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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

19.982 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: RAF, Linksextreme, Pseudolinke ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 16:13
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich muss doch keine Notbremse ziehen, weil Frau Weidel Unsinn geredet hatte.
Ich hatte erwartet dass Weidel als Bundeskanzlerin kandidiert.
Sie sagte ja auch über Trump "Wer denn sonst?"

Schließlich war ich wegen Linksextremismus gegen die DDR!


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 18:33
Zitat von eckharteckhart schrieb:Ich hatte erwartet dass Weidel als Bundeskanzlerin kandidiert.
@eckhart

Das halte ich auch für relativ wahrscheinlich, verpflichtet mich aber zu gar nichts.

Es kann durchaus sein, dass bis dahin keine Brandmauer mehr existiert, aber eine Union als Juniorpartner der AFD im Bund halte ich dennoch für nicht vorstellbar.

Und selbst wenn, würde dadurch Hitler rückblickend kein Linker.

Eine potenzielle Kanzlerkandidatin einer Partei hat Blödsinn geredet, kein echtes Novum.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 18:42
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Tatsächlich hat Hitler auch eher linke Ideen in seiner eigenen Ideologie mitverwurstet. Die Idee der Volksgemeinschaft war sicherlich auch links mitinspiriert, nicht mehr, nicht weniger.
Bitte was?

Warum ist die Idee einer "Volksgemeinschaft" links und nicht rechts? Und wie zur Hölle brachte das Hitler dazu "eher linke Ideen" zu verwursten?


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 19:20
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Warum ist die Idee einer "Volksgemeinschaft" links und nicht rechts? Und wie zur Hölle brachte das Hitler dazu "eher linke Ideen" zu verwursten?
@Bone02943

Dir ist schon klar, dass ich 'auch' schrieb, keinesfalls überwiegend oder 'nur'?

Ok, guter Anfang.

Die Ablehnung des Kapitalismus hat er jedenfalls mit Linken gemeinsam gehabt, Zufall oder nicht.

Er hat das allerdings in ein rassistisches Weltbild eingefügt, nicht aber in ein Weltbild der Klassen, das ist ein erheblicher Unterschied.

Die Grundidee 'Gemeinnutz vor Eigennutz' hat er mE von linken Ideologen abgeschaut, wenn auch danach rassistisch umgewandelt. Die alten Klassen und Stände hat er eher abgelehnt, das unterscheidet ihn diametral von den Konservativen seiner Zeit.

Hitler war doch kein großer Geist, ganz im Gegenteil, er hat diverse Versatzstücke anderer Ideologien verwendet, einige davon kamen von links. Das bezweifelt eigentlich niemand ernsthaft.

So kam es auch zur Namensgebung der Partei.

Natürlich macht es ihn nicht zu einem Linken. Das ist schlicht falsch.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 20:00
@sacredheart
Volksgemeinschaft

Die Idee der Volksgemeinschaft ist ein wichtiges Element rechtsextremer Ideologien. Sie unterstellt, dass es ein homogenes Volk gibt, das sich von anderen Völkern ethnisch-biologisch, kulturell, sprachlich und historisch abgrenzen lässt. Alle, die nicht in die vermeintlich einheitliche Gemeinschaft hineinpassen, gelten als Bedrohung für den Weiterbestand des Volkes und werden ausgegrenzt.
Quelle: https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500820/volksgemeinschaft/

Den Rest kannst du gerne im Link nachlesen.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 20:09
Es sollte nicht schwerfallen, diese Angriffe zu verurteilen. Wer eine öffentliche Veranstaltung dokumentiert und darüber berichtet, sollte dafür nicht attackiert werden, egal welche politischen Positionen er oder sie vertritt. Vonseiten des antifaschistischen Aktionsbündnisses Widersetzen hieß es dagegen über den Vorfall: „Faschist:innen mit Presseausweis sind immer noch Faschist:innen.“
Quelle: https://taz.de/Angriff-auf-Reporter-von-Apollo-News/!6193746/

Wow, sogar die TAZ hat es geschafft sich einfach zu distanzieren von der Gewalt gegen die Journalisten. Ist ja auch nicht schwer.

Ob es das Aktionsbündnis oder Göring-Eckardt auch noch schafft?


