Ohje. Hier geht wieder ganz ganz viel durcheinander, obwohl die meisten Fragen schon geklärt wurden.
Desperadoo schrieb:Wie jetzt? Ein Geschichtsstudium? Gut das dort sowas wie Quellenkritik nicht gelehrt wird!
Nun gibt es auch Leute mit Studium die keine Ahnung haben - siehe Björnbernd das Brot Höcke. Das Wenige was ich von TH bis dato gesehen habe sieht allerdings durchaus schlüssig aus.
Um in einer mündlichen Präsentation (Lehre) das Fach Geschichte
selbständig (also ohne externes Prüfverfahren) vertreten zu können, ist - nach der im deutschsprachigen Raum gültigen gesetzlichen Lage - eine Promotion in der Geschichte nicht ausreichend, sondern es muss die Habilitation hinzukommen. Heinrich hat beides nicht. Damit hat er keine Qualifikation für selbstständige mündliche Beiträge. Das Studium würde ihn immerhin dazu qualifizieren, Aussagen Dritter, z.B. als Journalist, richtig wiederzugeben.
Die Anforderungen, einen historischen Text zu verfassen, sind weniger hoch. Eine formale erste Vorausetzung ist meist nur die Promotion oder kurz davor. Heinrich hat beides aber nicht. Selbst in diesen Fällen - bzw. völlig unabhängig von der formalen Qualifikation - muss ein Text aber weitere Voraussetzungen erfüllen, um rezeptions- und zitierfähig zu sein: 1) Die Offenlegung der Quellen v.a. für zentrale Aussagen mit der Möglichkeit, diese nachzuprüfen 2) das externe Prüfverfahren (peer review). Heinreich erfüllt keine der drei Voraussetzungen.
Quellenkritik ist zwar ein Thema im Studium, aber Heinrich bespricht in den youtube-Videos, die mir empfohlen wurden, keine Quellen. Das heißt nicht, dass er davon nichts versteht, sondern einfach nur, dass er als Influencer gar nichts anderes kann als seine Hörern nach dem Mund zu reden - was die hören wollen erfährt man beispielhaft hier im Forum. Auch wissenschaftlich ist dies belegbar:
Beitrag von Panaetius (Seite 4.446). Es handelt sich also um ein Wunschdenken, das er verstärken muss, und eine Erwartungshaltung der Hörer. Nur so kann er Follower generieren. Ohne Follower hat er keine Einnahmen und muss sich beruflich neu orientieren, was in Panama außerhalb der gig economy nicht leicht sein dürfte.
Das ist nicht als Kritik gemeint, sondern man muss, um Medienkompetenz zu lernen, die Dinge unterscheiden können. Influencer sind was ganz anderes als Experten. Die einen reden nach dem Mund, die anderen werden unabhängig davon finanziert. Deshalb gibt es sowas wie öffentliche Förderung von Historikern usw.
Desperadoo schrieb:Rausgeflogen oder Ausgetreten...?
Die Darstellung oben beruht auf open source Quellen:
Erster Vorsitzender der Jungen Alternative wurde ein Würzburger Marketing-Fachmann namens Torsten Heinrich. Nach seiner Wahl warf ihm die unterlegene Konkurrentin vor, „nationalistische Positionen“ zu vertreten. Heinrich konnte sich dies damals nach eigenen Angaben „nicht erklären“. Heute wirkt ein solcher Vorwurf an einen JA-Bundesvorsitzenden beinahe komisch.
Nicht verwunderlich, dass Heinrich nicht lange Vorsitzender blieb. Im Februar 2014 legte er sein Amt nieder, im März trat er auch aus der AfD aus. Mittlerweile lebt Heinrich in Panama und betreibt von dort hauptberuflich einen YouTube-Kanal zu militärgeschichtlichen Themen mit knapp 150.000 Abonnenten.
Quelle:
https://www.morgenpost.de/politik/article241633192/Das-ist-die-Junge-Alternative-Programm-Personen-Netzwerke.htmlEr wurde also wegen der "nationalistische[n] Positionen] aus dem Amt gechasst, hat es nicht freiwillig niedergelegt. Der formale Austritt war dann die weitere "Quittung".
Sein Rückzug aus der Politik folgte 2022, über die Gründe hat er nichts gesagt:
Seit seinem Austritt aus der Politik im Jahr 2022 ist er unter dem YouTube-Kanal »Militär & Geschichte mit Torsten Heinrich« bekannt
Quelle:
https://erfolg-magazin.de/torsten-heinrich-ich-versuche-mich-vor-allem-an-meinem-spiegelbild-zu-messen/Es ist nichts darüber bekannt, dass er zwischendurch in ein anderes Lager gewechselt ist als das der AfD.
Die Auswanderungsgründe bzw. die Gründe für den Aufenthalt gehen auf die Selbstdarstellung von Heinrich zurück:
Aussagen von ihm aus der jüngeren Vergangenheit (ca. halbes Jahr) auf seinem zweiten Kanal, auf dem er über sein Leben in Panama berichtet, erklärt er auch warum er ausgewandert ist, und zwar weil er keine Steuern zahlen will und weil er Waffen besitzen möchte.
Quelle:
https://www.whq-forum.de/invisionboard/index.php?showtopic=31141Man findet dort einen Link, wo man die Aussage nachvollziehen kann.
Bei den Steuern geht es offenbar um die youtube-Einnahmen. Würde er die in Deutschland bezahlen, hätte er wohl nicht genug zum Leben. Die Lebenshaltungskosten kommen hinzu. Fragt sich, was er macht, wenn der Krieg vorbei ist. Eine gefährliche Mischung.