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Der Glaube an Nichts

218 Beiträge, Schlüsselwörter: Philosophie, Entstehung

Der Glaube an Nichts

29.08.2020 um 16:38
Zitat von Yooo
Yooo
schrieb:
Aber es ging doch auch darum Moralvorstellungen aufzulösen und um Nihilismus.
Zitat von FlamingO
FlamingO
schrieb:
Richtig. Aber Nihilismus ist ja nicht der Glaube an ein Nichts, sondern eine erkenntnistheoretische Haltung.
Auch die Ethik kennt ontologische Perspektiven der Erkenntnis der Moral:
Nihilismus (lateinisch nihil ‚nichts‘) bezeichnet allgemein eine Weltsicht, die die Möglichkeit jeglicher objektiven Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung verneint
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nihilismus#:~:text=Nihilismus%20(lateinisch%20nihil%20%E2%80%9Anichts',und%20Religion%20od....

Das folgende Nietzsche Zitat aus "Jenseits von Gut und Böse" sollte man daher im Kontext betrachten:
Zitat von sarevok
sarevok
schrieb:
Was meinte Nietzsche damit, als er sagte "Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein"?
Dazu fand ich eine interessante Sekundäranalyse eines Wikipedianers zu "Jenseits von Gut und Böse", die es auf den Punkt bringen könnte, was hier gemeint sei.
Auch in der Sprache habe der Mensch die Neigung, seine Umwelt so zu interpretieren, wie es seinen Gewohnheiten und Erwartungen entspricht.
Quelle: Wikipedia: Jenseits_von_Gut_und_Böse_(Nietzsche)

Nietzsche meinte damit, dass wir, wenn ihr in einen Abgrund schauen, eigentlich in ein "Loch" (in das/ein "Nichts") schauen, doch wir assozieren sofort damit etwas, was wir mit der Natur verbinden, was dort gar nicht "da" ist. Der Abgrund steht für Menschen sinnbildlich für Etwas, z. B. ein Versagen oder besser: künftiges Versagen. Oder er steht z. B. für Gefahr.

Dies ist aber nur ein "Hinein-Interpretieren" in das Nichts.

In Wirklichkeit ist der Abgrund, was er ist. Objektiv ist niemand gezwungen, in einen Abgrund zu laufen; es handelt sich daher nicht um eine Gefahr. Niemand muss dort als Folge eines Unfalls hinunterstürzen, sondern es ist eine Erwartung, die wir hegen. Aus Gewohnheiten wissen wir, dass man von einem Abgrund stürzen könnte. Objektiv ist es aber ein / das "Nichts" und wir denken uns nur Werte, hier im Falle des Abgrundes, in das (in "ein") "Nichts" hinein.

Ähnlich sieht es Nietzsche für die gesamte Moral: Es gibt kein Böses, Schlechtes, hier: Gefährliches, Bedrohliches. Einerseits projizieren wir unsere eigenen Ängste in "den Abgrund". Andererseits projizieren wir den Abgrund auch in andere Hinein, wo ebenfalls "Nichts" ist; mit "Nichts" meine ich kein Gut und kein Böse. Indem wir in anderen Gefahren sehen, erschaffen wir das Böse und zugleich in uns angeblich das Gute als Konterpunkt zum Bösen, das wir auch nur in andere hineindeuten

Gut und Böse gibt es nicht. Indem wir in uns das Gute sehen, projizieren wir meist Gut oder Böse ins Nichts. Wo "nichts" ist, wie im "Abgrund", projizieren wir aber meist das Böse hinein, außer bei uns selbst. das kritisiert aber Nietzsche. Auch in uns selbst ist nichts Gutes. Sondern das moralische Nichts.


Daher interpretieren wir allzu gerne den Abgrund in uns selbst hinein. Wir sind noch nicht jenseits von Gut und Böse angekommen, wenn wir das Böse erkennen und etwas in uns fänden, das gut wäre. In uns ist der gleiche Abgrund. Er ist aber weder gut noch böse. Er ist...


(NICHT) DA!



