einen Polizisten ermöglicht es, aus Eigenschutz einem anderen Menschen das Leben zu nehmen.
Wenn die Tat aber schon begangen ist, dann nicht?

Diese Logik soll mal wer verstehen ..


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Todesstrafe

um 13:08
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Komischerweise würde das bedeuten, dass Polizisten Angreifer nicht erschießen dürften weil sie ja nie wissen können ob ihr Leben tatsächlich in Gefahr ist
Für Polizisten wie auch für Zivilisten gilt dabei die Notwehr, welche auch gesetzlich geregelt ist. Eine der wichtigsten Zeilen dabei lautet, das man nicht erst einen rechtswidrigen, bevorstehenden Angriff abwarten muss, bevor man eigene Verteidigungshandlungen beginnen darf. Das Sprichwort "Angriff ist die beste Verteidigung" hat damit durchaus recht.

Die Notwehr bedeutet die dauerhafte Unterbindung oder Beendigung eines bevorstehenden oder gerade stattfindenden rechtswidrigen Angriffs. Dabei kann es zum Tod des Angreifers kommen, muss es aber nicht zwangsläufig, da nach Möglichkeit das mildeste Mittel zur Abwehr genutzt werden sollte, wenn möglich, verfügbar und zumutbar.


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Todesstrafe

um 13:10
Zitat von TePeTePe schrieb:Man stelle sich vor man hätte damals Jesus "nur" zu lebenslänglich verurteilt
Man stelle sich nur mal vor, Jesus hätte es tatsächlich gegeben und der Vergleich würde nicht nur nicht hinken wie ein Einbeiniger, sondern hätte tatsächlich irgendwas mit irgendwas zu tun.


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Todesstrafe

um 13:21
@PrivateEye
Mir ist das Konzept der Notwehr bewusst.
Aber wenn ein Angreifer mit einer Anscheinwaffe angreift und der Polizist aus Notwehr berechtigerweise schießt und ihn tötet, dann kann sich trotzdem später herausstellen: War keine echte Waffe.
Der Täter wusste es ist nur ne Scheinwaffe und sich im Moment des Angreifers vielleicht nicht bewusst der Polizist würde denken, sie wäre echt.

Also bestand faktisch keine reale Gefahr auf Leib und Leben des Polizisten sondern nur eine theoretische.
Das macht die Notwehr nicht falsch aber das Ergebnis: Jemand ist gestorben obwohl es nicht hätte sein müssen.

Hier heißt es dann aber nicht "Niemand hat das Recht dem anderes das Leben zu nehmen".
Da heißt es "Notwehr, ist berechtigt".

Wenn man bei der TS dem Täter das Leben nimmt heißt es aber "Mörder! Niemand ist dazu berechtigt"

Die Logik verstehe ich da nicht so ganz, bei allem respekt.


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Todesstrafe

um 13:33
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Wenn sie diese brutalen Taten doch begehen, obwohl sie sich der Konsequenzen, des Leids etc. bewusst sind, dann haben diese Menschen eine Grenze überschritten.
Es gibt eindeutig humanere Strafen, die sogar die Bevölkerung schützen.
Und die Geschichte zeigt, dass staatsführende Massenmörder, sich als rechtsstaatlich darstellen.


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