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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

1.625 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Tiere, Ethik, Vegan ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

24.09.2026 um 18:39
Zitat von SkepsiSkepsi schrieb:Ich knüpfe mal hier an: Sieht es denn jemand hier im Thread so, dass der isolierte Vorgang des Verzehrens moralisch verwerflich sei?
Keine Ahnung.
Die Moralschiene wurde ja an mich herangetragen und kam nicht von mir.
Da musst du @AnimaLiberate fragen warum er damit kommt


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

24.09.2026 um 18:44
@Skepsi
Nein, das fände ich nicht moralisch problematisch. (Ob ich das essen möchte: andere Sache. Für mich persönlich gäbe es mehrere Gründe es nicht zu essen, die wenig bis nichts mit "moralisch" zu tun haben.)
Sinnvoll finde ich es aber doch, den gesamten Prozess der typischen Herstellung eines Produkts zu betrachten, und nicht nur den Kauf, Erwerb, die Nutzung oder einen hypothetischen der nicht dem realen oder einem realistischen entspricht. Salopp: Woher kommt denn die (Fleisch-)Wurst?

Genauso finde ich es nicht moralisch, jemandem Geld über den Tresen zu reichen und im Gegenzug z.B. einen Briefbeschwerer zu bekommen.
Wenn der aus einem Tier gemacht ist das da ggf. mit eingelassen ist, sieht's m.E. schon anders aus; wobei man sich natürlich die Sache schönreden kann, dass das Tier bestimmt beim Spazierengehen tot gefunden wurde (genauso wie all die anderen da im Regal).


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 11:11
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb am 24.09.2026:Sinnvoll finde ich es aber doch, den gesamten Prozess der typischen Herstellung eines Produkts zu betrachten, und nicht nur den Kauf, Erwerb, die Nutzung oder einen hypothetischen der nicht dem realen oder einem realistischen entspricht. Salopp: Woher kommt denn die (Fleisch-)Wurst?
Ich hab hier im Thread schon mal sehr ausführlich erklärt, warum das mit dem "Konsumverzicht" um irgendwas zu bewirken idR keine gute Idee ist und definitiv nicht funktioniert, wenn es um das Wohl von Tieren geht.
Es ist nicht Sache des Konsumenten die Regeln für die Produktion durch sein Konsumverhalten festzulegen, sondern Sache des Gesetzgebers. Denn das funktioniert tatsächlich, während Konsumverzicht nur das eigene Gewissen beruhigt.
Ganz konkret: es ist nix unmoralisch daran ne Wurst aus der Massentierhaltung zu kaufen und zu essen, denn dadurch leidet kein Tier. Das konkrete Tier ist bereits tot und der Konsumverzicht führt auch nicht dazu, dass weniger hergestellt wird - also zukünftig weniger Tiere leiden.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 16:48
Zitat von paxitopaxito schrieb:die Regeln für die Produktion
Es geht bei Veganer Lebensweise nicht um die Regeln der Produktion von Fleischprodukten, es geht um die nicht Produktion. Und das hat man in der Hand, wenn man das Produkt "Tierleiche" nicht konsumiert.
Verstehe nicht, warum sowas immer wieder als Argument gegen selbstverantwortliches Handeln genannt wird.
In anderen Produktionsbereichen stimme ich dir zu


