Das Problem ist die jahrelange Unterschätzung und die Unfassbarkeit der Radioaktivität
Erst in den 60-Jahren wurden Risiken und Langzeitschäden erfasst.
"Kurz nach dem Ersten Weltkrieg war die schweizerische Uhrenindustrie auf den Gedanken gekommen, durch Beigabe von natürlichen radioaktiven Substanzen zu Zinksulfidkristallen einen leuchtenden Farbstoff herzustellen. Die Uhren konnten somit auch im Dunkeln abgelesen werden. ohne elektrische oder mechanische Eingriffe.
In jener Zeit kannte man die Erscheinungen der Radioaktivität noch kaum. Die «International Commission on Radiological Protection» stellte jedoch seit 1928 Empfehlungen auf, die den meisten nationalen Vorschriften auf diesem Gebiet als Grundlage dienen.
Die Öffentlichkeit wurde sich dieser Probleme hauptsächlich nach den Atomexplosionen richtig bewußt."
"NN o.J. ca 1965
Die Uhren mit Leuchtausstattung sind ein heikles Problem geworden. Zahlreiche Länder haben unterschiedliche Anordnungen erlassen über den Verkehr mit radioaktiven Stoffen.
Bis etwa 1950 (ab 1930) erfolgte die Leuchtausstattung hauptsächlich Radium 226, das zur Leuchtanregung des Zinksulfids verwendet wurde. Mesothorium I (Radium 228) und Radiothorium (Thorium 228) wurden seltener angewendet. Ihre a-Teilchen bewirken Lumineszenzanregung, und diese werden von der Leuchtfarbe absorbiert; jedoch dringen die von Zerfallsprodukten ausgesandten b-Strahlen durch das Uhrglas nach außen.
Seit ab 1950 billige Spaltprodukte des Uran zur Verfügung stehen, wurde aber auch Strontium 90-Yttrium 90 benutzt, dessen harte b-Strahlen Handgelenkschäden verursachten, was zum Verbot für Leuchtzifferblätter führte."
http://www.info-uhren.de/technik/leucht/uhrenleuchtfarben4.htm#Radioaktivit%C3%A4t%20der%20Leuchtziffe (Archiv-Version vom 25.11.2010)