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Sarrazin: Hart aber fair?

11.776 Beiträge, Schlüsselwörter: Ausländer, Migranten, Sarrazin, Immigration
Valentini
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 14:59
Durch ihr Heimweh, die damit einhergehende Glorifzierung der Herkunftsgesellschaft, die Konservierung von Normen und Werten der Herkunftsgesellschaft, das nicht umgesetzte, dafür ewig im Raum stehende Vorhaben, wieder zurück zu kehren und die Erwartung, dass ihre Kinder sich der Herkunftsgegesellschaft der Eltern oder Großeltern, einer Gesellschaft, die sie selbst nur noch aus Erzählungen und Urlauben kennen, zugehörig fühlen, sind sie es, die ihre Kinder in einen Loyalitätskonflikt bringen und es ihnen so schwer machen, in Deutschland heimisch zu werden.

Was allerdings bei Menschen, die unfreiwillig ihre Herkunftsgesellschaft verlassen haben, weil sie dort verfolgt und mit dem Tode bedroht wurden, noch verständlich ist, ist bei Menschen, die emigriert sind, weil sie in der Aufnahmegesellschaft einen höheren Lebensstandard erreichen konnten als sie in ihrer Herkunftsgesellschaft je erreicht hätten, nicht wirklich nachvollziehbar.

Jedenfalls, statt diesen Konflikt zu benennen, wird lieber als Ursache Diskriminierung genannt, ist ja auch einfacher, statt den Konflikt mit den Eltern zu lösen.

Dass dieser Grund vorgeschoben ist, stellen all die türkischen Migranten unter Beweis, die die ethnischen Kolonien gemieden und von Anfang an den Kontakt zu Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft gesucht haben. Diese sind integriert, ebenso wie ihre Kinder, und ihre Kinder haben es auch geschafft.

Auch wenn der Diskriminierungsvorwurf in der türkischen Bevölkerung zunehmend inflationär und funktional eingesetzt wird, selbst der Umstand, dass man nach einer einzigen Bewerbung nicht sofort den Traumjob erhält, als Diskriminierung interpretiert wird, so wurden die Menschen, die bereit waren, sich einzufügen, zu integrieren, auch aufgenommen.


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 14:59
@teiwaz
tz tz
teiwaz schrieb:er spricht Probleme in Problem Gebieten an, darf er das nicht ?
Also er sagt das Nichtdeutsche dümmer sind. Damit spricht er also deiner Meinung Probleme an in Problemgebieten? Zusammenhang bitte erklären. Den es gibt kein.
teiwaz schrieb:Was ist an deinen Genen so schlimmes ? verstehe deine Aufregung nicht
Weil er damit Rassentrennung bzw Unterschiede versucht zu untermauern. Aber wem nützt das? Dazu das es noch absoluter Quatsch ist? Also was will er damit bezwecken? Na macht es klick?
teiwaz schrieb: Neee, ich habe es schon beantwortet gehabt mit meiner Meinung, ich betone meine Meinung die für mich meine Meinung ist.
Soso die da wäre?


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Valentini
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:01
@lambretta

Ich wollte damit auch nur aufzeigen welchen Schuh man daraus hätte spinnen können

@melgon
Ja ok, das war dann wohl zuviel des Guten und so verteufeln wollte ich die beiden auch nicht ;) Ich empfinde beide zwar als politische Vollpfosten aber auf einer Stufe mit C.R. muss ja nun auch nicht sein


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:02
@edwardnewgate
edwardnewgate schrieb:Also er sagt das Nichtdeutsche dümmer sind. Damit spricht er also deiner Meinung Probleme an in Problemgebieten? Zusammenhang bitte erklären. Den es gibt kein.
Lies das Buch im Zusammenhang, dann kannst Du darüber urteilen.
edwardnewgate schrieb:Weil er damit Rassentrennung bzw Unterschiede versucht zu untermauern. Aber wem nützt das? Dazu das es noch absoluter Quatsch ist? Also was will er damit bezwecken? Na macht es klick?
Ach herrlich. Wo tut er das denn?


