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Bürgerwehren in Brandenburg

78 Beiträge, Schlüsselwörter: Diebstahl, Brandenburg, Bürgerwehren

Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 17:02
@kleinundgrün

Deutschland ist aber doch ein anderes Pflaster, als Texas, würde ich jetzt mal behaupten.

Dein Argument mag ja im Prinzip sein:,,Lieber gar nicht erst ähnliche Zustände einreissen lassen¨.

Aber derartig vergleichbar finde ich Deutschland und Amerika dann doch nicht.
Und man sagt den Amis ja gerne nach, dass sie sehr schießwütig sind. Denke aber, dass das auch etwas klischeebehaftet ist.

Solche Fälle, wie der berüchtigte Trayvon-Martin-Fall vor einiger Zeit sind ja nun auch dort nicht an der Tagesordnung, denke ich.
Und wenn ich halt spazieren gehe oder das Haus von einem Freund suche, dann würde ich sogar von mir aus einfach fragen:,,Hey guys, I´m looking for Pleasant Street Nr. 10, my friend is living there, can you tell me where it is?¨

Oder eben:,,I`m doing nothing special, just walking around.¨


Auch ein Cowboy zieht nicht gleich die .45er :D


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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 17:09
@scarcrow
scarcrow schrieb:davon abgesehen das dein Auto, wertetechnisch ersetzt wird, deines Nachbars Leben/Gesundheit aber nich
Nehmen die Versicherungen einen auch noch, wenn man mehrfach, vor allem innerhalb relativ kurzer Zeit, das Opfer von Diebstählen wurde?

3x innerhalb eines Jahres, einmal das Auto weg, einmal ein Traktor, einmal ein Mähdrescher?

Oder wird die Versicherung dann eher sagen:,,Nee, also wir wollen Ihnen ja nichts unterstellen, aber das Risiko ist uns denn doch zu groß...¨.


Versicherungen sind Wetten. Und wenn offenbar die Wetten zu Ungunsten der Versicherung ausgehen, weil du in einer sehr gefährlichen Gegend lebst und schon mehrfach Opfer wurdest, dann kann`s auch passieren, dass sie sagen:,,Nein, wir versichern nicht mehr.¨


Blöde Sache, wenn deine Existenz von deinen landwirtschaftlichen Maschinen abhängt oder wenn die öffentlichen Verkehrsmittel nur alle paar Stunden fahren und du dein Auto BRAUCHST, um zur Arbeit zu kommen.


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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 17:13
@Kc
Auch in Texas herrscht keine postapokalyptische Gesellschaftsordnung, soweit muss man das natürlich nicht treiben. Aber wenn man schwarzhaarig und dunkelhäutig ist, kann man auch mal nett aufgefordert werden, sich zu verpissen. Das mag dazu führen, dass weniger Mexikaner aufrechten US-Amerikaner bestehlen, hat aber auch die Konsequenz, dass aufrechte Mexikaner (oder Spanier, ganz so genau nehmen sie es nicht immer), auch mal verjagt oder mit einer Waffe bedroht werden. Ob man sich dabei so wohl fühlt?

Man muss sich eben die Frage stellen, was weniger wünschenswert ist: Ab und an mal vertrieben, verfolgt oder sonst genötigt zu werden oder ab und an bestohlen zu werden. Ich persönlich tendiere zu letzterem, weil es in meinen Augen das kleinere Übel ist.
Um das nicht falsch zu verstehen: Es ist ein Übel. Ich will nicht bestohlen werden. Aber es ist eben eher hinnehmbar, als das andere.

Es sei denn natürlich, es bleibt beim "gucken".


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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 17:33
Wünschenswerter wäre es doch, wenn die Polizei ihren Aufgaben auch nachkommen könnte.
Dazu eine Grenzübergreifende Zusammenarbeit.
Und das ohne zwanghaftes Kürzungen der finanziellen und personellen Mittel.

Natürlich wird man Diebstähle so nicht unbedingt verhindern können.
Aber eine schnellere Aufklärung wäre doch denkbar. :)


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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 17:50
Serpens schrieb:Aber eine schnellere Aufklärung wäre doch denkbar.
Eine höhere Aufklärungsquote bringst schon eine Menge - weil sich dann das Kosten-Nutzen-Risiko verschiebt.
Allerdings möchten die Jungs ja weiterhin Geld verdienen und die Kriminalität verlagert sich manchmal in andere Gegenden oder Bereiche. Es ist stets eine Frage von Aufwand zu Lohn.

Aber Einbrüche und Diebstähle sind eher schwer zu verfolgen - gerade in dünn besiedelten dafür aber gut angebundenen Gegenden ist so etwas eigentlich nur durch umfassende Verkehrs- und Personenkontrollen sinnvoll möglich.
Aber gelegentlich gelingt das schon - nur ist der Einbruch dann schon passiert.

Und auch hier muss man sich fragen, was "unbequemer" ist: Einmal in 10 Jahren bestohlen zu werden oder jede Woche in einer Personenkontrolle zu landen. Da wird jeder sicher seine eigenen Vorlieben haben.

PS: Bevor sich hier jemand an den Zahlen aufhängt: Die habe ich einfach mal geraten, da mag jeder, der über belastbare Daten verfügt, das als Einladung verstehen, diese zu nennen.