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Der Glaube an Nichts

29.08.2020 um 17:55
Jo, ich denke da auch nichts rein.
Es ist nicht das Nichts als etwas, sondern einfach das Fehlen von etwas.
Daher, es hat nichts mehr eine Bedeutung.
Nicht im physikalischen Sinne, diese Betrachtung hat mit dem vorherigen Verlauf hier dann schlicht nichts zu tun.^^

Ich denke aber auch nicht, dass irgendein Mensch wirklich dort ankommen kann, bei dem was der Abgrund tasächlich ist oder besser was er alles nicht ist^^, es ist für mich nur auf einer Meta Ebene "über den Menschen" tatsächlich so.
Daher eben für mich auch Selbstbetrug zu meinen, man könnte dort sein.
Das ist für mich schlicht systemimmanent und gehört zu den nicht überwindbaren Dingen - nicht als Mensch und vielleicht auch in keiner möglichen Form.
Daher bin ich auch gleich zum Punkt gekommen: Man bekommt starke Motivationsprobleme.^^



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30.08.2020 um 07:50
Ich interpretiere Nietzsche in Bezug zum "Abgrund so", dass er es einfach metaphorisch meint, es gibt keinen Grund von Gut und Böse.



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30.08.2020 um 11:06
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
Ich interpretiere Nietzsche in Bezug zum "Abgrund so", dass er es einfach metaphorisch meint, es gibt keinen Grund von Gut und Böse.
Na ja, Nietzsche hatte die Unterscheidung da ja doch vorgenommen; für ihn waren die moralischen Gegensätze gut/böse zum einen Kategorisierungen der Unterdrückten/Nichtprivilegierten, um sich gegen die willkürliche Behandlung durch die Herrschenden zu schützen, zum anderen Kategorisierungen im Sinne der Herrenmoral samt ihrer selbst gesetzten Wertmaßstäbe.



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30.08.2020 um 12:04
Zitat von FlamingO
FlamingO
schrieb:
Na ja, Nietzsche hatte die Unterscheidung da ja doch vorgenommen; für ihn waren die moralischen Gegensätze gut/böse zum einen Kategorisierungen der Unterdrückten/Nichtprivilegierten, um sich gegen die willkürliche Behandlung durch die Herrschenden zu schützen, zum anderen Kategorisierungen im Sinne der Herrenmoral samt ihrer selbst gesetzten Wertmaßstäbe.
Er hat m.E. nicht gemeint, der Mensch könne im Angesicht eines Abgrundes keine solche Kategorien aufstellen und beschreiben. Sie gründen nicht "wirklich" auf etwas. Oder sie gründen auf selbstgesetzten Gründen, die auf nichts "wirklich" gründen.



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30.08.2020 um 14:21
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
Sie gründen nicht "wirklich" auf etwas. Oder sie gründen auf selbstgesetzten Gründen, die auf nichts "wirklich" gründen.
So in etwa sehe ich den Sinn "dahinter" auch, es ist zumindest das, was ich dahinter sehe.
Was für einen Punkt Nietzsche nun tatsächlich machen wollte... ok.
Also selbst wenn er einen ganz anderen Punkt machen wollte, würde ich dann sagen: Der Sinn ist für mich ein anderer.

Diese selbstgesetzten Gründe beziehen sich eben doch auf etwas, nämlich auf das, was diese Gründe hat, da gibt es schlicht kein dahinter oder davor mehr.
Daher gibt es auch kein wirkliches jenseits von gut und böse, nach dem man handeln könnte. Man kann den Abgrund sehen, wie er ist, aber halt nicht leben, wie er ist. Man kann ihn nur von außen erahnen aber nicht indem man hineinschaut. Zumindest konnte ich keinen abschließenden Lösungsvorschlag seitens Nietzsche finden.^^



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30.08.2020 um 14:33
Zitat von Yooo
Yooo
schrieb:
So in etwa sehe ich den Sinn "dahinter" auch, es ist zumindest das, was ich dahinter sehe.
Was für einen Punkt Nietzsche nun tatsächlich machen wollte... ok.
Also selbst wenn er einen ganz anderen Punkt machen wollte, würde ich dann sagen: Der Sinn ist für mich ein anderer.

