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Londoner Krawalle

2.089 Beiträge, Schlüsselwörter: Jugendliche, England, London, Krawalle, Plünderungen, Birmingham

Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:03
@Obrien

Was ist denn so schlimm daran Handwerker zu sein?
Oder Verkäufer?
Oder Schneider?
Friseur?
Elektroniker? Maurer, Maler?

Sag es mir.


Wozu brauchen wir ausschließlich studierte Doktoren und Master of irgendwas?


Was ist es denn für ein Argument, zu sagen:,,Studieren kann ich eh nicht, also lass ich jedes Lernen ganz bleiben."?


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Obrien
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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:07
@Kc

Es ist nichts schlimmes daran, aber es ist schlimm, wenn es das Maximum ist, was man vom Leben zu erwarten hat, nur weil man im falschen Stadtteil geboren wird.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:16
selbst wenn man einen Schulabschluss macht und Bäcker oder Elektirker werden will ist der "Fluch" der Herkunft noch immer nicht weg.
Die Arbeitgeber wissen ja auch welche Problemviertel es gibt, und schon ist man bei einigen wieder abgestempelt.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:18
@Obrien

Nun wäre ich beispielsweise ein Elektrikermeister, würde ich mir abgewertet vorkommen, so wie du über diese Berufe schreibst.
Und das finde ich einfach nicht in Ordnung und nicht sinnvoll.

Eine Gesellschaft braucht im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur Doktoren, Professoren, Master und Magister, Manager, Anwälte usw.

Was macht man denn, wenn zu Hause ein Rohrbruch geschieht oder wenn man Waschbecken installieren will? Man braucht dafür Installateure.

Was macht man, wenn Kabel verlegt werden müssen oder ein elektrisches Gerät kaputt ist?
Man braucht dafür Elektriker.

Was macht man, wenn man bedroht wird?
Man braucht dafür Bodyguards.

Was macht man, wenn man im Baumarkt keine Ahnung hat, wo das gewünschte Produkt steht und wie man es benutzt?
Man braucht dafür kompetente Verkäufer.

Oder wenn das Auto kaputt ist?
Man braucht einen Mechaniker.


Da bringt einem der Doktor oder Master überhaupt nichts.

Das sind doch keine Tätigkeiten, für die man sich schämen muss, als ob das ,,Loserjobs" wären.
Es sind Tätigkeiten, für die man nicht studieren, sondern Allgemeinbildung und grundlegende Schulbildung mitbringen muss, die man auf jeder öffentlichen Schule erwerben kann.

Wir brauchen solche Leute!

Ich habe großen Respekt und Achtung für deren Tätigkeiten und begreife sie als immens wichtig für die Gesellschaft.


Eine Gesellschaft ohne Menschen, die solche Berufe ausüben, geht vor die Hunde und wenn sie noch so viele Studierte Genies hat.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:20
syst-analytics schrieb:Wer effizient und hart arbeitet hat durchaus die Möglichkeit einer Karriere.
@syst-analytic , zum Glück hast Du geschrieben "Möglichkeit" :)

Hättest Du "Chance" geschrieben, hättest Du einen weiteren kleinen Beitrag geleistet,
die blinde Wut ins Maßlose zu steigern !


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:21
@Kc

Da stimme ich dir bei. Ich finde, in der Gesellschaft sollte Respekt für alle Tätigkeiten herrschen. Da gibt es viele Leute, die Sanitärinstallateure (um irgendein Beispiel zu bringen) eher geringschätzen. Umgekehrt gibt's aber auch Leute aus nicht-studierten Jobs, die gelehrte Leute verachten, weil sie angeblich ja nur sinnloses Zeug machen und nicht mal einen Schrank zusammenbauen können. Ich finde, das muss wirklich nicht sein.


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endgame
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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:21
ist in London nicht wieder Frieden eingekehrt, oder wird es dort noch zum Bürgerkrieg kommen ab Donnerstag?


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Obrien
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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:21
@Kc

Nun wäre ich beispielsweise ein Elektrikermeister, würde ich mir abgewertet vorkommen, so wie du über diese Berufe schreibst.

Was habe ich denn über diese Berufe geschrieben, hmm? Von "Loserjobs" hast du gesprochen.
Komm, lass deine schwache Argumentation mal stecken ;)


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collectivist
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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:23
Kc schrieb:Was ist denn so schlimm daran Handwerker zu sein?
Oder Verkäufer?
Oder Schneider?
Friseur?
Elektroniker? Maurer, Maler?
Das sind Berufsgruppen, die in der Regel prekär entlohnt werden. Warum sollte man auch für nen willkürlich festgelegten Hungerlohn mehr schwitzen und sich ramponieren, als die Bürokraten in der Verwaltungs- und Chefetage, die auf dem Sessel eierschaukeln?