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Simowitsch
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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 19:34
Das ist natürlich alles eine Kostenlüge, dass uns eine angemessene innere Sicherheit, Infrastruktur und Bildung so viel kosten würde. Das wäre sicherlich auch deutlich billiger zu haben, wenn die Gelder wirklich dort ankommen würden. Wenn man bedenkt, dass Ausgaben von 3% des Sozialprodukts für Arbeitslosenunterstützung schon sehr viel wären, dann können die hier genannten Aufwendungen auch nicht so teuer sein.
Aber nun sparen Regierungen ausgerechnet bei der Polizei oder der Infrastruktur, obwohl für beides zusammengenommen Ausgaben von 1% der Wirtschaftsleistung sicher nicht notwendig wären. Extrem lächerlich.


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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 21:41
@Kc
Kc schrieb:Sollte man dies verbieten oder unterstützen?
Die Frage ist, wie das verfassungs- und strafrechtlich zu beurteilen ist.

Drei Männern, die abends mit ihren Hunden gassi gehen und dabei aufmerksam die Nachbarschaft beobachten, ist grundsätzlich nichts vorzuwerfen. Wenn sie dabei einen Einbrecher auf frischer Tat ertappen und festnehmen bis die Polizei eintrifft, so ist das juristisch einwandfrei (Jedermannsrecht).

Schwierig wird es, wenn sie dabei Waffen mitführen (z.B. Baseballkeulen) oder übermäßige Gewalt anwenden oder gar Vergeltung üben (Selbstjustiz).

Noch problematischer ist es, wenn sie zum Beispiel Uniformen tragen mit der Aufschrift "Bürgerwehr". Das könnte durchaus als der Versuch der Bildung einer kriminellen Vereinigung gewertet werden.

Generell muss der Staat das Gewaltmonopol haben. Wenn durch solche Aktionen dieses Gewaltmonopol untergraben wird, wird es sehr schnell ungemütlich für die Betroffenen.


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Bürgerwehren in Brandenburg

12.05.2014 um 23:58
KillingTime schrieb:Drei Männern, die abends mit ihren Hunden gassi gehen und dabei aufmerksam die Nachbarschaft beobachten, ist grundsätzlich nichts vorzuwerfen. Wenn sie dabei einen Einbrecher auf frischer Tat ertappen und festnehmen bis die Polizei eintrifft, so ist das juristisch einwandfrei (Jedermannsrecht).
Sehe ich auch so.

Mittlerweile ist ja kaum noch Polizei präsent.
Wenn man an Ort A irgendwas anstellt, damit jemand die Polizei ruft, hat man alle Zeit der Welt um an Ort B, der etwas weiter entfernt ist, ein richtiges Ding zu drehen.
Das kann man sich locker ausrechnen. Und die Autobahn ist meistens in der Nähe ... ^^


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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 08:09
@Kc
dann lasse es mich anders versuchen um dir klar zu machen wo die verschiendenen Probleme auftreten:
Kc schrieb:Blöde Sache, wenn deine Existenz von deinen landwirtschaftlichen Maschinen abhängt oder wenn die öffentlichen Verkehrsmittel nur alle paar Stunden fahren und du dein Auto BRAUCHST, um zur Arbeit zu kommen.
Wenn meine Existenz an etwas hängt werde ich mit Sicherheit nicht meine Hoffnung in die Bürgerwehr legen. Als Landwirt schon garnicht.

Es wäre gut wenn du mal mit einem realen Beispiel kommen würdest: Größe deines Dorfes, Fläche sowie ungefähre Länge deines Straßennetzes inkl. Feldwege, Bauernhöfe und Einwohnerzahl. Von der Einwohnerzahl nimmst mal die Alleinerziehenden und nicht Wehrfähigen Personen weg, damit man ungefähr die Wehrstärke hat. Dann bitte daran denken das diese 24Stunden abdecken sollten. mind. jedoch im Sommer von 21 - 6 Uhr im Winter von 17-8 Uhr Dienst schieben können.

Als nächstes solltest du das ganze mal aufteilen in einen gerechten Dienst - den die Arbeitkraft bei dem die Brötchen rein kommen sollte darunter nicht leiden, ebenso wenig wie die Familienzeit.

Anschließend kannst du dir mal überlegen wie lange dauert es bis dein Ort komplett abgefahren ist. Sprich wie lange dauert eine Runde um alle relavanten Objekte zu begutachten.

Wie gesagt: ein Auto ist in 90 Sekunden "weg". Wenn eine Patrollie 20 Minuten braucht um wieder bei einem Objekt vorbei zu kommen: haben wir also 10 Autodiebstähle oder 5 Navis geklaut bekommen.
Wenn bei deinem Beispiel mit dem Landwirt der Traktor auf dem LKW ist - hat der Bauer genau das gleiche Problem wie bisher, es sei den dieser LKW wird von euch verfolgt oder angehalten.

Und gerade Bauernhöfe sind eher auch noch abseits gelegen.

Eine Wohnung ist in 5 Minuten leer (hier geht es um Wertsachen, die schnell auffindbar sind).

Die Gefahr die daraus resultiert ist einfach das relativ schnell der gleiche Frust entsteht wie beim Status Quo. Den eines ist der organisierte Dieb immer: Dreist und Clever.
Die Fahren nicht auf den Hof und nehmen das Ding mit ohne zu wissen wo ihr seid bzw. ohne vorher zu kundschaften.