Diese selbstgesetzten Gründe beziehen sich eben doch auf etwas, nämlich auf das, was diese Gründe hat, da gibt es schlicht kein dahinter oder davor mehr.
Daher gibt es auch kein wirkliches jenseits von gut und böse, nach dem man handeln könnte. Man kann den Abgrund sehen, wie er ist, aber halt nicht leben, wie er ist. Man kann ihn nur von außen erahnen aber nicht indem man hineinschaut. Zumindest konnte ich keinen abschließenden Lösungsvorschlag seitens Nietzsche finden.^^
Dass du keinen Lösungsvorschlag bei ihm fandest, könnte am "Abgrund" liegen.

Stehst du auf Grund und schaust du den Abgrund hinab: dir schwindelt.
Rollst du den Abgrund hinab und suchst Halt im Grund: dir schwindelt.

Die Lösung Nietzsches ist der Schwindel, sind Schwindelbegriffe.
Abgründige Begriffe. Die findet man nicht in Lexika.



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30.08.2020 um 14:51
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
Dass du keinen Lösungsvorschlag bei ihm fandest, könnte am "Abgrund" liegen.

Stehst du auf Grund und schaust du den Abgrund hinab: dir schwindelt.
Rollst du den Abgrund hinab und suchst Halt im Grund: dir schwindelt.

Die Lösung Nietzsches ist der Schwindel, sind Schwindelbegriffe.
Abgründige Begriffe. Die findet man nicht in Lexika.
Das ist für mich keine Lösung des Problems, sondern eine Beschreibung was man empfinden könnte, wenn man es erkannt hat.^^
Das bedeutet nur, man weiß, dass es dort ein vermeintliches Problemchen gibt.

Muss aber auch sagen, Nietzsche war mir sowieso immer etwas zu emotional, und ich deute wohl vieles ganz anders, als wie er es gemeint hat. Manchmal ganz bewusst, manchmal vielleicht auch ohne dass ichs merke.



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30.08.2020 um 15:03
Zitat von Yooo
Yooo
schrieb:
Das ist für mich keine Lösung des Problems, sondern eine Beschreibung was man empfinden könnte, wenn man es erkannt hat.^^
Das bedeutet nur, man weiß, dass es dort ein vermeintliches Problemchen gibt.

Muss aber auch sagen, Nietzsche war mir sowieso immer etwas zu emotional, und ich deute wohl vieles ganz anders, als wie er es gemeint hat. Manchmal ganz bewusst, manchmal vielleicht auch ohne dass ichs merke.
Die Lösung ist das Problem.
Die Suche nach Lösung ist das Problem.
Das Aufsuchen des Abgrundes der Schwindel.

Wurde weiter oben mal besprochen, die mögliche Identität von Ratio/Emotio ?

Der Ratio sucht Gründe.
Es ist seine scheinbare Scheidung von Emotio.
Unterhalb des Grundes, im Abgrund, klafft die derridare Differenz, ist die scheidente Identität.

:)



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Der Glaube an Nichts

30.08.2020 um 15:09
@1.21Gigawatt
Sorry, ich war die Tage etwas busy... -.-
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Und was soll ein Grund wenn keine kausale Ursache?
Dazu muss man verstehen, was Kausalität bedeutet bzw. ist. Nämlich eine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, genauer: eine Relation erklärt auf einer Menge von Ereignissen und Zuständen (d.h. Ereignisse/Zustände fungieren als Ursachen/Wirkungen).
Das kann man sich wie die "kleiner-gleich"-Beziehung vorstellen, die auf der Menge der reellen Zahlen erkärt ist. Diese "kleiner-gleich"-Beziehung gilt aber eben nur für Elemente der Menge, für die sie erklärt ist (hier: Zahlen). Man kann die Relation nicht auf sich selbst anwenden (es macht bspw. keinen Sinn, zu sagen: die "kleiner-gleich"-Relation ist kleiner, gleich oder größer als irgendeine andere Relation). Entsprechend kann man auch die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung (Kausalität) nicht auf sich selbst anwenden, d.h. es gibt keine kausale Ursache für die Kausalität selbst (so wie es bspw. auch keinen Zeitpunkt vor der Zeit gibt oder Ort außerhalb des Raumes).
Andererseits existiert Kausalität aber nicht ohne Vorbedingungen, sondern findet seine Ursache im Vorhandensein einer Raumzeit (inkl. dort enthaltenen Ereignissen und Zuständen). Und damit hast du ein Beispiel für eine nicht-kausale Ursache.