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

07.07.2026 um 20:14
Zitat von LanzaLanza schrieb:Ob es das Aktionsbündnis oder Göring-Eckardt auch noch schafft?
Hat es eigentlich auch "Apollo-News" schon mal geschafft sich zu distanzieren, wenn Journalisten auf rechtsextremen Demos angegriffen wurden?
Ich will nur ungern deren Seite durchforsten, aber es würde mich tatsächlich interessieren.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

08.07.2026 um 10:40
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Den Rest kannst du gerne im Link nachlesen.
@Bone02943

Ok, wir kommen zu Details. Die Abgrenzung der Volksgemeinschaft nach außen ist nicht kommunistisch inspiriert. Diese Abgrenzung ist Ausdruck des Rassenwahns der Nazis.

In der inneren Ausgestaltung hat Hitler durchaus auch beim Kommunismus geklaut, erst mal die Ablehnung des Kapitalismus, hat diese dann aber antisemtisich unterfüttert. Bemerkenswert auch für die frühe Phase der Ideologiefindung, dass er fast gänzlich auf Restaurierungsschritte vor dem 1.WK verzichtet hatte. Eine Widereinführung einer Erbmonarchie oder der Adelsprivilegien hatte er jedenfalls nicht auf dem Zettel. Auch da sehe ich einen gewissen Input, den er sich von links geholt hatte. Aber wie denn? Er hat ja nicht wissenschaftlich gearbeitet. Er hat auch nicht mit führenden Kommunisten seinen Plan besprochen. Es war mehr die Idee, wie Komunismus wohl wäre, wie er es von fragwürdigen Gesprächspartnern und aus fragwürdigen Machwerken aufgeschnappt hatte. Hitler war ja alles andere als ein Detaillist.

An der Münchner Räterepublik dürfte ihn weniger deren Weltbild, aber mit Sicherheit die disruptive Art der Politikänderung fasziniert haben.

Insofern hat er durchaus ein paar linke Ideen in vereinfachter Form mitverwurstet, was ihn keinesfalls zum Kommunisten oder Linken gemacht hatte.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

08.07.2026 um 11:08
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Tatsächlich hat Hitler auch eher linke Ideen in seiner eigenen Ideologie mitverwurstet.
Mag zum Teil stimmen, ist aber sehr unscharf. Faschistische Bewegungen übernahmen teilweise Sprache und Symbole, die auch Arbeiter ansprechen sollten (z.B. "Sozialismus", "Gemeinnutz", Kritik am Finanzkapital). Inhaltlich wurden diese Begriffe aber völlig anders gefüllt
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Die Idee der Volksgemeinschaft war sicherlich auch links mitinspiriert, nicht mehr, nicht weniger.
Die Idee einer als Einheit verstandenen, klassenübergreifenden Volksgemeinschaft stammt vielmehr aus dem völkischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts und konservativ-nationalen Milieus. Sie richtet sich gerade gegen den marxistischen Klassenkampf.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Hitler hatte den Kapitalismus abgelehnt.
Hitler lehnte nicht den Kapitalismus als Wirtschaftssystem ab. Er lehnte den Liberalismus und insbesondere das von ihm als "jüdisch" bezeichnete Finanzkapital ab. Privateigentum, Unternehmer und Großindustrie blieben im NS-Staat bestehen, sofern sie sich den politischen Zielen unterordneten. Die marxistische Forderung nach Vergesellschaftung der Produktionsmittel lehnte Hitler ausdrücklich ab.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:So kam es auch zur Namensgebung der Partei.
Historiker sehen darin eher einen propagandistischen und ideologischen Eigenbegriff als eine Übernahme marxistischer Inhalte. "Sozialistisch" wurde bewusst gewählt um Arbeiter anzusprechen. Hitler übernahm vereinzelt Begriffe und sozialrevolutionäre Rhetorik, die auch in linken Bewegungen vorkamen. Inhaltlich richteten sich diese jedoch gegen den Marxismus und wurden in ein rassistisches, völkisches Weltbild eingebettet.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

08.07.2026 um 11:20
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:In der inneren Ausgestaltung hat Hitler durchaus auch beim Kommunismus geklaut, erst mal die Ablehnung des Kapitalismus, hat diese dann aber antisemtisich unterfüttert.
Ich würde entgegen wollen es war eher umgekehrt. Schließlich habe ich in meiem ersten Diktat meine Eltern darum bitten müssen, die Kandidaten der Nationalen Front der DDR zu wählen: "Liebe Eltern wählt den Frieden, wählt das Glück, wählt die liebe Republik" Andere Kandidaten gabs bekantlich in der DDR nicht!
Chronologisch wars auch gar nicht anders möglich und es würde sogleich die Frage auftauchen, Woher hatte Hitler die Idee zum Holocaust?