Wie gesagt, vielleicht kommen wir uns näher wenn du mal das ganze logisch durchrechnest wie groß der Arbeitsaufwand ist und dann die Abdeckung dieser Abschreckung gegenüber stellst (wie gesagt, bitte daran denken das ihr einen hohen Aufwand habt und lange, kalte Nächte).

Wenn dann der Frust einsetzt - besteht eben die Gefahr das es ganz schnell nicht mehr bei "schauen, fotografieren und melden" bleibt.

Mal ein Beispiel wie dreist hier in Süddeutschland in meinem Nachbarort eine Wohnung leer geräumt wurde.
Montags war das Fahrrad aus dem offenen Hof geklaut.
Dienstags stand das Fahrrad wieder im Hof mit einem Zettel dran: "Sorry, ich habe gestern meine Bahn verpasst und mußte dringend zur Generalprobe an der Musikhochschule. Aus Not und Verzweiflung habe ich mich zu diesem Diebstahl hinreisen lassen. Um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen würde ich mich freuen wenn sie die Einladung zu unserem klassischen Konzert annehmen würden". Angehängt waren eben 4 Karten für die Musikhochschule.

Die Leute, naiv wie sie sind - hatten Mitleid und sich gefreut: Es gibt doch noch "gute" Menschen.

Nun ja, Samstags war dann ein klassisches Konzert welches genoßen wurde - bis zur Rückkehr in die Wohnung.
Und das war eine vielbefahren Straße ;)

Nochmal zum Bauer - dieser (wie finde ich jeder) sollte mit einfachen Mitteln seine Arbeitsmittel schützen. Das fängt an mit ein paar 500 Watt Strahlern mit Bewegungssensoren. Dafür sorgen das sein Fuhrpark dort steht wo nicht unbedingt jeder sich reinschleichen kann. Zaun, Mauer wenn möglich. und sichtbare Videokameras (diese müssen nicht mal an sein). Und schon hast du eine bessere Abschreckung als Bürger auf Patrollie.

Aber nochmal, mach mal ein grobes Konzept deiner Bürgerwehr auf deinen Ort bezogen (du mußt den Ort ja nicht bennennen) und du wirst vielleicht auf das Frustpotential auf das Kleinundgrün und ich hinauswollen stoßen.
Den aktuell hört man bei dir jetzt schon Verzweiflung - was kommt dannach wenn deine Maßnahmen nicht greifen?


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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 12:24
@scarcrow

Wieso denn Verzweifelung? :D

ICH hab von aufmerksamen Nachbarn und Bürgerwehren weder Vor- noch Nachteile, bei mir gibt`s keine solchen.

Sondern mit diesem Thread weise ich auf eine bestimmte Entwicklung hin, konkret in Brandenburg, die zu diskutieren ist.


Darüber hinaus ist meine Meinung, dass es skandalös ist, wenn in bestimmten Gebieten die Kriminalität immer weiter steigt, in diesem Fall in Form von Diebstählen und Einbrüchen und gleichzeitig die Möglichkeiten der Ermittlungsbehörden immer eingeschränkter werden.
Personalabbau, Schließung von örtlichen Wachen.
Damit der Landessäckel wieder ein wenig besser aussieht und sich die Damen und Herren in den bestimmenden, politischen Ämtern weiterhin ihre Vergüngstigungen leisten können.

Ich sage ganz einfach: Wenn die Polizei nicht in der Lage ist, wenn der Staat nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen, dann ist es zumindest für MICH absolut nachvollziehbar, wenn sie das selbst in die Hand nehmen!

Anstatt buddhahaft mit den Schultern zu zucken und zu sagen:,,Ja mei, was sollt`s...¨.

Die Bedrohungslage ist offensichtlich gegeben. Sie ist mindestens gefühlt, aber auch die handfesten Beweise für wachsende Zahlen von Diebstählen liegen anscheinend vor.

Dass die Polizei nicht überall sein kann, weiss ich so gut, wie jeder andere, auch wie jedes Mitglied von Nachbarschaftswachen und Bürgerwehren.
Ich ERWARTE aber als Bürger dieses Staates, dass der Staat zumindest in der Lage ist, angemessenen Aufwand in die Aufklärung und Bekämpfung von Verbrechen zu stecken und sie möglichst zu unterbinden!
Das aber geschieht nicht, kann gar nicht geschehen, wenn immer mehr Polizeidienststellen abgebaut werden, wenn gerade mal genug Leute in einem Gebiet vorhanden sind, um eine Anzeige aufzunehmen, aber von Ermittlung schon rein personell und ausrüstungstechnisch gar nicht die Rede sein kann.

Es ist ja wohl dann ein ziemlicher Hohn, sich darüber zu beschweren, wenn die Bürger selbst anfangen, die Augen offen zu halten und sich zu schützen!

Nach dem Motto:,,Ja, ist irgendwie doof, dass es immer weniger Polizei gibt und keine Ermittlungen und die Diebstahlserien weitergehen...Aber Bürgerwehren, Nachbarschaftswachen, nein, sowas darf man nicht, Gewaltmonopol muss beim Staat liegen, der wird schon helfen...¨.

Tut er eben nicht, das ist es ja :D

Sonst bestünde ja kein Bedarf für Bürgerwehren. Die meisten Leute können sich sicher bessere Beschäftigungen vorstellen, als nachts oder morgens in ihrem Dörfchen zu patroullieren.