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 16:57
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich hab hier im Thread schon mal sehr ausführlich erklärt, warum das mit dem "Konsumverzicht" um irgendwas zu bewirken idR keine gute Idee ist und definitiv nicht funktioniert, wenn es um das Wohl von Tieren geht.
Es ist nicht Sache des Konsumenten die Regeln für die Produktion durch sein Konsumverhalten festzulegen, sondern Sache des Gesetzgebers. Denn das funktioniert tatsächlich, während Konsumverzicht nur das eigene Gewissen beruhigt.
Ganz konkret: es ist nix unmoralisch daran ne Wurst aus der Massentierhaltung zu kaufen und zu essen, denn dadurch leidet kein Tier. Das konkrete Tier ist bereits tot und der Konsumverzicht führt auch nicht dazu, dass weniger hergestellt wird - also zukünftig weniger Tiere leiden.
Es ist nicht Sache des Konsumente, Regeln festzulegen - umgekeht muss ich aber auch nicht etwas, das dazu noch optional ist, konsumieren, wenn man die Herstellungsweise (insbesondere damit assoziiertes Leid) grässlich findet.
Das Gewissen scheinen mir eher Leute zu beruhigen, die sich sagen "Ach, die armen Schweinchen, aber ich kann eh nix ändern" und dann zur Fleischwurst greifen, oder "Oh je, die süßen Lämmchen" und dann kommt die Lammfelleinlegesohle in den Schuh.
Hingegen: Wenn man das schon so abstoßend findet und obendrein gerne hätte dass es nicht stattfindet, warum dann nicht derartiges nicht mehr konsumieren? Finde ich nur konsequent.
Und wie auch der Fleischesser kann man zusätzlich etwas tun, um es wahrscheinlicher zu machen, dass der Gesetzgeber etwas ändert, z.B. die Produktion bestimmter Tierprodukte nicht mehr erlaubt ist.

Btw.: Nichtkonsum kann durchaus ganz konkret und nachweisbar verhindern dass bestimmte Tiere gehalten, getötet und verwertet werden.
Klein(st)bauernhöfe ziehen durchaus Tiere nach Bestellung auf. Bestelle ich keine Gans, Ente für Weihnachten vor, ist da eine weniger.
Angle ich nicht, kaufe ich keine Forelle beim Teichwirt...


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28.09.2026 um 17:04
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Es geht bei Veganer Lebensweise nicht um die Regeln der Produktion von Fleischprodukten, es geht um die nicht Produktion. Und das hat man in der Hand, wenn man das Produkt "Tierleiche" nicht konsumiert.
Nein, sorry - hast du nicht. Es wird auch nicht weniger Öl gefördert, nur weil du nicht Auto fährst. Oder weniger Weizen angebaut, weil du auf Weizen verzichtest. Das ist einfach nicht haltbar.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:In anderen Produktionsbereichen stimme ich dir zu
Es ist eine ökonomische Logik die gerade bei hochpreisigen Lebensmitteln wie Fleisch zieht. Wenn ein paar reiche Europäer auf das Schnitzel verzichten, essen eben andere Menschen auf der Erde das Schnitzel. Für 0,02 Cent weniger.
Es ist völlig in Ordnung, wenn jemand kein Fleisch essen möchte, weil das von gequälten Tieren kommt. Kann ich verstehen. Aber diese Handlung verhindert nicht, das Tiere gequält werden. Es bewirkt über das persönliche Handeln hinaus überhaupt nichts.
Das würde es erst wenn es keine Konsumenten mehr gäbe, die für die Veganer einspringen. Und das ist komplett illusorisch.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:umgekeht muss ich aber auch nicht etwas, das dazu noch optional ist, konsumieren, wenn man die Herstellungsweise (insbesondere damit assoziiertes Leid) grässlich findet.
Stimme ich völlig zu. Musst du nicht.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Hingegen: Wenn man das schon so abstoßend findet und obendrein gerne hätte dass es nicht stattfindet, warum dann nicht derartiges nicht mehr konsumieren? Finde ich nur konsequent.
Gerne. Nur im klaren darüber sein, dass es es eben real nix ändert.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Btw.: Nichtkonsum kann durchaus ganz konkret und nachweisbar verhindern dass bestimmte Tiere gehalten, getötet und verwertet werden.
Klein(st)bauernhöfe ziehen durchaus Tiere nach Bestellung auf.
Es ging hier konkret um die industrialisierte Massentierhaltung. Nicht um Kleinstbauernhöfe.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 18:23
Zitat von paxitopaxito schrieb:Nein, sorry - hast du nicht
Im Kapitalismus werden also waren produziert, die nicht verbraucht werden? Welchen Sinn hat das?
Zitat von paxitopaxito schrieb:ist eine ökonomische Logik
Ich würde mir gerne den Beleg für diese Logik durchlesen, hast du da was.
Und vielleicht auch etwas, wo ich nachlesen kann, das für ein pro 0,02 Cent billigeres Schnitzel, ein neuer Fleischesser entsteht? Und dieser Konsum dann durch deutsches Fleisch gestillt wird?