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Kurde46
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:02
Wisst ihr was ich lustig fände? Wenn er bei der Deutschen-Bank gekündigt wird und an seiner Stelle ein Migrant eintritt.


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Waldfreund
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:03
@Valentini
„Fremdarbeiter (seine Wortwahl!) deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen“

Damit hatte er für ein vernünftiges Einwanderungsgesetz plädiert. Du reist etwas aus dem Zusammenhang und konstruierst Dir da etwas zurecht. Allerdings, sehr geschickt hat er sich da nicht ausgedrückt.

Nicht zu vergleichen mit der permanenten zynischen Hetze von Sarrazin. Ich erinnere da an seinen Speiseplan für Hartz IV Empfänger.

Der sollte einmal eine Kochsendung machen. Er hat das Talent zum C- Prominenten. Danach ab in den Container und dann ins Dschungelcamp. Allerdings würde sich so manches glitschige Getier vor ihm ekeln.


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:03
@Kurde46

Abwegig ist das nicht.


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Valentini
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:04
@Kurde46

Er sollte umgehend eine Partei gründen denn die Umfragewerte stehen derzeit enorm gut für ihn und eine politische Karriere


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Valentini
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:05
@Waldfreund

Natürlich habe ich aus den Zusammenhang gerissen und das mit voller Absicht denn nichts anderes geschieht hier mit den Zeilen des Herrn Sarrazin. Ich denke kaum einer wird das Buch bisher in Gänze gelesen haben und somit sind alle Diskussionsgegenstücke hier, also Zitate aus seinem Buch lediglich aus dem zusammenhang gerissene Zeilen


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teiwaz
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:07
edwardnewgate schrieb:Also er sagt das Nichtdeutsche dümmer sind. Damit spricht er also deiner Meinung Probleme an in Problemgebieten? Zusammenhang bitte erklären. Den es gibt kein.
Wenn es seine Meinung ist, lasse ihm doch seine Meinung. Wo ist dein Problem.
Warum versuchst du einen Menschen Mundtot zu machen und benutzt dazu noch Wörter wie Arsch ... zwischen ihm und dir gibt es keinen großen Unterschied.
edwardnewgate schrieb:Weil er damit Rassentrennung bzw Unterschiede versucht zu untermauern. Aber wem nützt das? Dazu das es noch absoluter Quatsch ist? Also was will er damit bezwecken? Na macht es klick?
klick, es hat klick gemacht und stelle fest du hast gerade jemanden als Nazi abgestempelt ein Nazi in der SPD ;-)))) das ist doch Quatsch !
edwardnewgate schrieb:Soso die da wäre?
habe ich doch geschrieben ... es gibt kein Unterschied zwischen Sarrazin und dir ....


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:08
@melgon
melgon schrieb:Der erste Abschnitt ist ohne Quelle angegeben. Der zweite ebenso. Im dritten sind angegeben: die IHK und die TDU. Im vierten werden nur Meinungen wiedergegeben. Im fünften fehlt die Quelle. Im sechsten ebenso.

Zudem sind Quellen nicht exakt angegeben. Das lernt jeder Schüler spätestens in der neunten Klasse.
1.) Der jetztige Arbeitsmarkt Quellen wie und was da los ist findest du, auf auf die dazu entsprechende Seite. Arbeitsargentur.

2.) Agentur für Arbeit. Steht sogar sofort am Anfang.

3.) Arbeitgeberverbände. Aber die liegen vermutlich falsch, weil die nicht so viel Ahnung von Arbeitsmarkt haben wie du. Und sie ja eh nuir lügen um alles schön zu reden.

4.) "Schaut man auf Länder mit hohem Anteil muslimischer Bevölkerung". Schau doch mal?

5.) Die Tatverdächtigenstatistik.

Für den weiteren negativen teil über Ausländer willst du keine Quellen stimmts?