Nicht etwa aus den völkischen Nürberger Gesetzen? Natürlich, deshalb ist doch alles völkische geächtet und verboten!

Aber interessant ist schon die Frage, wo ist was her? Aber nach meinem Gefühl OT


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

08.07.2026 um 13:57
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Historiker sehen darin eher einen propagandistischen und ideologischen Eigenbegriff als eine Übernahme marxistischer Inhalte. "Sozialistisch" wurde bewusst gewählt um Arbeiter anzusprechen. Hitler übernahm vereinzelt Begriffe und sozialrevolutionäre Rhetorik, die auch in linken Bewegungen vorkamen. Inhaltlich richteten sich diese jedoch gegen den Marxismus und wurden in ein rassistisches, völkisches Weltbild eingebettet.
@Dasdeeeeniz

Das hast Du ganz gut formuliert. Einverstanden, darauf läuft es hinaus.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

08.07.2026 um 15:24
Mich wundert (nicht) dass Du damit einverstanden bist. @sacredheart
Als dezidiert „nationaler Sozialist“ stand er auf dem rechten Flügel der Sozialdemokratie; als die Nationalsozialisten 1933 reichsweit die Macht übernahmen, machte er sich – wie viele seines Schlages – trotz vorheriger Streitigkeiten mit ihnen noch Hoffnungen auf politische Überschneidungen. Für die NSDAP blieb er aber ein Protagonist von Gewerkschaften und Sozialdemokratie; nach Jahren der Verfolgung verstarb er 1939 im Konzentrationslager.
Quelle: https://www.fes.de/news/nationaler-sozialismus-die-sozialismuskonzeption-von-lothar-erdmann-1888-1939

Seine Abwegigkeit nütze ihm also genauso viel wie heutige "Tips" das Soziale mit dem nationalistischen zu verbinden bis zu seinem Ende im Konzentrationslager.

völkisch ist das Zauberwort!


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

10.07.2026 um 12:03
Linksextremisten spielen sich zum willigen Helfer Putins auf.
Rheinmetall in Wedding
Vermummte wollen Rüstungsfabrik stürmen
Quelle: https://www.bz-berlin.de/polizei/vermummte-wollen-ruestungsfabrik-stuermen
Rheinmetall reagierte darauf mit einer strategischen Neuausrichtung; Der Konzern will sich von seiner Automotive-Sparte weitgehend trennen und geeignete Standorte, wie den in Wedding, auf Rüstung umstellen. Konkret sollen hier künftig Bauteile für Artilleriemunition entstehen – ein Bereich, der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark wächst.
Quelle: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/03/berlin-wedding-rheinmetall-munitionsfabrik-pierburg-verzoegerung.html


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

10.07.2026 um 16:43
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Linksextremisten spielen sich zum willigen Helfer Putins auf.
Da finde ich die willigen Putinisten im Bundestag deutlich gefährlicher, als ein paar Leute die gegen ein Rüstungsunternehmen protestieren.

Ich denke mal für die militärische Abwehr Deutschlands bzw. Europa, dürfte sich dieser Protest, wenn überhaupt, höchstens geringfügig auswirken.
Aber ich finde, die Frage sollte erlaubt werden, ob ein Rüstungsbetrieb in Städten so sicher ist.
Wenn Angriffe erfolgen, dann stehen solche Ziele wohl auch weiter oben auf der Liste. Wobei es bei der russischen Art der Kriegsführung auch egal ist, die ballern eh wahllos in die Städte rein.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

10.07.2026 um 23:04
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Da finde ich die willigen Putinisten im Bundestag deutlich gefährlicher, als ein paar Leute die gegen ein Rüstungsunternehmen protestieren.
Die SPD ist halt nicht so einfach aus der Welt zu bekommen, deren Russland Liebe glühte im Kalten Krieg schon und im hohen Alter werden Stegners und Mützenichs nicht ihre Weltanschauung durch die Realität zusammenbrechen sehen wollen.
Ähnliches gilt für Große Teile der Linken, die immer noch glauben Russland wäre der Kommunismus.