Ich bin da eher skeptisch, und ganz ehrlich, das klingt für mich alles andere als logisch. Ich würde aber trotzdem gerne verstehen, wie du darauf kommst.

Bei Autos bspw kann ich dir folgen, die Abwrackprämie hat nichts verbessert, die Autos fahren in Afrika. Fleisch ist aber begrenzt haltbar und kann nicht beliebig transportiert werden. Bei überproduktion wird angepasst. Um profitabel mit weniger Tieren zu sein, steigt der Preis eher. Das wäre logisch


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 18:34
@paxito
Nachtrag:

Wenn sowieso gleichviel Fleisch verbraucht wird, wie erklärst du dir dann den geringeren Ressourcenverbrauch der hier aufgeführt wird.
Bitte auf Beweggründe klicken und dann Kapitel Ressourcenverbrauch.

Wikipedia: Veganismus

Nach deiner Logik dürfte es doch dann gar keine Veränderungen geben?

Ich schätze deine Beiträge sonst sehr, aber hier klingst du wie jeder, der froh ist, seine Verantwortung abzugeben um sich keine weiteren Gedanken machen zu müssen.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 20:03
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Im Kapitalismus werden also waren produziert, die nicht verbraucht werden? Welchen Sinn hat das?
Sie werden verbraucht.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Ich würde mir gerne den Beleg für diese Logik durchlesen, hast du da was.
Ja, alles schon im Fred gepostet. Ganz simpel: die Produktion von Fleisch aus Massentierhaltung nimmt zu, während die Zahl der Veganer und Vegetarier stark zunimmt. Das sollte doch zumindest zu denken geben.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 21:36
Zitat von TransistorTransistor schrieb:wie erklärst du dir dann den geringeren Ressourcenverbrauch der hier aufgeführt wird.
Der Ressourcenverbrauch ist pro Person gerechnet, er beachtet keine ökonomischen Effekte.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Ich schätze deine Beiträge sonst sehr, aber hier klingst du wie jeder, der froh ist, seine Verantwortung abzugeben um sich keine weiteren Gedanken machen zu müssen.
Ich setze mich seit fast 20 Jahren für das Wohl von Umwelt, Tieren und Menschen ein - auf vielen Ebenen. Und Verantwortung ist hier völlig deplatziert, es geht um Lösungen für reale Probleme und Konsequenzen des eigenen Handelns. Ich hab meinen „CO2 Footprint“ auf nahe Null gebracht. Spart das CO2 ein wie mir Hunderte Apps und Infoseiten erläutern wollen? Nö, nicht ein Gramm CO2 wird eingespart, die fossilen Energieträger werden nur woanders verbrannt. Das ist ökonomische Logik und sie ist bitter, wenn man glaubt mit dem eigenen Handeln die Dinge beeinflussen zu können. Was es braucht sind Gesetze, national, international und global. Nur damit kann man globale Probleme lösen. Und die industrielle Massentierhaltung mit ihren diversen negativen Auswirkungen ist ein solches globales Problem. Veganer sollten eigentlich die natürlichen Verbündeten für Aktivisten wie mich sein, sind es aber nicht weil sie an die Wirksamkeit von Konsumverzicht glauben. Darum hämmer ich das immer und immer wieder in deren Köpfe, auch wenn es sie deprimiert. Euer Verzicht schützt kein Tier, senkt nicht den Ressourcenverbrauch und reduziert nicht den Ausstoß von Methan. Das Problem wird nur verlagert, nicht gelöst. Das Drecksfleisch aus Massentierhaltung wandert einfach in andere Märkte wo die Menschen viel weniger Wahl haben als im gutsituierten Deutschland. Bekommt das in eure Schädel und setzt euch für reale Veränderungen ein, statt übers Essen zu diskutieren und die Moralhoheit über den Teller zu beanspruchen.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 21:47
@paxito
Zunächst: Ein ehrliches Danke für dein Engagement.
Die Gesetze braucht es klar.
Nur: Du wirst auch Gründe haben, CO2 so massiv einzusparen - offensichtlich willst du nicht bloß abwarten. (Verständlicherweise.)
Und darum habe ich mir heute (und gestern, und vorgestern...) auch kein Schnitzel aus der Kantine geholt. Weil "hilft ja nix, darum ess' ich das einfach", "oh je die armen Hühner, aber die schmecken halt so lecker" nicht mein Ding ist. Genauso wie "spart eh kein CO2 ein, also hol' ich mir das Auto das ich hier nicht brauche, die Nachbarn sollen meinen Verdienst realistisch einschätzen oder überschätzen, Einkaufen zu Fuß oder per Bus ist peinlich" nicht mein Ding ist.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Bekommt das in eure Schädel und setzt euch für reale Veränderungen ein, statt übers Essen zu diskutieren und die Moralhoheit über den Teller zu beanspruchen.
Ich setze mich für reale Veränderungen ein, definitiv (wie du: Umwelt, Tiere, Menschen). Trotzdem muss ich nicht am Schnitzel (exemplarisch) festhalten. Wenn ich finde, das geht ohne, dann geht das auf meinem Teller auch ohne. Genauso wie mit CO2. Bin da auch sehr weit runter.
Man kann übrigens das dadurch eingesparte Geld auch wunderbar dafür einsetzen, sich mehr für reale Veränderungen zu engagieren. (In meinem Fall: für solide Umweltschutzprojekte, für sofern vorhanden den Garten (gerade leider nicht möglich), für Bildung generell (nutzbar für verschiedene Altersgruppen inkl. Erwachsene), für Bildungschancen für Kinder/Jugendliche betreffend Umwelt aber auch generell. Geht nicht ganz kostenfrei.)