Andere Beispiele hatte ich genannt:
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb am 24.08.2020:
Ja, stimmt, daran hatte ich gar nicht gedacht. Aber andererseits ging es mir ja genau darum: Gewisse Arten von "Ursachen" nicht von vornherein auszuschließen. Bspw. fiele mir noch logische oder naturgesetzliche Notwendigkeit ein. Dass bspw. das Elektron stabil ist (und nicht irgendwann zerfällt), hat bspw. keine kausale Ursache, sondern folgt aus naturgesetzlicher Notwendigkeit. Hier nach einer kausalen Ursache zu fragen, wäre einfach unsinnig, zumal die Stabilität des Elektrons auch kein (raumzeitliches) Ereignis ist, dem ein anderes (raumzeitliches) Ereignis vorausgehen könnte.
Auch wenn hier off-peak widerspricht, ohne es aber zu begründen. Er widerspricht wohl nur "just for fun", wie's scheint...
Zitat von off-peak
off-peak
schrieb am 25.08.2020:
Aber die naturgesetzliche Notwendigkeit ist ja eine kausale Folge einer bestimmten Ursache.
Nein, warum?! Begründung? Beispiel? Irgendwas? :ask:
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Na klar, sonst müsste man ja erklären wieso diese einzige Manifestation die wir hier haben exakt so ist wie sie ist.
Also abgesehen davon, dass du hier überallzählbar unendlich viele Märchenwelten aus dem Hut zauberst, um die Manifestation einer einzigen Welt (der unsrigen) erklären zu können (was ein klarer Verstoß gegen Occam's Razor ist)...

...macht dir hier, wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit ein Strich durch die Rechnung. Das ist in etwa so, als würdest du behaupten, die durch Shakespeare's Hamlet gegebene Buchstabenfolge sei zufällig entstanden. Und was du hier übersiehst, ist - um bei diesem Vergleich zu bleiben und einen möglichen Einwand vorweg zu nehmen - dass diese Buchstabenfolge eben nicht genauso wahrscheinlich wie jede andere x-beliebige Buchstabenfolge ist.

Ein anderes Beispiel hatte ich schon in der anderen Diskussion gebracht: Die rein zufällige Entstehung einer komplexen Zelle ist zwar prinzipiell möglich, allerdings so unwahrscheinlich und unplausibel, dass der Lückenbüßer-Zufall für die Entstehung des Lebens ausscheidet und längst moderneren Erklärungsansätzen Platz gemacht hat (=> Abiogenese).
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Es ist schlicht die mathematisch-logische Tatsache, dass es nichts gibt was die Möglichkeit der Existenz ausschließt
Wenn du diese vermeintlich mathematisch-logische Tatsache nun wenigstens auch noch mit Hilfe der Sprache der Mathematik/Logik zum Ausdruck bringen würdest, wären wir immerhin schon einen kleinen Schritt weiter. So aber klingt das eher nach billigem Abklatsch von Gödel's mathematischen Gottesbeweis.
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Ich denke nicht, dass Unendlichkeit die Möglichkeit jeglicher für uns vorstellbaren Zustände mit einschließt.
Achso? Sondern? Wo ist die Grenze? Und warum gibt es hier auf einmal wieder den Ausschluss bestimmter Manifestationen, wo du doch eben noch ganz deutlich und explizit davon sprachst, "dass es nichts gibt was die Möglichkeit der Existenz ausschließt"...? :ask:
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Aber, dass einfach so ein Käsetoast spawnt macht keinen Sinn.
Oha! Seit wann ist Sinn ein Kriterium für das Ob und das So-Sein der Wirklichkeit? :ask:

Das ist ja wirklich was ganz Neues, dass sich die Dinge plötzlich wieder danach richten, ob sie Sinn ergeben...

Damit also auch hier: Was spricht auf einmal gegen die Möglichkeit der Existenz?! Zumal es doch offenkundig falsch ist, dass ein Käsetoast nicht existieren könne!