,,law and order¨-Typen, Möchtegern-Sheriffs hast du immer, überall, auch bei der Polizei gibt`s die Leute, die einfach gerne den Mund groß aufmachen wollen und sich in ihrer Uniform unheimlich wichtig vorkommen.

Das trifft aber nicht auf die Mehrheit der Deutschen zu.
Diese wollen einfach nur, dass ihr Auto oder ihr Traktor morgens noch auf dem Hof stehen oder sie zumindest nicht immer wieder und wieder bestohlen werden.


Dieses Geunke:,,Uh, da haben wir sicher ganz schnell überall paramilitärische Schlägertrupps...¨ ist in meinen Augen eine Schwarzmalerei, die annimmt, dass hier bald texanische Grenze herrscht :D

Und konstruktiv ist es schon gar nicht, wenn man als einzige Alternative anzubieten hat:,,Das muss die Polizei machen...¨.


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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 13:18
@Kc
dann mach doch mal Butter bei die Fische:
Kc schrieb:Ich sage ganz einfach: Wenn die Polizei nicht in der Lage ist, wenn der Staat nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen, dann ist es zumindest für MICH absolut nachvollziehbar, wenn sie das selbst in die Hand nehmen!
wie genau soll das aussehen? dein Argument: Bebachten, Fotos und melden

damit hätten wir das:
Kc schrieb:Das trifft aber nicht auf die Mehrheit der Deutschen zu.
abgedeckt.

Soweit so gut.

Jedoch:
Kc schrieb:Es ist ja wohl dann ein ziemlicher Hohn, sich darüber zu beschweren, wenn die Bürger selbst anfangen, die Augen offen zu halten und sich zu schützen!
1. Sie schützen ihr Eigentum
2. Beschwert sich keiner
3. Die Augen offen halten ist super - dafür brauchs aber keiner Bürgerwehren. Dafür reicht es schonmal sich und seine Nachbarn im Auge zu behalten und sich regelmässig auszutauschen über die neusten Maschen oder sich auch Hinweise und Unterstützung geben in "wie mache ich es dem Einbrecher/Dieb schwerer"

und wieder:
Kc schrieb:Wenn die Polizei nicht in der Lage ist, wenn der Staat nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen, dann ist es zumindest für MICH absolut nachvollziehbar, wenn sie das selbst in die Hand nehmen!
Du redest von kleine Ortschaften an der Grenze, den dort sind die Cops mangelware. Aber ebenso sind dort Wehrfähige Menschen mangelware, deshalb forder ich ja von dir ein konkretes Beispiel woran du recht schnell sehen würdest das der Effekt der Resourcenknappheit nicht nur ein Problem bei der Polzei ist, sondern in jeder Ortschaft für sich!
Kc schrieb:Das trifft aber nicht auf die Mehrheit der Deutschen zu.
Diese wollen einfach nur, dass ihr Auto oder ihr Traktor morgens noch auf dem Hof stehen oder sie zumindest nicht immer wieder und wieder bestohlen werden.
kein Wiederspruch.

Jedoch: Aus dem Staatsspruch ,,Ja mei, was sollt`s"... bilden sich die Bürgerwehren/Nachbarschaftswachen
und beantworte dir doch selbst mal endlich die menschliche Frage: Was passiert wenn trotz Bürgerwehr die erfolgreiche Bekämpfung ausbleibt? Was ist die Reaktion "ja mei was solls"? Wir haben es versucht?
Oder kann es passieren das aus den friedfertigen Nachbarn vor lauter Zorn doch der Sherrif wird?

Beispiel bitte aufmerksam lesen und mich dann auf meine Fehler hinweisen:
Jänschwalde - Grenzgebiet zu Polen. 1900 Einwohn -> 20 je km2
da man jetzt nicht davon ausgehen kann das jeder m2 überwachenswert ist erhöhen wir die Bürger pro km2 auf 40.
von den 40 sind 5 zu alt, 5 zu Jung 10 Frauen (die wir jetzt mal nicht auf die Straße schicken).
bleiben 20 Männer für grobe 12 Stunden-Schichten jeden Tag/Nacht (großzügig wird heute nur zwischen 19 und 7 Uhr geklaut).
Sagen wir 2 Leute pro Tag können nicht (oder 1. in einer Zentrale, 1 kann nicht). bleiben 18. damit jeder jeder zu seinem Schlaf kommt ist die Schicht 40 Minuten pro person wenn der km2 allein durchgezogen wird.
80 Minuten wenn man zu zweit geht.

Ergo: 80 Minuten Dienst am Tag - keiner darf ausfallen, Krank werden oder Nachtschicht arbeiten. Ich finde den Aufwand schon jetzt recht hoch. man bedenke 7 Tage die Woche bei Wind und wetter.

Jetzt ist auf den ersten Blick 1km2 nicht viel. überwacht man dies aber zu zweit und geht davon aus das ein Bauernhof etwas ausserhalb liegt, das ein Haus je nach Standort 2 Straßen hat ist da recht viel Fuß/Fahrweg übrig. wenn wir im quatrat gehen haben wir allein schon 4km. der Mensch geht 5km "gemütlich" dh. nach 60 Minuten ist zu Fuß die Zeit schon aufgebraucht.
Mit dem Auto ist man schneller, aber auch auffälliger, hinzu kommen die Spritkosten, die sich über das Jahr hin summieren.

geht man jetzt davon aus: das ein Auto innerhalb 90 Sekunden den Besitzer wechselt haben die Diebe mehr als genug Zeit in Jänschwalde -

oder siehst du @Kc das ganze anders?

