sacredheart schrieb:Wenn man für Irgendetwas wirklich Experte wäre, geht man nicht zu 'Die Linke'. Außerdem: Sagt Dir das Wort Interessenkonflikt gar nichts? Er hat in dem Interview ja auch mit keinem Wort erwähnt, dass er eben kein neutraler Experte ist.
Es gibt keine Neutralität in der Forschung, jeder ist immer geprägt von seinen Wertvorstellungen.
Wissenschaftliche Redlichkeit macht sich daran fest, ob jemand seriös zu einem Thema forscht, also wissenschaftliche Standard einhält. Er muss sein Parteibuch in dem Zusammenhang auch gar nicht offenbaren, weil das nichts zur Sache tut.
Der Vergleich mit Spahn hinkt komplett, wüsste nicht, was das mit Forschung zu tun hat.
Die sehr renommierte Antisemitismus-Forscherin
Stefanie Schüler-Springorum sagt übrigens etwas ähnliches über die Linke und das Israelthema im Kontext der Wahl:
Die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum hält die heftige Debatte über Antisemitismus in der Linkspartei nach deren Wahlsieg in Berlin für überzogen.
"Antisemitismus gibt es in allen Parteien", sagte die Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin der Deutschen Presse-Agentur. "Dass es sich im Moment auf die Linke fokussiert, hat nicht zuletzt mit dem Hamas-Überfall 2023 auf Israel und dem folgenden Gaza-Krieg zu tun."
Historikerin warnt vor Instrumentalisierung von Antisemitismus
Die Linke habe sich als Partei in der jüngeren Vergangenheit immer wieder klar gegen Antisemitismus positioniert. Spitzenkandidatin Elif Eralp habe im Mai ein überzeugendes Fünf-Punkte-Programm gegen Antisemitismus vorgelegt, so Schüler-Springorum. "Ich sehe hier eine überzogene Diskussion, bei der es offensichtlich auch darum geht, die Regierungsbildung in Berlin zu beeinflussen", meinte sie.
Quelle:
https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/beitraege/historikerin-berlin-linke-antisemitismus-vorwuerfe-ueberzogen.html