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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

9.459 Beiträge, Schlüsselwörter: Vorfall, Dyatlov, Jekaterinenburg, Dyatlov Pass

Der Dyatlov-Pass-Vorfall

10.05.2019 um 15:51
@Peter1979
Nichts erscheint mir unwahrscheinlicher als ein Szenario mit anderen Personen als der Dyatlov-Gruppe oder sonstigen externen Einflüssen. Da draußen in den Bergen. Irgendwo im Ural.

Vielleicht werden die Mitdiskutanten, die z. B. auch die Tagebücher gelesen haben, dazu noch etwas sagen.
Das war ja nun komplett abgehakt.
Peter1979 schrieb:Das Gelände war bestimmt herausfordernd, aber nicht hochalpin oder von tiefen Schluchten durchzogen.
Dazu habe ich jetzt schon sooo oft was gesagt, dass ich mich nicht wiederhole :klugmaul:
Wir können aber bei Gelegenheit die Autopsieberichte einzeln durchgehen und mit dem Szenario abgleichen.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

10.05.2019 um 19:05
Peter1979 schrieb:Ich habe noch keine (Schnee-)Wandergruppe gesehen, die nebeneinander geht.
Sie sind nicht nebeneinander gegangen sonden in einer Zweierreihe, also 2 nebeneinander, aber nicht 9! Das ist eine sehr clevere Strategie in unbekanntem Terrain.
Peter1979 schrieb:Rakitin interpretiert die Situation ja so, dass die Gruppe vor dem Zelt aufgereiht stand und Kleidung/Dinge ablegen musste
Sie standen da auch aufgereiht, aber um Schnee auf das Zelt zu werfen.
Peter1979 schrieb:Aber diese vielen vielen merkwürdigen Fakten in Rakitins Buch beschäftigen mich sehr.
Wenn man Rakitins Buch gerade erst gelesen hat, klingt es alles natürlich sehr schlüssig (ging mir genau so). Aber mit ein bisschen Abstand wirst auch du merken dass die Fakten zwar gut recherchiert sind, die Konklusionen aber viel zu reisserisch sind.

Allein die Sache mit der Radioaktivität ist so simpel zu erklären, dass man da keine Geschichte braucht die jeden James Bond Film in den Schatten stellt.
Peter1979 schrieb:Es wird im Buch beschrieben, dass die schweren Rippenverletzungen bei zwei der Personen und die massive Schädelverletzung von Nikolay es den Betroffenen unmöglich erlaubt hätten, weitere Strecken zurückzulegen.
Das ist auch richtig, und widerlegt somit die hier früher vertretene These, die Verletzungen seien von einer Lawine im Zelt verursacht worden.
Peter1979 schrieb:Das Gelände war bestimmt herausfordernd, aber nicht hochalpin oder von tiefen Schluchten durchzogen.
Nachts ist jedes Gelände noch mal 10 mal herausvordernder, vor allem wenn man sich nicht mit den Händen abfangen kann ist das extrem gefählich .
Peter1979 schrieb:Ich weiß nicht, was genau passiert ist und ob sich die Ursache(n) jemals besser eingrenzen lassen
Wir haben ja hier schon so gut wie jede Theorie diskutiert und die erste Theorie, die mit einem Schlag den Ablauf in sich widerspruchsfrei erklären konnte, war die Fallwindtheorie. Sie passt auch am besten mit Ockham's Messer zusammen wonach die einfachste Theorie vorzuziehen ist, die alles erklären kann. Und genau da hat die Rakitin Theorie riesige Nachteile, denn die Anzahl von konstruierten Zusatzannahmen ist dort einfach viel zu gross als dass man sie wirklich ernst nehmen könnte.

