sacredheart schrieb:Dass die rechtsidentische Nachfolgepartei der Mauermörderpartei SED linksextremistisch ist muss man wohl nicht weiter diskutieren nehme ich an.
Es immer so darzustellen, als wären SED und Linke aufgrund ihrer rechtlichen Kontinuität dasselbe, ist stark verkürzt.
Rechtsidentisch heißt nicht personell und programmatisch identisch. In über 30 Jahren hat sich viel getan.
Die PDS hat schon 1989 ihrem Bruch mit dem stalinistischen System betont und es gab und gibt eine politische Aufarbeitung.
Klar existieren in der Linken -- typisch für eine derart pluralistische Partei -- immer wieder Querschläger, aber die repräsentieren nicht "Die" Linke als Ganzes. Die Linke als solche existiert übrigens erst sei 2007 und ist eine Fusion aus PDS und WASG mit zahlreichen personellen Veränderungen, hier strömten zahlreiche weitere Mitglieder ohne jegliche SED-Vergangenheit zu. (Vielfach Abtrünnige der SPD sowie Mitglieder in gewerkschaftlichen Vereinigungen der BRD.) Viele der heutigen Linken, darunter auch führende Mitglieder, waren zur Wende Kleinkind oder noch nicht mal auf der Welt.
Und außerdem, nichts entsteht im luftleeren Raum, klar, dass politische Vereinigungen auch immer ein Erbe haben.
Das trifft in anderer Weise auch auf alle anderen Parteien zu. Die Union hat zwar im Gegensatz zur Linken keine rechtlichen Kontinuität mit einer autoritären Partei, dafür zog sie viele personelle Ressourcen aus der Nazi-Zeit. Es gab es ihren Reihen sehr viele Politiker mit Nazi-Vergangenheit.
Zeitweise bis zu 29% ihrer Mitglieder waren früher in der NSDAP, teils in führenden Ämtern erst bei der NSDAP, dann bei der Union. (Bei der FDP waren zeitweise sogar bis zu 56% der Mitglieder früher in der NSDAP.)
Z.B. Kurt Georg Kiesinger, (Bundeskanzler der BRD von 1966 bis 1969) leitete während des Dritten Reichs stellvertretend den Rundfunk des Auswärtigen Amts. Hans Globke war Mitverfasser der Nürnberger Rassegesetze und bis 1963 Chef des Bundeskanzleramts unter Adenauer. Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger (1966 bis 1978) war Marinerichter mit u.a. Todesurteilen gegen Deserteure im Zweiten Weltkrieg.