Kontrollen aufgrund phänotypischer Merkmale waren im Fall Silvester unumgänglich.
Gruppen die teils alkoholisiert eintrafen triffts sowieso, egal welches phänotypische Erscheinungsbild.
Die ganze Debatte sollte sowohl Polizeikritik, resp. Verbesserungsvorschläge,
wie auch offenes Auge für Problematik der Bedrohungssituation ertragen.
Beitrag von lilit (Seite 65)@Tussinelda Ja, das Vorgehen der Polizei geht unter RP, ist aber unter den gegebenen Umständen nicht anders möglich.
Die "agressive Stimmung" kam nun mal von Gruppen, die ausländischen Phänotypus aufwiesen.
da liegts auch nahe, das mehr von denen kontrolliert resp. festgenommen werden, Bsp. zürich Hauptbahnhof.
Im Zürcher Hauptbahnhof ist die Stimmung zum Jahreswechsel nicht durchwegs feierlich gewesen. Laut der Zürcher Kantonspolizei herrschte eine aggressive Stimmung, und es kam zu Schlägereien und Handgreiflichkeiten. Elf Männer wurden festgenommen.
..
Elf Männer wurden verhaftet. Sie stammen Guinea, Irak, Italien , Marokko, Tunesien und der Schweiz. Sieben wohnen in der Schweiz, zwei im Ausland und zwei haben keinen festen Wohnsitz. Sie werden wegen Raufhandels, Hinderung einer Amtshandlung oder Tätlichkeiten angezeigt.
http://www.aargauerzeitung.ch/limmattal/zuerich/elf-maenner-im-zuercher-hauptbahnhof-nach-taetlichkeiten-festgenommen-130826157@lawine Hat genug hinterlegt, das die Gruppen bereits in anfahrenden Zügen aufgefallen sind. Dasselbe in Dortmund, Köln, etc.
Bundespolizei-Sprecher Volker Stall sagte, dass sich ab 18.45 Uhr große Personengruppen mit bis zu 300 Männern im und am Hauptbahnhof aufgehalten hatten, um dann geschlossen in Züge in Richtung Rheinland einzusteigen. Um 2.25 waren 400 Personen aus einem Regionalexpress ausgestiegen, der vom Rheinland aus nach Dortmund gefahren ist.
Aktualisierung Montag, 11.23 Uhr: Schwerverletzter am Hauptbahnhof
Wir haben mit der Bundespolizei über Einsätze in der Silvester- und Neujahrsnacht am Dortmunder Hauptbahnhof gesprochen. Polizisten und Reisende erlebten dort eine "aggressive Grundstimmung", sagte Bundespolizeisprecher Volker Stall. Verantwortlich für diese gefährlichen Aktionen seien "junge Männer mit und ohne Migrationshintergrund". Polizisten und Passanten wurden mit Pyrotechnik beworfen.
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44137-Dortmund~/Silvester-Boellerverbote-und-Platzverweise-Die-Lage-in-Dortmund;art930,3185532Es ist sehr schade, dass Feste wie Silvester, Karneval etc. zu noch mehr Grossaufgeboten der Polizei zum Schutz der Bevölkerung werden,
nur weil junge Männer ihren Frust irgendwo rauslassen müssen.
Am schadesten aber ist, wenn Fakenews die Fakten verzerren, und viele sich deshalb auf ein Feindbild einschiessen, wo es keins gibt.
Blog: Unter uns
Wenn gefühlte Wahrheit Wahrheit wird
Ein Eintrag von Dennis Werner
DORTMUND Eine Rakete landet in einem Kirchturm, ein Fangnetz beginnt zu brennen. An anderer Stelle treffen sich über 1000 Menschen, viele von ihnen stammen aus Nordafrika. Wieder woanders treffen sich Syrer. Sie feiern den Waffenstillstand in ihrem Land, schwenken Fahnen und rufen etwas auf Arabisch. Den Ereignissen gemeinsam sind Ort und Zeit - Innenstadt und Silvesternacht. Wir haben über sie berichtet.
Sie werden nun mutwillig miteinander in Beziehung gesetzt, die Nachrichten verselbstständigen sich, schlimmer noch, sie werden instrumentalisiert, um ein gewisses Bild zu transportieren. Das Bild vom Untergang des Abendlandes. Ein fremdländischer Mob ziehe skandierend durch Dortmunder Straßen, um dann einen Kirchturm – Achtung: ein Symbol des Christentums – gezielt zu beschießen.
Deutungsrahmen
Die Mechanismen, die da greifen, lassen sich sozial- und kommunikationswissenschaftlich erklären. Man schafft durch die gezielte Verbreitung einer Nachricht - und der damit verbunden Wortwahl - einen Deutungsrahmen. In diesem Deutungsrahmen werden bestimmte Elemente immer wieder betont. Es entsteht ein Raster, das die Denkmuster der Empfänger dieser Botschaften bestimmt. Das kann durchaus so gewollt sein. Wenn also die Begriffe Islam, Silvester, Nordafrikaner gezielt in einem (negativen) Zusammenhang dargestellt werden, bleibt beim Hörer oder Leser etwas hängen. Man spricht bei diesem Vorgang von Framing, also dem Einrahmen.
Prägung
So verbreitet, kommt die Botschaft bei den Empfängern an und verbreitet sich dort weiter. Die Botschaft hat eine Wirkung, nämlich dass sich die Wahrnehmung und Bewertung eines Vorgangs ändert. Man spricht dann von Priming. Die Menschen beginnen, zu glauben, was ihnen erzählt wird und ihr Verhalten danach auszurichten. Für das Silvesterbeispiel bedeutet das, dass die Menschen sich bedroht fühlen, vielleicht sogar angegriffen. Sie entwickeln unter Umständen eine Abneigung gegen den Islam.
Politische Kultur
Das hat wiederum Auswirkungen auf die politische Kultur eines Landes, also dem Muster, wie Wertvorstellungen und individuelle Orientierungen in dem Land verteilt sind. Nun ist schon viel über postfaktische Zeiten berichtet worden. Die gefühlte Wahrheit wird durch Verhaltensänderung zur Wahrheit. Fakenews, also die gezielte Verbreitung von Nachrichten in falschen Zusammenhängen oder gar der Unwahrheit, begünstigen diese Entwicklungen. Das sollte jedem Nachrichtenkonsumenten bewusst sein. Mein Rat: Stellen Sie Ihre Quellen in Frage und denken Sie nach, bevor Sie etwas verbreiten! Das bedeutet: Sie müssen auch mir nicht glauben. Aber wenn Sie diese Skepsis an den Tag legen, hat dieser Text etwas erreicht.
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44137-Dortmund~blogs/Wenn-gefuehlte-Wahrheit-Wahrheit-wird;art145865,3187445