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Todesstrafe

25.069 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

um 09:29
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Unbelegte Behauptung.
es ist also nicht grausam, einen Menschen zu töten? Es ist nicht grausam, wenn sie bei der Hinrichtung Qualen leiden, es ist nicht grausam, wenn ein Unschuldiger hingerichtet wird? Einen Menschen zu töten, weil dieser getötet hat ist nicht archaisch? Das Auge um Auge Prinzip, der Verstoß gegen Menschenrechte, die Irreversibilität ist nicht archaisch?
Es ist keine Willkür, wenn es besonders Minderheiten trifft, arme Menschen, wenn es darauf ankommt (in den USA) welcher Bundesstaat es ist, ob Wahlen anstehen usw?
Dann hast Du da offenbar ein anderes Verständnis, es wurde übrigens alles schon belegt.
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Das ist der Sinn der Sache, ja.
ein widerlicher Kommentar, wenn man bedenkt, dass es Unschuldige trifft.
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Ein Strohmann. Hat niemand hier behaupted.
doch, wurde immer wieder behauptet, bist wohl nicht so drin im thread.....
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Ja, Strafvollzug kostet Geld. Lange einsperren ist ebenfalls teuer.
die Todesstrafe ist teurer, wurde hier auch zigfach belegt
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Wieder eine unbelegte Behauptung. Folter bedingt Vorsatz.
tja, bei Pike war bekannt, dass es zu solchen Komplikationen kommen könnte, man hat trotzdem versucht, sie mit der Giftspritze hinzurichten.


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Todesstrafe

um 09:38
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Wenn ich das richtig verstanden habe, hat sie sich ursprünglich nicht gewünscht, hingerichtet zu werden, sondern nur, dass der Prozess beschleunigt wird.
Dann hast du den link übersehen. Sie wollte nicht durch "Giftspritze" sondern durch ein Erschiessungskommando hingerichtet werden. Beschleuningt hätte das nichts, der Hinrichtungstermin stand ja fest.

Sie hatte wohl auch den merkwürdigen Wunsch, dass das Erschiessungskommando nur aus Frauen bestehen sollte. Sie wusste, dass es in Tennessee nicht möglich ist. Sie wollte es also nicht beschleunigen, sondern herauszögern.


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Todesstrafe

um 09:40
Ich möchte einfach mal eine Art Gleichnis hier rein setzen. Ihr kennt doch sicher alle den Herrn der Ringe. Wo Frodo zum Schluss den Ring in den Berg trägt und ihn und das böse im Ring zerstört, nicht wahr? So kennt ihr das doch, oder nicht?

Aber das ist falsch.

Frodo ist kein Held.

Frodo ist nicht einmal stark. Ohne seine Begleiter wäre er gewiss nicht einmal aus dem Auenland entkommen, geschweige denn, das er all die Gefahren alleine gemeistert hätte. Und letztendlich ist auch er dem Ring und seiner Macht erlegen und wollte ihn für sich selbst.

Gollum hat ihm in seinem Wahn den Ring samt Finger abgebissen. Nicht weil er besser ist. Nicht weil er der informelle Held ist. Nicht einmal ein Underdog ist er. Er ist genauso im Wahn wie Frodo, beide kämpfen um den Ring. Frodo verliert letztendlich, Gollum aber ebenso, obwohl er den Ring ein letztes Mal für sich erhaschen kann.

Wie konnte es zu diesem Ende kommen?

Schon im Hobbit hätte Bilbo Gollum töten können, erbarmte sich aber letztendlich seiner. Nicht aus Hochmut oder Arroganz, auch nicht aus Überlegenheit. Einfach aus Gnade. Oder gar Mut?

Gandalf: „Wahrer Mut ist zu wissen, wie man kein Leben nimmt, sondern wann man es verschont.“ Das sagt er, als er Bilbo sein Schwert Stich übergibt und Bilbo anführt, er könne nicht kämpfen, habe noch nie getötet und sei nicht mutig.

Als Frodo Gollum bemerkt, der sie in den Minen von Moria verfolgt, sagt er angewidert zu Gandalf, man solle Gollum doch töten (was nicht nett ist für Frodos Charakter) und Gandalf erwidert darauf: "Viele, die leben, verdienen den Tod. Und einige, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?"

Daran denkend verschont Frodo Gollum später, als dieser mit sam kämpft und verliert. Auch hier wird dem verdorbenen Wesen Gollum wieder Gnade zuteil.

