Röhrich schrieb:Die Ukraine muss erfinderisch sein, weil ihr einfach die Masse an schwerem Gerät fehlt und der Kampf mit verbundenen Waffen nicht möglich ist dadurch.
Was viele noch nicht wirklich begriffen haben ist dass die Ukraine eine Entwicklung fortführt, die vor Jahrzehnten begonnen hat und die nun eine solche Dimmension erreicht hat, dass sie die ganze Militärtechnik verändert.
Bisher war Militärtechnik die Domäne von staatlichen akteuren und großen Konzernen. Hightech außerhalb des Zugriffes von Jedermann.
Mittlerweile hat sich das völlig verändert.
Es ist die "Demokratisierung von Hightech Waffentechnik". Die Kombination von billiger aber leistungsfähiger Consumer Elektronik, von OpenSource-Wissen, Clouddiensten und Social Media Communities zu einer Waffenschmiede.
Begonnen hat diese Entwicklung mit IEDs begonnen hat (
Wikipedia: Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung) und ungelenkten und ungenauen Kurzstreckenraketen wie die Quazam (
Wikipedia: Qassam-Rakete).
Diese stellten die ersten, richtig gefährlichen Waffen dar die man in seiner Küche oder der Autowerkstatt nebenan herstellen konnte.
Dann kamen 3-Drucker und die ersten gedruckten Schusswaffen.
Dann kamen die Smartphones und RasberryPIs. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit war es möglich im Hobbykeller eine ferngesteuerte Waffe zu bauen, mit Satelitenaviigation, HD-Kamers Feed und genug Logik um selbst den Weg zu finden.
Mittlerweile kann man Sprengfallen bauen die nicht nur auf einen bestimmten Typ Fahrzeug reagieren, sondern das Nummerschild lesen und ein bestimmten, einzelne Fahrzeug als Auslöser zum detonieren verwenden. Ihne Geheimdienstliche Spionageaktivität (Sender, etc.)
Mittlerweile kann man für einige hundert Dollar, eine Quazam mit Satelitennavigation und visuellem Bodefolge-Logik auszustatten. Womit die Billigrakete eine Zielgenauigkeit hat die vor wenigen Jahren nur ewine Hightech-Waffenhersteller erreichen konnte.
Kurzum, das Monopol des Industriellen-Militärischen Komplexes auf Hightech-Waffen ist gefallen.
DAS erklärt auch die patzige und ziemlich dumme Reaktion des Armin Papperger, Chef von Rheinmetall, über die ukrainischen Drohnen.
Diese "Hausfrauen" sind eine echte Gefahr für sein Geschäftsmodell.
Nur mal so überlegt.
Ich könnte jetzt, ohne Vorbereitung, innerhalb 3-4 Tage bei mir im Hobbykeller eine Flächendrohne mit GPS Satelitenavigation und Autopilot zusammen bauen die einen 1-2kg Sprengkopf innerhalb von ca. 30km ziemlich genau abliefert. Nur mit Handelsüblichem Zeuchs (bis auf den Sprengsatz, aber mit nem Landwirt an der Hand wäre das auch machbar) den ich im Modellbauzubehör einkaufen kann.
Investiere ich ein paar tausend Euro in einen CNC-Schaumschneider, einen 3D-Drucker und anderes Werkzeug, würde ich wohl 1 pro Tag fertig stellen können, sagen wir mal 300 im Jahr.
Macht das eine ganze Community (die Hausfrauen in der Küche) von 300 Leuten, dann sind das 90000 GPS gesteuerte fliegende Nahbereichssprengsätze, hergestellt in den berüchtigten Küchen und Hobbykeller.
Etwas wofür man noch vor 20 Jahren einen Rheinmetallkonzern benötigte, kann jetzt jeder machen der es wirklich will.
DAS ist ne richtige fucking Revolution. Was aber noch nicht in alle Köpfen ankam.