Anonym7213 schrieb:Für andere gab es ein paar Kilo Fisch und Kartoffeln. Ich hoffe mal, dass sie da nicht nur dran riechen durften 😁.
Um sich manches zu verdeutlichen müsste man sich das einfach mal hier vorstellen: Wenn Hinterbliebene von gefallenen Soldaten nen Sack Mehl oder Kartoffeln und ne Dose Sauerkraut kriegen.
Hier würde man den Irrsinn (für unsere Verhältnisse meine ich) als Absurdität bezeichnen und alle würden auf die Barrikaden gehen. Und wenn wir uns reguläre Gelder oder was es da ferner geben mag (neben privaten Maßnahmen wie Lebensversicherung etc) nicht mehr leisten könnten weil die Wirtschaftslage nur noch materielle Güter dieser Art wie Lebensmittel zur "Auszahlung" erlauben würde hätten wir glaube ich ganz andere Sorgen.
Es zeigt einfach wieder ein gewisses Level an Absurdität was in der kleptokratischen Regionalmacht Russland vorherrscht. Die russische Elite und die Oligarchen schieben sich Kaviar und Sekt in den Arsch während die armen Schlucker und ethnischen Minderheiten des Ländle für deren Großmannssucht und "illusions of grandeur" verrecken dürfen und deren Hinterbliebenen dann mit ein paar Lebensmitteln abgespeist werden.
Wenn es dann noch stimmt und keine Fehlinterpretation/Falschaussage ist, dass die Lebensmittel dann sogar wieder entzogen wurden, dann muss man sich fragen was mit den Russen politisch und teils gesellschaftlich einfach nicht stimmt. Ach und diese Bonizahlungen bei abgeschlossener Tour (also Tour im Sinne von tour of duty, also Dienstzeit quasi)? Bringen einem ja nichts mehr wenn man stirbt. In gewisser Weise kann man so auch viele anlocken und wenn die sterben ist man ja fein raus mit diesen Sonderzahlungen weil die ihre tour ja nicht abschließen.
Aber irgendwo ist es einfach ein krasses Missverhältnis. Man kann die Russen für vieles kritisieren aber wir müssen auch uns kritisieren. In Russland ist eine enthemmte teils markant ent-politisierte Gesellschaft so stumpf, dass man in gewisser Menge für imperialistische Ambitionen kämpft und andere Nachbarländer in Angriffskriegen überfällt. Respektive die einen das aktiv bejubeln und möglich machen und die anderen passiv mit der Schulter zucken oder keinen Widerstand leisten, es hinnehmen und vielleicht nur im kleinen Rahmen Kritik äußern weil sonst die Keule kommt.
Und hier?Wir sind eigentlich politisch viel sensibler was so was angeht. Bei uns würde keine Gesellschaft aufgeputscht von Propaganda und Hurra-Patriotismus imperialistische Angriffskriege starten. Zumindest müsste man dafür erst hohe Widerstände überwinden, da wir aus der Historie Dinge gelernt haben. Und es müssten starke gesellschaftliche Verwerfungen entstehen.
Aber: Hier scheißt sich eine relativ wohlstandsverwöhnte Gesellschaft schon vor dem zu Ende gedachten Konzept "Wehrhafte Demokratie" ein wenn es um defensive Wehrresilienz und Teilnahme daran geht. Es zieme sich nicht ob unserer Historie gerade an imperialistische Angriffskriege zu denken, Gott oder Terra (oder an was man auch glaube oder priorisiere) bewahre.
Aber nachdem wir ja gerade mal kollektiv Täter waren aber zugleich aus der Sicht der Opfer und Überfallenen wissen müssten, wie wichtig eine starke Demokratie mit denklogisch eben auch starken Streitkräften sein müsste greift beim Michel die Naivität und Lethargie. Wenn man es mal ehrlich runterbricht wollen viele alle irgendwie Wohlstand oder möglichst wenig Aufwand oder tun und alle möglichen Services, Grundlagen und "amenities" bzw. Güter. Aber wenns hart auf hart käme? Geht das Geheule los. Oder man haut ab. Ist zumindest meine Wahrnehmung.
Fairerweise bedenkt das all die eher idealistischen und selbstlosen Menschen und alle in diversen Ehrenämtern usw. nicht. Aber auch gemäß einiger Umfragewerte gibt es dann doch genug die sich im Zweifel abwenden.
Ja, es ist wahr, man kann in einer empfundenen Gerontokratie gerade als junger Mensch auch etwa beim Thema Wehrpflicht fragen, wo der Anreiz ist wenn man meint dass zu wenig für eine Jugend und Zukunft des Landes getan wird. Aber vom Argument Jugend und Wehrpflicht mal abgesehen gibt es immer noch genug Raum für Kritik am Bürger, der sich zu fein ist oder gewisse Notwendigkeiten nicht wahrhaben will. Bzw. das im Jahre 2025/2026 immer noch nicht will, trotz der geopolitischen Lage.
Ich wollte einfach mal einen groben gesellschaftlichen Vergleich mit einer Prise Gesellschaftskritik in beide Richtungen noch in den Ring werfen. Manche wollen es vielleicht nicht hören und ich weiß wir sind hier auch keine Massenplattform, ergo verhallen hier meine Worte eher im Wind und werden von keiner Masse gesehen. Aber ich denke es ist hin und wieder mal ganz gut oder ein reality check auch mal die eigenen Befindlichkeiten der eigenen Gesellschaft, die ja nun bedrohter ist als noch vor was weiß ich, 10 Jahren oder 20, zu betrachten.
Um einfach mal abzuklappern, wie wir denn so auch mental und von Mindset her aufgestellt sind.
Die einen sind zu imperialistisch barbarisch. Das ist ein falsches Verhältnis. Die anderen sind gefühlt zu unwillens und schwach. Ich hoffe wir kommen nie in den akuten Zwang das testen zu müssen - aber ich hoffe wir sind in ausreichender Zahl mit ausreichender mentaler und anderer Resilienz bereit, wenn uns die Schlächter mal bedrohen sollten.