Letzten Endes ändert sich Gollum aber nicht, seine Veränderung ist bereits zu weit fortgeschritten oder die Macht des Ringes zu stark, ebenso wie bei Frodo. Und dennoch war es ein zweifacher Akt der Gnade, der ihn überleben ließ und er damit den Ring von Frodo nahm, der ihn auch für sich behalten wollte. Nur so konnte er letztendlich in die Feuer stürzen und den Ring dabei (unwissentlich) zerstören.

Niemand konnte wissen wie wichtig er für das Finale ist. Und wie er durch Zufall das tat, was der unfähige Held nicht tun konnte und wollte.


Ich erwarte keine große Diskussion um meine Worte, lest sie einfach und lasst sie in eure Gedanken dringen. :)


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um 09:41
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Ein Strohmann. Hat niemand hier behaupted.
hm.....
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb am 15.07.2017:- Die Todesstrafe dient zur Abschreckung möglicher anderer Verbrecher ("Generalprävention")
um nur ein Beispiel zu nennen :)
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Sie hatte wohl auch den merkwürdigen Wunsch, dass das Erschiessungskommando nur aus Frauen bestehen sollte. Sie wusste, dass es in Tennessee nicht möglich ist. Sie wollte es also nicht beschleunigen, sondern herauszögern.
da ging es um die Hinrichtung mit Giftspritze und der Wunsch war nicht merkwürdig


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um 09:44
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:es ist also nicht grausam, einen Menschen zu töten?
Nein. Selbst das StGB in Deutschland sagt, dass "Grausamkeit" gewisse Merkmale haben muss. Zum Beispiel Folter. Christa Pike hatte ihr Opfer vorher gefoltert, das erfüllt den Tatbestand der Grausamkeit.

Also bitte nicht die Tatsachen verdrehen.


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Todesstrafe

um 09:49
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Dann hast du den link übersehen. Sie wollte nicht durch "Giftspritze" sondern durch ein Erschiessungskommando hingerichtet werden. Beschleuningt hätte das nichts, der Hinrichtungstermin stand ja fest.
Du hast recht, was das angeht.
Dass sie sich gewünscht hat, hingerichtet zu werden, wie du vorhin geschrieben hast, halte ich aber für nicht zutreffend.
Sie war im Laufe der Zeit unentschieden. Mal versuchte sie den Prozess zu beschleunigen, mal zu verlangsamen, mal Einfluss auf die Methode zu nehmen und sie versuchte auch, das Urteil in eine Haftstrafe umzuwandeln.


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um 09:52
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:da ging es um die Hinrichtung mit Giftspritze und der Wunsch war nicht merkwürdig
Finde den Wunsch auch nicht unbedingt merkwürdig, wenn man bedenkt, dass ihr von Männern als Kind und Jugendliche sehr viel Gewalt angetan worden ist. Vielleicht wollte sie, dass ihr Leben nicht auch noch mit von Männern ausgeübte Gewalt abschließt.


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um 09:54
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Dass sie sich gewünscht hat, hingerichtet zu werden, wie du vorhin geschrieben hast, halte ich aber für nicht zutreffend.
Ja, sagen wir: Sie wollte eine in Tennessee unmögliche Hinrichtungsvariante wählen.

Verzögerungstaktik, um sich ihrer gerechten Strafe zu entziehen.


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um 09:55
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Ja, sagen wir: Sie wollte eine in Tennessee unmögliche Hinrichtungsvariante wählen.

Verzögerungstaktik, um sich ihrer gerechten Strafe zu entziehen.
Ihre Motivation werden wir nie klären können.

Du sagst das, als wäre es verwerflich.
Es ist absolut normal, dass Menschen versuchen, ihren Tod zu verhindern oder hinauszuzögern.


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um 09:55
@Yoshimitzu
was eine merkwürdige Argumentation, töten an sich ist grausam. Und solche Definitionen, was grausam, heimtückisch usw. ist, bzw. als solches angesehen wird, ändern sich ja auch im Laufe der Zeit, da die Gesellschaft sich ja weiter entwickelt
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Verzögerungstaktik, um sich ihrer gerechten Strafe zu entziehen.
unbelegte Behauptung


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um 09:58
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Du sagst das, als wäre es verwerflich.
Nein. Ist nachvollziehbar. Würde ich auch so machen.
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Ihre Motivation werden wir nie klären können.
Geklärt ist es insofern, dass sie da gar nichts beschleunigen wollte, sondern das Gegenteil der Fall ist.


