Transistor schrieb:Ich denke, du hast den Sinn einer Waffenverbotszone nicht korrekt rezipiert. Es geht darum, eine zusätzliche Handhaben gegen den Waffenträger zu haben. Die Illusion, das dadurch keine Waffen mehr getragen werden, wird wohl durch die plakative Berichterstattung von Leistmedien wie der Blöd erzeugt.
Korrekt. Ich begreife es vor allem als verwaltungsrechtliche Hilfsstütze oder Zusatzkomponente zu geltendem Recht um situativ und räumlich begrenzt erkennbar Zusatzmaßnahmen zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen. Man könnte es verwaltungsrechtlich oder anderweitig eigentlich als 'elegant' bezeichnen (meine Rechtskenntnisse sind etwas eingerostet).
Aber wie gesagt bei Ottonormal und dank Populismusgeraune und medial unterkomplexen Narrativen kommt oft was anderes an.
Eigentlich - und das schreibe ich nicht weil ich mich als irgendwie elitär oder so begreife - ist es schon witzig welche Narrative und Wahrnehmungen aus Unkenntnis heraus entstehen. Fehlende Sachkenntnisse. Ein ganz allgemeines Phänomen auch auf andere Dinge bezogen.
Das erklärt oft warum es themenbezogen immer wieder 82 Millionen Bundestrainer gibt. "Warum schießt Polizei nicht einfach Waffe aus der Hand/ins Bein?!". "Warum nicht X Y Z?" So was liest man allgemein und thematisch immer wieder.
Neulich haben sich auf X welche (gew. Klientel) aufgeregt, weil in Bremen SEK Elitepolizisten aus dem SEK wg. sexistischer und diskriminierender Chats versetzt wurden. Sofort haben irgendwelche Laien die wenig Ahnung von Disziplinar- und Beamtenrecht usw. haben irgendwas von "die wollen Softies/Wokisten" geschwafelt. Absolut gaga. Man hat ohne die Chatinhalte zu kennen sofort irgendwas projiziert und erzählt "die da oben" (oder wer auch immer) wollen dass die mit Waffe werfen oder Streetworker schicken statt SEK. Komplett hysterische Narrative und Projektionen die eigentlich so niemand bierernst skizziert hat. Mal simpler: Die haben rumgeheult weil Beamte die gegen gewisse höhere Erwartungshaltungen verstoßen haben. Weil ich ja wenn ich Elitepolizist bin und NICHT die Sau rauslasse sofort woke-schwach bin. 🙃
Und genau mit dem im Hinterkopf lese ich auch manche Kritik von Laien an Waffenverbotsszonen die sich halt auf ein oberflächlich empfundenes Narrativ festbeißen alá "H-hilfe wir sind so schwach h-hier bitti keine Waffen wir haben extra Schilder aufgestellt🥹🥹🥹"
Während die Realität eher ist: "Hey, Fucker, siehst du das Schild? Ab hier filzen wir situativ wenn wir Bock haben - weil wir es können. Ausserdem kriegen wir dich ggf. noch eher dran weil ja das Schild nochmal drauf hingewiesen hat. Haha."
Ich habe jetzt bewusst zwei etwas überspitzte Formulierungen oder Narrative genommen um den Punkt rüberzubringen. Am Ende ist auch "policy" nicht unfehlbar und nichts perfekt. Es gibt sicher genug Missstände auch bei Gesetzgebung, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Auch von außen betrachtet wirken manche Justizurteile ggf. befremdlich. In Einzelfällen sind sie es sicherlich "intersubjektiv", aber auch hier gilt, dass man als Laie von außen oft gar nicht alle Aspekte berücksichtigen kann und Eindrücke eben oft auch mangels Fachwissen entstehen. Man kann natürlich auch ohne Fachwissen viele Dinge kritisieren, aber ich muss dann immer ans Beispiel "Warum schießt Polizei nicht einfach immer in die Beine?" denken; hat ganz praktische und gewisse ausschließende Faktoren.
TL;DR: Nicht jedes Stammtischgelaber - oft auf Unwissenheit basierend - ist wertig oder nützlich.