Achaja Lesen lernt man sogar in der 1 Klasse O_o


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:09
@Valentini
das buch muss man lesen? - es genügt nicht was er davon bisher preisgab -
stimmt du kaufst ja auch gleich zwei - ;)

du findest es scheinbar überhaupt nicht beunruhigend, dass diese neue partei sofort 20 prozent hätte ?

tolle aussichten - demokratie siehst du damit nicht gefährdet? -


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:10
@melgon
melgon schrieb:Lies das Buch im Zusammenhang, dann kannst Du darüber urteilen.
Nein dafür brauch man das nicht lesen er hat es gesagt in der Kamera warum also solte ich das nochmal nachlesen? Warum?
melgon schrieb:Ach herrlich. Wo tut er das denn?
Was soll es den sonst bezwecken?


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:10
@Waldfreund
Waldfreund schrieb:Nicht zu vergleichen mit der permanenten zynischen Hetze von Sarrazin.
Was er macht, ist sein Grundrecht. Es fällt unter die freie Meinungsäusserung. Hetze wäre es dann, wenn er zu einer Vorverurteilung oder einem bestimmten Verhalten gegenüber den kleinen Kopftuchmädchen aufruft. Er tut dergleichen aber nicht.
Worüber sprechen wir demnach? Darüber, dass er von einem seiner Grundrechte Gebrauch macht?
Kann ihm vorgeworfen werden, dass das, was er sagt und schreibt, falsch ist?


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:10
@edwardnewgate

Quellen haben exakt und gut ersichtlich angegeben zu sein. Ich muss wissen, welcher Untersuchung unter welchen Annahmen irgendwelche Stastiken zugrunde liegen und das erwarte ich von Herrn Sarrazin.

"Nein dafür brauch man das nicht lesen er hat es gesagt in der Kamera warum also solte ich das nochmal nachlesen? Warum?"

Du hast dich disqualifiziert. Zudem lernt man auch das Schreiben in der Grundschule.


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teiwaz
ehemaliges Mitglied

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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:10
edwardnewgate schrieb:Achaja Lesen lernt man sogar in der 1 Klasse O_o
@edwardnewgate


du solltest mal an deiner Wortwahl arbeiten ;-) genau das wirfst du doch anderen wie als Beispiel Sarrazin vor ;-) naja


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ramisha
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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:11
@Waldfreund
Für die angesprochene Bevölkerungsschicht ist eine Kochstunde mit Sarrazin besser,
als Fastfood und Pizzadienst.


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Waldfreund
ehemaliges Mitglied

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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:12
@Valentini
Ich glaube nicht, dass man da irgendeinen roten Faden findet, oder gar Erkenntnisse gewinnt. Jedenfalls wäre mir mein Geld wäre mir zu schade, um das herauszufinden.

Aber ich glaube, dass man sich aufgrund der Auszüge schon eine Meinung bilden kann. Man kennt ja auch das was er sonst so von sich gibt.


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:12
@teiwaz
hast recht - sarrazin braucht einen verteidiger - machst du gut -


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Sarrazin: Hart aber fair?

30.08.2010 um 15:13
@teiwaz
teiwaz schrieb:Wenn es seine Meinung ist, lasse ihm doch seine Meinung. Wo ist dein Problem.
Warum versuchst du einen Menschen Mundtot zu machen und benutzt dazu noch Wörter wie Arsch ... zwischen ihm und dir gibt es keinen großen Unterschied.
Rassismus ist keine Meinung Punkt. Somit ist er ein Vollarsch.
teiwaz schrieb:klick, es hat klick gemacht und stelle fest du hast gerade jemanden als Nazi abgestempelt ein Nazi in der SPD ;-)))) das ist doch Quatsch !
Wenn heißt das Neonazi, aber ist einfach nur ein Rechtspopulist.
teiwaz schrieb:habe ich doch geschrieben ... es gibt kein Unterschied zwischen Sarrazin und dir ....
Also erstens , sagst bzw gibst du zu das er ein Hetzer ist? Weil du mich ja für ein hälst, weil ich mein das er ein Volarsch, weil er hetzt. Aberw as hat das hiermit zu tun?
edwardnewgate schrieb:Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/sarrazin154.html


Wie viele Migranten haben einen Job?