Was bleibt ist die Abschreckung der Patrollie (wobei ich hier zb. einfach meinen Späher positionieren würde) mit der Gegenüberstellung von hohem Aufwand (Zeitlich, Gesundheitlich, Geld und nervlich).

spätestens nach dem 4 Bruch merkt man - das bringt so nichts. den der Effekt der Abschreckung ist relativ schnell verflogen, so doof sind die Einbrecher nicht.

@Kc was für Menschliche Reaktionen folgen dann?
Kc schrieb:Und konstruktiv ist es schon gar nicht, wenn man als einzige Alternative anzubieten hat:,,Das muss die Polizei machen...¨.
wie sieht die Alternative zu: beobachte, Fotographieren und anzeigen aus?

Ich glaube zb. das kaum einem Soldat (im Krieg) oder Polizist oder Gefängnisswärter pauschal ein Sherifsyndrom zu zuschreiben ist - jedoch ändert man seine Vorgehensweise Situationsbedingt. und wenn dann Verzweiflung, Wut und "Macht" zusammenkommen, bedarfs nicht viele weiter Schritte - und das ist zu beachten wenn man eine Bürgerwehr fordert.

Ich kann den Wunsch nach Sicherheit durchaus nachvollziehen. Und natürlich kann es nicht sein das überall Stellen gestrichen werden.
Und natürlich entstehen da alternative Gedanken wie man sein Heim, Sich und sein Eigentum sichern kann.
Jedoch in meinen Augen wäre es sinnvoller sich erstmal Gedanken zu machen, wie verhindere ich das mein Eigentum entwendet wird. Das fängt bei der Wahl der richtigen Fenster bis hin zum Abstellplatz des Autos/Traktors an.
Nachbarn sollten sich austauschen. Der Gemeinderat kann Infoveranstaltungen mit SIcherheitsexperten organisieren - gibt es alles. Dem Nachbarn helfen seinen Fuhrpark zu "ummauern" und offene Augen und mistrauen schaden natürlich auch nicht.


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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 13:53
@scarcrow

Irgendwo scheint mir bei deinen Ausführungen, dass es nur ,,entweder hochprofessionell u. durchgehend¨ oder ,,gar nicht¨ gibt.

Jedenfalls wirken deine ganzen Rechen- und Planungsspiele von wegen ,,permanente Überwachung¨ so :D


Ich würde aber mal behaupten: Es muss gar keine permanente Überwachung her, schon gar nicht jedes Winkels.
Der Abwehreffekt liegt bei Dieben schon darin, dass für sie der Aufwand und die Gefahr der Entdeckung steigen!

Genauso, wie du es ja mit deinen Tipps andeutest, bessere Fenster, Überwachungskamera, `n Sicherheitsschloss an der Tür etc. - das macht man ja auch alles, um potenziellen Dieben und Einbrechern zu signalisieren:,,Hier habt ihr kein leichtes Spiel und könnt schnell entdeckt werden!¨


Es geht um die Erhöhung des Risikos und des Aufwands für Diebe und Einbrecher. Diese sollen nicht unbedingt konkret dingfest gemacht werden, sie sollen vielmehr gar nicht mehr ihr Handwerk ausüben.
Und es lässt sich zumindest annehmen, wenn man mal den verlinkten Artikel im Eingang liest, dass dies auch Erfolg hat.
Zwar nur in Form von Verdrängung, aber es ist eben nichts perfekt. Zumindest löst es das Problem lokal.

Und ob man sich nun einmal die Woche zum Kaffeekränzchen trifft und sich so erzählt, was man alles gesehen hat oder eben zu unterschiedlichen Zeiten spazieren geht und dann eben mal das Handy zückt oder freundlich fragt, was denn XY da zu suchen habe, kommt zumindest aus meiner Sicht auf`s Gleiche raus.

Es geht nicht darum, selbst Verbrecher zu fangen, sondern darum, die Ausführung von Verbrechen zu erschweren. Da ist es sogar ziemlich sinnvoll, unregelmäßig irgendwo aufzutauchen, weil somit Routen von Wachleuten nicht ausgekundschaftet werden können.
Wenn ich weiss, dass an einem Ort jeden Dienstag um 19:30 Uhr ein Wachmann vorbeikommt, dann werde ich sicher nicht Dienstag um 19:30 Uhr dort versuchen, das Tor zu knacken.
Wenn ich dagegen nie weiss, wann der Wachmann vorbei kommen könnte, wenn er praktisch ,,jeden Augenblick¨ auftauchen könnte, dann erhöht das mein Risiko, erwischt zu werden.


Ich geb auch mal zu bedenken, dass nicht unbedingt jeder das Geld hat, um sich mit lauter Sicherheits- und Überwachungstechnik auszurüsten.
Haben diese Leute dann Pech gehabt?