Nix für ungut, aber du scheinst dir hier die Dinge permanent zurechtdrehen und -biegen zu wollen, wie sie dir gerade in den Kram passen. Mal spricht nichts gegen die Möglichkeit der Existenz, dann doch wieder, dann doch wieder nicht, dann doch wieder...
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb am 24.08.2020:
Es gibt also quasi eine Meta-Zeit, wo das "Potential" hin- und heroszilliert und früher oder später kommt dabei dann - nicht nur ein Käsetoast, sondern - auch mal ein Raumzeit-Gebilde wie das unsrige heraus...? Oder existieren diese Seinzustände gleichzeitig, quasi "parallel"...?
Weder noch. Sind stehen in keinerlei Relation zueinander. Weder einer räumlichen noch einer zeitlichen.
Woher sollte sich eine solche Relation auch ergeben?
Sag' du's mir. Du behauptest ja schließlich die Existenz/Möglichkeiten unzähliger Manifestationen, nicht ich.
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Da Wort Oszillation ist eben vorbelastet. Ich meine damit nur dass das Event mehrmals stattfinden kann. Nicht nacheinander. Nicht zeitgleich. Sondern völlig unabhängig.
(Unterstreichung von mir)

Ja, nur ist "mehrmals" aber insbesondere ein Temporaladverbial, deren Bedeutung bzw. Abhängigkeit von einem Zeitbegriff hoffentlich nicht näher erläutern werden muss.
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Das entstehen von Raum, Zeit und Materie aus dem Nichts unterliegt keinerlei physikalischen Bedingungen.
Das ist aber nur eine Behauptung - und zwar genau die, die hier gerade zur Diskussion steht!
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Also muss die bloße Tatsache, dass die Unmöglichkeit nicht ausgeschlossen bereits hinreichende Bedingung sein.
Da du die noch zu zeigende Behauptung bereits als Begründung anführen willst, haben wir hier eine klassische petitio principii...
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 25.08.2020:
Versuche hier ja nicht zu überzeugen. Gibt Themen bei denen ich mich auskenne und mir Anmaßen kann zu versuchen andere zu überzeugen. Dieses Thema gehört nicht dazu, schließlich gibt es da ja auch kein gesichertes Wissen.

Will nur die Gedanken teilen um zu hören welche Perspektiven andere haben und wo die Sichtweisen dann voneinander abweichen und warum.
Ja, gut, so geht's wohl 99.9% aller Forenteilnehmer... :)



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30.08.2020 um 16:22
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb:
Also abgesehen davon, dass du hier überallzählbar unendlich viele Märchenwelten aus dem Hut zauberst, um die Manifestation einer einzigen Welt (der unsrigen) erklären zu können (was ein klarer Verstoß gegen Occam's Razor ist)...
Ich würde sagen, dass die Annahme, dass etwas das einmal zufällig passiert ist auch mehrmals zufällig passieren kann, Occams Razor eher standhalten würde als die Annahme, dass unsere Existenz Folge eines einmaligen Events ist.
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb:
Sag' du's mir. Du behauptest ja schließlich die Existenz/Möglichkeiten unzähliger Manifestationen, nicht ich.
Es gibt keine Relation zwischen ihnen. Wieso sollte es eine geben?
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb:
Ja, nur ist "mehrmals" aber insbesondere ein Temporaladverbial, deren Bedeutung bzw. Abhängigkeit von einem Zeitbegriff hoffentlich nicht näher erläutern werden muss.
Mein Punkt ist das es keine Relation gibt. Nur weil wir semantisch gebunden sind, da alle unsere Adverbien stets in relationalem Kontext genutzt und verstanden werden, muss ich ja das Argument trotzdem machen dürfen, wenn ich sage, dass ich diese Bedeutung explizit nicht mit einschließe.


Dem Teil zu nichtkausalen Grund stimme ich zu, so einer ist ja auch mein "Potential", das logisch mathematisch bedingt ist, nicht kausal.
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb:
ich sagte: Das entstehen von Raum, Zeit und Materie aus dem Nichts unterliegt keinerlei physikalischen Bedingungen.
Du:
Das ist aber nur eine Behauptung - und zwar genau die, die hier gerade zur Diskussion steht!
Ich denke die Ausgangsposition ist das Nichts. Wie kann es dann physikalische Bedingungen geben im sinne einer Physik die von Raumzeit abhängig ist?