Obwohl es bei den Schul- und Universitätsabschlüssen keine großen Unterschiede gibt, haben Menschen mit Migrationshintergrund einen deutlich schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt. 12,4 Prozent sind arbeitslos, bei den Zuwanderern aus der Türkei sind es 16,8 Prozent und bei den Zuwanderern aus dem Iran, dem Irak und Afghanistan ist jeder vierte arbeitslos - trotz hoher Bildung. Woran liegt das? Migrationsforscher Stefan Luft von der Universität Bremen sieht gegenüber tagesschau.de zwei Gründe: Zum einen werden im Ausland erzielte Schul- und Berufsabschlüsse in Deutschland nur begrenzt anerkannt, zum anderen haben bei gleicher Qualifikation Zuwanderer mit arabisch oder türkisch klingenden Namen oft schlechtere Chancen.
Wer lebt von Hartz IV?

Agentur für Arbeit (Foto: picture alliance / dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Türkische Frauen haben einen deutliche schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt. ]
4,3 Prozent der Bevölkerung leben überwiegend von Hartz IV. Bei Menschen mit Migrationshintergrund ist der Anteil etwa doppelt so hoch. Die These, dass besonders viele Zuwanderer aus der Türkei von Sozialleistungen leben, ist falsch. 8,3 Prozent beziehen Hartz IV - das sind in etwa so viele wie bei anderen Zuwanderern. Überdurchschnittlich hoch ist in dieser Bevölkerungsgruppe dagegen die Bereitschaft zum Unternehmertum.
Was leisten die Zuwanderer für die deutsche Wirtschaft?

Nach Angaben des Industrie und Handelskammertags (IHK) werden rund zehn Prozent aller Unternehmen und Betriebe in Deutschland von Ausländern geführt. In Berlin beispielsweise gibt es rund 30.000 ausländische Unternehmen, die größte Gruppe kommt aus der Türkei, gefolgt von Polen, Vietnam und Bulgarien. Jeder vierte Existenzgründer hat einen Migrationshintergrund - die meisten von ihnen stammen aus Polen oder der Türkei.

Über die Zahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund gibt es keine Statistik. Die türkisch-deutsche Unternehmervereinigung (TDU) schätzt, dass in Deutschland etwa 100.000 türkisch-stämmige Unternehmer leben. Sie schaffen ca. 300.000 Arbeitsplätze, so der Vorsitzende der TDU, Hüsnü Özkanli gegenüber tagesschau.de. Die Branchen, in denen türkisch-stämmige Unternehmer arbeiten, sind entgegen der landläufigen Meinung stark gestreut. Neben der Gastronomie sind laut TDU viele Zuwanderer aus der Türkei als Rechtsanwälte, Ärzte oder Steuerberater tätig. Sehr stark vertreten sind türkisch-stämmige Unternehmer im Dienstleistungssektor. Von der Wirtschaftskrise waren sie weniger stark betroffen, die Zahl ihrer Insolvenzen liegt unter dem Durchschnitt.


Brauchen wir die Zuwanderer?

Ja, sagen die Arbeitgeberverbände. Sie befürchten einen steigenden Arbeits- und Fachkräftemangel und fordern deshalb einfachere Regelungen für die Zuwanderung. Ausserdem müssten die Einkommensgrenzen abgesenkt werden. Derzeit muss ein Zuwanderer aus einem Nicht-EU-Staat einen Arbeitsplatz und ein Mindestjahresgehalt von 64.000 Euro vorweisen. Und eine Arbeitserlaubnis gibt es nur, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass sich kein EU-Bürger für die Stelle finden lässt.

Schon jetzt haben gut zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland Probleme, offene Stellen zu besetzen. Auch der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Kannegiesser, fordert die Bundesregierung deshalb zum Handeln auf. Die bürokratischen Hürden müssten gesenkt werden, und Fachkräfte aus dem Ausland bräuchten ein attraktives Arbeitsumfeld. "Da haben wir in den vergangenen Jahren viel versäumt", so Kannegiesser.
Wie steht es mit Bildungschancen für Migranten?