Irgendwo ist mir schleierhaft, warum du scheinbar ständig das Bild von baseballschlägerschwingenden Möchtegernwachen vor Augen hast, die nichts lieber tun würden, als sich irgendeinen Ausländer oder ,,verdächtige Person¨ zu greifen :D


Wie gesagt, das hört sich für mich wie Schwarzmalerei an, statt wie dem sinnvollen Tragen von Bedenken.
Es scheint für dich ja kaum die Möglichkeit zu geben, dass es


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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 14:37
Kc schrieb:Jedenfalls wirken deine ganzen Rechen- und Planungsspiele von wegen ,,permanente Überwachung¨ so :D
sorry, ich mach mir nun mal Gedanken wie eine Bürgerwehr funktioniert.
Wenn das für dich eine Bürgerwehr ist:
Kc schrieb:Und ob man sich nun einmal die Woche zum Kaffeekränzchen trifft und sich so erzählt, was man alles gesehen hat oder eben zu unterschiedlichen Zeiten spazieren geht und dann eben mal das Handy zückt oder freundlich fragt, was denn XY da zu suchen habe, kommt zumindest aus meiner Sicht auf`s Gleiche raus.
dann ist das für mich keine Bürgerwehr ;) sondern tatsächlich eher richtung aufmerksamer Nachbar, und wenn du meine Posts gelesen hast - ist es das was ich persönlich für richtig halte.

Wenn du aber von einer organisierten Bürgerwehr redest und davon sprichst das der Traktor morgens weg ist - dann ist ein gemütlicher aufmerksamer Spaziergang sehr weit davon weg effektiv die Polizei zu ergänsen.
Wann gehst du den zu unterschiedlichen Zeiten spazieren? nachts um drei? Stellst den Wecker und gehst dann gemütlich spazieren und sprichst dann 5 Polen an?
Kc schrieb:Wenn ich dagegen nie weiss, wann der Wachmann vorbei kommen könnte, wenn er praktisch ,,jeden Augenblick¨ auftauchen könnte, dann erhöht das mein Risiko, erwischt zu werden.
gut, und was macht dann nochmal der Späher? ah er gibt info... der Mann auf der Straße wird dann vielleicht in Gewahrsam genommen jedoch aufgrund von "nichts getan" wieder freigelassen - und am nächsten Abend ist er wieder irgendwo.
Kc schrieb:Ich geb auch mal zu bedenken, dass nicht unbedingt jeder das Geld hat, um sich mit lauter Sicherheits- und Überwachungstechnik auszurüsten.
Haben diese Leute dann Pech gehabt?
Nur mal als Beispiel: deine Fensterläden sicherst du mit Material für nichtmal 10 Euro das Haus. Lediglich eine Bohrmaschine brauchst du. Man braucht keine Infarot Videokamera. Wie gesagt, 10 Euro bewegungsmelder tun auch ihre Sache. Bei Manchen hilft es schon wenn sie mal ihren Garten etwas aufräumen bzw. die Stellen etwas übersichtlicher machen.
Kc schrieb:Irgendwo scheint mir bei deinen Ausführungen, dass es nur ,,entweder hochprofessionell u. durchgehend¨ oder ,,gar nicht¨ gibt.
wie gesagt, du liest oder verstehst meine Posts nicht. mag vielleicht an mir liegen:

also worauf willst du hinaus? Regelmässiges spazieren gehen die Nacht durch oder Bürgerwehr?

Den für Aufmerksamkeit -> bin ich -> wie ich in mehreren Post mitgeteilt habe, auch wenn du es scheinbar nicht wahr haben willst.
Und was du auch nicht verstehen willst (weil du auch nicht darauf antwortest) was die Konsequenzen von Mißerfolg sind.

oder nochmal anders:
Kc schrieb:Es geht nicht darum, selbst Verbrecher zu fangen, sondern darum, die Ausführung von Verbrechen zu erschweren. Da ist es sogar ziemlich sinnvoll, unregelmäßig irgendwo aufzutauchen, weil somit Routen von Wachleuten nicht ausgekundschaftet werden können.
diese Unregelmässigkeit wird organisiert oder wird diese dann jedem selbst überlassen?
Das ist z.b. ein Unterschied zwischen Bürgerwehr und Aufmerksamkeit/individuelles handeln.
Kc schrieb:Irgendwo ist mir schleierhaft, warum du scheinbar ständig das Bild von baseballschlägerschwingenden Möchtegernwachen vor Augen hast, die nichts lieber tun würden, als sich irgendeinen Ausländer oder ,,verdächtige Person¨ zu greifen :D
nochmal, ich habe da kein Bild vor augen, ich lese aber in dem Bericht 17 Leute die Abends/Nachst streife fahren und nach eigenem Ermessen:
"Wenn ein Ortsfremder nachts langsam durch ein Dorf fährt, dann fragen wir uns, wer das ist." Oft rufen sie dann die Polizei.
handeln.

In Ordnung.
Wenn du allerdings den Arikel gelesen hast, dann frage ich mich wieso du unserer Gedankengänge für abwegig hälst
Kc schrieb:Und es lässt sich zumindest annehmen, wenn man mal den verlinkten Artikel im Eingang liest, dass dies auch Erfolg hat.
Zitat aus diesem Artikel:
In Bürgerwehren sammeln sich nicht nur Leute wie Schwagerick, sondern auch Rechtsextreme, Blockwarte und Schlägertypen. Mehrfach gerieten freiwillige Ordnungshüter schon außer Kontrolle. In Neuruppin stehen bald mehrere Bewohner des Dorfes Kremmen vor Gericht. Sie sollen zwei polnische Erntehelfer verprügelt und stundenlang festgehalten haben, weil sie sie des Einbruchs verdächtigten. Die Polizei warnte danach eindringlich vor Lynchjustiz.

