Röhrich schrieb:Und wie sollte das geschehen mit kurzfristigen Entlastungen?
Streichen der EEG und dieses Geld dann zur Energiekostensenkung einsetzen?
Stopp aller Subventionen für PV und WKA? Entsprechend dann die Steuern senken?
Wie bekommen wir die stark steigenden Kosten des Netzendgeldes hin? EE Ausbau stoppen?
Warum sollte kurzfristige Entlastung automatisch heißen, die Energiewende auszubremsen?
Strom ist bei uns vor allem wegen Steuern, Abgaben und Netzentgelten teuer – nicht, weil Wind und Solar zu viel ausgebaut werden. Genau da kann man kurzfristig ansetzen: Stromsteuer runter, Netzkosten teilweise anders finanzieren, gezielt Industrie entlasten.
EE-Ausbau zu stoppen würde das Problem eher verlängern. Dann bleiben wir länger von teuren und volatilen fossilen Energien abhängig – und genau das hat die Preise ja zuletzt so nach oben getrieben.
Die Frage ist für mich nicht „Energiewende oder Entlastung“, sondern warum man beides gegeneinander ausspielt, obwohl man an ganz anderen Stellen kurzfristig entlasten könnte.
Röhrich schrieb:Atomstrom war so teuer, daher hatte die Regierung mal versucht eine Brennelementesteuer einzuführen und AKWs noch extra zu besteuern.
Kernenergie ist so teuer, die musste deshalb verboten werden...
EnBW ein Staatsunternehmen mit grünem Anstrich...
Kernenergie ist so teuer, daher kaufen wir an windschwachen, wolkigen Tagen franz. Atomstrom...
Da wird gerade einiges durcheinandergeworfen.
Die Brennelementesteuer wurde eingeführt, weil Kernkraftwerke lange sehr hohe Gewinne gemacht haben – nicht, weil sie „zu teuer“ waren. Gleichzeitig sind Neubauten von AKWs extrem teuer und wirtschaftlich kaum noch darstellbar, siehe Projekte in Europa.
Dass wir zeitweise Strom importieren (auch aus Frankreich), ist kein Widerspruch, sondern normal im europäischen Strommarkt – genauso exportiert Deutschland an anderen Tagen Strom, auch nach Frankreich.
Und entscheidend: Die aktuellen hohen Strompreise kamen vor allem durch teures Gas zustande, nicht durch zu viel Wind- oder Solarstrom.
Man kann über den richtigen Energiemix diskutieren, klar. Aber zu behaupten, die Probleme lägen am Ausbau der Erneuerbaren oder daran, dass Kernenergie „absichtlich verdrängt“ wurde, greift einfach zu kurz.
Röhrich schrieb:Wie sollte es das? Ich denke EE sind so unschlagbar günstig?
Entweder sind EE zu teuer, dann muss man diese noch weitere Jahrzehnte massiv subventionieren
oder wenn sie ja angeblich günstig und profitabel sind, dann brauchen diese auch keine Subventionen.
Das ist ein falsches Entweder-oder.
Erneuerbare sind bei den reinen Erzeugungskosten heute oft tatsächlich sehr günstig. Subventionen bzw. Fördermechanismen haben aber vor allem zwei andere Funktionen: den Ausbau zu beschleunigen und Investitionsrisiken abzusichern.
Man darf nicht nur auf die einzelne kWh schauen. Ein Energiesystem braucht auch Netze, Speicher und Reservekapazitäten – und genau da entstehen viele der Kosten. Das gilt übrigens unabhängig davon, ob der Strom aus Atom, Gas oder erneuerbaren Quellen kommt.
Dass Technologien am Anfang gefördert werden und später günstiger werden, ist nichts Ungewöhnliches – war bei Kernenergie übrigens genauso.
Die eigentliche Frage ist also nicht „teuer oder günstig“, sondern wie man ein stabiles Gesamtsystem möglichst effizient aufbaut.