Lanza schrieb:70 Milliarden sind da schon ne fette Summe
Diese 70 Milliarden sind nicht nur eine fette Summe, sondern ein absoluter Blödsinn!
Ich weiß, die Zahl stammt aus der Wirtschaftswoche, aber das macht die Sache nur noch schlimmer.
Hinterfragen wir doch mal die genannten 70 Milliarden Euro, die angeblich hinterzogen werden:
Aktuell gibt es in Deutschland rund 63.400 Restaurants, 35.700 Imbissstuben, mehr als 32.400 Schankwirtschaften, Bars sowie Tanz- und Vergnügungslokale und etwa 11.200 Cafés.
Quelle:
https://de.statista.com/themen/137/gastronomie/Alles im Allen also ca. 140.000 gatronomische Betriebe.
Teilt man die 70 Milliarden € durch die 140.000 Betriebe, kommen 500.000 € pro Betrieb raus. Und das sind ja nur die hinterzogenen Steuern auf Umsatz und Gewinn sowie nicht bezahlte Sozialabgaben, der Umsatz selbst wäre deutlich höher, von mir geschätzt das Dreifache, also 1,5 € Mio. pro Betrieb.
Welche Imbissbude macht 1,5 Millionen € Umsatz? Und ein bisschen versteuerten Umsatz muss man ja auch noch dem Finanzamt gegenüber angeben, 0,-- Euro Umsatz im Jahr schauen komisch aus, wenn jeden Tag "die Bude brechend voll ist".
Selbst Restaurants rechnen übrigens durchschnittlich mit ca. 2.000 € Umsatz am Tag, das sind dann bei 250 Tagen, an denen das Restaurant geöffnet hat, 500.000 € Umsatz im Jahr. Weit weg von den 1,5 Millionen Umsatz, von denen anscheinend die Wirtschaftswoche ausgeht, von kleinen Cafes, Imbissbuden und Schankwirtschaften ganz zu schweigen. Sicher gibt es Großgastronomiebetriebe, aber das sind nur wenige, und dort dürfte die Steuerhinterziehungsquote auch niedrig sein.
Also: Die Zahl von 70 Milliarden € Steuerhinterziehung in der Gastronomie ist völliger Unsinn. Viele Grüße an die Wirtschaftswoche!