Und zurück zum Thema, Linksextremisten haben nun mehrmals Fabriken angegriffen, die wichtige Güter für die Ukraine herstellen, offenbar wird hier auch Gaza als Vorwand genutzt, um Russland zu unterstützen, in Belgien gab es ja ähnliche Vorfälle und wir sollten diese Extremisten als Gefahr wahrnehmen.


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11.07.2026 um 07:26
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Da finde ich die willigen Putinisten im Bundestag deutlich gefährlicher, als ein paar Leute die gegen ein Rüstungsunternehmen protestieren.
Dem schließe ich mich an. Da gibt es deutlich gefährlichere Leute.
Wobei unter den Demonstranten halt schon auch gewalttätige Spinner waren.
Nur wird das hier erst ne Rüstungsfabrik
Großer Polizei-Einsatz Donnerstagfrüh vor der Niederlassung von Rheinmetall an der Scheringstraße (Wedding). Das ehemalige Werk für Automobilteile wird zur Rüstungsfabrik umgebaut – dagegen protestieren erneut linksradikale Aktivisten.
Quelle: https://www.bz-berlin.de/polizei/vermummte-wollen-ruestungsfabrik-stuermen


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

11.07.2026 um 09:30
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb am 07.07.2026:Tatsächlich hat Hitler auch eher linke Ideen in seiner eigenen Ideologie mitverwurstet.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Mag zum Teil stimmen, ist aber sehr unscharf. Faschistische Bewegungen übernahmen teilweise Sprache und Symbole, die auch Arbeiter ansprechen sollten (z.B. "Sozialismus", "Gemeinnutz", Kritik am Finanzkapital). Inhaltlich wurden diese Begriffe aber völlig anders gefüllt
Was die Eugenik betrifft haben Linke schon gut den Inhalt salonfähig gemacht und unterstützt noch vor man erkannte, was das wirklich bedeutet:
In den 1920er Jahren waren gerade Sozialdemokraten entschiedene Eugeniker. Das war weder völkisch noch rechts oder gar reaktionär gemeint, sondern verstand sich geradezu als Imperativ von Aufklärung und Progressivität, galt als wesentlicher Beitrag für eine planvoll herbeigeführte Gesellschaft der Gleichen, Glücklichen und eben – Gesunden. Es war ein Beitrag zum "Neuen Menschen" der sozialdemokratischen Zukunftsgesellschaft
Der Nestor dieses sozialdemokratischen Konzepts war der Arzt Alfred Grotjahn, der erste Sozialhygieniker Deutschlands, Professor an der Berliner Universität, eine Zeit lang ihr Dekan. Für die SPD saß er als Abgeordneter im Reichstag. Und für ihr Görlitzer Programm von 1921 verfasste er den gesundheitspolitischen Teil. Grotjahn arbeitete auch schriftstellerisch unentwegt an Fragen der Fortpflanzung, wollte krankheitsanfällige "Volksteile" durch sozialhygienische Therapien, Sterilisation oder Dauerasylierung planmäßig von der Reproduktion ausschließen.