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

28.09.2026 um 22:01
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Nur: Du wirst auch Gründe haben, CO2 so massiv einzusparen - offensichtlich willst du nicht bloß abwarten. (Verständlicherweise.)
Es ist effizienter und ich kann es mir leisten. Eigenheim im Grünen mit Top Isolierung, Solaranlage, Speicher, Elektroauto. Meinen Bedarf an Fernreisen hab ich schon in der Jugend gestillt, ich bin unabhängig von Öl und Gaspreisen, kann mich mit meinem Garten fast selbst ernähren. Und mein persönlicher Konsum reduziert sich auf elektronische Medien, hauptsächlich Bücher.
Aber - und das ist ein dickes Aber - das kann ich nur aus einer extrem privilegierten Position heraus. Das lässt sich nicht mal in Deutschland übertragen, global überhaupt nicht.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ich setze mich für reale Veränderungen ein, definitiv (wie du: Umwelt, Tiere, Menschen). Trotzdem muss ich nicht am Schnitzel (exemplarisch) festhalten.
Das Schnitzel ist nicht das Problem, die Produktion des Schnitzels ist das Problem. Man kann ein Schnitzel vernünftig produzieren, ja da stirbt immer noch ein Tier - aber es lebt nicht nur im Stall und schadet mit seiner Existenz der Umwelt. Weidehaltung kann seinen Beitrag zu einem stabilen Klima und zur Artenvielfalt leisten, industrielle Massentierhaltung nicht. Wer kein Tier essen möchte, soll es lassen - ich esse auch keine Tomaten. Aber ich reklamiere für mich nicht, dass ich die Wasserreserven in Spanien rette.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Man kann übrigens das dadurch eingesparte Geld auch wunderbar dafür einsetzen, sich mehr für reale Veränderungen zu engagieren.
idR wird das eingesparte Geld schlicht für Konsum an anderer Stelle ausgegeben und der Ressourcenverbrauch verlagert sich nur. Es gibt wirklich genug Studien zu dem Thema die genau das belegen, was ich schreibe.
Aber gerne nochmal ein pikantes Beispiel um zu verdeutlichen wie der Hase läuft: der „CO2 Footprint“ wurde von wem unter die Leute gebracht? BP! In einer 200 Millionen Dollar Kampagne von „beyond petroleum“. Und wer profitiert vom veganen Hype? Konzerne wie Nestle, die Produzenten von veganen Alternativen aufkaufen oder ihr „veganes Kitkat“ rausbringen.
Die ganze Erzählung von der Macht der Konsumenten ist eine einzige Verarschung globaler Konzerne die ihre reale Verantwortung für globale Probleme damit bequem auf den Einzelnen abschieben.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

29.09.2026 um 02:06
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ganz simpel: die Produktion von Fleisch aus Massentierhaltung nimmt zu, während die Zahl der Veganer und Vegetarier stark zunimmt. Das sollte doch zumindest zu denken geben
Ja, wenn die Weltbevölkerung nicht zunehmen würde, wäre die Antwort so simpel wie du es suggerierst.