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:26
@Obrien

Du tust so, als seien das geringe Tätigkeiten. Jedenfalls lese ich dies aus deinem Schreiben heraus, vielleicht irre ich mich ja auch.
Es ließt sich für mich so, als denkst du von diesen Berufen als ,,nur" Elektriker, Verkäufer, Mechaniker usw.

@Thawra

Genau!

Und daran krankt unsere Gesellschaft ganz zentral, an fehlendem, gegenseitigem Respekt!
Stattdessen dominiert gegenseitiger Neid, Geringschätzung und Abneigung.
Jeder meint, er bekommt zu wenig, obwohl er die viel wichtigeren Tätigkeiten im Vergleich zu anderen Leuten ausführt.


Das ist der große Fehler.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:30
@Kc
Natürlich ist es ehrenwert Handwerker zu werden.
aber ich vermute mal es ist dort ähnlich wie hier, auch diese Stellen sind schwer zu bekommen, für Leute aus Problemvierteln wohl erst recht.
Es wird eben kaum noch eingestellt dafür dürfen die Angestellten für 2 oder 3 arbeiten.
Wo keine Arbeit ist darf man nicht über Leute rummeckern die arbeitslos sind.
das kotzt mich auch hier in Deutschland an.
Andererseits darf man sich natürlich auch nicht beschweren das man keine Lehrstelle kriegt wenn man mit Kapuzenpulli, Sonnenbrille und Hose in der Kniekehle zum Bewerbungsgespräch geht.
Am besten noch mit einem angewöhnten Deutsch-türkisch-Slang.
Als Fazit bleibt das es wohl möglich ist dem Ghetto zu entkommen- aber diese Leute haben es um einiges schwerer als Leute aus "gutem" sprich reichem Haus.
Es gibt Vorurteile und nicht zuletzt oft den Kampf ums Überleben.
Nachteile auch wegen der Finanzen, evtl. kein Computer ec.
Man muss den Freundeskreis aufgeben und oft die Familie die nicht versteht das Sohnemann "hoch" hinaus will.
Da zu entkommen braucht es unheimlich Kraft.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:31
Was ist denn so schlimm daran Handwerker zu sein?
Oder Verkäufer?
Oder Schneider?
Friseur?
Elektroniker? Maurer, Maler?xt
Ich finde, das wissen diejenigen,
die dafür sind, dass diese Tätigkeiten prekär entlohnt werden.
Es muss ja jemand dafür sein?
Kc schrieb:Jeder meint, er bekommt zu wenig, obwohl er die viel wichtigeren Tätigkeiten im Vergleich zu anderen Leuten ausführt.
Und warum wird nicht jeder nach seiner Wichtigkeit entlohnt ?

Das sind Grundsatzfragen, deren Lösung irgendwann Krawalle verhindern könnten.


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Obrien
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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:31
@Kc

Habe ich so getan, als wären das geringe Tätigkeiten? Das unterstellst du mir nur, um mir deine schwachsinnige Argumentation unterzujubeln, denn geschrieben habe ich das mit keiner einzigen Silbe.

Aber scheinbar findest du es ok, wenn nur studieren kann, wer den entsprechenden Geldbeutel hat.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:35
eckhart schrieb:Und warum wird nicht jeder nach seiner Wichtigkeit entlohnt ?
Das ist doch das bisherige System.
Wichtig ist wer schwer zu ersetzen ist.
eine Reinigungskraft z.B. ist leicht zu ersetzen.
Ergo, verdient sie wenig.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:38
wulfen schrieb:Wichtig ist wer schwer zu ersetzen ist.
eine Reinigungskraft z.B. ist leicht zu ersetzen.
Deshalb ist Arbeitslosigkeit so wichtig für das bestehende System.
Deshalb sind auch irgendwie Krawalle so wichtig für das bestehende System.
Tut mir leid.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:40
@wulfen

Natürlich ist das nicht einfach, da hast du vollkommen recht.
Und deshalb schätze ich es auch sehr hoch und finde es bewundernswert, wenn die Leute was aus sich machen.
Das soll und muss so gut wie möglich unterstützt werden!

Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass man was aus sich machen wollen muss. Man muss Willen und Engagement reinstecken.
Diesen Willen und dieses Engagement kann einem niemand kaufen.

Es hat niemand behauptet, dass der Weg einfach ist.

Es fällt eben nicht jedem alles zu, manche müssen halt mehr dafür tun, um sich eine gute Ausbildung zu verschaffen und einen anständigen Job zu haben.
So ist das Leben.