Überdies sorgte er sich um den Bestand der "kulturtragenden Bevölkerung", der ihm bei einem weiteren Rückgang der Geburten ernsthaft gefährdet schien. Gerade dem Sozialismus drohten nach Auffassung Grotjahns – hier im Muster ganz ähnlich wie heute Sarrazin – von der Beschränkung der Kinderzahlen Gefahren: die bewusst klein gehaltene sozialistisch-proletarische Familie gerate auf diese Weise gegenüber der christlichen Familie auf Dauer ins Hintertreffen. Damals fürchtete man sich vor der Geburtenfreudigkeit der Christen, vor allem der Katholiken; heute beunruhigt der vermeintliche Geburtenreichtum der Muslime
Es war keine One-Man-Show:
Auf den Tagungen sozialdemokratischer Ärzte ging es in jener Zeit ebenfalls ganz und gar eugenisch zu. Man war schon damals um den Volksbestand besorgt, plädierte für kinderreiche Familien, glaubte mit der Eugenik über eine vorzüglich gesellschaftsverbessernde Methode zu verfügen, um beim menschlichen "Artprozess" durch ärztlich-hygienische Überwachung die Aufzucht körperlich und geistig hochwertiger Individuen systematisch fördern und die Fortpflanzung weniger gesunder Familien ebenso planmäßig verhindern zu können. In solchen Ansprüchen vereinigte sich der Ehrgeiz eugenischer Orientierungen mit den weitreichenden Machbarkeits- und Steuerungspostulaten, den Rationalisierungs- und Effizienzversprechungen der Moderne, eben auch des Sozialismus
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-08/sarrazin-spd-eugenik

Heute ist das ein klar den Nazis zuzuordnendes Merkmal ihrer Ideologie, in Wahrheit haben Linke im irren Glauben jeder Mensch muss gleich sein und muss bestimmte Merkmale erfüllen, diese Unmenschlichkeit injektiert und forciert und das wurde nicht nur im Wording sondern eben auch inhaltlich von den Nazis übernommen.
Der obige Text liest sich unfassbar nach rechter Ideologie, beschrieben werden aber linke Auffassungen.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

11.07.2026 um 10:33
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Was die Eugenik betrifft haben Linke schon gut den Inhalt salonfähig gemacht
Eugenik war eine internationale Bewegung in vielen Ländern der industrialisierten Welt, kein exklusiv linkes oder rechtes Projekt.
“Eugenics, or ‘racial hygiene,’ was a scientific movement of the late nineteenth and early twentieth centuries.”

“Eugenics societies sprang up throughout most of the industrialized world, particularly in the United States, Great Britain, and Germany.”
Quelle: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/eugenics

Dass es auch Sozialdemokraten gab, die eugenische Positionen vertraten, bestreite ich gar nicht – dein ZEIT-Artikel nennt dafür Beispiele. Daraus folgt aber nicht, dass “die Linken” Eugenik salonfähig gemacht hätten oder die Nationalsozialisten ihre Ideologie von der politischen Linken übernommen hätten. Die historische Forschung beschreibt Eugenik als eine internationale, ideologieübergreifende Bewegung, aus der die Nationalsozialisten Elemente übernahmen und mit ihrem biologischen Rassismus, Antisemitismus und ihrer Vernichtungspolitik verbanden.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

11.07.2026 um 10:41
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Daraus folgt aber nicht, dass “die Linken” Eugenik salonfähig gemacht hätten oder die Nationalsozialisten ihre Ideologie von der politischen Linken übernommen hätten.
Da hast du Recht, stimmt. Nur ist die Abgrenzung eben nicht nur inhaltlich sondern besonders in diesem - heute als Teil der rechten Ideologie geltenden - sozialdemokratischen Konzept nicht mehr als links wahrgenommen.


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Linksextremismus - die vergessene Gefahr

11.07.2026 um 15:14
Die linksextreme Gruppe "Kommando Angry Birds" bekennt such zum Anschlag auf die Bahnstrecke bei Leverkusen:
Im Netz ist ein Bekennerschreiben der Gruppe "Kommando Angry Birds" aufgetaucht. Sie schreibt, sie sei für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen verantwortlich.

Die Gruppe schildert in dem Schreiben, dass sie Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und auf halbem Weg zwischen der Unterführung und dem Funkmast in einem schmaleren Schacht deponiert hätten. Für die Brandsätze wurden nach Angaben der Gruppe Timer und ein Liter Grillanzünder verwendet. Als Motiv nannte die Gruppe "das durch den Fortschritt verursachte Massensterben." "Diese Bewegung wird verhindern, dass der Planet geschreddert wird."
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/bahnsperrung-koeln-duesseldorf-sabotage-100.html

Keine Unbekannten:
Die linksextremistische Gruppe „Kommando Angry Birds“ hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert.
Quelle: https://taz.de/Nach-Boeschungsbrand-in-Westdeutschland/!6195364/

Es gab keine Verletzten.
Die Strecke ist immernoch gesperrt.


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