Keinen Cent mehr für Hochwasser-Schäden!
21.06.2013 um 00:54
Ich war einen großen Teil meines Lebens ca. 1 km vom Rhein entfernt beheimatet gewesen. Bei größerem Hochwasser hatten wir meist Wasser im Keller. Im Grunde aber, gehörten wir noch zu denen die immer relativ gut wegkamen. Viele Anrainer die direkt am Rhein oder auch an der Mosel wohnen, auch die kleineren Nebenflüsse mitgerechnet, machen das mit dem Hochwasser schon seit Jahrzehnten mit. Mal weniger mal mehr. Entlang des Rheins und der Mosel steht oft bei Hochwasser die Brühe bei den Leuten bis in den ersten Stock, manchmal je nach Wohnlage noch höher. Jeder der sich das nicht vorstellen kann, es nur aus dem Fernsehen kennt, sollte sich mal an den Rhein- u. Moselufern die Markierungen ansehen wie hoch manchmal die Marke des Hochwassers war.
Was mich bei der ganze Sache etwas stört ist, bei Rhein Mosel und Nebenflüsse bleibt es beim Ooooh' wie furchtbar! Ich kann mich nicht erinnern, dass diesbezüglich bei genannten große Sammlungen und Hilfsaktionen jemals stattfanden.
Es hieß immer, wer an den Rhein und die Mosel bis fast ans Wasser zieht, weiß was er für ein Risiko eingeht. Versicherungen bezahlen dort keinen Cent.
Jetzt, wo ein Teil vom Osten abgesoffen ist, macht der Hosenanzug Wahlpropaganda und hilft seinen ehemaligen Landsleuten mit ein paar Milliönchen. Wahrscheinlich, müssen sie größere Summen auch wieder zurückzahlen.
Wäre das Hochwasser nur in Passau, Deggendorf usw. gewesen, wäre wahrscheinlich auch diese Region auf ihren Kosten bzw. Hilfe sitzen geblieben. Das war aber jetzt schlecht zu machen, besonders vor den Wahlen. Schröder hatte es ja damals vorgemacht. Au Mann, jetzt hilft ab und an sogar noch das Wetter diesen miesen Politikern.
Nun gut, dass Ganze ist ein wie hier schon vo einigen richtig geschrieben wurde, ein zweischneidiges Schwert. Hier und da werden die Mauern und Deiche mit der Zeit weiter erhöht, wenn nicht gerade ein paar Idioten mal wieder Unterschriften sammeln, weil ihre schöne Aussicht verbaut dann verbaut ist.
Andererseits wieder, die weiter Flußabwärts wohnen, keine Deiche, keine Mauern und keine genügend Auffangbecken haben, vielleicht sogar die ganze Zeit noch in etwa Glück hatten, sind auf einmal die Dummen, weil das Wasser dann verstärkt zu ihnen kommt. Das meine ich mit zweischneidigem Schwert.
Zur Politik!
Mal ein Beispiel:
Beim Braunkohleabbau in der Region Bergheim und Kerpen z. B., werden dem schwarzen Gold zu Liebe, die Kohle machts möglich, im wahrsten Sinne des Wortes, einfach Dörfer abgerissen. OK, die Menschen bekommen Entschädigungen, verlieren aber ihre Orte wo sie ein lebenlang oft gewohnt haben. Da fragt keiner nach. Da können die Bewohner dieser Region Unterschriften sammeln bis sie alt werden, denn dass Kapital lässt seine Muskel spielen und die Menschen können ihre Unterschriftenlisten auf die Toilette nageln.
Also, keine Chance dagegen anzugehen. Egal ob mit Bürgermeister oder ohne. Der jenige der sich bis zum Schluss weigert wird gewaltsam entfernt und eneignet.
Aber ein paar Unterschriftensammler hier im Osten, die schaffen es, dass keine Mauer höher gebaut wird. Das mal unabhängig davon ob es in der Betrachtung des ganzen überhaupt sinnvoll ist.
Wahrscheinlich geht das ganze nur über große Auffangbecken, Wiesen die geflutet werden können. Beispiele diesbezüglich gibt es ja inzwischen schon, wo das gut funktioniert.
Aber auch da ... schreien dann die Landwirte auf. Aber auch das kann man verstehen. Sie leben ja letztendich von ihrem Nutzland. Egal wie man es dreht, einige sind immer gegen das oder das. Einige sind immer die Looser! Da ist nun mal die Politik gefragt die vernünftige Lösungen schaffen muss. Aber ... für solche Lösungen ist kein Geld da. Lieber Milliarden den Banken in den Rachen werfen. Oder das Geld in die korruppten Länder versenken.
Zu Spende:
Ich hoffe nur ... dass auch wirklich die Betroffenen die keine Versicherung mehr aufnimmt, davon auch profitieren.
Ich denke ab und an an die Erbebenopfer von Haiti. Billionen sind von der ganzen Welt insgesamt gestiftet worden. Staaten gaben zig Millionen, von der riesigen Spendersammlung ganz zu schweigen. Der Witz ist, dass immer noch ein Großteil von betroffenen Menschen damals noch immer in Zeltstädten leben muss. Sogar oft noch nicht einmal Trinkwasser zur genüge hatte. Wo ist eigentlich das ganze Geld gelandet! Größtenteils auch im ewigen Sumpf der Verteiler bzw. Nutznieser. Im Grunde wäre das ganze ein Witz, wäre es nicht so ernst damit.
OK, ich habe aus dem Hochwasser der vielen Jahre am Rhein gelernt. Wenn auch schweren Herzens habe ich mein Elternhaus verkauft ... und bin vom Hochwasser weit genug weggezogen. Das ist zumindest eine Alternative. Ich weiß, dass funktioniert natürlich nicht bei jedem.
Ich bewundere immer die Menschen die an Rjhein und Mosel nahe am Wasser wohnen, wie profihaft und relativ ruhig immer und immer wieder diese Hochwasser bewältigen. Ohne große Spendenaufrufe.