@CommonsenseNein, hinter meiner Idee steckt kein Anliegen, den Rundfunk leichter kontrollieren oder unter Druck setzen zu können.
Das wird jetzt ehrlich gesagt etwas wild zusammeninterpretiert.
Ich habe ganz konkret geschrieben, dass ich die Zahl der Sender und den Verwaltungsapparat reduzieren würde. Die Journalisten sollen weiterhin vor Ort arbeiten können und über ihre Regionen berichten. Ich habe nirgends gefordert, Journalisten zentral zu kontrollieren oder Berichterstattung einzuschränken.
Und ich sehe auch nicht ein, warum meine Kritik an der Finanzierung von Unterhaltung automatisch bedeutet, dass ich Kultur für wertlos halte. Das ist einfach nicht meine Aussage.
Ich halte nur die Frage für legitim, welche Leistungen tatsächlich eine öffentliche Finanzierung rechtfertigen.
Bei Nachrichten, Information, Bildung, Wissenschaft, Verbraucherschutz und regionaler Berichterstattung sehe ich einen solchen öffentlichen Zweck.
Bei Bundesliga, Spielfilmen, Serien, Unterhaltungsshows oder Opern sehe ich das anders. Dass etwas schön, kulturell wertvoll oder für manche Menschen wichtig ist, bedeutet für mich nicht automatisch, dass deshalb die Allgemeinheit dafür bezahlen muss.
Und zu dem Argument mit dem Rentnerehepaar:
Wenn mein Modell dazu führt, dass jemand zusätzlich 60–80 € für sämtliche privaten Streaming- und Sportangebote bezahlen müsste, dann ist das natürlich ein berechtigter Einwand gegen die konkrete Ausgestaltung. Aber daraus folgt für mich nicht automatisch, dass der ÖRR deshalb all diese Angebote selbst finanzieren muss.
Man könnte genauso fragen, warum jemand, der diese Angebote gar nicht nutzt, sie trotzdem über den Rundfunkbeitrag mitfinanzieren muss.
Was die Theater angeht: Auch dort bestreite ich nicht, dass Schauspieler, Musiker, Techniker usw. davon leben. Aber Arbeitsplätze allein sind für mich kein Argument dafür, dass eine bestimmte Branche dauerhaft aus Steuermitteln finanziert werden muss.
Und
@SvenLE„In der Fläche wirst du nichts einsparen“ ist genau der Punkt, den ich anders sehe. Natürlich braucht man Journalisten vor Ort. Aber Journalisten und eine komplette eigenständige Rundfunkverwaltung sind zwei verschiedene Dinge.
Ich will nicht die Journalisten aus Kiel, Dresden oder München einsparen.
Ich will die parallelen Apparate dahinter einsparen.
Und nein, daraus folgt auch nicht, dass plötzlich nur noch drei Redaktionen in drei Büros sitzen und niemand mehr regionale Beiträge produziert. Die Journalisten bleiben in ihren Regionen. Nur die organisatorische Struktur darüber wird kleiner.
Das ist mein eigentlicher Gedanke.
Und wenn jemand daraus anschließend „AfD-Bubble“ und „Rundfunk leichter kontrollieren“ macht, obwohl ich genau über Verwaltungsstrukturen, Finanzierung und Aufgabenbereich gesprochen habe, dann diskutieren wir irgendwann nicht mehr über meinen Vorschlag, sondern über unterstellte Motive.
Über meinen Vorschlag kann man gerne streiten. Aber bitte über den Vorschlag, den ich tatsächlich gemacht habe. 😉