Die Fallwindtheorie hingegen ist simpel, logisch nachvollziehbar und widerspruchsfrei, also im Moment mit Abstand das Beste was es gibt. Ausserdem stimmt sie auch noch mit der ursprünglichen Annahme des Suchtrupps überein ("they were blown out of the tent by a blizzard") und insofern gab es eigentlich nie ein Rätsel, sondern es wurde nur, wie so oft, über die Jahre zu einem aufgebauscht.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

15.05.2019 um 23:30
Moin,
ich gebe zu das ich noch nicht allzu weit in diesem Thread vorgedrungen bin und somit bisher noch nichts über die Fakten weiß die hier in den letzten zehn Jahren zusammengetragen wurden.
Aber ich habe mir dennoch meine Gedanken gemacht wie man alle Fakten irgendwie unter einen Hut bringen kann.

Es wurde radioaktive Strahlung festgestellt, es wurden in den Nächten "Lichter" gesehen, Metallfragmente wurden gefunden.

Was währe wenn die russische Armee schon etwas früher als offiziell angegeben aus einer geheimen Abschussbasis Tests mit der R7 Rakete durchgeführt hätten?
Die Leuchterscheinungen wurden ja auch Raketen zugesprochen, der Djatlov Pass liegt in der Flucht von Novaja Semlja und es währe denkbar das Raketen für Zieltests aus einer Basis in der Taiga aber weiter Südlich hinter dem Ural abgefeuert wurden, diese müssten dann Richtung Norden fliegen und somit in etwa über die Position des Djatlow Pass.

Meine Theorie:
Die rote Armee hat in einem weit abgelegenen Gebiet im Ural eine Raketentestanlage gebaut, maximal weit entfernt von den Grenzen der UDSSR und somit schwer für amerikanische Spionageflugzeuge zu finden.
Zu dieser Zeit gab es noch keine Spionagesatelliten, das kam erst etwas später.
Da die Zielgenauigkeit dieser ersten Interkontinentalrakten noch recht gering war mussten häufig Teststarts stattfinden um die Raketen zu verbessern.
Es würde sich anbieten diese dann auf das Testgebiet von Novaja Semlja zielen zu lassen was in der Flucht vom besagten Pass liegt.

Jetzt nehmen wir an man wollte die Rakete mit dem dazugehöringen Sprengkopf testen (auf Novaja Semlja war auch ein Atomtestgelände) und in der besagten Nacht lies man diesen Test beginnen.
Der Raketenstart war erfolgreich und die Rakete gewann an Höhe, in einer bestimmten Höhe sagen wir mal grob zwischen 80 und 120km gab es ein versagen einer Schubdüse, oder die Stufentrennung schlug fehl, im 1. Fall hat sich die Rakete weggedreht und wurde durch die dabei entstehenden Kräfte auseinander gerissen, oder vom Leitstand per Fernzündung gesprengt (Raketen die ausser Kontrolle geraten werden für gewöhnlich gesprengt, falls sie sich nicht selbst zerlegen).
Vll passierte dies unglücklicherweise genau üpber dem Gebiet in dem sich unsere Wandergruppe aufhielt.
Man stellt sich vor man schläft und auf einmal wird das Gebit durch einen Lichtblitz erhellt, Sekunden später hört man ein immenses Grollen (falls es ausserhalb der Atmosphäre passierte nur den Lichtblitz) und nochmal ne Zeit darauf kommen erste Trümmer hernieder.
Die Gruppe weiß ja nicht wie es ihnen geschiet, sie fliehen in Panik aus ihrem Zelt und erfrieren da sie keine wärmende Kleidung angezogen haben bei ihrer Flucht. Was dann passiert wissen wir.
Die Radioaktive Strahlung lässt sich so erklären, der Sprengkopf wurde beim Zerlegen der Rakete beschädigt, es kam jedoch nicht zu einer Kettenreaktion. Die Metallfragmente sind überbleibsel der zerlegten Rakete.
Das würde auch erklären warum das Militär so schnell zur Stelle war und die Suchmannschaften erst einen Monat später die Leichen fanden. In der Zwischenzeit wurden die Raketenreste entfernt damit man nichts msher findet, im Gebiet in dem die Gruppe aber tot lag wurde nicht gesucht da man nicht damit rechnete das die Fragmente so weit zerstreut lagen, bzw man die größten Stücke der Rakete weiter abseits gefunden hat und man sich damit zufrieden gab.
Das Gebiet wurde für x Jahre zum Sperrgeibt, da man über die Radioaktivität wusste und halt niemand in das Gebiet gehen lassen wollte auf Grund dieser Strahlung.

