Sherlock_H schrieb:Es war immer ein Traum der Menschen, ohne Arbeit gut leben zu können, siehe Heinzelmännchen:
Sherlock_H schrieb:Und jetzt, wo die KI in Zukunft viel Arbeit erledigen können wird, ist es auch wieder nicht recht.
Viele (nicht alle) Berufe sind auch irgendwo gesellschaftliche Teilhabe oder partiell sogar für manche etwas, das sinnstiftend ist oder in Richtung Selbstverwirklichung geht - oder zumindest dazu durch monetäre Kompensation dazu beiträgt.
Ersatzloser Wegfall von ganz vielen Berufen wird Menschen dazu verdonnern, bis auf selbst gewählte und finanziell tragbare Ersatzbeschäftigungen (Hobbies), Ehrenamt oder ggf. sporadische Teilzeitverhältnisse mit etwas das einer Grundsicherung ähneln dürfte, daheim zu sitzen und irgendwie Zeit totzuschlagen. Oder draußen rumzuhängen.
Wir können davon ausgehen, dass diese Menschen mit der Zeit gradual quantitativ zunehmen könnten da mutmaßlich mehr und mehr Jobs quantitativ und ggf. an sich gestrichen werden. Wir können auch mit relativer Sicherheit davon ausgehen, dass diese Menschen nicht fürstlich fürs Nichtstun oder sporadische Beschäftigungsverhältnisse bezahlt bzw. abgesichert werden. Ggf. kriegen sie anrechnungsfrei mehr wenn sie noch Minijobs oder so ausführen. Aber es wird kein Utopia ausbrechen - eher Dystopia.
Ich hab das Spiel durchgemacht. Längere Zeit Hartz 4 damals mit Schwierigkeiten trotz Wille, einen Job zu finden. Ich hab das Spiel quasi schon durchgespielt. Ist nicht geil wenn man arbeiten will bzw. nicht zuhause rumsitzen will aber man länger keinen Job findet. Da das was aufs Konto reingeht eher überschaubar ist, ist es auch nicht so, dass man große finanzielle Freiheiten hätte (im Vergleich zu jetzt bei mir) und sich viele Ersatzbeschäftigungen suchen kann weil vieles halt Geld kostet, auch wenn spazieren gehen oder window shopping nichts ausser Zeit kostet.
Es täte vielen Menschen auf Dauer nicht gut und viele würden so was auch nicht wollen, denke ich. Sinniger wäre Arbeitshilfe mit Technik und ja, manche Jobs komplettieren, etwa da wo man auch schwer Personal findet. Manche ggf. riskanten Jobs (ich sah schon einen Clip wo hohe Sprünge mittlerweile durch Robot-Stuntdouble durchgeführt wurden) oder Teile von riskanten Jobs könnte man da übernehmen. Aber wir reden ja von einem Stand der Technik, der jedwede erdenkbare menschliche Arbeitskraft zunichte macht.
Ja, theoretisch wärs auch geil wenn ich nie mehr arbeiten muss - dann brauch ich aber genug Kohle um zu kompensieren und mir Ersatzbeschäftigungen zu suchen und vieles kostet halt Geld. Ich hab das Spiel (ganzer Tag für mich) mit eher wenig Geld durchgemacht und bin gefühlt verlottert. Gerade in jungen Jahren wo ich noch was machen wollte und nicht ne H4-/ALG-'Karriere' einschlagen wollte wo auf Dauer viele Türen im Leben zu gehen weil der Schlüsselzeitpunt bzw. die Weiche im Leben verpasst wurde. Ich brauch das nicht nochmal. Dann geh ich lieber X Stunden die Woche arbeiten in nem Job der ganz ok ist und das soziale Umfeld super und wo ich am Ende viel mehr über habe.
Davon ab, dass Jobs auch soziale Umfelder bieten und Werte und Fähigkeiten vermitteln können. Ich überspitz mal aber ansonsten haben wir quasi eine Rumlungerer-Generation mit wenig ausgeprägten soft skills wo manche ggf. fast komplett in digitale Welten flüchten - bzw. müssten komplett neu gesellschaftliche Aspekte überdenken in einer Welt, wo menschliche Arbeitskraft nicht mehr die Norm wäre. Das dauert zumindest ein wenig und geht auch nicht (ohne Disruption und Probleme zumindest) von heute auf morgen.