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um 10:01
I. Tatbestandsmäßigkeit

1. Objektiver Tatbestand

a) Tatobjekt: Anderer Mensch
b) Tathandlung: Töten
c) Kausalität und objektive Zurechnung
d) tatbezogene Mordmerkmale (2. Gruppe): Heimtücke, Grausam und mit gemeingefährlichen Mitteln

2. Subjektiver Tatbestand

a) Vorsatz bzgl. der Verursachung des Todes eines anderen Menschen
b) Vorsatz bzgl. der tatbezogenen Mordmerkmale
c) täterbezogene Mordmerkmale (3. Gruppe): Um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken
d) täterbezogene Mordmerkmal (1. Gruppe): Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, Habgier und sonstige niedrige Beweggründe

II. Rechtswidrigkeit und Schuld
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Nein. Selbst das StGB in Deutschland sagt, dass "Grausamkeit" gewisse Merkmale haben muss. Zum Beispiel Folter. Christa Pike hatte ihr Opfer vorher gefoltert, das erfüllt den Tatbestand der Grausamkeit.
Grausamkeit ist ein Mordmerkmal, das einen Totschlag zum Mord qualifiziert. Ohne die Grausamkeit wäre es vielleicht gar kein Mord, wenn die anderen Mordmerkmale nicht gelten würden.


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um 10:04
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:was eine merkwürdige Argumentation, töten an sich ist grausam. Und solche Definitionen, was grausam, heimtückisch usw. ist, bzw. als solches angesehen wird, ändern sich ja auch im Laufe der Zeit, da die Gesellschaft sich ja weiter entwickelt
Das wird jetzt eine Metadiskussion.

Jemand von hinten in den Kopf zu schiessen ist arglistig, aber nicht grausam.

Jemand über längere Zeit vorsätzlich zu Tode zu foltern, ist grausam. Da hat sich auch nichts in der Gesellschaft geändert. In der Rechtssprechung schon mal gar nicht.


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um 10:06
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Grausamkeit ist ein Mordmerkmal, das einen Totschlag zum Mord qualifiziert. Ohne die Grausamkeit wäre es vielleicht gar kein Mord, wenn die anderen Mordmerkmale nicht gelten würden.
Eben. Dann kann ja eine Hinrichtung in einem Rechtsstaat per Defininition schonmal weder Mord noch grausam sein.


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um 10:08
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Jemand über längere Zeit vorsätzlich zu Tode zu foltern, ist grausam.
wie bei Pikes Hinrichtung?


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um 10:09
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wie bei Pikes Hinrichtung?
Wird das jetzt ein chat? Wo war der Vorsatz?


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Todesstrafe

um 10:11
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Dann kann ja eine Hinrichtung in einem Rechtsstaat per Defininition schonmal weder Mord noch grausam sein.
Es ist eine stattlich sanktionierte Tötung. Die Grausamkeit kann durchaus aus der Wartezeit erwachsen und seelischer Natur sein.

Es wird ja auch besonders darauf geachtet, das der Delinquent keinen Suizid begehen kann um sich der Sache als solches zu entziehen.

Jemanden um jeden Preis am Leben zu halten, damit man ihn dann selber töten kann, ist schon irgendwie...übel.
Zitat von YoshimitzuYoshimitzu schrieb:Wo war der Vorsatz?
Pikes Arzt hat schon mehrere Hinrichtungen nicht ordnungsgemäß durchführen können. Das alleine sollte schon reichen. Die verantwortlichen wussten um seine Unfähigkeit.


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um 10:19
@Yoshimitzu
Den Vorsatz hab ich oben schon beschrieben.


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Todesstrafe

um 10:22
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Es ist eine stattlich sanktionierte Tötung. Die Grausamkeit kann durchaus aus der Wartezeit erwachsen und seelischer Natur sein
Dann muss man eben schneller hinrichten. Hätte sie nie Einspruch erhoben, wäre es demzufolge weniger "grausam" gewesen. Selbst gewähltes Schicksal also.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Es wird ja auch besonders darauf geachtet, das der Delinquent keinen Suizid begehen kann um sich der Sache als solches zu entziehen.
Nein, siehe Epstein. Dem hatte nichtmal die Todesstrafe gedroht. Man könnte auch Hermann Göring herbeiziehen ... nur um mal Beispiele zu nennen.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Pikes Arzt hat schon mehrere Hinrichtungen nicht ordnungsgemäß durchführen können. Das alleine sollte schon reichen. Die verantwortlichen wussten um seine Unfähigkeit.
Also wer konkret hat jetzt von denen vorsätzlich gehandelt? Ich sehe hier allenfalls grobe Fahrlässigkeit.


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Todesstrafe

um 10:25
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Den Vorsatz hab ich oben schon beschrieben.
Ich finde es nicht. Wo?


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