Ich weiß ist hoch spekulativ, aber ich denke eine nicht ganz ausgeschlossene Möglichkeit.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

15.05.2019 um 23:55
FocusFighter schrieb:Ich weiß ist hoch spekulativ, aber ich denke eine nicht ganz ausgeschlossene Möglichkeit.
Hallo FocusFighter,

du bist ja nicht der Einzige, der sich auf die eine oder andere Weise in diesen Fall hereinziehen lässt und sich damit beschäftigt.
Alles okay bis hierhin. Nur ist wirklich alles schon durch, das hoch spekulativ ist. Es handelt sich im Szenario, das nach allen seriösen Betrachtungen übrig bleibt, um tragische, dramatische Ereignisse rund um eine Gruppe junger Abenteurer.

Es war am Ende demzufolge eine unglückselige Kombination aus Fehlentscheidungen und einem fatalen Wetterumschwung, die in den Tod der gesamten Gruppe geführt hat. Die sog. Fallwindtheorie, die ein schwedisches Expeditionsteam kürzlich vorgelegt hat, liefert vom Verlassen des Zeltes bis zum Verletzungs- und Kältetod der Touristen die bislang plausibelste Erklärung.
Einzelheiten im Ablauf unterliegen Spekulationen, auch bestehen noch Chancen, dass ein wie auch immer geartetes Schneelast-Ereignis mit Wirkung auf das Zelt zu dessen überstürztem Verlassen und die Flucht zu Waldrand geführt haben könnte, was aber letztendlich keine Unterschied macht bezüglich des folgenden Ablaufes.

Es sind schon viele Bergexpeditionen ähnlich geendet. Wie so oft, bietet der Backdrop des Kalten Krieges etc. Ansätze für Plots aller Art, die sich aber bei genauerer Betrachtung in Nichts auflösen.

Lies dich ein paar Tage ein — und du wirst schnell verstehen, wo die Tragik in der Sache liegt. Vielleicht wirst du dich auch in die Figuren und deas Szenario hineinversetzen wie noch bei keine Fall zuvor 😉


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

16.05.2019 um 00:00
Hey :)
Könntest du mir vll einen kleinen Überblick geben über das was bisher festgestellt wurde?
Mir reicht schon ne ungefähre Seitenangabe aus :)
Ich möchte mich nämlich ungern hunderte Seiten durch UFO´s, Mansen und Yetis kämpfen um wirklich was brauchbares zu finden^^


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

16.05.2019 um 00:15
FocusFighter schrieb:Könntest du mir vll einen kleinen Überblick geben über das was bisher festgestellt wurde?
So, bin jetzt quasi wieder "auf dem Festland", nachdem ich eben aus der App heraus nicht editieren und richtig arbeiten konnte.

Ich muss dazu sagen, dass ich zuletzt hier viel dazu gesagt habe, das aber erst, nachdem mit der Fallwindtheorie sozusagen die Katze aus dem Sack war. Die ganze Zeit zuvor haben sich andere Leute wesentlich intensiver damit beschäftigt. Daher: Sobald sich jemand von denen meldet, hat er/sie nich per se "rechter", wahrscheinlich aber viele, viele Stunden länger Material gewälzt - und das muss gesagt sein.

