Berryl schrieb:Herrlich, diese abgehobene Art.
Mei, ist doch alles nur eine Frage der Propaganda und dergleichen.
Bei Corona haben auch genug Deutsche der Abschaffung von Grundrechten freudig zugestimmt.
Für die neue potentielle Wehrpflicht gibt's auch genug befürworter.
Mei ja, ich weiss ja wie moralisch wir überlegen sind und ganz ganz anders unsere Lage sowieso ist xdddddd.
Ne, du kannst es dir auch sparen.
Russland=andere Haut, steckt keiner von uns drin.
Sobald der Rahmen stimmt, würde das was dort geht, auch bei uns gehen.
Und alle würden wieder jubeln und die gottverdamten Pessimisten, Wehrkraftzersetzer, Republikfeinde und wie man sie nennen mag hinhängen.
Wir hatten jetzt zwei große Diktaturen hinter uns, die sich ohne Probleme halten konnten und die pflichtschuldig bejubelt wurden.
Für ein Urteil, über ein Volk was wiederum unter einer steht, sind wir wirklich der letzte lächerliche Depperlhaufen der da was sagen darf.
@Fedaykin hat m.E. schon zutreffend darauf geantwortet.
Ich finde den Corona-Vergleich irgendwie auch unpassend. Ansonsten entnehme ich irgendwie grob dem Text, wir als Deutsche sollten die Klappe halten und nicht über Russen die unter quasi-diktatorischer Knute leben urteilen?
Äh... nein.Gerade wir als Deutsche haben, wie
@Fedaykin schrieb, das Spiel quasi anderthalb bis zweimal hinter uns gebracht - und augenscheinlich mehr daraus gelernt. Gerade weil wir uns davon in Summe mehr als einmal losschütteln konnten - einmal nur durch externe 'Hilfe' bzw. militärisches Niederringen, beim zweiten mal eher friedlich aus eigener Kraft und weil das ideologisch-ressourcentechnische Gerüst (die SU) quasi Pleite ging oder auf den Müllhaufen der Geschichte wanderte, respektive dafür die Bedingungen gut waren das friedlich über die Bühne zu bringen statt kämpferisch. Gerade weil wir es besser kennen und wissen. Gerade weil wir uns davon lossagen konnten auch wenn es etwa über gewisse extremistische Parteien immer wieder autoritäre Kräfte auch im eigenen Land gibt, die aufbegehren und (liberale) Demokratie überwinden wollen.
Gerade deswegen können wir wohl am besten darüber urteilen, als quasi Traumatisierte von solchen Systemen. Da hilft ein kryptischer "Hätte-hätte"-Verweis, ein "joa könnte ja auch hier wieder so kommen" irgendwie in der Debatte wenig? Ja, klar? Aber wo negiert das jetzt die Kritik über die russische Gesellschaft oder das Mindset vieler dort?
Anders rum gefragt: Sollen wir das unkritisch hinnehmen bzw. nicht kritisch kommentieren? Nun, wenn das die Argumente sind, finde ich sie nicht überzeugend. Dann werde ich im Zweifel (ob ich es nun so äußere oder die Argumentation mittrage) halt als "abgehoben" betitelt.
Berryl schrieb:Russland=andere Haut, steckt keiner von uns drin.
Wie gesagt, wir kennen es historisch.
Oder muss ich deine Kritik vielleicht, wenn ich den "benefit of the doubt" anwende, so deuten, dass du sagen willst, dass es für uns jetzt leichter ist zu urteilen in einem freieren System mit weniger Repression bzw. maßgeregelter rechtsstaatlicher Repression, über irgendwelche Leute zu urteilen die im Zweifel massiver Repression unterliegen?
Ja, gut - so gesehen ist es klar. Binse. Russen, ob nun propagandistisch beeinflusste wie auch aufbegehrende aktivistische, haben weniger Spielraum dort als wir hier.
Aber das kann doch kein Grund sein, Kritik da gerade aus unserer aufgeklärteren Sicht zu negieren, wenn es um
"Jubelperser" Jubelrussen geht die so was befeuern. Gerade in der Neuzeit leben wir und auch die Russen in einer informationstechnisch freieren Gesellschaft und haben zumindest die Möglichkeit zu hinterfragen oder divers zu informieren, da dort (noch) keine so krasse informationstechnische Abschottung wie in China/NK vorhanden ist. Weder der 0815-Zivi der sich aus freien Stücken dem Kremlnarrativ anschließt noch der kämpfende russische Soldat (die m.K.n. in Summe auch meist immer noch quasi freiwillig in die Streitkräfte und kämpfen gehen und nicht in Masse gezwungen werden) der Kriegsverbrechen willentlich und wissentlich an Frontabschnitten begeht ist frei von Kritik aus deutscher Sicht nur weil die in ner quasi-autokratischen Gesellschaftsform leben und wir das auch mal erlebt haben - im Gegenteil.
Als Antreiber einer solchen tragen sie halt irgendwo zum Erhalt dieser bzw. zu Dingen bei, die man eigentlich für überwunden glaubte was europäische Breitengrade angeht. Gerade weil wir selbst das Spiel quasi mehr als einmal hinter uns haben dürfen wir uns, glaube ich, kritisch-ablehnend aus dem Fenster lehnen und das in Abrede stellen - auch wenn man zugleich realisieren kann, dass manche es davon schwer haben weil sie ggf. von früh an so sozialisiert werden und quasi in die Irre bzw. auf einen Irrweg geführt werden. Aber wie gesagt, manche oder viele haben die Wahl auch zu hinterfragen. Die berühmten "Küchengespräche" (als Raum politischer Diskussion und Kritik in Haushalten) die es schon vorher gab kommen ja nicht von irgendwo.
Der Ami würde jetzt quasi sagen, was diese Kritik von dir angeht: You're barking up the wrong tree, mate.