In Sachsen läuft geraumer Zeit ein selbsternanntes Freiwilliges Polizeihilfswerk Streife. Hinter der Gruppe sollen sich die Reichsbürger verbergen, ein Netzwerk von teils Rechtsextremen, das vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Auch in Küstrin-Kietz sollen vor Jahren Neonazis angeboten haben, für Recht und Ordnung zu sorgen.
oder:
Vor einigen Wochen gründete sich auf Facebook eine Gruppe namens "Bürgerwehr Eisenhüttenstadt". Empathisch verlangen die jungen Gruppengründer ein "Erwachen" für "unsere Stadt und deren Sicherheit". Und sie fordern die 400 Fans auf, sich "politisch korrekt" zu verhalten. Trotzdem standen in den Kommentaren Sätze wie: "Ausländer dahin, wo sie herkommen". Eine Nutzerin beschwert sich über bettelnde Sinti und Roma und prophezeit, dass die bald in Lager gesteckt würden.
also selbst Dein Artikel äussert die Bedenken. Wobei ich nicht mal so weit gehe das jede Bürgerwehr von Glatzen unterwandert ist aber eines ist sicher, dort wo das einfache Spazieregehen eben nicht mehr ausreicht und man auf den Staat ja sowieso nicht bauen kann und ein Ja mei was solls, nicht mehr genügt - was dann?

Guter Abschluß des Artikels, und das ist genau wo ich auch ansetze:
In Küstrin-Kietz haben die Diebstähle vor wenigen Wochen plötzlich aufgehört. Nach Jahren. Noch ist es zu früh zu sagen, ob die Diebstähle nun dauerhaft nachlassen. Möglich ist es. Bürgerwehren haben auch schon an anderen Orten Diebe vertrieben.
Noch ist es zu früh, und wie ist die Reaktion auf einen erneuten Anstieg?

Und zu guter letzt. auch wenn du es warscheinlich eh nicht liest - ich weiße lediglich auf die Gefahrenpotentiale hin die durch den Frust entstehen -> oder wärst du so ein Bürgerwehrler der sich Nacht für Nacht aus dem Bett quält und dann einfach akzeptiert das trotz deines Einsatzes weitere Diebstähle etc. begangen wurden?


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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 14:38
@Kc
ach ich seh schon, mein Post ist zu lange.
Deshalb einfach gefragt:
was heißt du für gut:

- unkoordinierte Spazieren gehen
- koordiniertes Spazieren gehen und hoffen das alles gut wird und bei misserfolg einfach weiter laufen?


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Luminarah
ehemaliges Mitglied

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Bürgerwehren in Brandenburg

13.05.2014 um 21:54
Die Sache ist doch einfach. Wenn ein Streifenwagen eine Stunde braucht bis er vor Ort ist und es nicht zu stoppende Einbruchsserien gibt ,dann nehmen die Leute das eben irgendwann selbst in die Hand . Das kann man gar nicht verhindern ,es ist auch völlig legal.

Wem das nicht passt ,der hat alternativ die Möglichkeit ,die Polizeipräsenz wieder auszubauen ,die ja politisch gewollt immer mehr reduziert und kaputtgespart wird.

Weniger Staat bedeutet dann eben auch mehr Wildwuchs und Bürgerwehren. Wenn ich weiss ,ich werde im Häuschen zehnmal abgemurkst bevor die Leute von der 110 kommen ,dann wefden immer mehr Leute die Knarre unterm Kopfkissen haben.

So einfach ist das. Die Politik kann wählen ,was lieber ist.


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Bürgerwehren in Brandenburg

14.05.2014 um 16:50
@scarcrow

Es ist mir absolut bewusst, dass auch die falschen Leute in Bürgerwehren auftreten.
Auch Neonazis.

Es ist mittlerweile ein durchaus bekanntes Phänomen geworden, auch in anderen Bereichen, dass die ,,neue Rechte¨ nicht mehr so gerne durch klare Erkennbarkeit ihrer Gesinnung auffallen möchte, sondern subtiler daherkommt.

Auch als Vereinstrainer, auch als Mitglied im Elternrat, als Organisator eines Scheunentanzes im Dorf.
Oder eben als Mitglied einer Bürgerwehr.

Der Sinn ist: Wer mit Bomberjacke und ,,Heil Hitler¨ daherkommt, ist bei den meisten Deutschen sofort unten durch, mit Neonazis wollen die wenigsten was zu tun haben. Also gibt man sich nicht offen als Neonazi zu erkennen, sondern als engagierter Mitbürger, als aktiver Elternteil, als hilfreiches Gemeindemitglied, als jemand, der für Recht und Ordnung sorgt.

In diesem Sinne besteht zweifellos die Gefahr, dass sich auch Neonazis - oder anderweitig ungeeignete Personen - in Bürgerwehren engagieren.

Das ist mir bewusst und darauf muss man auch ein Auge haben. Genauso, wie auf die Probleme, die mit Machtausübung eben einher gehen, die Verführung zum Machtmissbrauch.

Insofern sind deine Bedenken berechtigt, das erkenne ich auch an.


Trotzdem denke ich, dass du zu schwarz malst.

Auch in anderen Betätigungsfeldern des öffentlichen und sozialen Lebens hat man rechtsradikale und ungeeignete Personen, die nicht sofort als solche erkennbar sind.
Trotz der Gefahr ihres Engagements in solchen Bereichen schließen wir doch aber nicht von vornherein Freiwillige Feuerwehren, Elternräte, private Festorganisatoren aus.