Du sagst ja selbst es gibt diese nichtkausalen Gründe, wir können sie aber nicht bestimmen.

Mein "Potential" ist quasi eine Minimalbedingung. Alles weitere würde ja dem Rasierer nicht standhalten.



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30.08.2020 um 17:27
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
Unterhalb des Grundes, im Abgrund, klafft die derridare Differenz, ist die scheidente Identität.
Also das hätte ich schon gern näher erläutert von dir, bitte. :D



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30.08.2020 um 17:36
Zitat von FlamingO
FlamingO
schrieb:
Also das hätte ich schon gern näher erläutert von dir, bitte.
Ich gehe davon aus, du gibts dich erst mit einem gründlichen Grund zufrieden. Der wäre dann abgründig zum Abgrund. Daher ist meines Erachtens eine Erläuterung, die einen Grund hätte, keine gute Erläuterung des Abgrundes.

Ich versuchs: Eine scheidente Identität, etwas mit sich selbst identifiziert , ist schon so betrachtet, Differenz.

Identität mit sich selbst ist Differenz.

Eine 1 identifiziert mit ihrer 1. Sind zwei 1en.
Mancher sieht die 1 , wo ein anderer immer schon auch die Differenz in der Identität sieht.

Das ändert dann eine ganze Logik.



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30.08.2020 um 17:44
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
Die Lösung ist das Problem.
Die Suche nach Lösung ist das Problem.
Das Aufsuchen des Abgrundes der Schwindel.

Wurde weiter oben mal besprochen, die mögliche Identität von Ratio/Emotio ?

Der Ratio sucht Gründe.
Es ist seine scheinbare Scheidung von Emotio.
Unterhalb des Grundes, im Abgrund, klafft die derridare Differenz, ist die scheidente Identität.
Ich sehe nur auf einer Meta Ebene überhaupt ein Problem und das hat man auch nur, wenn man abseits der Moral stehen möchte.
Man kann sich auch einfach damit zufrieden geben, dass es abseits von etwas keine Gründe gibt und es bei Gründen belassen, die für sich selbst und etwas stehen.

Die Antwort für mich lautet also schlicht: Wenn man in den Abgrund schaut, schaut er zurück.
Jo, daran kann man nichts ändern - is halt so.^^



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30.08.2020 um 17:47
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
Ich gehe davon aus, du gibts dich erst mit einem gründlichen Grund zufrieden. Der wäre dann abgründig zum Abgrund. Daher ist meines Erachtens eine Erläuterung, die einen Grund hätte, keine gute Erläuterung des Abgrundes.

Ich versuchs: Eine scheidente Identität, etwas mit sich selbst identifiziert , ist schon so betrachtet, Differenz.

Identität mit sich selbst ist Differenz.

Eine 1 identifiziert mit ihrer 1. Sind zwei 1en.
Mancher sieht die 1 , wo ein anderer immer schon auch die Differenz in der Identität sieht.

Das ändert dann eine ganze Logik.
Das muss ich erst mal sacken lassen. ^^

Bis dahin: Nihil fit sine causa.



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30.08.2020 um 17:48
Zitat von Yooo
Yooo
schrieb:
Ich sehe nur auf einer Meta Ebene überhaupt ein Problem und das hat man auch nur, wenn man abseits der Moral stehen möchte.
ja, das sehe ich. Darum es ja geht.