Dyatlovpass.com ist wohl die erste Adresse, wenn man sich den Gesamtüberlick verschaffen will. Wenn man neu da einsteigt, kann man aber auch auf viele falsche Spuren kommen. Dennoch, Das Meiste ist wohl dort und von dort aus zu finden.

Zweitens: Die Schweden-Expedition in situ mit der Fallwindtheorie auf ebender Seite und im Original, inhaltlich wohl identisch - hinter dem 2. Link aber der Original-Blog.

Das sollte für die nächsten Wochen reichen ;)
Sonst such auch in diesem Thread mal nach Wladimir, da kam z . B. ne Menge von.

Viel Spaß :)


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

16.05.2019 um 00:50
@FocusFighter

Du kannst eine Zusammenfassung hier nachlesen. Scroll nach oben und klick auf "Themen-Wiki bearbeiten oder freigeben".


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

16.05.2019 um 00:56
Danke euch beiden!!!!!!!!!!!!!


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vonlossow
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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

17.05.2019 um 12:41
Hallo ich habe eine Theorie was passiert ist: Murakami Haruki hat sie in seinen Erzählungen beschrieben, die hysteria siberiana. Er beschreibt, wie die Menschen verrückt werden in der Einöde, wenn man nurnoch eine Farbe sieht, nurnoch Schnee oder Steppe. In Russland ist dieses Phänomen bekannter, beschrieben z.B auch bei Gorki in den Erzählungen auch wenn es da nicht betitelt wird. Ich finde es sehr plausibel das man in einer solchen Situation *durchdreht* vor allem in Stresssituationen wie einer komplizierten Wanderung.

Es gibt eine wenn auch umstrittene Krankheit mit Namen Piblokto. Durch das Fehlen der Sonne und die extreme Kälte werden Menschen verrückt (evtl. liegt es auch an einer Art Überdosis Vitamin A). Die Symptome: irrationales, gefährliches Verhalten und anschließende Amnesie. Ich glaube man müsste diese beiden Phänomene besser erforschen um das Rätsel zu lösen.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

17.05.2019 um 13:47
vonlossow schrieb:Hallo ich habe eine Theorie was passiert ist: Murakami Haruki hat sie in seinen Erzählungen beschrieben, die hysteria siberiana.
Sorry, nein. Kein bisschen plausibel.
Sieh dir mal ein paar Fotos an von der Expedition.

Und hier eine Landkarte mit der Route.


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17.05.2019 um 20:12
vonlossow schrieb:Ich finde es sehr plausibel das man in einer solchen Situation *durchdreht* vor allem in Stresssituationen wie einer komplizierten Wanderung.
da kann man nur Stephenson zustimmen:
Stephenson schrieb:Sorry, nein. Kein bisschen plausibel.
Sie sind nämlich überhaupt nicht durchgedreht. Sie haben zu jedem Zeitpunkt sehr rational und im Hinblick auf mögliches Überleben agiert.

Ausserdem waren sie noch gar nicht so lange unterwegs, nur 2 Übernachtungen im Zelt, also da ist noch nix mit durchdrehen. Lies dir einfach mal die Tagebücher durch, die sind stets voller Humor und Zuversicht geschrieben.

Die einzige Aktion die man eventuell als "Durchdrehen" bezeichnen könnte wäre das Verlassen des Zeltes an sich, aber eben dazu gibt es ja mittlerweile einfacherere Erklärungen.

also einfach mal eine wilde Theorie raushauen ist eine Sache, aber so ein paar Details zu dem Fall könnte man sich vorher schon mal anschauen ;-)


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gestern um 21:40
FocusFighter schrieb am 15.05.2019:Jetzt nehmen wir an man wollte die Rakete mit dem dazugehöringen Sprengkopf testen (auf Novaja Semlja war auch ein Atomtestgelände) und in der besagten Nacht lies man diesen Test beginnen.
Würdest Du eine Rakete in der Nacht testen? z.B. damit die Filmaufnahmen besser werden, oder damit das für alle besser sichtbar ist?


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