Zu dem anderen Post, der Ton gefällt mir gar nicht, verstehe die Wortwahl nicht. Und wenn diese Belege hier schon von dir erbracht wurden, wo ist das Problem, zumindest die Seitenzahl zu nennen?

Wie wandert deutsches Fleisch in andere Märkte? Wird bei weniger Fleischverbrauch das Fleisch nicht teurer, statt billiger? Ist deutsches Fleisch nicht bereits superbillig im europäischen Vergleich? Warum werden osteuropäische Arbeiter in deutschen Schlachthöfen ausgebeutet? Warum gibt es Gammelfleischskandale, wenn das Fleisch doch bereits vorher mit Kusshand genommen wird? Warum wird mit Medikamenten belastet Fleisch, das nicht in den Verkauf gebracht werden darf in den Verkauf gebracht? Nach deiner "ökonomischen" Logik müssten Fleischproduzenten doch im Paradies leben, weil sie nur produzieren und sich um den Absatz keine Sorgen machen müssen?

Füll doch mal deine Phrasen mit Fakten.

Ich kann doch niemandem vorschreiben, was er essen soll, aber ich kann selber entscheiden. Und ich kann auch Europa nicht mit dem Rest der Welt vergleichen. Fakt ist, bei steigender Weltbevölkerung und steigendem Fleischabsatz, wird durch mein Verhalten trotzdem weniger Fleisch produziert, das sonst noch on Top kommen würde.

Wie sieht denn deine Lösung aus? Den Menschen vorschreiben, was sie Essen sollen? Gesetze für besser Tierhaltung und Transporte? Ist das dann keine Ausbeutung mehr?


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

29.09.2026 um 02:25
Aber lass mal, ich bin sowieso der Meinung, das wir in 10- 50 Jahren sowieso als Gesellschaft untergehen. Mach einfach so, wie es sich für dich richtig anfühlt. So werde ich es auch tun. Und ein Teil davon ist halt der, das für meine Ernährung kein Fühlendes Wesen leid zugefügt wird.
Ich habe aber Weltweit schon lange jede Hoffnung auf eine Wendung zum besseren verloren.

Wenn man nichteinmal hier Respektvoll miteinander umgehen kann sehe ich mich auch bestätigt


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

29.09.2026 um 06:56
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Zu dem anderen Post, der Ton gefällt mir gar nicht, verstehe die Wortwahl nicht. Und wenn diese Belege hier schon von dir erbracht wurden, wo ist das Problem, zumindest die Seitenzahl zu nennen?
Ist nicht schwer, du kannst den Thread durchsuchen. Die ganze Diskussion hatten wir schon mal, die dann zum Schluss mit „Aber wenn alle Veganer wären…“ genauso ins Absurde führte. Beitrag von paxito (Seite 10)