Was ich absolut schlecht finde, ist die Tatsache, dass man aus bestimmten Herkunftsgebieten schwer Jobs bekommt. Das darf nicht sein, hier besteht großer Nachholbedarf!
Was zählen muss, sind die Qualifikationen!


Man muss raus aus dem alten Freundeskreis, dem alten Ghetto - das ist durchaus hart.
Aber man kann sehr viel dabei gewinnen, man kann den Kreis durchbrechen, anstatt sich immer nur zu drehen.

@eckhart
eckhart schrieb:Und warum wird nicht jeder nach seiner Wichtigkeit entlohnt ?
Nun meiner Meinung nach liegt der Fehler in geringem, gegenseitigen Respekt und Wertschätzung.
Da sagt der Handwerker:,,Ich steh hier jeden Morgen um 5 auf und arbeite den ganzen Tag richtig mit meinen Händen. Der Marketing-Manager dagegen, der macht doch nichts, als nur rumsitzen und chillen, ich arbeite richtig."

Und genauso sagt der Marketing-Manager:,,Ich muss hier täglich Entscheidungen treffen, die im Endeffekt das Wohl oder den Schaden für die ganze Firma mit tausenden Angestellten bedeuten. Ich muss mich durch Berge von Gesetzen und Gesprächen arbeiten, neue Ideen ausdenken - der Handwerker weiß doch gar nicht, was ich alles leisten muss. Der macht ja nur Kleinigkeiten."


Den Leuten fehlt die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung der Tätigkeit des anderen.

@Obrien
Obrien schrieb:Aber scheinbar findest du es ok, wenn nur studieren kann, wer den entsprechenden Geldbeutel hat.
Ich habe dargestellt, dass ganz einfach nicht jeder studieren MUSS. Dass es sogar schlecht für die Gesellschaft ist, wenn wir nur noch studierte Leute, aber keine Handwerker oder Verkäufer mehr haben.
Das ist eine Tatsache.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:48
Kc schrieb:Den Leuten fehlt die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung der Tätigkeit des anderen.
Wie lange haben Ökonomen an der Perfektionierung des Kapitalismus hart gearbeitet,
um genau diese schwabbligen Begriffe Wertschätzung und Anerkennung,
die eindeutig linkem Vokabular zuzuordnen sind,
auszumerzen und durch klares Kosten- und Effektivitätsdenken zu ersetzen?

Geht nicht die Welt unter, wenn man zur Lösung der Probleme eine Denkweise benutzt,
die nicht derjenigen gleicht, durch die die Probleme entstanden sind ?


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:50
@Kc
Kc schrieb:Nun meiner Meinung nach liegt der Fehler in geringem, gegenseitigen Respekt und Wertschätzung.
Da sagt der Handwerker:,,Ich steh hier jeden Morgen um 5 auf und arbeite den ganzen Tag richtig mit meinen Händen. Der Marketing-Manager dagegen, der macht doch nichts, als nur rumsitzen und chillen, ich arbeite richtig."

Und genauso sagt der Marketing-Manager:,,Ich muss hier täglich Entscheidungen treffen, die im Endeffekt das Wohl oder den Schaden für die ganze Firma mit tausenden Angestellten bedeuten. Ich muss mich durch Berge von Gesetzen und Gesprächen arbeiten, neue Ideen ausdenken - der Handwerker weiß doch gar nicht, was ich alles leisten muss. Der macht ja nur Kleinigkeiten."


Den Leuten fehlt die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung der Tätigkeit des anderen.
DAS ist genau richtig!! Sicher haben es die Leute in der Chefetage insofern schöner, dass sie besser entlöhnt werden. Aber auch sie chillaxen nicht die gesamte Zeit. Umgekehrt ist ein Handwerker-Leben auch nicht immer das Gelbe vom Ei - obwohl es auch eine erfüllende Tätigkeit sein kann, das sehe ich z.B. an meine Grossvater, er war mal Mechaniker und hat diese Tätigkeit immer geliebt.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:54
Thawra schrieb:das sehe ich z.B. an meine Grossvater, er war mal Mechaniker und hat diese Tätigkeit immer geliebt.
Da muss er aber schon lange aus dem Beruf raus sein.
Ich bin Großvater und habe meinen geliebten Beruf in den letzten 20 Jahren exponentiell zunehmend hassen gelernt.


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Londoner Krawalle

14.08.2011 um 20:55
@eckhart

Na, das kommt wohl auf den Ort, die genaue Tätigkeit und die Einstellung an... was machst du denn genau?


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