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30.08.2020 um 18:26
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb:
Ich würde sagen, dass die Annahme, dass etwas das einmal zufällig passiert ist auch mehrmals zufällig passieren kann, Occams Razor eher standhalten würde als die Annahme, dass unsere Existenz Folge eines einmaligen Events ist.
Darum ging es doch aber nicht. Sondern darum, dass du überabzählbar viele Manifestationen als gleichermaßen real postulierst, um damit die Realität einer einzigen Manifestation zu "erklären".
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb:
Es gibt keine Relation zwischen ihnen. Wieso sollte es eine geben?
In Ordnung, dann will ich mal nicht weiter auf diesem Punkt herumreiten, sondern nehme mal zur Kenntnis, dass deine ganz ursprüngliche Aussage bzw. der Begriff der "unendlichen Oszillation an Seinszuständen" nur ein wenig missverständlich war:
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb am 24.08.2020:
2. In der oben genannten unendliche Oszillation an Seinszuständen gab es unendlich viele die absolut nichts hervorgebracht haben. Die Unwahrscheinlichkeit unserer Existenz ist natürlich, nicht aussergewöhnlich. Schon gar nicht beeinträchtigt sie ihre Plausibilität.
Zumal dann der folgende Punkt gleich mit geklärt wäre:
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb:
Mein Punkt ist das es keine Relation gibt. Nur weil wir semantisch gebunden sind, da alle unsere Adverbien stets in relationalem Kontext genutzt und verstanden werden, muss ich ja das Argument trotzdem machen dürfen, wenn ich sage, dass ich diese Bedeutung explizit nicht mit einschließe.
-
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb:
Dem Teil zu nichtkausalen Grund stimme ich zu, so einer ist ja auch mein "Potential", das logisch mathematisch bedingt ist, nicht kausal.
Gut, dann wäre dieser Punkt (mit den Ursachen/Gründen/Bedingungen) ja auch weitestgehend geklärt, auch wenn ich dir bzgl. des "Potentials" nur schwer folgen kann.
Zitat von 1.21Gigawatt
1.21Gigawatt
schrieb:
Mein "Potential" ist quasi eine Minimalbedingung. Alles weitere würde ja dem Rasierer nicht standhalten.
Nur dass du offenbar nicht mehr aussagen kannst, als dass dieses "Potential" a) unsere Wirklichkeit enthält und b) darüber hinaus eine Menge an weiteren alternativen Möglichkeiten umfasst, über die sich aber keinerlei Aussagen mehr treffen lässt.

Da du ja ein Freund der Mathematik & Logik zu sein scheinst, auch gerne etwas abstrakter: Es gibt eine Menge an Möglichkeiten M ("Potential"), welche unser Universum U als Element enthält. Dabei gelingt es dir aber scheinbar nicht...

a) die Menge M genauer zu charakterisieren
b) weitere Elemente von M anzugeben
c) eine Klassifikation für Elemente von M anzugeben
d) ein Wahrscheinlichkeitsmaß für die zufällige Auswahl eines Elementes aus M anzugeben
e) die Mächtigkeit von M anzugeben (endlich? unendlich? abzählbar unendlich? überabzählbar unendlich?)

Und damit handelt es sich um einen klaren Verstoß gegen Occam's Razor bzw. ein Produkt blühender Fantasie (jeder kann sich selbst offenbar selbst zurecht fantasieren, was es mit M auf sich hat). Was spricht bspw. die Möglichkeit der Existenz von fünf, sieben oder elf Fabelwesen, die zufällig aus dem Nichts entstehen und sich anschließend entscheiden, eine komplette Welt zu erschaffen? Oder, oder, oder...? Offenbar sind der Fantasie hier wirklich keinerlei Grenzen gesetzt...



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30.08.2020 um 19:36
Zitat von Noumenon
Noumenon
schrieb:
Begründung? Beispiel? Irgendwas?
Masse /Gravitation--> Trägheit.



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30.08.2020 um 20:39
Zitat von Gerlind
Gerlind
schrieb:
ja, das sehe ich. Darum es ja geht.
Ja, ich sehe es.😊
Besser die Augen zu machen, denn Moral ist nur eine Kombination aus Erbgut, das als moralisches Verhalten, als Disposition mit Umwelteinflüssen, im Subjekt und/oder der Gruppe ihren Grund im Augenblick findet.🙈^^
Ich will nichts mehr sehen, lasst mich. Ich lasse einfach die Augen zu, düdüdü.🙈😋🙈



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31.08.2020 um 00:04
Zitat von off-peak
off-peak
schrieb:
Masse /Gravitation--> Trägheit.
Gut, aber ich sehe immer noch nicht, wo genau hier Kausalität ins Spiel kommt. A=>B (bspw. 6|x => 3|x) gibt's bspw. auch in der Mathematik, nur hat "A=>B" erst einmal nix mit Kausalität zu tun.



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