Sondern wir beobachten sie und ihr Handeln und ihre Aussagen, jedenfalls idealerweise.

Und wenn sich DANN herausstellt, dass eine konkrete Person ungeeignet ist oder zweifelhafte, politische Ansichten besitzt, DANN handeln wir und sagen:,,Moment mal, jemand, der undeutsche Ethnien für minderwertig hält, den wollen wir nicht im Elternrat haben! Weg mit dem!¨.


Es erfolgt eine Kontrolle durch die Öffentlichkeit und durch die Organisation, in der man sich engagiert.


Warum sollte das nicht auch bei einer Bürgerwehr möglich sein?

Ich verneine nicht das Potential zu Problemen und Gefahren solch einer Bürgerwehr.
Jedoch sind meine Erwartungen positiver. Gerade dann, wenn die Mitglieder von Bürgerwehren sorgfältig ausgewählt werden.


Und wie gesagt:

Ebenfalls habe ich den Grundsatz, dass man es den Menschen nicht verübeln kann, wenn sie anfangen, sich selbst zu schützen, weil der Staat sich immer mehr zurückzieht, besonders aus ländlichen Regionen.
Wenn der Staat das ,,Gewaltmonopol¨ beansprucht, dann muss er auch beweisen, dass er es ausüben kann zum Wohle der Bürger.


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Paradigga
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Bürgerwehren in Brandenburg

14.05.2014 um 16:52
Der Schritt von einer Bürgerwehr zum Lynchmob ist klein.


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Bürgerwehren in Brandenburg

15.05.2014 um 08:21
Kc schrieb:Insofern sind deine Bedenken berechtigt, das erkenne ich auch an.
das ist alles was kleinundgrün und ich andeuten wollen.
Kc schrieb:Trotzdem denke ich, dass du zu schwarz malst.
Wenn man über so ein Thema diskutieren mag, dann muß man schwarz malen. Wenn du ein Konzept oder ähnliches erstellst dann ist es einem jede Aufgabe die möglichen Konsequenzen wenigstens in betracht zu ziehen bzw. sie mal gehört zu haben und am besten mal kurz darüber nachgedacht.

Es geht auch nicht nur um die NeoNazis.

Wenn man nochmals den Artikel nimmt, die Polizei braucht 30 Minuten um zum Einsatzort zu kommen. In 30 Minuten kann der Potentielle Verdächtige/Dieb schon 50km weit weg sein. Und dann bringt evtl. doch Fotos eine Fahnund nichts. Wenn der Traktor auf dem LKW liegt und wegfährt - ist er für den Bauer verloren. Lediglich wenn sie ihn auf der Straße anhalten hat er vielleicht kein Glück.
Das alles kann zu Frust führen. "wir hatten ihn doch nur die Bullen waren wieder zu langsam" - davon abgesehen das es ganz normal sein würde wenn die Cops irgendwann nicht mehr direkt anrückt weil in dieser Woche schon 10 Autos zu langsam durch den Ort gefahren sind (in dem Artikel zu lesen).

Wie gesagt, Frust lässt ganz schnell Menschen verändern. Und diese Gefahr ist ohne Wenn und Aber real.

Das sind GEschichten die das Leben schreibt, nimm nur mal den Verdächtigen aus Norddeutschland der das Mädchen im Parkhaus getötet haben sollen und unschuldig war, da wurde zum Lynchmob aufgerufen. Das waren keine Nazis, das waren zum großen Teil ganz normale Durchschnittsbürger die verzweifelt und wütent waren.
Und das kann (ich sage sogar wird im ein oder anderne Ort passieren) wenn der Erfolg aus bleibt.

Im Artikel lief die organsierte Bürgerwehr ein paar Monate. Bei uns hier ist es meistens ruhig, aber es ist zu beobachten das immer wieder Einbruchsserien stattfinden. Diese finden alle paar Monate ein paar Tage lang statt. Da werden zb. in einer Straße in der Nacht eben mal 10 Navis gestohlen und dann ist wochenlang ruhe.
Kc schrieb:Ebenfalls habe ich den Grundsatz, dass man es den Menschen nicht verübeln kann, wenn sie anfangen, sich selbst zu schützen, weil der Staat sich immer mehr zurückzieht, besonders aus ländlichen Regionen.
Wenn der Staat das ,,Gewaltmonopol¨ beansprucht, dann muss er auch beweisen, dass er es ausüben kann zum Wohle der Bürger.
Das ist komplett richtig. Nur das gibt nicht jedem Bürger das Recht dann selbst das Gesetz in die Hand zu nehmen. Mitarbeiten Ja, in die Hand nehmen eher nicht.
Es hat seinen Grund warum Polizisten ausgebildet und betreut werden. Nur ein weiteres Beispiel, die Bürgerwehr friedlich wie sie ist befrägt einen Fremden. Es eskaliert und der Fremde schlägt zu. Glaubst du dann das am nächsten Tag die Bürgerwehr genauso unvorbereitet und friedlich weitermacht? oder denkst du das die nächste Stufe der Vorbereitung zb. Pfefferspray am Mann einritt?
Das ist Schwarzmalerei die leider in der Menschlichen Natur liegt und Beispiele in der Welt gibt es täglich.

Und nochmal - extra zu verständnis: ich sage nicht das jede Bürgerwehr dann so ist.


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