behind_eyes schrieb:Dann hoffe ich mal, daß die 500 befragten Menschen nicht nach Bauchgefühl geurteilt haben.
Diese 500 sind eine ganz andere Studie, die Zahlen der Arbeitsmigranten in einzelnen Regionen hat eine ganz andere statistische Grundlage bzw. beruht einfach auf den Meldungen.
Ich war auch lange Arbeitsmigrant und kann das nachvollziehen. Ich war froh, in den USA und in England in Gegenden zu wohnen, die weltoffen waren. "Meine" constituency war diejenige außerhalb von London mit den meisten Remain votes in England im Brexit-Referendum.
Gerade in diesen Ländern gibt es den spezifischen Rassismus, dass man allein aufgrund seiner Herkunft als Deutscher persönlich verantwortlich ist für die Ermordung von Millionen Menschen oder die Auslöschung mittelenglischer Industriestädte oder einfach nur das auf die Welt gekommene Böse ist. Schlimmer als alles, was es sonst geben kann, und für immer durch Blutschuld verdammt. Währender Brexit-Debatte wurde das nur noch schlimmer.
Ich fand es dann immer gut, dass es Menschen gab, die es so gesehen habe wie ich und bei solchen Ansichten mit den Augen gerollt haben. Dass ich nichts dafür kann, was lange vor meiner Geburt geschehen ist und dass es sogar eine Bereicherung sein kann, dass ich aus Deutschland komme und mittlerweile ganz woanders lebe, weil ich nach einer unglaublich harten Auswahl schließlich die Chance hatte, als Postdoc in den USA zu arbeiten. Und dass ich gut integriert bin und mein Wortwitz im Englischen mittlerweile so manchen Mutterprachler toppt.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man z.B. in bestimmten Gegenden in Yorkshire mit diesen Gefühlen ganz alleine sein kann. Dass niemand einen glaubt, wenn man sagt, dass ich tatsächlich nicht die Ermordung von Millionen Menschen befürwortet habe und dass ich für meine Herkunft nichts kann.