Schule (Foto: picture-alliance/ ZB) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die 16. Mittelschule in Leipzig fördert Kinder mit Migrationshintergrund mit zusätzlichem Unterricht "Deutsch als Fremdsprache" - noch ist das eine Ausnahme. ]
Bildung ist die Voraussetzung für die Teilhabe am Erwerbsleben. Die Bildungsabschlüsse von Zuwanderern sind in Deutschland niedriger als die der deutsch-stämmigen Bevölkerung. So verlassen 10,4 Prozent der Zuwandererkinder die Schule ohne einen Abschluss, bei den türkisch-stämmigen Schülern ist es sogar jeder Fünfte. Migrationsforscher Luft macht die zunehmende Zahl von Schulen mit extrem hohem Ausländeranteil dafür verantwortlich. "Dort fehlt es an der Motivation und Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen", so Luft. Und Sprache sei die Voraussetzung für schulische Bildung.

Bei Abitur und Fachhochschulreife sieht das Bild anders aus. 21,2 Prozent der Gesamtbevölkerung hat Abitur, bei den Menschen mit Migrationshintergrund sind es 20 Prozent. Ähnlich ist es mit den Universitätsabschlüssen: Auch hier ist der Unterschied zwischen deutsch-stämmiger Bevölkerung und Zuwanderern gering.
Sind muslimische Zuwanderer besonders bildungsfern?

Nein, im Gegenteil: Schaut man auf Länder mit hohem Anteil muslimischer Bevölkerung, so ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Bei der türkisch-stämmigen Bevölkerung ist der Bildungsgrad niedrig. Nur 7,8 Prozent haben Abitur. Zuwanderer aus dem Irak, Iran und Afghanistan haben eine überdurchschnittlich hohe Bildung. Jeder dritte hat Abitur. 15,2 Prozent haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Zum Vergleich: bei der Gesamtbevölkerung sind es nur 11,3 Prozent. Die These, muslimische Zuwanderer seien bildungsfern ist also falsch.

Migrationsforscher Luft sieht nicht den Islam, sondern die Zuwanderungsgeschichte als Ursache für die Bildungsprobleme türkisch-stämmiger Zuwanderer. "Aus der Türkei wurden gezielt ungelernte Arbeiter angeworben", so Luft. In Deutschland entscheide die soziale Herkunft über die Bildungschancen. "Und das gilt eben besonders für sozial schwache Zuwanderer".

Muslimische Migranten würden sich nicht in die Gesellschaft integrieren, sie kosteten mehr, als sie Nutzen bringen und sie würden häufiger straffällig - Thilo Sarrazin hat mit seinen Thesen breite Empörung ausgelöst. tagesschau.de hat die Behauptungen des SPD-Politikers inhaltlich überprüft.

Werden Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger straffällig?

Ja, allerdings nicht so viel mehr, wie es die nackten Zahlen der Tatverdächtigenstatistik scheinen lassen. Die Statistik des Bundeskriminalamtes unterscheidet nach Deutschen und Ausländern. Ein Vergleich mit der deutschen Bevölkerung bleibt aber schwierig. So zeigt sie beispielsweise, dass im Jahr 2008 26,7 Prozent aller Tatverdächtigen keine Deutschen waren. Der Ausländer-Anteil in Deutschland lag laut Migrationsbericht der Bundesregierung im selben Zeitraum bei 8,8 Prozent. Zu diesem Anteil werden allerdings Touristen und Illegale nicht gezählt, die in der Tatverdächtigenstatistik jedoch auftauchen. Ein Vergleich wird dadurch verfälscht.

Was sind die Ursachen dafür?

