@Voussoir Ich bin in den 80ern und 90ern in Ostdeutschland aufgewachsen. Von meinem individuellen Gefühl würde ich sagen, dass die "klassischen Rechten Straftaten" bzw. Leute auf den Straßen die man als solche erkennen würde, klar zurückgegangen sind.
Als kleiner Junge musste ich selbst mit deutschem Aussehen vor "Glatzen" wegrennen, wurden im Sommer am See pauschal angemacht oder habe regelmäßig gesehen wie asiatische Kleidungsmärkte von eben solchen gestürmt wurden.
An den Wänden Hakenkreuze gesprüht bzw. ebenso viel "Nazis raus".
Anfang/Mitte der 2000er mussten wir in den Innenstädten auch manche Gegenden meiden, wenn wir einen "bunteren" Kumpel (Punkt o. Ä.) dabei hatten. Diese Angst vor "Rechten" ist bei mir und meinem Umfeld würde ich sagen fast komplett verflogen.
Im Vergleich zu heute würde ich auch ganz klar sagen sind mir keine ständigen Messerattacken von Rechten im Gedächtnis geblieben, mit Todesfolge oder Gruppenvergewaltigungen.
Wenn ich heutzutage abends ins Berlin durch irgendeine Situation potenziell in einen Streit mit einem arabisch aussehenden Menschen geraten würde, würde ich vermutlich die Situation präventiv direkt verlassen/vermeiden.
Vor kurzem bin ich seltenerweise mal S-Bahn gefahren und da gab es auch eine kritische Situation. Die individuell gefühlte "Bedrohungslage" hat sich bei mir zumindest geändert. Beruflich viel in Hamburg und Berlin unterwegs zu sein stärkt das ganze leider noch.
Ich bin mit einer kurdischen Familie privat befreundet, vier Generationen in Deutschland, deren Ansichten zu dem Thema dieses Threads würde manch einer als äußerst radikal bezeichnen.