emz schrieb:Aber irgendwas mit "pigmentiert" gibt es doch, was sogar zulässig ist?
Nein, wozu sollte man den Grad und die Art der Haut-Pigmentierung irgendwie bezeichnen?
Sind Sommersprossige dann "punktuell pigmentiert" und was ist mit Albinos?
Abahatschi schrieb:Die Ohrringe und Kette dürften in der damaligen Zeit Mode gewesen sein.
Nein. Kein europäischer Mann wurde in der damaligen Zeit mit goldenen Creolen und Perlenkette dargestellt, und es haben längst nicht alle Afrikaner solchen Schmuck getragen.
Es ist genau so ein Stereotyp, wie alle Deutschen als blond und in bayerischer Tracht darzustellen... nur halt obendrein negativ besetzt, denn der "Mohrenkopf" der auf den Abbildungen zu sehen ist, stellt vermutlich einen Leibeigenen oder Sklaven dar.
So wie in diesem Wappen:
Wikipedia: Freyburg (Adelsgeschlecht)#WappenAuf Wappen sind sonst auch "Reichtümer" und Heldentaten zu finden, also deutete ein "Mohr" an, dass man sich sowas leisten konnte.
Gekrönte "Mohren" und "Mohrinnen" nahmen vermutlich Bezug auf die sagenhaften Reichtümer Mansa Musas oder der Königin von Saba, oder auch auf eine "schwarze Madonna", die ja auch oft mit Krone dargestellt wurde.
Die Mohren, die auf Apothekenschilden auftauchen, tragen aber keine Kronen... bestenfalls sind sie wie der "Kleine Muck" gekleidet, also wie ein Schwarzafrikaner in einer osmanischen Tracht.
lawine schrieb:ich finde, Mensch tut es @shionoro
Also wer beharrt warum auf welchen Bezeichnungen, wenn man sie doch gar nicht braucht?
borabora schrieb:Und vor diesem heutigem Sprachgebrauch hat sich Niemand dran gestört. Wir müssen ein Volk voller Ignoranten und Rassisten sein :troll:
Ja, stell Dir vor: So war es. Nicht nur in Deutschland, sondern überall war es normal, rassistisch zu sein und heute als rassistisch abgelehnte Ausdrücke zu benutzen.
Schwarze Bürgerrechtler sprachen in den 60ern auch noch von "Negroes"... würde heute keiner mehr tun.
Man hat auch andere Stereotype und Rollenbilder abgelegt, die schwarze Putzfrau oder der Schuhputzer-Junge kommt in der Werbung in den USA ebenso nicht mehr vor wie Frauen, die keine selbständige Entscheidung treffen können, die nicht den Haushalt angeht, oder Kinder, denen mit Prügeln vom Vater gedroht wird. Alles das war normal bis in die 70er Jahre.
Ich vermisse nichts davon und bin mir ziemlich sicher dass es keinen Kulturverlust bedeuten würde, Mohrenapotheken umzubenennen und am Haus ein Schild mit Erklärung anzubringen.