Auch wäre es doch im Kern nicht meine Aufgabe aufzuzeigen, dass Veganismus NICHT die gewünschten ökologischen Effekte hat, sondern an den Veganern zu erklären wie sie die makroökonomischen Reboundeffekte aushebeln wollen.
Wenn eine gutsituierte Gruppe in Europa etwas nicht kauft, wird es billiger - nicht weniger.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Und ich kann auch Europa nicht mit dem Rest der Welt vergleichen. Fakt ist, bei steigender Weltbevölkerung und steigendem Fleischabsatz, wird durch mein Verhalten trotzdem weniger Fleisch produziert, das sonst noch on Top kommen würde.
Nö. Es ist nachgewiesen, dass in Entwicklungsländern die Nachfrage nach Fleisch sprunghaft mit dem Preis steigt und fällt, während sie in Industrienationen preisunabhängig recht stabil bleibt.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Wie wandert deutsches Fleisch in andere Märkte?
Ja wie wohl, Gütertransport. Deutschland ist einer der größten Exporteure von Fleisch.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Wird bei weniger Fleischverbrauch das Fleisch nicht teurer, statt billiger?
Der Fleischverbrauch sinkt global nicht, er steigt. Sinkt der Preis - ob wegen Veganern die sich das leisten können oder aus anderen Gründen - steigt er in Entwicklungsländern sprunghaft an.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Nach deiner "ökonomischen" Logik müssten Fleischproduzenten doch im Paradies leben, weil sie nur produzieren und sich um den Absatz keine Sorgen machen müssen?
Quark, wenn du den Preis senken musst, musst du dir Sorgen machen. Das heißt aber nicht, dass die Fleischproduzenten dann ihr Gewerbe aufgeben, weil es unrentabel wird. Sie senken die Kosten und alles was du beschreibst dient am Ende genau diesem Zweck. Kosten senken zur Profitmaximierung.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Wie sieht denn deine Lösung aus?
Sag ich immer wieder - Gesetze auf möglichst großer Ebene. Das funktioniert.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Den Menschen vorschreiben, was sie Essen sollen?
Mindeststandards für Tierhaltung setzen sind das Gegenteil davon.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Ist das dann keine Ausbeutung mehr?
Ich habe kein moralisches Problem damit Tiere zu töten. Das ginge auch so wie ich lebe überhaupt nicht. Sowas muss man sich leisten können, schön das es für dich funktioniert - aber es ist eine privilegierte Position aus der heraus dir das möglich ist. So wie bei mir und dem „CO2 Footprint“.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Ich habe aber Weltweit schon lange jede Hoffnung auf eine Wendung zum besseren verloren.
Toll, du handelst also auf eine Weise die keinen Effekt hat und glaubst gleichzeitig auch nicht daran das man die Dinge verbessern kann.
Beides kann man als Haltung auf bestimmte mediale Narrative zurückführen und diese kannst du wieder zu Großkonzernen zurückführen. Der Konsument der die Verantwortung für das Handeln der Großkonzerne auf die eigene Kappe nimmt und gleichzeitig nicht glaubt das man (z.B. durch Gesetzgebung) etwas ändern könnte - bitter.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Wenn man nichteinmal hier Respektvoll miteinander umgehen kann sehe ich mich auch bestätigt
Respekt hat nix damit zu tun. Würde ich dich nicht respektieren, würde ich dir überhaupt nicht schreiben. Klar, ich kann sehr direkt, klar und teils sicher überspitzt meine Meinung sagen. Aber die bleibt eben wie sie ist und ernsthafte Gegenargumente der Veganer gab es zu dem Thema nie.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

29.09.2026 um 07:37
Zitat von paxitopaxito schrieb:Quark, wenn du den Preis senken musst, musst du dir Sorgen machen
Okay, du hattest gesagt, das Fleisch würde billiger, wenn man Veganer wird. Du widersprichst dir, nicht nur in diesem Punkt. Auf andere (Weltbevölkerung) gehst du gar nicht ein. Mehr muss ich nicht wissen.

Wie möchtest du 12, 15 Milliarden Menschen ernähren, bei einem Ressourcen Verbrauch wie durch Fleischerzeugung. Wie sieht deine Lösung, äh ökonomische Logik aus?


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

29.09.2026 um 07:40
Ich würde behaupten sehr tierlieb zu sein. Trotzdem schaffe ich es nicht konsequent vegan zu sein. Käse und Schokolade sind da mein Endgegner, einfach weil es für mich keine veganen Alternativen gibt,die geschmacklich ans original ranreichen. Ich hab zudem Tiere (Tierschutz), die mit Fleisch ernährt werden. Alleine das ist natürlich ein nicht lösbares Problem, will man Tierleid verhindern.

Aber ich bemühe mich, esse kein Fleisch,Fisch, tierische Milch, Joghurts usw. Hab Tiere aus dem Tierschutz,natürlich kastriert. Achte bei Kosmetik darauf,dass kein Tier leiden muss, nur weil ich mir die Wimpern tuschen will. Nehme aber widerrum Medikamente ohne das zu hinterfragen.