Passanten in Duisburg (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Migranten leben häufiger in Städten als auf dem Land. ]
Einige wesentliche Punkte sind, dass Ausländer häufiger in Städten wohnen und jünger sind - alles Faktoren, die auch bei deutschen Bürgern die Gefahr, kriminell zu werden, statistisch gesehen deutlich erhöhen. Zudem betont der Periodische Sicherheitsbericht des Bundeskriminalamts, dass die Zuwandererpopulation "geringere Bildungsqualifikationen und höhere Arbeitslosigkeitsquoten aufweist". Der Kriminologe und Experte der Kriminalprävention, Hans-Dieter Schwind, sagte gegenüber tagesschau.de, dies sei die Folge von "jahrzehntelang verfehlter Zuwanderungs- und Integrationspolitik".

Welche Delikte sind bei nichtdeutschen Jugendlichen am häufigsten?

Nach der Tatverdächtigenstatistik 2008 war Körperverletzung mit 28,7 Prozent am häufigsten Ermittlungsursache vor Ladendiebstahl (22,6 Prozent). Auch bei den deutschen Jugendlichen bildeten Körperverletzungen insgesamt den größten Deliktsanteil (24,4 Prozent), dicht gefolgt von Ladendiebstahl (23,1 Prozent). Insgesamt betrachtet zeigt sich aber, dass in beiden Gruppen die Zahl der Straftaten seit 2005 stetig sinkt. So gab es 2008 insgesamt 265.771 Delikte, davon wurden 83,1 Prozent von deutschen und 16,8 Prozent von ausländischen Jugendlichen verübt.

Der Kriminologe Schwind warnt aber vor einem erhöhten Gewaltpotential bei Jugendlichen mit arabischen und türkischem Migrationshintergrund. Besonders auffällig sei die hohe Zahl an sogenannten Gewaltintensivtätern. Viele Straftaten tauchten zudem nicht in der Statistik auf. Mehrere Studien zeigen, dass die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen mit Herkunft beispielsweise aus der Türkei oder dem früheren Jugoslawien deutlich erhöht ist.

Wirkt es sich positiv aus, wenn die Jugendlichen schon hier geboren sind?

Nein. Gerade die zweite und dritte Generation der Zuwanderer hat eine höhere Kriminalitätsbelastung. "Das Erlebnis fehlender Akzeptanz und Gleichbehandlung mit Deutschen wird als Diskriminierung erlebt und erzeugt Konflikthaltungen", heißt es im Sicherheitsbericht. Zudem weise die Gruppe der Schüler und Studenten große Parallelen zu deutschen Jugendlichen auf. Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und Drogendelikte seien charakteristisch. Allerdings: "Erhöht sind Körperverletzungen und Raub, die aber weitgehend jugendtypische Deliktformen aufweisen."

Welche Erklärung gibt es für eine höhere Kriminalitätsquote bei nichtdeutschen Jugendlichen?

Wie bei allen jugendlichen Straftätern belasten soziale Probleme und Gewalt in der Familie die Entwicklung. Gerade in zugewanderten Familien kommen diese häufiger vor. Oft spielen aber beispielsweise auch noch Vorstellungen von Männlichkeit und Ehre eine Rolle, die zu Konflikten führen. Schwind ergänzt, dass auch mangelnde Sprachkenntnisse und die damit verbundenen schlechten schulischen und Berufsaussichten ein wichtiger Faktor sind. Daher müssten Zuwanderern verbindlich dazu verpflichtet werden, Deutsch zu lernen. Andere Experten nennen auch immer wieder einen unsicheren Aufenthaltsstatus als einen belastenden Faktor.

Gibt es eine höhere Kriminalität bei Spätaussiedlern?

Hier haben es die Statistiker besonders schwer: Tatverdächtige unter den von 1990 bis 2008 etwa zweieinhalb Millionen Menschen die im Rahmen des (Spät-)Aussiedlerzuzugs nach Deutschland kamen, werden nicht als solche erfasst, denn sie haben einen deutschen Pass. Zudem gibt es in dieser Gruppe überproportional viele junge und männliche Bürger - eine höhere Kriminalitätsbelastung ist also "normal". Deutlich wird aber in verschiedenen Studien, dass es bei jungen männlichen Spätaussiedlern der letzten "Aussiedler-Welle" Mitte der 1990er Jahre eine erhöhte Kriminalität gibt.


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