Diese komische Art (oft unerreichbare) 100% zu verlangen nervt mich. Von Menschen, die das als Gegenargument nutzen um gar nichts zu tun aber auch in der vegan Blase selbst.


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29.09.2026 um 07:50
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Okay, du hattest gesagt, das Fleisch würde billiger, wenn man Veganer wird. Du widersprichst dir, nicht nur in diesem Punkt.
Da ist kein Widerspruch. Deutsche werden Veganer / Vegetarier, das senkt in einem der reichsten Länder der Welt die Nachfrage - etwa nach Schweinefleisch. Die Preise fallen und das Fleisch wird in andere Märkte exportiert wo es sich die Menschen dann erst leisten können.
Jeden einzelnen Step kannst du real nachvollziehen - genau das ist passiert und die Links findest du in meinem alten Post.
Die Produktion von Schweinefleisch blieb stabil, der Export stieg und das genau in der Zeit als der Anteil der Bevölkerung mit Fleischereien Ernährung stark stieg.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Auf andere (Weltbevölkerung) gehst du gar nicht ein.
Das hat nix zu tun mit dem was ich schrieb.
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Wie möchtest du 12, 15 Milliarden Menschen ernähren, bei einem Ressourcen Verbrauch wie durch Fleischerzeugung.
Auch das habe ich ansatzweise schon beschrieben, ist hier aber nicht Thema. Natürlich kannst du die Weltbevölkerung nicht so ernähren wie in den reichen Industrieländern mit hohem Fleischkonsum und einer irrsinnigen Quote an weggeworfenen Lebensmitteln. Da brauchst du keine 15 Milliarden für, das ginge schon heute nicht auf.
Ist aber auch ein billiger Strohmann, derartiges habe ich nie behauptet. Sondern immer noch, das Veganismus nicht ein einziges Tier rettet, keine Ressourcen spart und global wirkungslos ist - da es sich schlicht verschiebt. Das ist die Realität.
Jetzt können wir gerne wieder über die Utopie reden, das schlicht alle Menschen sich so ernähren wie du. Auch das hatten wir im Thread schon mal, schau dir gerne an worauf das hinauslief. Der vegane Tierfreund wolle letztlich lieber alle Haustierrassen ausrotten um seine moralische Ernährungsweise zu behalten. Keine Ahnung ob du auch so tickst.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

30.09.2026 um 01:28
Zitat von paxitopaxito schrieb:Das hat nix zu tun mit dem was ich schrieb.
Natürlich, weil es nicht in deine Argumentation passt. Kann man machen, ist halt manipulativ. Steh ich nicht so drauf. 🤷🏽‍♀️


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

30.09.2026 um 02:44
@paxito

da find ich aber andere Infos wenn ich danach suche ob die Fleischproduktion/Tierhaltung gesunken ist auf lange Sicht gesehen:
Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine lag zum Stichtag 3. Mai 2026 bei rund 21,0 Millionen Tieren. Gegenüber dem 3. November 2025 ging der Bestand um 2,3 % oder 501 400 Tiere zurück, im Vergleich zum Vorjahr stieg er jedoch leicht um 0,6 % oder 131 100 Tiere. Im Zehnjahresvergleich nahm der Schweinebestand deutlich um 22,5 % ab (-6,1 Millionen Tiere seit 2016).
Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_221_413.html

6.1 Millionen Schweine weniger gehalten und geschlachtet seit 2016. Das ist ein deutlicher Rückgang der sicherlich auch auf den Anstieg der Nutzung von Alternativprodukte zurückzuführen ist:

seit 2019 hat sich die Produktion von Fleischersatzprodukten verdoppelt:

https://de.statista.com/infografik/35264/produktion-von-vegetarischen-und-veganen-fleischersatzprodukten-in-deutschland/

die würden ja nicht so viel produzieren wenn der Absatz viel geringer wäre?

Will meinen - durch Verzicht auf tierische Produkte in bestimmten Ausmaßen - hat das auch Auswirkung auf die Tierhaltung/Fleischproduktion. Was nützt es auch den Supermärkten wenn sie sich Fleisch in die Theken legen die keiner kauft, diese Änderung des Kaufverhaltens wird doch weitergegeben an die Produzenten und die merken wenn nich so viel nachgefragt wird?


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